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Tarn-et-Garonne
Das Département Tarn-et-Garonne nimmt eine Sonderstellung in der französischen Verwaltungsgeschichte ein. Es gehört nicht zu den 83 „Départements der ersten Stunde“, die 1790 im Zuge der Französischen Revolution geschaffen wurden. Erst im Jahr 1808 ordnete Napoleon Bonaparte per Dekret seine Gründung an. Um dieses künstliche Gebilde mit der Ordnungsnummer 83 zu schaffen, mussten die fünf Nachbarn Lot, Haute-Garonne, Lot-et-Garonne, Gers und Aveyron Gebiete abtreten. Heute erstreckt sich das rund 3.718 Quadratkilometer große Territorium im Herzen Okzitaniens und ist für viele der stille Star des Südwestens.
Montauban: Backstein-Bastide berümter Künstler
Die Hauptstdt des Département Tarn-et-Garonne ist Montauban, eine große Bastide, die im Sonnenlicht in jenen Rottönen leuchtet, die typisch für die Architektur für Midi sind. Im Herzen der Altstadt liegt die Place Nationale, ein quadratischer Platz mit prächtigen Arkaden, die zum Flanieren und Verweilen einlädt.
Weltberühmt wurde Montauban als Geburtsort zweier Genies: Der Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres und der Bildhauer Antoine Bourdelle stammen von hier. Im ehemaligen Bischofspalast zeigt das Musée Ingres Bourdelle ihre Werke und dokumentiert den Weg vom klassischen Schönheitsideal eines Ingres bis zur kraftvollen Moderne Bourdelles.

Moissac: Weltkulturerbe der Romanik
Moissac liegt am rechten Ufer des Flusses Tarn, etwa vier Kilometer oberhalb seiner Mündung in die Garonne. Mitten durch die Stadt führt auch der Canal latéral à la Garonne (Garonne-Seitenkanal), der den Tarn auf einer imposanten Kanalbrücke überquert.
In der Altstadt von Moissac findet ihr das berühmteste Juwel romanischer Kunst im Département Tarn-et-Garonne: die Abtei Saint-Pierre . Ihr Portal mit seinen meisterhaften Darstellung des Jüngsten Gerichts und der Kreuzgang mit seinen 76 reich verzierten Kapitellen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe! Wunderschön ist auch die einstige Zisterzienserabtei von Abbaye de Belleperche, die atemberaubende Ausblicke auf das Tal der Garonne eröffnet – weit abseits bekannter Pfade.

Wehrhafte Dörfer und weite Ausblicke
Die Landschaft des Départements Tarn-et-Garonne ist gespickt mit Orten, die wie Adlerhorste über den Tälern thronen. Bruniquel mit seinen engen Gassen und altem Fachwerk blickt schwindelerregend tief auf den Aveyron hinab. Im Tal schmiegt sich Saint-Antonin-Noble-Val an den Flusslauf. Die mittelalterliche Stadt, die oft als Kulisse für Kinofilme dient, lockt besonders sonntags mit einem der lebhaftesten Märkte der Region, der die gesamte Altstadt mit Farben und Düften füllt.
Ein Kuriosum der Geschichte ist Cordes-sur-Ciel. Obwohl es oft fälschlicherweise als Bastide bezeichnet wird, ist es eigentlich ein befestigter Marktflecken ( bourg ), dessen gotische Fassaden hoch oben auf einem Felsplateau über dem Nebel zu schweben scheinen. Die Aussicht über die sanften Hügel des Südwestens ist von hier oben schlicht atemberaubend.

Einfach fruchtig!
Die fruchtbaren Schwemmlandböden der Flusstäler machen das Département Tarn-et-Garonne zur Obstkammer Frankreichs. In den Gärten reifen die Melons du Quercy und saftige Äpfel, die zu hochwertigen Säften verarbeitet werden. Der Chasselas de Moissac, eine goldgelbe, weiße Tafeltraube mit AOP-Siegel, besitzt eine herrlich dünne Schale und wirklich feine Aromen. Deutlich intensiver durften die violetten Knoblauchzöpfe aus Beaumont-de-Lomagne – der ail violet wird in der lokalen Küche sehr großzügig verwendet!
Wer es süß mag, sollte einem die boulets de Montauban naschen. Der knusprige Konfekt besteht aus einer gerösteten Haselnuss, die mit Schokolade überzogen ist – eine Anspielung auf die Kanonenkugeln während der Belagerung der Stadt im Jahr 1621. Ebenfalls aus Montauban kommt der Mountonenc, ein Hefekuchen aus Montauban, der oft mit Orangenblütenwasser verfeinert wird.
Miam, canard !
Gans und Ente sinid die Stars der herzhaften Küche im Département Tarn-et-Garonne,, und Aushängeschilder der Feinkostboutiquen – besonders als confit und magret. Dazu passen die Weine die in der Nähe von Moissac und Montauban in den Appellationen Coteaux de Loupiac und Coteaux du Quercy angebaut werden. Letzterer ist ein charakterstarker Rotwein, der wunderbar mit den Wildgerichten aus den Wäldern von Département Tarn-et-Garonne harmoniert. Was ihr noch alles hier entdecken und erleben könnt, verrät diese Kategorie!







