Canal du Midi: Traumtörn im Hausboot

Canal du Midi: Hausboot-Einweisung auf dem Grand Bassin von Castelnaudary. Foto: Hilke Maunder
Vor jeder Vermietung steht eine umfassende Hausboot-Einweisung mit Test-Törn – für uns auf dem Grand Bassin von Castelnaudary. Foto: Hilke Maunder

Der Canal du Midi gehört zu den schönsten Wasserwegen in Europa. Seine Wiege liegt in Okzitanien, wo Platanen geschmückte Treidelpfade, Sonnenblumenfelder, Herrenhäuser und gotische Glockentürme, Dörfer und Marktflecken das blaue Band des Südens begleiten.

Zu dritt haben wir ihn per Hausboot entdeckt: zwei Freundinnen und ein Kind. Wir träumten vom Leben im sanften Fluss. Und lernten doch rasch: Es wird sportlich. Und jeder Tag verläuft anders als geplant – und voller Überraschungen. Kommt mit an Bord und schippert mit uns mit!

Boot an Boot an Boot: die Kais des Canal du Midi von Castelnaudary. Foto: Hilke Maunder

Er ist der Weg des Sommers unter der warmen Sonne des Südens, die Sehnsuchtsstrecke der Hausbootfahrer in Frankreich. Auf 240 km Länge verbindet verbindet der Canal du Toulouse mit dem Mittelmeer – als technisches Wunderwerk, das uns als Freizeitskipper staunen lässt. Und reichlich schwitzen…

Seine Schleusen, 64 an der Zahl, bringen immer wieder Abwechslung und Aufregung in die Ruhe des Dahingleitens, die Muße auf dem Wasser.

Rosengeschmückt: das Schleusenwärterhäuschen an der Écluse du Gay. Foto: Hilke Maunder

Hochbetrieb herrscht auch auf der höchstgelegenen Schleuse der Strecke, der Écluse Océan auf der Wasserscheide zwischen Mittelmeer und Atlantik westlich von Castelnaudary in Naurouze.

In vielen Orten die Paradestrecke für den Gassi-Gang: der Canal du Midi. Foto: Hilke Mander

Vom Atlantik zum Mittelmeer

Schon die Römer hatten von einer Wasserstraße zwischen Mittelmeer und Atlantik geträumt. Mächtige und Macher versuchten sich an der Idee, selbst Leonardo da Vinci scheiterte. Bis ein Baron aus Béziers die Lösung fand, den Sonnenkönig Ludwig IV. überzeugte, und im Herbst 1667 in Toulouse den ersten Spatenstich wagte: Pierre-Paul Riquet.

Am Scheitelpunkt: der Obelisk von Naurouze. Foto: Hilke Maunder

Auf diese Weise bräuchten die Schiffe nicht mehr den gefährlichen und kostspieligen Umweg über die Meerenge von Gibraltar zu machen. 1666 unterschrieb Ludwig XIV. das königliche Edikt zum Bau der damals „Canal Royal“ genannten Schifffahrtsstrasse, die heute Canal du Midi heißt.

Die Frage, wie der Kanal, der auf seinem Weg 194 Höhenmeter überwindet, ständig mit Wasser versorgt werden könne, meisterte der Baron aus Béziers mit einem Geniestreich.

Einst ganzjährig befahrbar, heute nur von Ostern bis Oktober

Er ließ am höchsten Punkt der Strecke in der Montagne Noire ein riesiges Staubecken anlegen, in dem das Wasser der gesammelt werden konnte. Vom Reservoir de Saint-Ferréol sorgt seitdem ein genau berechnetes System aus unterirdischen Wasserrinnen und Zuflüssen dafür, dass der Canal du Midi das ganze Jahr hindurch schiffbar ist.

Wie der Kanal, so galt auch der malerisch gelegene Stausee unter Zeitgenossen als „Weltwunder“ – mit 67 Hektar war er damals nicht nur das größte künstliche Gewässer der Welt, sondern besaß mit 36 Metern auch den höchsten Staudamm der Welt. Und das sogar 200 Jahre lang.

Unterhalb des Stausees schießt in den Jardins du Canal du Midi eine Fontäne 30 Meter hoch in den Himmel. In ihrem Schatten picknicken Frauen, der Nachwuchs tollt im Gras. Die Männer haben sich ins ehemaligen Haus der Ingenieure verzogen, wo das Musée du Canal du Midi in sechs Räumen interaktiv die Geschichte des Kanals wiederaufleben lässt, der seit 1996 zum Weltkulturerbe gehört.

