Spurensuche bei den Sch’tis

Dany Boon (Antoine) und Kad Merad (Philippe) bei der Postrunde... Foto: Pathé Films
Dany Boon (Antoine) und Kad Merad (Philippe) bei der Postrunde... Foto: Pathé Films

Nur wenige Kilometer von der belgischen Grenze entfernt, hat Dany Boon, der Regisseur des Erfolgsfilms Bienvenue chez les Ch’tis* (Willkommen bei den Sch’tis*), seinen Drehort gefunden: das kleine Städtchen Bergues. Bitte nicht mit Berck an der Opalküste verwechseln! Mit mehr als 20 Millionen Kinobesuchern ist die 2008 gedrehte Komödie der bislang erfolgreichste französische Film in Frankreich.

Wehrhaft und flämisch

Von Vauban befestigt und durch und durch flämisch, versteckt sich Bergues sich im Blootland, der weiten, gehölzarmen Küstenmarsch südlich von Dünkirchen. Im Kanal dümpeln Hausboote und lange, flache Schuten, die Transportkähne der Binnenschiffer.

Häuserfassaden am Canal de la Basse-Colme. Foto: Hilke Maunder

Einlass ins historische Herz des 4.000 Seelen-Städtchens gewähren fünf Stadttore mit Schmuckportalen aus Sandstein.Die Häuser aus roten Backstein schmücken ihre  Fenster und Giebel mit hellem Weiß.

In der Taverne Le Breugel serviert der behäbige Patron flämische Spezialitäten wie Pot’je vleelsch, einen Eintopf mit drei hellen Fleischsorten. Und auf der Straße sprechen die Menschen tatsächlich so, die Boon sie in seinem Film portraitiert hat: sympathisch nuschelig.

Info-Tafel des Canal de la Basse-Colme. Hilke Maunder

Auf den Spuren der Sch’tis

Im Schatten des Belfrieds mit seinem beeindruckenden Läutwerk, dessen 50 Glocken alle 15 Minuten den Lauf der Zeit markieren, werden tatsächlich zur Mittagszeit moules frites (Miesmuscheln mit Pommes Frites) serviert, doch die Post… wo ist sie nur?

Fassaden-Detail. Foto: Hilke Maunder

Das verrät während der Saison das Office de Tourisme auf seiner „Sch’tis-Tour„, die in anderthalb Stunden als Rundgang zu den Orten führt, an an denen vom 21. Mai bis 13. Juni 2007 die Komödie gedreht wurden – mit mittlerweile mehr als 20,5 Millionen Zuschauern ist sie der erfolgreichste französische Film aller Zeiten.

Mittagspause in Bergues. Foto: Pathé Films

Die Sch’tis in Paris

Wen wundert es, dass der Erfolgsfilm inzwischen indirekt eine Fortsetzung gefunden hat? Die Sch’ti in Paris*. Auch wieder mit Dany Boon. Aber doch anders.

Der ehemalige Schlachthof. Foto. Hilke Maunder

Im zweiten Sch’tis-Flm hat Boon es nach Paris geschafft und gehört zu den angesagtesten Möbeldesignern der Avantgarde. Er lebt mit seiner eleganten Frau (Laurence Arné) im trendigen Marais in einem durchgestyltes Heim. Eine satirisch überzeichnete, heile Welt der Schickeria der Pariser Bobos.

Bis die Verwandten aus dem Norden ihn besuchen, er von seinem selbst entworfenen Dreibeinstuhl fällt, ohnmächtig wird und das Gedächtnis verliert. Bis er wieder aufwacht und Sch’ti spricht….

Dachlandschaft des städtischen Museums. Foto: Hilke Maunder

Noch mehr Scht’i

Dany Boon verlegte noch einen weiteren Erfolgsfilm ins Land der Scht’i: Rien à déclarer* (Nichts zu verzollen, 2010). Gedreht wurde am franco-belgischen Grenzübergang Hirson.

Der Canal Basse-Come mit dem ehemaligen Schlachthof. Foto: Hilke Maunder

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Das ganze Land

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Drehort von „Nichts zu verzollen“: der Grenzübergang von Hirson. Foto: Hilke Maunder
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