Der Südflügel zur Gartenseite des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
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Château de Versailles: gebaute Macht

Es ist das berühmteste „Haus“ von Frankreich, Symbol des Absolutismus und eine der größten royalen Residenzen der Welt: das Château de Versailles. 2023/2024 feierte das Schloss, das seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe ist, seinen 400. Geburtstag mit der umfassenden Restaurierung der königlichen Wohnräume. 2025 war erstmals die Schlosskapelle wieder eröffnet.

Das Château de Versailles ist eine Dauerbaustelle, ständig wird renoviert und restauriert. Allein zwei Millionen Euro verschlangen die Arbeiten an der grille d’honneur, dem königlichen Tor des Schlosses von Versailles, das nach zweijähriger Restaurierung im Juni 2008 wieder aufgebaut und eingeweiht wurde.

Die grille d'honneur von Schloss Versailles
Die grille d’honneur des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Inszenierte Macht

Was für ein verschwenderischer Glanz, was für geniale Wasserspiele, welch eine Gartenarchitektur: Mit dem Château de Versailles hat Ludwig XIV. 20 Kilometer südwestlich von Paris eine opulente barocke Residenz hinterlassen, die Vorbild wurde für viele Königsschlösser.

Mehr als drei Millionen Touristen besuchen jährlich das Schloss, das bis heute Frankreichs Herrscher zur Inszenierung von Staat und Macht nutzen.

Die Schlange vor der Tageskasse des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Die Schlange vor der Tageskasse des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Paradebau des Barock

Das ursprünglich kleine Jagdschloss Ludwig XIII. von Versailles verwandelte sein Sohn ab 1661 fast 50 Jahre später in ein Märchenpalais der Superlative: glanzvolles Symbol des Absolutismus, Paradebau des Hochbarocks – und Ausdruck einer Gigantomanie, die Frankreich in den Ruin trieb.

Das Musée de l'Histoire de France des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Das Musée de l’Histoire de France des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Zuständig für den Ausbau war der Architekt Louis Le Vau, der den Vorgängerbau nicht abreißen ließ, sondern geschickt ummantelte. 18 Jahre später übernahm Jules Hardouin-Mansart das Projekt.

Die Innenausstattung schuf Charles Le Brun. Garten und Park gestaltete André Le Nôtre. Wie teuer der Riesenbau war, verraten die Rechnungen, die komplett erhalten sind: 25.386 Livres, rund 100 Millionen Euro. 36.000 Menschen und 6.000 Pferde wirkten am Bau mit. Nichts wurde in Versailles dem Zufall überlassen. Alles wurde genau geplant.

Spiegel der Hierarchie

Seine Architektur spiegelt die absolutistische Hierarchie wider. Im zentralen Mitteltrakt des Château de Versailles lebte der König, in den Seitenflügeln der Adel – hochgestellte Aristokraten zum Garten, niederer Adel zur Stadt. Von den 10.000 Bediensteten wohnte rund die Hälfte im Schloss, der Rest in der Stadt.

Abgeschottet war der Palast damals nicht: Der Sonnenkönig inszenierte sein Leben nicht nur für den Adel, sondern auch für Untertanen und Besucher. Marie-Antoinette soll bei der Geburt eines ihrer Kinder angesichts der vielen Schaulustigen vor Aufregung fast gestorben sein.

Geschichtsreiche Stätte

Die Nachfolger Ludwigs XIV. haben nur wenig verändert. Die Rokokogemächer und das klassizistische Kleine Trianon gab Ludwig XV. in Auftrag. Ludwig XV. und Ludwig XVI. veranlassten die Erweiterung des Parks.

Als die Revolution Ludwig XVI. 1789 zur Rückkehr nach  Paris zwang, verlor Versailles seine Bedeutung, bis es deutsch-französische Geschichte schrieb.

Im Krieg 1870/71 war das Schloss vom 5. Oktober 1870 bis 6. März 1871 Hauptquartier der deutschen Armee; am 18. Jan. 1871 wurde im Spiegelsaal das Deutsche Reich proklamiert, am 28. Juni 1919 der Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet. Bis 2020 wurde das Gesamtkunstwerk Versailles, das seit 1979 UNESCO-Weltkulturerbe ist, restauriert.

