Fenouillèdes: (noch) ein Geheimtipp 8


Fenolheda steht auf dem Schild, das plötzlich am Straßenrand auftaucht, Fenouillèdes. Rund 20 km von Perpignan entfernt, endet das Roussillon. Und eine neue „Comarca“ beginnt. Ihre Lebensader ist der Agly, ihre Sprache Okzitan.

Andere Sprache, andere Kultur

Nur die Jungen und Zugereisten, Besucher und Fremde sprechen Französisch. Unter sich sprechen die Einheimischen Okzitan. Kehlig und rau, und gerne auch lauter, als man es sonst von Franzosen gewohnt ist.

Und nicht Katalan, wie in den anderen nordkatalanischen Comarcas Rosselló, Vallespir, Conflent, Capcir und Alta Cerdany, die heute das Département Pyrénées-Orientales bilden. Die Grenze verläuft bei Estagel. Und darauf sind die Bewohner des Fenouillèdes stolz.

Das erlebe ich tagtäglich in meiner Wahlheimat, die mitunter nicht einmal die Menschen von der nahen Küste kennen. Fenouillèdes, wo ist denn das? fragen sie mich. Da dachte ich mir: Diese wunderschöne Ecke zwischen Pyrenäen und Mittelmeer muss ich euch einmal vorstellen!

Die Hauptstadt: Saint-Paul-de-Fenouillet

Die Hauptstadt des Fenouillèdes ist die Kleinstadt Saint-Paul-de-Fenouillet, die die markante Silhouette des Chapître Collégiale überragt. Heute birgt e ein überaus sehenswertes Heimatmuseum. Im Innenhof des Sakralkomplexes werden im Sommer gelegentlich Freiluftkonzerte veranstaltet.

Unter Outdoor-Fans ist „SPF“ berühmt für ihre Via Ferrata, die in Schwindel erregender Höhe an gespannten Seilen endet, auf denen ihr von der Chaîne de Lesquerde auf die tonpfannengedeckten Häuser von Saint-Paul schauen könnt.

Und hinüber zu dem Gorges de Galamus, die der junge Agly in den Karst gefräst hat. Am südlichen Eingang der Schlucht hat ein Einsiedler im Mittelalter eine kleine Kapelle  samt Wohnhaus in den Fels gebaut. Alljährlich zu Ostern ist die Ermitage Saint-Antoine Ziel einer Pilgerfahrt, bei der nach der Messe aus einer XXL-Pfanne gemeinsam ein Omelett genossen wird.

Auf der Kammspitze ragt weiter östlich eine der Katharerburgen auf, die mit dem Fels zu verschmelzen scheinen: Château de Quéribus – auf dem Sentier Cathare könnt ihr sämtliche Festungen entdecken, in denen sich die „Bonshommes“, die reinen Menschen“, vor der Verfolgung von Kirche und Krone verschanzt hatten.

Alljährlich im Mai bietet die Fête de la Randonnée die Gelegenheit, weitere schöne Wanderziele im Fenouillèdes kennenlernen. Zu Himmelfahrt feiert Saint-Paul sein Stadtfest Printemps des Échoppes mit großem Markt, Kinderanimation, Live-Musik und Tanz.

Maury: Süßweine und schwere Rote

Von Maury habt ihr vielleicht schon einmal gehört: Das Winzerdorf stellt aus roten Grenachetrauben den natursüßen Wein Maury (AOC) her, der hier traditionell zum Apéritif genossen wird. Neben der Kooperative gibt es zwei Dutzend unabhängiger Erzeuger, die aus Grenache Rotweine keltern, die immer mehr Anerkennung erfahren.

Bei Mas Amiel ist daher 1999, Olivier Decelle, Ex-Präsident von Picard Surgelés eingestiegen und pusht das Weingut erfolgreich in internationalen Märkten. Viel besser munden mir persönlich allerdings die Tropfen von Thunevin-Calvet, die am östlichen Ortseingang ihren modernen Keller als Sandsteinkubus vor den Fels gesetzt haben. Bei der Verkostung wird gerne auch der Keller gezeigt.

