Blitzbesuch in Saint-Quentin

Das Rathaus von Saint-Quentin. Foto: Hilke Maunder
Das Rathaus von Saint-Quentin. Foto: Hilke Maunder

Es gibt Orte, die kenne ich nur als Autobahnknoten. Als Orientierung auf dem Weg. Fast zwei Jahrzehnte gehörte auch Saint-Quentin in der Picardie dazu, wo ich von der A26 auf die A29 (oder umgekehrt) wechselte.

Saint-Quentin: Rathaus, Fensterdetails. Foto: Hilke Maunder
Details der Rathausfenster. Foto: Hilke Maunder

Doch diesmal war der Tank fast leer und der Hunger groß. Und so parkte ich Minuten später in einer Seitengasse des Stadtzentrums, lief sie hinunter – und stand plötzlich vor diesem Prachtbau.

Saint-Quentin: Wasserspeier schmücken das Rathausdach. Foto: Hilke Maunder
Zahlreiche Wasserspeier schmücken das Rathausdach. Foto: Hilke Maunder

Gotik & Gâteau

Es war das Rathaus (hôtel de ville),  das frisch gesandstrahlt wieder in der Pracht des spätgotischen Flamboyantstils von 1509 erstrahlte. Auf dem großen Vorplatz stand einsam ein Crêpes-Mobil, aus dem es verführerisch duftete. Wenige Schritte entfernt gab es in Saint-Quentin bis Mai 2013 auch noch die Patisserie Henri.

Leider dicht: die Pâtisserie Henri von Saint-Quentin. Foto: Hilke Maunder
Leider dicht: die Pâtisserie Henri von Saint-Quentin. Foto: Hilke Maunder

Sie war Jahrzehnte lang der beste Konditor vor Ort. Sein Laden hatte den Look der Fifties gerettet. Torten und Traditionskuchen wie der Gâteau Battu stapelten sich im Schaufenster. Lust, das Osterbrot der Picardie nachzubacken? Dann klickt mal hier!

Der Gâteau Battu, das Osterbrot der Picardie. Foto: Hilke Maunder
Der Gâteau Battu, das Osterbrot der Picardie. Foto: Hilke Maunder

 

Doch nun hatte ich Zeit, und wunderte mich, wie leer die Stadt mitten in der Woche war. Obgleich es nicht regnete, keine Ferien waren, langweilte sich das Personal in den Geschäften, huschten höchstens ab und an mal meist ältere Menschen auf dem Trottoir an mir vorbei.

Und auch in dem kleinen Lokal am Rathausplatz waren meine Tochter und ich die einzigen Gäste. Dafür stand aber vor dem Théâtre Jean Vilar, das erst seit 1991 den Namen des Theatermannes aus Sète trägt, dieser sympathische Nordfranzose.

Die Statue zeigt seit 2009 Maurice Quentin de la Tour. Der Pastell-Portraitmaler war am 5. September 1704 in Saint-Quentin worden, wo er am 17. Februar 1788 auch verstorben ist.

Saint-Quentin: Figur vor dem Theater. Foto: Hilke Maunder
Statue von Statue de Maurice Quentin de la Tour. Foto: Hilke Maunder

Letzte Station beim Blitzbesuch in Saint-Quentin war die gotische Basilika aus dem späten zwölften Jahrhundert, mit 123 m Länge, 52 m Breite und 34 m hohem Chor ein imposanter Bau.

Ihr Vorläuferbau, eine Abtei, war einst Keimzelle und Namensgeber der Stadt gewesen. So, und nun wieder ins Auto und weiter gen Süden…

…und was war mit dem Hunger? Den stillten wir an einem mobilen Crêpes-Stand vor dem Rathaus, wo eine resolut-charmante Dame die hauchdünnen Pfannkuchen in Windeseile buk. Miam, würden jetzt die Franzosen sagen…

Crêpes-Bäckerin im picardischen Saint-Quentin. Foto: Hilke Maunder
Crêpes-Bäckerin im picardischen Saint-Quentin. Foto: Hilke Maunder

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Saint-Quentin: die Rathausarkaden. Foto: Hilke Maunder
Die Rathausarkaden. Foto: Hilke Maunder
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