Le Midi – so schmeckt Südfrankreich

Fréderic Lacave mit seiner Gardian(n)e. Foto: Hilke Maunder
Fréderic Lacave mit seiner Gardian(n)e – auch ein Rezept im Buch! Foto: Hilke Maunder

Mitten im dritten Corona-Lockdown kam die Anfrage: Hätte ich Zeit und Lust, einen kulinarischen Reiseführer mit 80 Rezepten zu verfassen?  Trotz der Pandemie-Einschränkungen lockte das Projekt, und auch mein Wunsch-Fotograf war schnell zu überzeugen, war er doch genauso leidenschaftlich am Herd zugange wie im Studio.

Wir sagten zu. Und planten mitten in der Hochsaison des Sommers 2021 die Recherchetour für September. Meine Ansprechpartner in den drei Regionen Nouvelle-Aquitaine, Occitanie und PACA schwankten zwischen Freude und Entsetzen, als sie vom Vorhaben hörten. Ein tolles Projekt, aber so kurzfristig? Und jetzt, mitten in der Pandemie?

Foto: Hilke Maunder
Bester Ziegenkäse, handgemacht von einem dichtenden Bauern: Auf dem Wochenmarkt von Saint-Tropez trafen wir Loïc de Saleneuve. Foto: Hilke Maunder

Doch ich ließ nicht locker, plante, verhandelte – und fand bei den Tourismusbüros Partner, die etwas bewegen wollten, Kontakte herstellten, uns ihre Heimat zeigten – und ein Bett spendierten. Wir fanden engagierte Köche, die aus innerster Überzeugung tief in ihrer Region verwurzelt waren, Produzenten, die Lust hatten, von ihrer Arbeit zu berichten – und starteten. Wer jetzt aber glaubt, wir hätten vier Wochen lang geschlemmt, irrt.

Die Köche kochten traumhafte Gerichte. Doch für das Foto musste, damit die Farben erhalten blieben, alles halbgar bleiben. Pro Termin hatte der Fotograf nur ein bis zwei Stunden Zeit, dann wurde abgeräumt und der nächste Koch aufgesucht. Mehr als ein Testlöffel war häufig nicht drin. So gab es Erdnüsse im Auto, Kaffee unterwegs, einen schnellen Salat oder ein Sandwich auf die Hand.

Doch dann und wann wurden wir tatsächlich richtig verwöhnt. Wie in der Maison de la Tour von Avignon oder bei Pascal Arcé im Baskenland, der uns stolz sein neues Kochbuch zeigte. Mitunter wunderte sich der Fotograf, welche Ziele ich ansteuerte. Beispielsweise in den Cevennen, wo ich Kurve und Kurve tiefer in völlig isolierte Täler eindrang und schließlich am späten Nachmittag in Saint-Martial Halt machte.

Ah, die Zwiebel, werden einige von euch jetzt kombinieren. Und tatsächlich: In einem Hinterzimmer, per Zufall entdeckt, säuberten Vater und Sohn noch die letzten oignons doux aus eigener Ernte von Erde und Schalenresten. Begegnungen wie diese haben sich mir ins Gedächtnis eingebrannt und mich beim Schreiben begleitet.

Foto-Shooting in Bidart. Foto: Hilke Maunder
Foto-Shooting im baskischen Bidart. Foto: Hilke Maunder

Denn dieses Buch möchte mehr sein als ein weiteres Kochbuch mit 80 Rezepten. Es ist eine Hommage an all jene Franzosen des Midi, die sich gegen die Uniformisierung der Küchen stemmen und stolz sind auf ihre terroirs: vom Weinberg bis zur Zwiebelterrasse, vom Zitronenhain bis zu den Hochalmen der Pyrenäen, wo Rind und Schaf, Esel und Pferd seit Jahrtausenden halbwild weiden.

Le Midi : Ich hoffe, schon beim erstes Blättern im Buch könnt ihr das südfranzösische savoir-vivre spüren. Viel Spaß beim Nachreisen, nacherleben und nachkochen!

Le Midi: die Leseprobe

Le Midi*: das Buch

80 echte, authentische Speisen habe ich bei meiner kulinarischen Landpartie durch den Süden von Frankreich entdeckt. Zwischen Arcachon, Hendaye und Menton schaute ich den Köchen dort in die Töpfe, besuchte Bauern, kleine Manufakturen, Winzer und andere lokale Erzeuger.

Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Müller reiste ich wochenlang durch meine Wahlheimat und machte mich auf die Suche nach den besten Rezepten und typischsten Spezialitäten der südfranzösischen Küche.  Vereint sind sie auf den 224 Seiten meines Reise-Kochbuchs Le Midi.