Wenn ihr durch das Dorf bummelt, achtet einmal auf die Fassaden. Sie hat Bernard Gout mit Trompe-l’œil-Malereien geschmückt. Mehr zu den Weinen des Aglytales, die zur Appellation Côtes-du-Roussillon gehören, findet ihr hier. Alljährlich im Juni feiert Maury ein großes Musikfest, das frankreichweit bekannt ist: Voix des Femmes – nur Frauen, als Chor, Band, Solosängerin oder Musikerin – stehen auf der Bühne.

An der D19 Richtung Queribus seht ihr nach der kleinen Brücke einen Picknickplatz. Hier beginnt ein wundervoller Rundweg durch Garrigue und Pinienwald – rund 90 Minuten braucht ihr für den Sentier Botanique de Roubials, der von hier aus 2,5 km lang ist, vom Parkplatz bei der Maison du Terroir 3,7 km. Rosmarin, Steineichen, Immortelle undErdbeerbaum begleiten euch. Achtung: Es geht mitunter recht steil bergauf, und für das Geröll an manchen Partien braucht ihr gute Sohlen!

Caudiès-de-Fenouillèdes

Über dem kleinen Ort thront die Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-Laval, im Herzen des Dorfes ist noch mit dem Quartier du fort moyenâgeux noch die Keimzelle der Siedlung erhalten. Den kleinen Place de la Mairie schmückt noch mittelalterliches Fachwerk. Wer Motorrad fährt, freut sich auf die Kehren zum Col Saint-Louis und die Kurven der Corbières.

Mich zieht es zum Wandern oft in den Fôret Domaniale de Boucheville, in der ihr bei der Vegetation auf Vertreter von drei Klimazonen stoßt: Tannen der Berge, immergrüne Eichen des Mittelmeerklimas sowie Buchen, wie sie für Frankreichs atlantisches Klima typisch sind. Seit 2008 leben hier auch wieder Wölfe! Weiter westlich und höher gelegen ist der Forêt Royal de la Fange, aus dem Colbert die Weihnachtstannen für den Sonnenkönig holen ließ.

Tautavel: Der erste Europäer

Bereits vor 450.000 Jahren lebten Menschen im Fenouillèdes – in der Grotte von Arago. In einem Nachbau der Höhle, die das Musée de la Préhistoire könnt ihr Kopien der Fossilien von Homo erectus, Steinwerkzeuge und Originale von Tierfossilien sehen, einige davon in liebevoll inszenierten Schaukästen mit Illumination. Vorgestellt habe ich das Museum in diesem Blogbeitrag.

Latour-de-France

Seit drei Jahrhunderten bewacht der Latour-de-France an der Grenze von Roussillon und Fenouillèdes die sonnenverwöhnten Hänge um das kleine Dorf, auf denen die Trauben für Topweine wie Château de Triniac reifen. Zwei Französinnen haben den wehrhaften Ort zu ihrer zweiten Heimat erkoren und ein einmaliges Projekt gestartet: Latour au fils des Ans.

Einmal pro Jahr zeigen Patricia Clavières (Bayonne) und Evelyne Auvraud in einer Fotoausstellung Einwohner, die sie fotografiert haben, und alte Ansichten aus Latour. Mehr als vier Millionen Motive umfasst inzwischen ihr Archiv!

Im ehemaligen Bischofswohnsitz neben der Kirche, deren Turm die alte Bourg überragt, hat ein Albert Roger eine Galerie eingerichtet mit eigenen  Werk: Er ist Autodidakt, hat zunächst mit Aquarellen begonnen, dann mit Acrylfarben gearbeitet und fertigt heute Collagen aus all den Eintrittskarten, die er während seiner Arbeitsjahre in Paris gesammelt hat. Was er dort gemacht und erlebt hat? Lest es in seiner sehr amüsant verfassten Biografie „Mémoires du Rat de Cave“ nach!

Vom Wein zum Wald

Das weite Aglytal ist geprägt von Wein und Karstkämmen. Von  Ostern bis Ende Oktober zuckelt der Train Rouge zwischen Axat und Rivesaltes durch diese wunderschöne Landschaft – einige Waggons sind sogar offen; ein Heidenspaß besonders in den Tunneln!