Am Canal du Midi bei Castelnaudary findet ihr wenig südlich diese alte Brücke. Foto: Hilke Maunder

15 Jahre lang, nur mit Schaufel und Schubkarren, wurde das Kanalbett ausgehoben. Mehr als sieben Millionen Kubiktonnen Erde und Gestein räumten 12.000 Arbeiter, darunter 600 Frauen, fort.

Uralte Platanen, leider heute oft erkrankt, säumen den Kanal. Foto: Hilke Maunder

Bereits vier Jahre nach dem ersten Spatenstich, 1671, war der 52 km lange westliche Teil bis zum Scheitel bei Narouze fertig stellt. 1674 führte der Kanal bereits bis nach Castelnaudary, 1681 war der Étang de Thau erreicht.

450.000 Platanen, Pappeln und Zypressen wurden entlang der Treidelpfade gepflanzt, 328 Brücken, Dämme, Aquädukte und Schleusen gebaut – auf der nur 35 km langen Strecke zwischen Castelnaudary und Carcassonne allein 18.

Lauter Hufeisen als Glücksbringer schmücken die Tür des Kanalwärterhäuschens nahe der Écluse du Peyruque

Eindrucksvolle Schleusen

Und nicht, wie in anderen Revieren, gerade, kurze Schleusen mit einer Kammer und gelb markierten Schleusenbereichen, sondern mehre hunderte Meter lange Schleusentreppen mit vier, fünf, sechs, sieben, acht, sogar neun ovalen Kammern. So wie die Schleusentreppen von Fonsérannes bei Béziers.

Die Schleusentreppe von Fonséranes überwindet mit neun Kammern 13,5 Höhenmeter.

„Pas de soucis“, keine Sorge, meint Pierre nur, der eine Stunde lang die Freizeitskipper in die Technik und das Handling der  MS Tango einführt, die im Grand Bassin von Castelnaudary in der Crown Blue Line-Marina vertäut liegt.

Gut zwölf Meter misst das schwimmende Ferienheim für die nächsten Tage. Das Heck birgt zwei Doppelkabinen mit 80 cm breiten Betten, wenig Staufläche, aber Blick aufs Wasser.

Im Grand Bassin von Castelnaudary haben viele Hausbootvermieter ihre Basis. Foto: Hilke Maunder

Hallo, MS Tango!

Dusche, Waschbecken und WC sind im Gang zur Galley untergebracht, wo Innen-Steuerstand und Kombüse sich einen hellen, geräumigen Raum am Bug teilen. Der Kühlschrank nimmt die Einkäufe vom Markt auf, der jeden Montag Vormittag Castelnaudary in ein Schlemmerparadies verwandelt.

Eine kleine, steile Treppe führt an Deck mit Außensteuerstand und Panoramasitzecke, die rasch zum Lieblingsplatz wird: beim Frühstück in der Kühle des Morgens wie beim abendlichen Aperitif.

Canal du Midi: Große Wäsche in Castelnaudary. Foto: Hilke Maunder

Am sommerlichen Himmel ballen sich Gewitterwolken und lassen die Altstadt dramatisch im Licht leuchten, als das Dreimädelstrio ablegt. Zwei Frauen und ein Kind. Oh, là là! Mit sichtlicher Neugier schauen die Passanten zu.

Die Écluse St-Roch mit ihren vier Kammern ist für die Hausbootfahrer, die in Castelnaudary starten, die „Testschleuse“. Foto: Hilke Maunder

Bis zur ersten Schleuse sind es 170 m. „Kommt mal hoch in den Turm“, ruft Schleusenwärter Jacques aus der geöffneten Fensterklappe, „dann könnt ihr sehen, was ihr vor euch habt!“

Canal du Midi: Wer schleust, hat Zuschauer. Foto: Hilke Maunder

Die Écluse St-Roch, vier Staustufen, zwölfeinhalb Höhenmeter, und zig Hausboote, die gleichzeitig auf und ab geschleust werden. Trotz Bootsführerschein hat Claudia kleine Sorgenfalten auf der Stirn, als sie die nasse, schmale Leiter hinauf klettert, die Taue über die Schulter gelegt.

