ENTDECKT
Gard
Bereits die Lage ist eindrucksvoll: Das Département Gard erstreckt sich zwischen dem Zentralmassiv, dem Mittelmeer und dem Rhônetal im Norden des alten Languedoc. Als 30. Département markiert es im Süden Frankreichs eine Fläche von rund 5.853 Quadratkilometern, die von den südlichen Ausläufern der Cevennen bis zur Mittelmeerküste reicht. Es grenzt an die Départements Lozère im Norden, Ardèche im Nordwesten, Vaucluse im Osten und Hérault im Westen. Wer hier ankommt, spürt sofort die Intensität des Lichts und die Vielfalt der Kontraste.
Seine faszinierenden Landschaften reichen von den Bergen und Causses der Cevennen, die als Welterbe auch ein großer Nationalpark schützt, über fruchtbare Weinberge bis hin zu den weiten Stränden der Camargue. Dieses Feuchtgebiet im Delta der Rhône ist eine Welt für sich: Stille Lagunen, Reisfelder und schilfumstandene étangs bilden die Kulisse für ein einzigartiges Ökosystem. In diesem Naturpark sind weiße Pferde, rosa Flamingos und die berühmten schwarzen Stiere zu Hause, die das Symbol der regionalen Identität bilden.

Nîmes: Das Rom Galliens
Die Präfektur Nîmes war in der Antike Provinzhauptstadt eines Weltreichs und hütet bis heute monumentale Zeugnisse dieser Ära. Das Amphitheater gehört zu den besterhaltenen der Welt, während das Maison Carrée als perfekt proportionierter römischer Tempel beeindruckt. Hoch über der Stadt thront der Tour Magne in den Jardins de la Fontaine und eröffnet weite Ausblicke über die Dächer. Wer tiefer in die gallorömische Geschichte eintauchen möchte, findet im Musée de la Romanité eine der bedeutendsten Antiken-Sammlungen Europas.
Versorgt wurde das antike Nîmes einst über ein Aquädukt, dessen spektakulärster Teil heute zum UNESCO-Welterbe gehört: der Pont du Gard. Die dreistöckige Brücke spannt sich majestätisch über den Gardon und ist ein Meisterwerk antiker Ingenieurskunst: Sie wurde komplett ohne Mörtel erbaut!
Ganz in der Nähe lockt Uzès, das älteste Herzogtum des Landes. Mit seinem südlichen savoir-vivre, den mittelalterlichen Gassen und dem berühmten Wochenmarkt auf der platanenbestandenen Place aux Herbes verkörpert es den Charme Okzitaniens par excellence.

Festungsmauern und Salzgärten
Aigues-Mortes versteckt sich hinter einer gewaltigen, vollständig erhaltenen Stadtmauer inmitten der Camargue gardoise. Von hier aus startete einst Ludwig der Heilige zu seinen Kreuzzügen. Heute glitzern vor den Toren der Stadt die rosa schimmernden Salzgärten der Salins du Midi – hier könnt ihr sogar einen Salzkegel besteigen! Auch Beaucaire an der Rhône zählt mit seinem reichen Bauerbe zu den malerischen Orten, die es im Département Gard zu entdecken gilt. Ob beim Wandern auf den Pfaden von Robert Louis Stevenson in den Cevennen oder beim Genießen der maritimen Brise in Le Grau-du-Roi – das Département Gard ist ein Konzentrat Südfrankreichs.
Zwischen Berg und Meer
Die Küche des Gard ist so abwechslungsreich wie seine Landschaften. Ein absoluter Klassiker ist die Brandade de Nîmes, ein feines Püree aus Stockfisch und Olivenöl, das traditionell warm oder kalt auf Röstbrot serviert wird. In den Bergen der Cevennen regiert die Edelkastanie ( Châtaigne des Cévennes AOP ), die als Mehl, Suppe oder glasiert ( Marrons glacés ) eine Renaissance erlebt. Ebenfalls aus den Cevennen stammt der Pélardon, ein kleiner, cremiger Ziegenkäse mit charaktervollem Aroma und AOP-Auszeichnung.

In der Camargue ist der rote Reis das Gold der Felder, oft serviert zu einem herzhaften Gardian(n)e de Taureau, einem Schmorgericht vom Stierfleisch, das in kräftigem Rotwein gegart wird. Abgerundet wird das Mahl von den Weinen der Costières de Nîmes, die auf den kieseligen Böden rund um die Stadt wachsen und für ihre Frische und Würze bekannt sind. Zum Dessert oder zum Kaffee genießt man die Croquants de Villaret, ein knuspriges Mandelgebäck, dessen Rezept seit 1775 geheim gehalten wird.






