Neun Kilometer weiter südlich erlebt ihr eine völlig andere Landschaft: mediterranen Wald – mittwochs, sonnabends und sonntags stehen überall Schilder am Straßenrand: Attention. Chasse en cours. Es wird gejagt. Vor allem „sanglier“, Wildschwein. Nachts kommen sie von den Hängen hinab in die Weingärten und richten massive Schäden an.

Ansignan: das geografische Herz

Nur wenige Meter von der Mündung des Desix in den Agly errichten die Römer im dritten Jahrhundert ein Aquädukt, das bis ins 14. Jahrhundert genutzt wurde. Die 170 Meter lange Wasserleitung ruht auf 29 Stützbögen – ein schöner Anblick, besonders vom höher gelegenen Dorf aus, das sich rühmt das „Centre de Fenouillèdes“ zu sein.

In Ansignan beginnen mehrere markierte Wanderwege. Einer führt zu den Dolmen, die zwischen 2500 uns 1500 v.Chr. bei Ansignan und Trilla errichtet wurden  – eine Karte mit Wanderhinweisen findet ihr hier.

Bélesta

Erst 19833 wurden in einer Grotte bei Bélesta Werkzeuge entdeckt, die den Ackerbau in der Region bereits vor 6000 Jahren belegen. Mehr über die ersten Bauern im Vorland der Pyrenäen erfahrt ihr im Château-Musée de la Préhistoire, das über dem alten Winzerdorf thront.

Dort haben Luc Richard und Karin Pühringer die einstige Genossenschaftskellerei von Bélesta in das Verwöhnhotel Riberach verwandelt, in dem Bio und Öko sich auf Genuss und Design reimen – mit 18 Zimmern, die früher Gärbehälter waren, einem Restaurant mit Loft-Charakter und Badeteich, den ein Bach speist – und Pflanzen ganz natürlich reinigen.

Die Küche von Laurent Lemal, der 2015 seinen ersten Sterne erkochte, ist  bodenständig: Der Vorspeisensalat kommt als blumenreicher Garten daher, zu dem der weiße „Synthese“ aus der hauseigenen  Kellerei ausgezeichnet mundet. Schwein und Lamm liefern Produzenten aus den Nachbardörfern, Meerforellen und anderen Fisch die Küste des Roussillon. Hier habe ich es euch vorgestellt.

Caramany

Wunderschön gelegen ist auch Caramany. Die Weine, die hier wachsen, sind eine Besonderheit: Wie in den anderen Fenouillèdes-Dörfern Lesquerde, Latour-de-France und Tautavel gelten die Rote aus den Syrah-, Grenache- und Carignan-Reben als  besonders gut und dürfen daher unter dem jeweiligen Ortsnamen vermarket werden – eine Ausnahme in der Côtes-du-Roussillon AOC!

Von der Cave Coopérative führt in rund 30 Minuten ein Wanderweg vorbei an aufgelassenen Weinterrassen und wild mit Efeu bewachsenen Bäumen hinauf in die alte Bourg von Caramany mit ihren Kopfsteingassen und Feldsteinhäusern mit oftmals schön geschmückten Fassaden, die sich um die wuchtige Kirche mit ihrem offenen Glockenturm drängen. In der Hauptstraße gibt es auch ein einfaches Bar-Café.

Zu Füßen des Dorfes wurde 1994 der Agly aufgestaut. Vor dem Bau förderten archäologische Grabungen eine Nekropole aus dem Neolithikum zutage – bereits um  4300 vor Christus haben Menschen hier gelegt. Der Stausee genießt unter Anglern einen exzellenten Ruf, die nachts mit Booten Karpfen fischen. Ebenfalls im Netz landen Regenbogenforellen, Flussbarsch, Döbel, Gründling und Aal.

Fenouillet

530 m hoch liegt am Kreuzpunkt uralter Handelswege dieses Dorf, das nicht nur eine, sondern gleich drei eindrucksvolle Ruinen besitzt: das , das bereits vor 800 errichtet wurde, das Castel Fizel und die Tour de Sabarda.

