Tautavel: Der erste Europäer

Der Mann von Tautavel. Foto: Hilke Maunder
So hat er wohl ausgesehen, der Mann von Tautavel. Foto: Hilke Maunder

Zusammen mit seinen Artgenossen lebte er vor 450.000 Jahren im Schatten des Canigou in den Pyrénées-Orientales von Okzitanien:  der Tautavel-Mensch, der erste Europäer. In der Tiefe der Arago-Höhle, die ihr rund 20 km westlich von Perpignan in den zerfurchten Karstbergen der Corbières findet, wurden wie durch ein Wunder zahlreiche seiner Werkzeuge und anderer Hinterlassenschaften bewahrt.

Ihr findet die Höhle nahe der D9 nördlich von Tautavel oberhalb der Schlucht des Verdouble. Am kostenpflichtigen Parkplatz „Parking de Gouleyrous“ beginnen Wanderwege hin zur Grotte und durch die Schlucht.

Der Nachbau der Cave Arago von Tautavel. Foto: Hilke Maunder

Wer war der Mann von Tautavel?

Ein hervorragendes Museum zum Vorgeschichte stellt das Leben des „l’homme de Tautavel“ im 1992 eröffneten Musée de Tautavel, Centre européen de la Préhistoire auf 1700 Quadratmetern in vielen Facetten vor: mit interaktiven Stelen, Audiobeiträgen, Nachbau der Grotte und illuminierten Dioramen, die das leben in jener Zeit lebendig werden lassen.

Entdeckt wurde der älteste Europäer von Henry de Lumley. Am 22. Juli 1971 untersuchte mit seinem Hund eine Fundstelle mit Tierknochen.

Dabei stieß er auf einen ungewöhnlichen Schädel: denjenigen eines Homo Erectus, wie Lumley ihn aus Afrika kannte, aber noch nie in Europa gefunden hatte.

Wölfe bedrohten einst den Mann von Tautavel. Foto: Hilke Maunder

Rund 20-25 Jahren muss der Mensch der Urzeit alt gewesen sein. Mit 1.100 Kubikzentimetern besaß er ein deutlich größeres Hirnvolumen als sein Vetter Homo Habilis aus Tansania (600 Kubikzentimeter). Bei uns heutigen Menschen beträgt es durchschnittlich 1.450 Kubikzentimeter.

Der Urmensch entdeckt die Sprache

Bei näheren Untersuchungen entdeckte Lumley, dass das Hirn bereits in verschiedene Bereiche aufgeteilt war und sogar ein Sprachzentrum besaß. Der Mann aus Tautavel ging nicht nur aufrecht, sondern konnte auch sprechen. In Gruppen lebte er in den Karsthöhlen der Region, jagte Mufflons, Bisons und Bären und stellte nachts zum Schutz vor Wölfen. Wachen auf.

Der Mann von Tautavel lebt von der Jagd. Foto: Hilke Maunder

Noch immer wird ausgegraben

Seit 40 Jahren wird Caune de l’Arago mittlerweile wissenschaftlich untersucht. 73 menschliche Knochen und viele Steinwerkzeuge kamen bislang zum Vorschein. Doch die Forscher sind längst noch nicht am Grund der Grotte angelangt…

Eine zweite Schau folgt den Spuren der ersten Europäer. Ihr findet diese Ausstellung im Palais des Congrès gleich neben dem kostenlosen Innenstadt-Parkplatz.

Auch die Hotels und Restaurants von Tautavel werben mit dem ersten Europäer. Foto: Hilke Maunder

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In Tautavel erzählen auch die Fassaden Geschichten. Foto: Hilke Maunder

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Das Ortszentrum von Tautavel. Foto: Hilke Maunder
Der Turm von Tautavel. Foto: Hilke Maunder
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