Feste & Traditionen

Frankreich liebt seine Feste – sie sind der Pulsschlag der Grande Nation und Ausdruck einer tief verwurzelten Lebensfreude. Das reiche kulturelle Erbe spiegelt sich in einer Vielzahl von Bräuchen und Traditionen wider, die das Jahr strukturieren. Ob in den lebhaften Metropolen oder den stillen, malerischen Dörfern: Jede Region pflegt ihre eigenen, einzigartigen Feierlichkeiten, die das Herz der französischen Kultur ausmachen.

Winter: von Königen und Narren

Das Jahr beginnt an Neujahr (Le Jour de l’An), das auch in Frankreich ein Feiertag ist. Kult an den Küsten ist das Bain du Nouvel An, der Sprung in die eiskalten Fluten von Atlantik oder Mittelmeer. Der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige( Le Jour des Rois ), wird mit der traditionellen Galette des Rois gefeiert, einem köstlichen Kuchen, in den eine kleine Figur eingebettet ist. Derjenige, der die Figur in seinem Stück findet, wird für den Tag zum König oder zur Königin gekrönt.

Anfang Februar futtert ganz Frankreich Crêpes und feiert so am 2. Februar mit La Chandeleur das offizielle Ende der Weihnachtszeit. Noch im Dunkel der Nacht werden an diesem Tag in Marseille die Navettes geweiht, kleine knusprige Kekse in Schiffchenform mit Orangenblütenaroma.

Im Februar regiert auch in Frankreich König Karneval (carnaval) – generalstabsmäßig inszeniert wie der Karneval von Nizza oder als ausgelassener Straßenkarneval wie in Dunkerque. Farbenfrohe Paraden, aufwändige Kostüme und ausgelassene Straßenfeste verbreiten Frohsinn – eine Freiheit, die nicht immer selbstverständlich war. Einst war das Narrentreiben in Frankreich zeitweise verboten, da es als gefährliches Symbol der Auflehnung gegen die Obrigkeit galt.

Frühling: das Leben erwacht

Der Frühlings bringt Feste, die Licht und Hoffnung feiern. Im Süden Frankreichs beginnt dies bereits Mitte Februar, wenn zahlreiche Mimosenfeste den gelben, duftenden Rausch an der Côte d’Azur und auf der Île d’Oléron am Atlantik feiern. Ostern ( pâques ) ist auch in nach Weihnachten das zweitwichtigste christliche Fest in Frankreich. Die Osterprozessionen während der semaine sainte sind Publikumsmagnete. Besonders eindrucksvoll ist La Sanch, die Karfreitagsprozession von Perpignan. Und verpasst auch nichts die bretonischen Pardons ! Am 1. April heißt es poisson d’avril – dann könnt ihr Schoko-Fische in den Pâtisserien und Schokoshops sehen. Zur Fête du Muguet am 1. Mai werden Maiglöckchen als Symbol der Zuneigung verschenkt.

Sommer: Frankreich erklingt

Der Sommer verwandelt ganz Frankreich in eine einzige Freiluftbühne. Bei die Fête de la Musique am 21. Juni erfüllen Profis und Amateure die Straßen mit Musik aller Grenres, und Abertausende kostenlose Konzerte locken von früh bis spät. Mit einem bal populaire in den Kasernen der Feuerwehr beginnt am Vorabend des Quatorze Juillet die Fête Nationale, die an den Sturm auf die Bastille während der Französischen Revolution erinnert. Stolz präsentiert Frankreich am 14. Juli bei einer Militärparade auf den Champs-Élysées die Verteidigungsfähigkeit der Republik.

Volksfeste mit Trachtengruppen und Blasmusik lassen landauf, landab die Traditionen lebendig werden, und die Bretonen feiern den Sommern mit einer Fest Noz unter freiem Himmel. Nicht unumstrittenen sind die Ferias von Südfrankreich, bei denen Stierkämpfe und Stiersprünge Dörfer und Städte tagelang in Ausnahmezustand versetzen – sehr zum Entsetzen der Tierschützer.

Herbst: die große Zeit der Schlemmerfeste

Wenn die Blätter fallen, regiert im ganzen Land der Genuss. Zahlreiche kulinarische Feste und Traditionen begleiten die Erntezeit und zelebrieren dieFrüchte der Erde mit großer Hingabe. Am 2. Wochenden im Oktober feiert die Fête des Vendanges auf der Butte de Montmartre in Paris die Weinbautraditioin der Metropole. Im Baskenland locken die Fête du Gâteau Basque und das Erntefest des Piment d’Espelette die Genießer an. Im November beginnt auch die große Zeit der Trüffelmärkte im Périgord und Tricastin – dort wird in Richerenches der edle Pilz sogar in der Kirche geweiht!

Advent

Wenn die Tage kürzer werden, beginnt eine der stimmungsvollsten Zeiten. Den Auftakt macht um den 8. Dezember herum alljährlich die Fête des Lumières in Lyon. Was als religiöse Verehrung der Jungfrau Maria begann, hat sich zu einem weltweit führenden Lichtkunst-Festival entwickelt.

Anfang Dezember öffnen auch die Weihnachtsmärkte ( Marchés de Noël ) im ganzen Land, und rund um Strasbourg mit dem Christkindelsmärik, dem ältesten Weihnachtsmarkt des Landes, verwandeln Colmar, Eguisheim und andere Ort das Elsass in ein wahres Weihnachtswunderland. Doch auch in Reims oder Aix-en-Provence könnt ihr herrlich die Vorweihnachtsstimmung auf malerischen Märkten erleben und Weihnachtsparaden wie in Sète erleben.

Mit einem großen Feuerwerk der Kommunen zu Silvester endet das Jahr in Frankreich, prallgefüllt mit Festen, lebendigen Bräuchen und Traditionen!

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