Fosse

Das Mini-Dorf versteckt sich in einem Hochtal mit herrlichen Ausblicken auf die Berge. Mitten hindurch verlaufen zwei Weitwanderwege – die GR 10 und GR 36.

Lesquerde

Wein, Yoga und Canigou, so könnte man in drei Worten das Bergnest beschreiben, das am Ortseingang einen kleinen Parkplatz für den Paradeblick anlegt hat: der heilige Berg der Katalanen, meist mit einer Schneekappe bekrönt, zeigt sich von dort in seiner ganzen Pracht.

Le Vivier

Als „Lunge des Fenouillèdes“ rühmt sich das Dorf im Schatten der wuchtigen Burgruine. Stolz ist es auch auf seine 600 Jahre alte Buche – zu Fajas d’En Baillette, die sich im Wald von Le Vivier versteckt, führt ein Wanderweg. Das PDF dazu hat das Département Pyrénées-Orientales hier als kostenlosen Download bereit gestellt.

Planèzes

Steigt erst zur Kapelle empor und bewundert sich Aussicht – und im Frühjahr den Blütenteppich. Auf dem Weg zum Dorf schaut euch bei der Cave Coopérative den kleinen Lehrgarten mit den lokalen Weinsorten an. Der Weg zur Kapelle führt direkt daran vorbei.

Nach einem Bummel durch das kleine Dorf folgt der Rue des Rivières vorbei an riesigen Agaven hinab zum Ufer des Agly, das ein Sandweg säumt, an dem Rohr mehrere Meter hoch wächst. Beeindruckend!

Rasiguères

 

Hier locken vor allem kulinarische Genüsse: die moderne, kreative Küche des Relais de Sceaury  und der Rosé der Cave Coopérative.

Saint-Martin-de-Fenouillet

Dort, wo die afro-iberische Platte auf die europäische stößt, findet ihr das kleine Städtchen Saint-Martin. Vor der Auberge de Taïchac beginnt ein rund acht Kilometer langer Rundweg, der zeigt, wie die unterschiedliche Geologie auch Landschaftsform und Flora beeinflusst habt. Vom Sentier des Hauts de Taïchac habt ihr zudem tolle Ausblicke über die Weinberge hin zum Canigou! Auch hierfür gibt es wieder ein Wander-PDF des Départements. Wer länger wandern will, folgt dem GR 36.

Haut-Fenouillèdes

Bis zu 1350 Meter hoch schwingen sich die Gipfel des Haut-Fenouillèdes, den die Flüsse Desix und Matassa begrenzen. Trilla, RabouilletPrats de Sournia und Sournia heißen die Bergnester, die sich hier verstecken, und weniger Einwohner haben, als die Anzahl und Größe der Häuser vermuten lässt.

Trilla

In Trilla sind es noch 58. Einer von ihnen war Vincent Balansa. Geschockt darüber, dass immer mehr Winzer des Ortes dem Wein den Rücken kehrten und alte Carignon -Weinstöcke, die um 1900 gepflanzt worden waren, einfach ausrissen, begann er 2009, sich für den Erhalt der Weinberge in 400-600 Meter Höhe zu engagieren.

Und rettete bereits im ersten Jahr 3,8 Hektar, die den Grundstock seines Bio-Weingutes Domaine de Boria bilden. Unterstützt wird er dabei fast vom ganzen Dorf: 30 engagierten Männern und Frauen, und auch der Bürgermeister packt mit an beim Projet Bio Trilla. Doch 2013 machte er sich plötzlich aus dem Staube…

Doch das Dorf setzt sich weiterhin für die alte Rebkulturen ein – und feiert alljährlich die Fête du Vieux Cépages Anfang März.

Rabouillet

Rinder und Ziegen werden auf den weiten Hochtal-Weiden rund um Rabouillet gezüchtet. 118 Einwohner lebten Anfang 2017 in dem Feldsteindorf, das alljährlich im Sommer ein Dorffest feiert – und im Januar seinen Dorfpatron.