Vom Jagdschloss zur Sonnenpalast

Das Reiterstandbild für Ludwig XIV. auf der Place d'Armes des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Das Reiterstandbild für Ludwig XIV. auf der Place d’Armes des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Die Place d’Armes geht über in die immense Cour d’Honneur mit dem Reiterstandbild Ludwigs XIV. von 1835. Hinter dem vergoldeten Gitterzaun liegt sie, die einst der königlichen Familie vorbehalten war. Den Marmorhof mit schwarz-weiß Kacheln aus dem Château Vaux-le-Vicomte hatte Ludwig XIII 1623 für sein Jagdschloss anlegen lassen, das ihn u-förmig umfasst – die königlichen Privatgemächer lagen im ersten Stock.

Le Vau legte um das U einen zweiten Gebäudering mit den Wohnräumen der Thronfolger und Thronfolgerinnen im Erdgeschoss und großen Appartements im ersten Stock. Mansart fügte den Spiegelsaal, Nord- und Südflügel hinzu. Zur Stadt hin misst die Schlossfront 700 Meter, zur Gartenseite 580 Meter. 2000 Räume birgt das Innere! Schlosskapelle und Oper vollenden den Prachtbau.

Die Galeries des Batailles

Der Blick entlang des Südflügels vom Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Der Blick entlang des Südflügels vom Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Erst im 19. Jahrhundert wurde die 120 Meter lange Schlachtengalerie im Südflügel von Frédéric Nepveu im Auftrag von Bürgerkönig Louis Philippe angelegt.

Er machte Versailles zum „Museum für alle“ – und ließ hier die wichtigsten Werke zum Ruhme Frankreichs ausstellen: Gemälde und Büsten berühmter Heerführer. Das Gemälde „Die Krönung Napoleons und der Kaiserin Joséphine“ von Jacques-Louis David gab dem Krönungssaal seinen Namen.

Château de Versailles: Nach seiner eigenen Krönung krönt Napoleon seine Gattin Josephine zur Kaiserin. Foto: Hilke Maunder
Nach seiner eigenen Krönung krönt Napoleon seine Gattin Josephine zur Kaiserin, zeigt dieses Gemälde im Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Die Appartements de la Reine

Vielfarbiger Marmor und vergoldete Bronzereliefs schmücken das Treppenhaus zu den Prunkgemächern der Königin, die mit dem Gardesaal der Königin ( Salle des Gardes de la Reine ) beginnen.

Im Vorzimmer der Königin ( Antichambre de la Reine ) warteten die Besucher, bis sie von der Königin im Schlafzimmer oder dem Audienzsaal ( Salon de la Reine ) empfangen wurden.

Drei Königinnen und zwei Thronfolgerinnen Frankreichs bewohnten die Chambre de la Reine und gebaren hier 19 Prinzen und Prinzessinnen. Vom Schlafzimmer der Königinakommt ihr in ihre Privatgemächer, die Petits Appartements de la Reine (1770 – 1781). Nach jahrelanger Restaurierung sind die hinter dem Schlafzimmer liegenden Privatgemächer, die Cabinets intérieurs, wieder ugänglich.

Der Salon de la Paix

Der Salon des Friedens wurde 1680 1686 als Gegenstück zum Salon des Krieges auf der anderen Seite der Spiegelgalerie des Château de Versailles ausgeführt. Das Deckengemälde von Le Brun zeigt Frankreich als Friedensbringer, das Kaminbild von Lemoyne Ludwig XVI. als 17-Jährigen.

Die Galerie des Glaces

1678 beschloss Ludwig XIV. den Bau einer Galerie, die beide Salons des Château de Versailles verbinden und mit monumentalen Deckengemälden die ersten 17 Regierungsjahre des Königs von der Machtübername 1661 bis zum Frieden von Nimwegen 1678 feiern sollte.

Die Zahl 17 gliedert auch den Bau des weltberühmten Spiegelsaals. 17 Fenster öffnen sich zum Garten, deren Licht 17 gegenüberliegende Spiegel reflektieren. Was für eine Raumwirkung, die Mansart für die 73 Meter lange, 10,50 Meter breite und 12,30 Meter hohe Galerie mit 357 Spiegeln ersonnen hatte!

