Morbihan

Der Hafen von Vannes. Foto: Hilke Maunder
Der Hafen von Vannes. Foto: Hilke Maunder

Morbihan ist das einzige Departement der Bretagne mit bretonischem Namen. Sein Namensgeber war das mor bihan, das kleine Meer – ein 20 Kilometer langes und 15 Kilometer breites Binnenmeer in der Baie de Quiberon.

Ein kraftvoller Ozean schuf es. Dem Atlantik gelang es, in das Innere eines von Flüssen ausgehöhlten Beckens vorzudringen, und bis heute pressen sich seine Fluten bis zu elf Knoten (ca. 20 km) schnell durch den goulet, die 35 Meter tiefe und knapp einen Kilometer breite Passage zwischen dem Port Navalo und der Pointe de Kerpenhir.

Port Louis: Zitadelle bei Ebbe. Foto: Hilke Maunder
Port Louis: die Zitadelle bei Ebbe. Foto: Hilke Maunder

Dahinter öffnet sich eine flache Lagune, übersät mit unzähligen Felsen und 42 Inseln, von denen nur 20 bewohnt sind. Die Bretagne zeigt hier ihr mildes, südliches Gesicht: Am Golf ist es sonniger und deutlich wärmer als in nächster Umgebung. Mimosen, Kamelien, Feigenbäume und Palmen wecken mediterrane Gefühle. Herrschaftliche Landsitze säumen das Ufer, Austernbänke die zerklüftete Küste.

Menhire in Carnac. Foto: Michel Angot / MDLF
Menhire in Carnac. Foto: Michel Angot / MDLF (Atout France)

Die natürlichen Vorzüge machten die Golfregion im Neolithikum zum Zentrum der megalithischen Zivilisation.  Die Mysterien der Megalithkultur lassen sich hier im Süden der Bretagne auf Schritt und Tritt entdecken. 

Das Château de Suscinio, die ehemalige Sommerresidenz der bretonischen Herzöge. Foto: Hilke Maunder
Das Château de Suscinio, die ehemalige Sommerresidenz der bretonischen Herzöge. Foto: Hilke Maunder

Rätselhafte Riesensteine, die in Carnac kilometerlang in Reih und Glied stehen, und imposante Langgräber belegen, dass das Morbihan seit der Vorzeit ein äußerst angenehmer Platz zum Leben und Genießen ist – beim Baden an den Sandstränden der Rhuys-Halbinsel, einem Bummel durch malerische Orte wie Vannes oder Hennebont, Spaziergängen auf den Spuren der Schauspielerin Sarah Bernhardt – oder Austern schlürfen an der Route de l’Huitre.