Prats-de-Sournia

Das 74-Einwohner -Dorf feiert am ersten Sonntag im Juni ein großes Dorffest mit Bauernmarkt, Kunsthandwerk, Ausstellungen, gemeinsamer Wanderung, Kinderanimation und Konzert: den Journée du Balcon du Fenouillèdes. Nicht verpassend! Ein schöner Wanderweg folgt als 7,5 km lange Runde den Spuren der Cabane, der typischen Feldseinhäuschen in den Feldern und Weingärten.

Sournia

Sournia eröffnet tolle Ausblicke auf den Canigou. Das lockt Ausflügler ins malerische Örtchen, das sogar ein kleines privates Museum während der Saison öffnet – la Musée de la Vie Quotidienne, Alltagskultur von 1900 bis 1960, gesamt von Myriam Frantz.

Fenouillèdes: meine Reisetipps

Schlemmen

La Maison du Terroir

Pascal Borell machte Maury, bislang berühmt für Wein, auch als Schlemmerziel bekannt. Seit 2013 regieren dort zwei junge Frauen, die ihren Meister längst übertreffen: die Küchenchefin Eve Charrenton und die Sommelière Aude Jan – mit einer Terrine de Foie Gras, die mit den bittersüßen Aromen von Agrumen jongliert, zarten Enten-Tournedos, rotem Gambas-Curry und einer Banoffe zum Dessert, mit der viele Franzosen Kindheitserinnerungen verbinden.
• 2, avenue Jean Jaurès, 66460 Maury, Tel. 04 68 86 28 28, www.restaurantmaisonduterroir.fr

Auberge de Queribus

Robert und Patricia servieren Traditionsküche und katalanische Spezialitäten wie Bollas de picolats und Pareillades Catalanes.
• 93, Avenue Jean Jaurès, 66460 Maury, Tel. 04 68 59 10 26www.facebook.com/aubergedequeribus

Restocave Le Pichenouille

Laurent Vidal ist der charmante wie kundige Patron diese gemütlichen Wein-Bistros, das zugleich Schaufenster der örtlichen Weine ist.
• 33, Avenue Jean Jaurès, 66460 Maury, Tel. 04 68 59 02 18, www.facebook.com/restocavelepichenouille

Le Petit Chou Café

Zwei Briten betreiben an einem kleinen Platz an der D117 dieses charmante Café, das Tagesmenüs, kleine Gerichte, leckere Kuchen und neben Wein auch besten Tee bietet.
• 43, Rue Arago, 66220 Saint-Paul-de-Fenouillet, Tel. 04 68 61 50 52www.lepetitchoucafe.com

Le Pouss‘ Café

Das Terrassenlokal von Béatrice und Thierry Pous ist im Sommer der Treff von Touristen und Einheimischen. Als Bistrot de Pays führt er neben der beliebten Pizza Pouss‘ Café auch lokale Küchenklassiker auf der Karte.
• 8, Place de la République, 66220 Saint-Paul-de-Fenouillet, Tel. 04 68 59 02 58www.bistrotdepays.com

La Fabrique

Schulkantine und Bistrot de Pays mit topfrischer Regionalküche – bei gutem Wetter auch draußen auf der Terrasse. Sehr sympathisch!
• Rue des Écoles, 66720 Latour-de-France, Tel. 04 68 59 41 61www.lafabrique66720.com. Mi. geschl.

La Coq’À l’Ane

Ein wahres Kleinod & allerbeste Bistronomie: nur ein Menü, nur wenig Tische – um die Küche von Morgan van der Horst zu genießen, solltet ihr unbedingt vorab reservieren!
• 1, Place du Marché, 66720 Latour-de-France, Tel. 06 31 47 98 56http://lecoqalane66.wixsite.com/restaurant

Le Relais de Sceaury

Kreativ-moderne Lokalküche mit ausgesprochen gutem Preis-Lesitungsverhältnis, vom Bib Gourmand (Michelin) empfohlen!
• 1, rue due Centre, 66720 Rasiguères, Tel. 04 68 63 33 42, https://restaurant.michelin.fr