Canal du Midi: in der Écluse Saint-Roch. Foto: Hilke Maunder

Lara springt sicherheitshalber an Land, nur der Skipper bleibt am Außenstand an Bord. Mit ungeheurer Kraft schießt das Wasser durch die geöffneten Schleusentore, will das Boot von der Wand wegdrücken, das an beiden Pollern beschlagen ist, vorn und hinten mit Leinen gehalten wird.

Hilfe beim Schleusen wird gerne angenommen – hier bei der Écluse de St-Roch (4 Staustufen). Foto: Hilke Maunder

Minuten später ist der Spuk vorbei, liegt die Tango wieder träge im Wasser und wird mit den Leinen per Hand über alte, gusseiserne Schleusenräder und Armaturen zur nächsten Schleusenkammer gezogen. Nach 30 Minuten Anspannung die Erleichterung: Welch ein erhebendes Gefühl, die erste Schleuse gemeistert zu haben!

Sonnepause am Kanal: bei Villepente. Foto: Hilke Maunder

Schleuse um Schleuse

Ernüchterung bringt ein Blick auf das Emailleschild am Schleusenwärterhäuschen: 1.533 m sind es bis zur nächsten Herausforderung, der doppelten Écluse de Gay, 1.653 m bis zur dreistufigen Écluse de Vivier. Danach bleibt kaum noch Zeit, einmal den Schweiß von der Stirn zu wischen.

418 m weiter folgt die Écluse de Guillermin, nur 523 m sind es danach bis zur Écluse de Saint-Sernin, die den Beginn entspannteren Schleusens markiert. Die nächsten elf Schleusen haben nur eine einzige Schleusenkammer.

Canal du Midi: Jedes Schleusenhäuschen verrät auf Schildern die Entfernung zur nächsten Schleuse. Foto: Hilke Maunder

Mittlerweile längst ein eingespieltes Team, ist das Trio darauf bedacht, an jeder Schleuse eine gute Vorstellung abzuliefern für die Radfahrer, Wanderer und Neugierigen, die das Schauspiel beobachten.

An der Écluse de Peyruque herrscht Hochbetrieb – wir müssen mit dem Schleusen warten. Foto: Hilke Maunder

Perfekt in der Schleusenmitte einfahren, das große Boot gaaaanz sanft zum Halt bringen, dann die zwölf Meter Stahlschiff in voller Länge an den Kai ziehen, nicht den Bug beim Abschleusen an der Schleusenwand aufhängen lassen, nicht gegen die anderen Boote stoßen…

Das Interesse der Passanten ist stetig und ungebremst, an jeder Schleuse die gleichen Fragen. „Geht das wirklich ohne Führerschein?“ – „…ist es denn so einfach?“, „woher kommen Sie?“ – „und schaffen Sie das, so ohne Mann?“

Die Écluse de Sauzens am Canal du Midi. Foto: Hilke Maunder

Besonders die letzte Frage scheint auch die Schleusenwärter zu beschäftigen. So wirft Claudia dem Staatsdiener an der Écluse de Lalande mit einem charmanten Lächeln die beiden Taue entgegen und ruft: „Merci.“ Verdutzt und stolz zugleich zieht er den Flachkieler durch die Doppelschleuse,

Unterwegs auf alten Treidelpfaden

„Achtet auf die Schleusenzeiten“, hatte uns vor uns der Einweiser auf der Hausbootbasis geraten. “Und nutzt die Pausenzeiten für Ausflüge!“ Morgens wird von 9 bis 12.30 Uhr geschleust, nachmittags ist je nach Reisemonat zwischen 17 und 19 Uhr Schluss.

Wer nicht als Skipper unterwegs ist, folgt dem Kanal mit dem Fahrrad. Foto: Hilke Maunder

Nachtfahrten auf dem Kanal sind verboten. Mit den Fahrrädern, sonst am Bug fest verzurrt, folgen wir erst den Treidelpfaden, die heute als „Voie Verte“ den Kanal begleiten, dann alten Platanenalleen.

Hunderttausende Bäume hatte Napoleon pflanzen lassen, um seine Soldaten beim Marschieren vor direktem Sonnenlicht zu schützen. Jetzt spenden sie uns Schatten. So entdecken wir charmante Dörfer wie Gardouch, Montgiscard und Ayguesvives, die ganz und gar aus orangerotem Backstein errichtet wurden, radeln durch Raps- und Sonnenblumenfelder, und erreichen Villefranche-de-Lauragais.

Im August blühen die Sonnenblumen am Canal du Midi. Foto: Hilke Maunder

Die Pastel-Bastide

Die Bastide („neue Stadt“) des 13. Jahrhunderts war einst das Zentrum des Pastellhandels.  Aus Pastel (Färberwaid) wurde begehrteste Farbe des Mittelalters gewonnen: Blau.

