ENTDECKT
Yvelines

Das Département Yvelines ist das herrschaftliche Herz der Île-de-France. Es entstand 1968 bei der administrativen Neuordnung des Ballungsraums Paris, als das riesige Département Seine-et-Oise aufgeteilt wurde. Dabei „erbte“ Yvelines die alte Ordnungsnummer 78, weshalb es heute – genau wie der Val-de-Marne – aus der alphabetischen Reihenfolge der französischen Départements ausschert. Auf 2.284 Quadratkilometern grenzt es an Hauts-de-Seine, Essonne, Val-d’Oise, Eure sowie Eure-et-Loir und bildet den prunkvollen grünen Gürtel im Westen der Hauptstadt Paris.

Der Name des Départements ist eine Hommage an die Natur: Er leitet sich von der Yveline ab, der historischen Bezeichnung für den gewaltigen Wald von Rambouillet. Noch heute bedecken dichte Forste etwa ein Drittel des Departements Yvelines. Zu den bekanntesten Wäldern zählen die Forêt de Rambouillet, die Forêt de Marly und die Forêt de Meudon.

Versailles: das Monument des Absolutismus

Eingebettet darin sind weltberühmte Schlösser wie das Château de Versailles. Als der Sonnenkönig Ludwig XIV. das ehemalige Jagdschloss seines Vaters erbteund in den prachtvollsten Palast Europas verwandelte, schuf er ein Symbol für absolute Macht. Mit dem Spiegelsaal, den opulenten Staatsgemächern und den von André Le Nôtre entworfenen Gärten wurde Versailles zum Vorbild für Barockschlösser weltweit. Zum Ensemble gehört auch das charmante Hameau de la Reine, ein künstliches Bauerndorf, in das sich Marie-Antoinette vor der Etikette des Hofes flüchtete. Seit 1979 ist die Anlage als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Reich der Residenzen

Yvelines beherbergt eine Dichte an Schlössern, die ihresgleichen sucht. Das Schloss Rambouillet blickt auf eine besonders bewegte Geschichte zurück: 1547 verstarb hier König Franz I. In der Neuzeit diente es von 1896 bis 2009 als offizielle Sommerresidenz der französischen Präsidenten.

In Saint-Germain-en-Laye thront das gleichnamige Schloss über der Seine. Es war nicht nur Geburtsort von Ludwig XIV., sondern beherbergt heute auch das Musée d’Archéologie Nationale, das Schätze von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter bewahrt. Die benachbarte Kathedrale von Saint-Germain-en-Laye sowie die weitläufige Schlossterrasse, die einen Panoramablick bis nach Paris bietet, sind besonders im Sommer Besuchermagnete.

Naturoasen vor den Toren der Stadt

Trotz der Nähe der Hauptstadt ist Yvelines ein sehr grünes Département. Im Südwesten erstreckt sich der Parc naturel régional de la Haute-Vallée de Chevreuse . Dieses Schutzgebiet am Oberlauf der Yvette ist ein Mosaik aus Heideflächen, Feuchtwiesen und alten Wäldern. Hier könnt ihr herrlich wandern und radeln – und unterwegs historische Abteien wie Port-Royal des Champs oder trutzige Burgen wie das Château de la Madeleine entdecken.

Die Heimat des Paris-Brest

Die Verbindung zum Hofe spiegelt sich auch in der Kulinarik wider. In Neauphle-le-Château wird seit Generationen der weltberühmte Orangenlikör Grand Marnier hergestellt. Historisch beliefert der Landstrich den königlichen Tisch – mit Spargel aus Argenteuil und den saftigen Birnen und Äpfel aus den Obstgärten im Tal der Seine, Pierre Giffard, Initiator des Radrennens Paris–Brest–Paris, beauftragte im Jahr 1909 einen Konditor im Département Yveline, ein Gebäck in Fahrradreifenform als Sportwerbung zu kreiieren.

Louis Durand  erfand in Maisons-Laffitte den Paris-Brest. Seine Ringform aus Brandteig symbolisiert ein Rad, das energiereich befüllt wurde – mit einer Praliné-Mousseline aus Mandeln und Haselnüsse. Bestreut mit Mandelblättchen und Puderzucker, ist heute diesess Küchlein unter den Desserts einer der großen, bekannten Klassiker.

Meine Artikel aus dem Département Yvelines