Auberge de Sournia

Sandrine und Alain bieten in ihrem Landgasthof auf halbem Weg von Saint-Paul-de-Fenouillet nach Prades auch katalanische Küche – ihre „Picolet“-Hackbällchen mit weißen Bohnen und Tomaten sind ein kulinarischer klassiker des Pays Catalan!
• 4, Route de Prades, 66730 Sournia, Tel. 04 68 97 72 82, www.auberge-sournia.com

Schlafen & schlemmen

Château de Peyralade

Véronique und Xavier Maury laden seit Herbst 2016 zu séjours oenologique / culinare auf ihrem Anwesen im Tal des Agly inmitten von Garrigue und Wein. Die Zimmer, das Essen und die Gastgeber – einfach wunderbar!• Route de Caudiès, 66220 Saint-Paul-de-Fenouillet, Tel. 04 68 28 88 06www.chateaudepeyralade.fr

Hôtel Le Châtelet

Beliebtes Zweisternehaus mit 14 Zimmern, guter Küche und Außenpool etwas außerhalb gelegen inmitten von Weinbergen.
• Km 2, route de Caudiès, 66220 Saint-Paul-de-Fenouillet, Tel. 05 61 05 60 41, www.hotelsaintpauldefenouillet.com

Relais des Corbières

Marie und Eric betreiben dieses gemütliche Familienhotel mit neun Zimmern am Ortsrand von Saint-Paul. Auch die Einheimischen kommen hierher zum Essen in ihr Restaurant „La Garrigue“ – besonders sonnabends nach dem Markt.
• 10 av. Jean-Moulin, Tel. 04 68 59 23 89, www.lerelaisdescorbieres.com

Domaine Riberach

Sternstunden für alle Sinne: im Restaurant „La Coopérative“, im Spa, in den Zimmern.. und der wundervollen Landschaft ringsum mit Wein und Garrigue.
• 2, Route de Caladroy, 66720 Belesta, Tel. 04 68 50 30 10www.riberach.com

Auberge Taïchac

Beliebte Wander-Unterkunft mit Doppelzimmern, zwei Ferienwohnungen und guter Küche am zentralen Dorfplatz. Sie sucht einen neuen Betreiber!
• 66220 Saint-Martin, Tel. 04 68 59 09 54, www.facebook.com/taichac.auberge


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8 Gedanken zu “Fenouillèdes: (noch) ein Geheimtipp

  • Tanja Schreiner

    Das Fenouillet hat uns dieses Wochenende total begeistert. Hinter jeder Ecke kann man etwas Neues entdecken. Die Landschaft ändert sich ständig, so daß wir überall herumkrochen, um nach Blumen und Kräutern zu fahnden. Wir entdeckten wilden Knoblauch, ebenso wie Oregano, Rosmarin und Thymian, neben Knabenkraut, Akelei, Löwenmäulchen und diversen wilden Orchideenarten. Das Schönste ist, daß man hier Kultur, Sport, Natur und Genuß erstklassig miteinander verbinden kann; denn hier findet man eine sagenhafte Blumenwiese, von der man sich nur schwer lösen kann, um gerade noch rechtzeitig vor dem nahenden Gewitter den steilen Anstieg hochzujoggen, die Aussicht zu genießen und sich vorzustellen, wie die Katharer im Mittelalter wohl sehr karg gelebt haben. Zur Belohnung für das Abenteuer gab es hinterher französischen Käse und Wein und Baguette und Muße für eine gepflegte Unterhaltung bis lange nach Miternacht ????

    DANKE Hilke!

