ENTDECKT MORBIHAN
Morbihan ist das einzige Departement der Bretagne mit bretonischem Namen. Sein Namensgeber ist das Mor Bihan, das „kleine Meer“ – ein etwa 20 Kilometer langes und 15 Kilometer breites Binnenmeer, das sich landeinwärts der Baie de Quiberon öffnet.
Das kleine Meer des Atlantiks
Dem Atlantik gelang es einst, in das Innere eines von Flüssen ausgehöhlten Beckens vorzudringen. Bis heute pressen sich seine Fluten bei Gezeitenwechsel mit einer Geschwindigkeit von bis zu elf Knoten (ca. 20 km)durch den goulet, die 35 Meter tiefe und knapp einen Kilometer breite Passage zwischen Port Navalo und der Pointe de Kerpenhir.
Dahinter breitet sich eine flache Lagune aus, übersät mit unzähligen Felsen und 42 Inseln, von denen lediglich 20 dauerhaft bewohnt sind. Hier zeigt die Bretagne ihr mildes, fast südländisches Gesicht: Im Schutz des Golfs ist es sonniger und spürbar wärmer als in der unmittelbaren Umgebung. Mimosen, Kamelien, Feigenbäume und sogar Palmen gedeihen prächtig und wecken fast schon mediterrane Gefühle. Herrschaftliche Landsitze säumen das Ufer, Austernbänke die zerklüftete Küste.

Hochburg der Megalithkultur
Diese natürlichen Vorzüge machten die Golfregion bereits im Neolithikum zum Zentrum einer hoch entwickelten Kultur. Die Mysterien der Megalithik lassen sich im Süden der Bretagne auf Schritt und Tritt entdecken. Weltberühmt sind die rätselhaften Riesensteine von Carnac, die dort kilometerlang in Reih und Glied stehen.
Zusammen mit imposanten Langgräbern und Dolmen belegen sie, dass der Morbihan seit der Vorzeit ein äußerst angenehmer Platz zum Leben und Genießen ist.

Das Département, das im Norden an die Côtes-d’Armor, im Osten an Ille-et-Vilaine und im Süden an Loire-Atlantique grenzt, bietet eine enorme Vielfalt. Ob beim Baden an den feinsandigen Stränden der Rhuys-Halbinsel oder bei einem Bummel durch das mittelalterliche Vannes mit seinen bunten Fachwerkhäusern und der mächtigen Stadtmauer – die Atmosphäre ist stets authentisch und typisch bretonisch. Auch Orte wie Hennebont mit seinem Nationalgestüt, oder die wilde Steilküste von Belle-Île, auf der schon die legendäre Schauspielerin Sarah Bernhardt ihre Sommer verbrachte, solltet ihr bei eurer Landpartie durch den Morbihan einmal besuchen!

Wer die Region mit dem Gaumen erkunden möchte, folgt der Route de l’Huître. An den Austernhütten der ostréiulteurs könnt ihr das maritime Erbe direkt am Wasser verkosten – frisch, salzig und unverfälscht.
Die Legenden von Brocéliande
Im Landesinneren, weit weg von der Gischt des Atlantiks, hütet das Département Morbihan einen weiteren Schatz: den Wald von Paimpont, der in den Artussagen als der magische Wald von Brocéliande bekannt ist. Hier sollen der Zauberer Merlin und die Fee Viviane gelebt haben. Zwischen uralten Eichen und sagenumwobenen Quellen verliert sich die Grenze zwischen Fakt und Fiktion. Bonnes découvertes aim Morbihan!




