ENTDECKT
Seine-et-Marne
Östlich von Paris erstreckt sich ein Département, das wie kein zweites eine Brücke schlägt zwischen dem städtischen Trubel der Hauptstadtregione und der ländlichen Weite von la France profond e: Seine-et-Marne. Wie bei der Neuordnung der Départements nach der Französischen Revolution erhielt auch das Gebiet mit der Ordnungsnummer 77, der neuen rationalen Logik folgend, den Namen seiner beiden prägenden Wasserwege.
Seine-et-Marne st das flächenmäßig größte Département der Region Île-de-France und hält einen einsamen Rekord: Es grenzt an zehn Nachbardépartements in fünf verschiedenen Regionen: Seine-Saint-Denis, Val-de-Marne, Essonne, Val-d’Oise (Île de-France), Aisne, Oise (Hauts-de-France), Marne, Aube (Grand East), Yonne (Burgund) und Loiret (Pays de la Loire).
Melun: eine Insel als Wiege
Die Hauptstadt des Département Seine-et-Marne, Melun, wurzelt im keltischen Melodunum und teilt seine Entstehungsgeschichte mit Paris: Auch sie wurde strategisch günstig auf einer Insel in der Seine gegründet. Und auch hier erhebt sich auf der Seine-Insel eine Liebfrauenkirche: die Collégiale Notre-Dame. Wenige Schritte davon entfernt beherbergte ein berüchtigtes Gefängnis büber die Jahrhunderte prominente Insassen, darunter bereits im 15. Jahrhundert den vagabundierenden Dichter François Villon.

Prunkstücke der Baukunst
IIn der Umgebung von Melun könnt ihr zwei der berühmtesten Schlösser Frankreichs besichtigen. Nur sechs Kilometer nordöstlich liegt das Château de Vaux-le-Vicomte. Dieses Meisterwerk des französischen Barocks war so prächtig, dass es den Neid Sonnenkönig Ludwigs XIV. erregte und als direktes Vorbild für Versailles diente.
Etwas weiter südlich erstreckt sich das Château de Fontainebleau. Über acht Jahrhunderte hinweg war es die Residenz französischer Monarchen, doch keine Figur ist so eng mit seinen Mauern verknüpft wie der erste Kaiser Napoleon Bonaparte, der es als sein „wahres Zuhause“ bezeichnete. Das Schloss geht nahtlos in die Forêt de Fontainebleau über. Dieser weitläufige Wald ist mit seinen riesigen Sandsteinfelsen inmitten der Bäume heute ein Mekka für Boulder-Kletterer aus aller Welt.
Einen ganz anderen Reiz bietet die Vallée du Grand Morin. Hier, im sanften Licht der Flusslandschaft, stellten einst die Impressionisten ihre Staffeleien auf, um die flüchtigen Momente der Natur einzufangen.
Provins: ab ins Mittelalter

Ein Spaziergang durch Provins gleicht einer Zeitreise durchs Mittelalter. Provins gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und beeindruckt durch ihre gewaltige, gut erhaltene Stadtmauer, geheimnisvolle Souterrains (unterirdische Gänge) und farbenprächtige Mittelalterfestspiele.
Auch die Stadt Meaux ist einen Besuch wert – nicht nur wegen ihrer Kathedrale, sondern auch für Geschichtsinteressierte, die im Musée de la Grande Guerre eines der bedeutendsten Museen zum Ersten Weltkrieg finden.
Bei Mickey und Minnie in Marne-la-Vallée

Der Besuchermagnet des Départements Seine-et-Marne ist Disneyland Paris in Marne-la-Vallée. Jedes Jahr pilgern Millionen Menschen in diesen bunten Kosmos des US-amerikanischen Unterhaltungskonzerns, um Mickey Mouse und seinen Gefährten zu begegnen – ein wirtschaftliches Schwergewicht, das das Gesicht des Départements nachhaltig verändert hat. Nur wenige Kilometer entfernt können sie in den Villages Nature Paris mit der Familien nachhaltige Ferien verbringen.

Die Heimat des Brie
Im Département Seine-et-Marne ist der Käse eine Staatsangelegenheit. Hier ist die Heimat des echten Brie de Meaux , des des Brie de Melun und des kaum bekannten Brie de Provins. Während der Brie de Meaux oft als „König der Käse“ bezeichnet wird und durch sein mildes, nussiges Aroma besticht, ist der Brie de Melun kleiner, kräftiger und salziger. Wer es süß mag, sollte die Niflettes probieren – kleine Blätterteigpastetchen mit Konditorcreme, die traditionell zu Allerheiligen in Provins gereicht werden. Dazu passt hervorragend ein lokaler Apfelwein aus dem Pays de Brie.