  • Claudia Albrecht

    Hallo Hilke, genau an dem Straßenschild habe ich bereits gestanden. Ich hatte eine Tour durch das Languedoc-Roussillon unternommen und war neugierig auf die Umgebung im Landesinneren. Saint-Paul-de-Fenouillet hat mir sehr gut gefallen. Klein und überschaulich, mit einem kommunikativen Marktplatz und sehr freundlichen Einwohnern. Die Ausganglage von St. Paul ist klasse, für Ausflüge in die Berge, Wanderungen oder in die nahen Weinanbaugebiete. Keine 30 Minuten von Perpignan entfernt taucht man in diese abwechslungsreiche Landschaft ein. Der Ort bietet alles was man benötigt und ich habe dort ein Stadtfest erleben dürfen. Recht lebendig ging es auf dem Marktplatz mit Musik und Weinständen zu und an vielen Ständen gab es leckere Köstlichkeiten aus der Umgebung zu probieren. So stelle ich mir französisches Leben vor. Maury hat mir ebenfalls gut gefallen und ein paar edle AOC Tropfen habe ich Vorort probiert, köstlich. Ganz besonders hat mir die wilde Schlucht „Gorges de Galamus“ gefallen und die Eremitage. Die Landschaft ist traumhaft und oft hat man einen freien Blick auf den in der Ferne thronenden Canigou. Was ich sehr empfehlen kann ist ein Ausflug zur Katharerburg Quéribus. Der Aufstieg gleicht einer kleinen Mutprobe, wird aber mit einer traumhaften Aussicht belohnt und gibt den Blick auf weitere Spuren der Katharer frei. Das Gebiet ist sehr geschichtsträchtig. Bei meiner nächsten Fahrt nach Frankreich, werde ich auf jeden Fall wieder Zeit für diesen schönen Landstrich einplanen.

  • Bernardo Peters-Velasquez

    Wunderbar, Hilke. Deine Reisetipps sind Gold wert – abseits vom Mainstream und Touristenströmen, sprich für diejenigen, die Land und Leute kennen (und lieben) lernen wollen. Du hast uns Appetit gemacht, die Gegend um Perpignan einmal näher zu erkunden – es scheint, es gibt dort auch viele tolle Fotomotive

  • Reiner

    Die Kindheitserinnerungen der Franzosen (und der Französinnen!) hätte ich auch gern! Wir sind mit dem Flieger nach Toulouse gekommen und mit dem Mietauto nach einer Stunde im Languedoc gelandet. Dort wurde uns wieder einmal bewusst, dass man von Frankreich im Urlaub niemals genug bekommen wird. So vielfältig und reichhaltig! So historisch und so französisch! Speziell deine Ecke mit Mittelmeer, Pyrenäen, Okzitanien, Nordkatalonien, wie immer sich das bezeichnet: Hinter jeder Ecke tut sich eine Wundertüte auf. „Languedoc“ kannte ich nur von d’Artagnan und Angelique…, deutsche Kindheitslektüre. Ich hatte mein mitgebrachtes Navi aus Versehen auf „kürzeste Entfernung“ gestellt, und so kamen wir wirklich immer tiefer ins Mittelgebirge. Was für Landschaften. Diese Katharerburgen, diese Schluchten…Und diese Dörfer. Mit ihren Weinlagen. In Limoux dann Perlwein zum Confit de canard, in Maury fois gras. Gut, eine Ente möchte ich hier nicht sein, aber ihre Kindheitserinnerungen? Oder ein Wildschein? Doch ja! Ziemlich unbekannt alles hier im deutschen Norden. Und die Verbindungen nach Deutschland sind perfekt. Wir waren früher bereits einmal auf Freundesbesuch kurz in Toulouse, Carcassonne und Andorra, damals noch mit dem Airbus-Versorger aus Finkenwerder, aber den Fenouillèdes hatten wir gar nicht auf dem Zeiger. Weil mein mitgebrachtes Navi auf „kürzeste Entfernung“ eingestellt war, führte es mich über Limoux und Bugarach durch die Gorge de Galamus nach St. Paul, und zurück über den St. Louis-Pass. Was für wunderbare Strecken. Wir müssen wiederkommen Hätten wir doch nur statt drei Wochen im langweiligen Perigord zu verbringen, ein Häuschen im Fenouillèdes gemietet!

  • Sandra

    Die Region ist wahrlich ein Geheimtipp, wenig Tourismus, wunderbares Essen und gerade im Herbst traumhafte Farben! Wir haben bei Veronique und Xavier gewohnt und haben uns „wie Gott in Frankreich“ gefühlt!