Vom einstigen Reichtum zeugen noch heute alte, kunstvoll verzierte Fachwerkhäuser und die rote Backsteinkirche Notre-Dame-de-l’Assomption mit ihrem monumentalen Glockengiebel, die sich neben einer alten Markthalle erhebt.

Cassoulet gibt es auch fertig in der Dose – oder im Glas. Foto: Hilke Maunder

In Weckgläsern und Konservendosen gibt es dort den kulinarischen Klassiker der Region: Cassoulet, ein weißer Bohneneintopf mit Würsten und Fleisch, der so satt macht, dass man an Deck abends die Beine hochlegt, noch ein wenig am Wein nippt, die Stille am Kanal genießt und sich wie Gott in Frankreich fühlt…

Canal du Midi: Lebensgenuss und grandiosen Landschaften gibt es zuhauf an der schönsten Wasserstraße durch den Süden. Foto: Hilke Maunder

Dîner an Deck

Vorn scheint unbarmherzig die Sonne auf das Deck, in der flimmernden Luft liegt der Duft von Kräutern. Weit schweift der Blick über das Land, über Sonnenblumen- und Weizenfelder, hin zu den schneebedeckten Bergspitzen der Pyrenäen.

Am Canal du Midi stehen die Platanen Spalier. Foto: Hilke Maunder

Jetzt sind alle Schleusentore geschlossen. Auch die Schleusenwärter gönnen sich nun bis halb zwei eine Pause. Morgens wird von 9 bis 12.30 Uhr geschleust, nachmittags ist je nach Reisemonat zwischen 17 und 19 Uhr Schluss, Nachtfahrten auf dem Kanal sind verboten.

Der Canal du Midi nahe der Schleuse Écluse de Peyruque. Foto: Hilke Maunder

Nach fünf weiteren Schleusen und sieben Kilometern Fahrt tanzen die Strahlen der tief stehenden Sonne zwischen den Baumreihen, lassen die Fluten in immer neuen Formen funkeln. Wasserlilien leuchten gelb am Ufer, Frösche quaken, Stille. Die „Tango“ liegt ruhig an einem kleinen Steg vertäut.

Unser Plätzchen für die Nacht – in Laufnähe zur Écluse de Peyruque. Foto: Hilke Maunder

Shopping beim Kanalwärter

Ein verwittertes Holzschild informiert: La Boutique de l’Écluse, 1 km, artisanat, vin, pain, 9 – 21 heures. An den aufgestellten Holztischen sitzen Jean Louis Aillaud  und seine Frau Fréderique.

Frédérique und Jean Louis Aillaud, die netten Schleusenwärter der Écluse de Perruque. Foto: Hilke Maunder,

Beide haben sich in ihrer Heimat Île de Réunion kennen gelernt, in vielen Orten der Welt gearbeitet und hier ihre Wurzeln geschlagen: an der Écluse de Peyruque.  Direkt am Canal du Midi verkauft Frédérique im Schleusenwärterhäuschen Selbstgetöpfertes, hausgemachte Marmelade, Honig der Region, Confit, Cassoulet und Croissants.

Brot und Butter zu Familienfotos von einst: der kleine Schleusenshop der Ecluse de Peyruque. Foto: Hilke Maunder

Abends genießen beide ein Glas Rotwein mit den Gästen, die mit den Pénichettes den Kanal entlang schippern. Einsamkeit oder Langeweile kennen sie nicht: „Zu uns kommt die Welt.“

„Pénichettes“ heißen die historischen Holzkähne, die einst Waren auf dem Kanal transportieren. Heute sind sie häufig Hausboote

Gestern zwei Japaner mit Mountain Bikes, heute morgen eine Familie aus Melbourne, die im Hausboot unterwegs war, und jetzt das deutsche Trio. Es wird gelacht und getrunken, das Kind spielt mit den Hunden, die Uhr hat Urlaub.

Tolle Ausflüge ganz nah

Canal du Midi: Der Hafen von Bram ist ein Treff der Hausbootfahrer. Foto: Hilke Maunder

Immer neue Tipps für Ausflüge und Abstecher fallen Frédérique und Jean Louis ein. „Nach dem nächsten „bief“, so nennen die Franzosen die Strecke zwischen zwei Schleusen auf dem Canal du Midi, müsst ihr festmachen und nach Villepinte bummeln.