Le Brun, der Direktor der staatlichen Gobelin-Manufakturen, entwarf die Inneneinrichtung. Früher fanden nur selten Festlichkeiten im Prunksaal statt. Meist wurde die Galerie als Durchgangsraum zwischen den Gemächern des Königs und der Königin genutzt, in dem die Höflinge ihre Aufwartung machten. Heute könnt ihr die Magie dieses besonderen Ortes bei den Fêtes Galantes im Mai und den Sérenades Royales von Juni bis September erleben.

Der Marmor ist nicht aus Stein, sondern gemalt. Foto: Hilke Maunder
Der Marmor ist nicht aus Stein, sondern gemalt. Foto: Hilke Maunder

Die Chambre du Roi

1701 ließ Ludwig XIV. sein Schlafgemach genau dort einrichten, wo ihn die Sonne als ersten begrüßen konnte. Morgens (Lever du Roi) und abends (Coucher du Roi) hielt seine Majestät hier seine berühmten Audienzen ab. Am 1. September 1715 verstarb hier der Sonnenkönig.

Zwischen Schlafgemach und Spiegelgalerie wurde 1755 unter Ludwig XV. der Cabinet du Conseil eingerichtet. Das Beratungskabinett war auch unter Ludwig XV. Mittelpunkt des politischen Lebens im alten Frankreich und fasste alle wichtigen Staatsbeschlüsse. Vom Zimmer des Staatsrates aus sind die Privatgemächer Ludwig XV. zugänglich, der dort am 10. Mai 1774 verstarb. Staatsrat und Schlafgemach Ludwigs XV. gelten als Meisterwerke des Rokoko.

Ludwig XIV. im Hermelinmantel. Foto: Hilke Maunder
Ludwig XIV. im Hermelinmantel. Foto: Hilke Maunder

Die Grands Appartements

In den acht großen Gemächern des Königs spielte sich das öffentliche Leben ab. Ab 1678 bis zum Tod des Sonnenkönigs wurden hier immer  montags, mittwochs und donnerstags von 19 bis 22 Uhr die soirées de l’appartement zelebriert. Dort tanzte, spielte, speiste und musizierte dann der Hof. Der Thronsaal Ludwigs XIV. ist dem Gott Apollo gewidmet. Seine Wandbespannung wechselte mit den Jahreszeiten.

Wo heute der aus Goldfäden gewirkte Gobelin eine Allegorie des Feuers zeigt, stand bis 1689 der 2,60 Meter hohe Silberthron. Dann wurde er, wie das gesamte restliche Silbermobiliar des Schlosses, zur Finanzierung eines Krieges eingeschmolzen und durch einen vergoldeten Holzsessel ersetzt. König-Portraits schmücken die Wände: über dem Kamin Ludwig XIV. im Hermelinmantel, gegenüber Ludwig XVI.

Im Potager du Roi wird heute der staatliche Gärtnernachwuchs ausgebildet. Foto: Hilke Maunder
Im Potager du Roi wird heute der Gärtnernachwuchs ausgebildet. Foto: Hilke Maunder

Der Potager du Roi

Versorgt wurde das Château de Versailles ganz bio und nachhaltig.  Fünf Jahre brauchte Jean Baptiste de La Quintinie, um von 1678 bis 1683 schweres Marschland in den neun Hektar großen Küchengarten des Sonnenkönigs zu verwandeln. Um an Spalieren und in 30 Gärten das ganze Jahr hindurch frisches Obst und Gemüse für den Hof zu züchten, experimentierte La Quintinie erfolgreich, brachte Früchte früher zur Reife und schaffte es, dass selbst Exoten in Versailles gediehen.

Heute liefern die 20 Gärten 50 Tonnen Obst und 20 Tonnen Gemüse. Vor allem alte Sorten des 17. bis 19. Jahrhunderts werden angebaut.  Versorgt euch mit diesen köstlichen Sorten in der Boutique des Potager du Roi ! Theorie und Praxis der Gartenarbeit vermitteln Kurse, die von der Gartenplanung bis zum Obstbaumschnitt, von Heil- und Duftpflanzen bis zur Kunst des Blumensteckens lauter grüne Aspekte aufgreifen.

Der Parc de Versailles

Wo einst Mücken Ludwig XIII. bei der Jagd umschwirrten, schuf André Le Nôtre (1613 – 1700) nach den Tuilerien und dem Schlosspark von Vaux-le-Vicomte sein Meisterstück: den 815 Hektar großen Park des Château de Versailles .