Ihr findet darin 80 Rezepte von der Vorspeise bis zum Dessert, Produzentenportaits, Hintergrund zu Wein und Craftbeer, Themenspecials zu Transhumanz und Meer – und viele Tipps, Genuss à la Midi vor Ort zu erleben. Wer mag, kann meine 80 Sehnsuchtsrezepte aus Südfrankreich hier* online bestellen.

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10 Kommentare

  1. Liebe Hilke,
    wieder einmal eine tolle Mail, insbesondere mit dem Rezept für die Tarte de tomates anciennes. Wenn unsere Tomaten im Garten reif sind, wir sofort nachgebacken.
    Das Buch habe ich mir direkt bei Amazon (natürlich über den *)bestellt.
    Das kommt in mein Wohnmobil, für unterwegs, da es in der ersten Juliwoche wieder los geht. Zuerst in die Nähe von Bordeaux an den Atlantik, und dann weiter Richtung Cevennen.
    Danke für Ihre immer schönen Artikel.
    Franz-Josef

    • Lieber Franz-Josef, merci – das freut mich sehr! Ich wünsche Dir eine wundervolle Reise mit dem Wohnmobil! Auf der Startseite von Mein Frankreich findest Du eine Landkarte, die Du zoomen kannst. Sie zeigt alle Orte und Ecken in Frankreich, die ich vorgestellt habe. Vielleicht findest Du da ja noch den einen oder andren Tipp für Deine Reise!
      Herzliche Grüße! Hilke

  2. Liebe Frau Maunder
    Als absolute Frankophilin und Hobbyköchin ist LE MIDI das allerallerbeste Frankreichkochbuch, was ich seit langer Zeit in die Hände bekommen habe. Ich habe das Buch gestern erhalten. Und heute wird daraus gekocht! Dieses Buch toppt alles, in jeder Hinsicht.
    Ein grosses Kompliment auch für all Ihre anderen Ausgaben, die ich selbstverständlich auch gekauft habe.
    Wenn Hilke Maunder auf dem Buchdeckel steht, ist höchste Qualität garantiert. Von Ihrem Blog ganz zu schweigen. Dass Sie dafür prämiert wurden, wundert nicht. Von mir bekämen Sie ganz viele Goldmedaillen.

    Und auf das neue Roadtrip Buch warte ich gespannt. Weil ich nächstes Jahr einen solchen vorhabe.
    Ich danke Ihnen herzlich, für all die „Mühen“ und Einsätze, um uns Leser*innen Frankreich, auch ausserhalb der Trampelpfade, näherzubringen.

    Bien à vous und sonnige Grüsse

    • Liebe Frau Delombard, oh, wie schön, dass freut mich! Es steckt enorm viel Arbeit im Buch, aber auch echtes Herzblut und ganz viel Liebe zu einem Land, das zweite Heimat wurde – und mich jeden Tag glücklich sein lässt. Frohes Nachkochen!

  3. Liebe Hilke, was für ein wunderbares Buch! Schon beim ersten Blättern bekam ich Appetit und Lust zum Nachkochen. Man spürt Deine Liebe zum Land und zu den authentischen Menschen, die mit Herzblut ihre Produkte herstellen. Wie schön, dass Ihr die langen Wege auf Euch genommen und sie besucht habt. Und uns die Infos und Adressen mitgebt. Besonders gefreut habe ich mich, dass auch die herrlichen Croquants de Saint-Paul de Fenouillet im Buch sind. Im August kann ich sie wieder backfrisch kaufen.
    Ich freu mich auf’s Nachkochen und auf’s Verschenken an Frankreich-Liebhaber.
    Bis August, liebe Hilke!!!

    • Liebe Petra, wie schön, dass es Dir gefällt! Und es wird sogar einen Nachfolgeband geben – Burgund! Am 18. Juni starte ich dort zur Recherche.
      Herzliche Grüße in meine einstige Lieblingsredaktion! Hilke

  4. Ein wirklich tolles Projekt! Bravo!
    Die Produzenten Frankreichs verdienen all unseren Respekt und Unterstützung (abgesehen davon ist es einfach köstlich). Deshalb finde ich es toll, dass diese einen besonderen Platz in diesem Kochbuch erhalten haben! Merci pour eux

    • Liebe Sarah, merci, wie schön, dass Dir mein Herzblutprojekt gefällt! Wir sind bereits dabei, am zweiten Band zu arbeiten – diesmal geht es um Burgund.
      Bises von unterwegs! Hilke

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