Dort könnt ihr im einstigen Keller der Wein-Kooperative Glaskunst angucken, danach in Bram angelegen, einer kleinen Stadt mit kreisrundem Grundriss.Da gibt es mit Eburomagus ein tolles gallo-römisches Museum und eine Ölmühle, die 25 verschiedene Bio-Olivenöle produziert!

Und wenn ihr zwischen Alzonne und Pezens seid, radelt doch einmal durch Weingärten der Cabardès an den Hängen der Montagne Noire. Und dann sind es nur noch vier Schleusen bis zur größten Festung Europas, der Cité von Carcassonne…“

Die Cité von Carcassonne mit der Büste der Dame Carca neben der Porte Narbonnaise. Foto: Hilke Maunder

Doch wieder sind es die Schleusen, die den geplanten Reiseverlauf überraschend ändern. „Die staatlichen Schleusenwärter streiken“, flüstert es von Bord zu Bord. Donnerstag, vielleicht auch Freitag. Da heißt es dann schon Mittwoch: zurück zur Basis. Die vielen Schleusen? Pas de problème.

In Carcassonne findet ihr die Kanal-Schleuse am Bahnhofsvorplatz. Foto: Hilke Maunder

Am ersten Streiktag fahren die Frauen per Bahn zur imposanten Burg. Als sie den Bahnhofsvorplatz überschreiten, treffen sie wieder auf den Canal du Midi.

In der schmalen Schleuse drängen sich drei Boote. Lauter Männercrews, das Bier in der Hand, die Leine lässig auf der Schulter – bis sie plötzlich beim nächsten Schluck mit einem lauten Platsch ins Wasser fällt. Die drei Frauen blinzeln sich zu.

Hausboot-Törn auf dem Canal du Midi: Info

Anreise

Mit Eurowings, Lufthansa oder Air France nach Toulouse, Leihwagen oder SNCF bis Castelnaudary

Hausbootvermietung

Le Boat, c/o Crown Blue Line GmbH, Theodor-Heuss-Str. 53-63, Eingang D, 61118 Bad Vilbel, Tel. 06101/55 791 75, www.leboat.de; Preise: Die „Tango“ kostet je nach Reisezeit ab 1.600 Euro pro Woche zuzügl. Nebenkosten für Betriebskosten (Wasser, Diesel, Gas), Liegegebühren, Versicherung. Tipp: Leihräder gleich mit mieten!

Canal du Midi: mit dem Hausboot unterwegs. Foto: Hilke Maunder

Souvenir

Die Köstlichkeiten der Region gibt es auch als Gourmet-Konserve: Cassoulet, Confit de Canard und Rillettes.

Flusstourismus – die schönsten Reviere

Canal du Midi

241 km zwischen Toulouse und Sète am Mittelmeer. Highlight: Toulouse, Lac de St Ferréol, Lauragnais, Carcassonne; www.canalmidi.com

Canal de Garonne

193 km zwischen Toulouse und der Gironde-Mündung am Atlantik. Highlights: Schiffshebewerk Montech, Montauban mit dem Ingres-Museum, Moissac, Brückenkanal von Cacor; www.canal-et-voie-verte.com

Garonne

Toulouse von der Wasserseite – Highlights: Prairie des Filtres, Château d’Eau, Hôtel-Dieu, La Grave und Pont Neuf, die älteste Brücke der Stadt (1661).

Lot

75 km zwischen Larnagol und Luzech, 17 Schleusen. Highlights: Saint-Cirq Lapopie, Cahors mit dem Pont Valentré, die Weine von Cahors

Baïse

60 km zwischen Valence-sur-Baïse und Buzet-sur–Baïse. Highlights: Château Millet und die Weingärten von Armagnac, Condom, Abtei von Flaran

Tarn

schiffbar bei Millau und Albi. Highlights: Viadukt von Millau, Albi, Raspes du Tarn (Steilfelsen).

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Einfahrt in das Grand Bassin von Castelnaudary. Foto: Hilke Maunder
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3 Kommentare

  1. Sehr schöner Reisebericht und tolle Fotos! Die Schleusenwärterhäuschen gefallen mir gut. Macht richtig Lust auf eine Hausbootfahrt auf dem Canal – auch ohne Mann an Bord. Das Fischrestaurant ‚L’Ile aux Oiseaux‚ am Port de Bram ist übrigens sehr empfehlenswert im Sommer.

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