Einst umgab ihn eine 44 Kilometer lange Mauer. Le Nôtre ließ das Sumpfland trockenlegen, Hügel abtragen, andere aufschütten, das Gelände in strenger Symmetrie ordnen und natürlichen Wuchs in geometrische Formen bändigen.

Jede Baumallee, jedes Beet, jeder Brunnen reflektierte das Ideal des Absolutismus, göttergleicher Schöpfer zu sein. Das monumentale Schloss symbolisiert die absolute Macht des Monarchen über die Menschen, der Park ist Sinnbild des Sonnenkönigs als Bezwinger der Natur.

Schloss Versailles, Parterre d'Eau im Barockgarten mit einer reich dekorierten Vase. Foto: Hilke Maunder
Der Parterre d’Eau im Barockgarten des Château de Versailles mit einer reich dekorierten Vase. Foto: Hilke Maunder

Den französischen Gärten von Le Nôtre wurden im 18. Jahrhundert  englische Gärten neben dem Petit Trianon hinzugefügt. Es waren Anlagen „unverfälschter“ Natur mit der Möglichkeit, im Musterdorf Hameau de Marie-Antoinette „echtes“ Landleben zu mimen.

Die Trianonschlösser mit ihren Gärten waren der einzige private Bereich der Könige in Versailles, im übrigen Park und im Schloss waren sie, wie alle Angehörigen des Hofes, den Regeln der Etikette und der Repräsentation unterworfen.

Wasserspiel vor dem Südflügel des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Wasserspiel vor dem Südflügel des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Die Terrasses & Parterres

Vor der Gartenfassade des Palastes legte Le Nôtre eine breite Terrasse an, die vier Bronzestatuen von Bacchus, Apollo, Antonius und einem Silen trägt sowie zwei Marmorvasen mit Reliefs des Türkenkrieges und der Friedensschlüsse von Aachen und Nimwegen von Antoine Coysevox. Einige Stufen hinab folgten die Parterres.

Mit ornamentalen Rasenflächen, Buchsbäumen, Bronze- und Marmorvasen sowie Skulpturen aufs Prächtigste gestaltet, dienten sie dazu, den Adel beim Blick aus der Bel Étage zu erfreuen. Sie bilden zugleich den Übergang zu den Wasserbassins.

Der Blick vom Neptunbrunnen auf das Schloss von Versailles. Foto: Hilke Maunder
Der Blick vom Neptunbrunnen auf das Schloss von Versailles. Foto: Hilke Maunder

Brunnen & Becken

Das Wasser-Parterre schmückte Charles Le Brun mit 24 Bronzestatuen. Sie zeigen Frankreichs wichtigste Flüsse, acht Nymphen und acht Kindergruppen. Über den fünf Becken des Parterre de Latone flüchtet Leto (lat. Latona), die Geliebte des Zeus, mit ihren Kindern Diana und Apollo vor den bösen Bauern Lykiens.

Die Südachse endet an der Orangerie (1684 – 1686) und dem dahinter liegenden See Pièces d’Eau des Suisses, das die königliche Schweizer Garde anlegte. Das Ende der Nordachse markiert das Bassin de Neptune. Die Brunnenskulpturen (1740) zeigen Neptun mit dem Dreizack und seine Gemahlin Amphitrite mit dem Zepter, flankiert von Okeanos auf einem Einhorn und Proteus mit Meerestieren.

Die Allegorie der Seine vor dem Corps de Logis, dem Mittelbau vom Parterre d'Eau des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Die Allegorie der Seine vor dem Corps de Logis, dem Mittelbau vom Parterre d’Eau des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Der Grand Canal

Zu Zeiten Ludwigs XIV. wurde der kreuzförmige „Große Kanal“ von goldenen Gondeln befahren, die ein Geschenk der Republik Venedig waren. Heute können ihr hier Ruderboote ausleihen oder die Fische füttern, die gierig nach Futter schnappen.

Königlicher Spaß: Ruderboot fahren im Schlosspark des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Königlicher Spaß: Ruderboot fahren im Schlosspark des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Der Grand & Petit Trianon

Um ganz privat leben zu können, ließ Ludwig XIV. sich von Mansart und Robert de Cotte zwischen 1678 und 1688 ein zweites, privates Schloss errichten. Im Grand Trianon war ein Flügel ihm, der andere seiner Mätresse, Madame de Maintenon, vorbehalten.

Das Kleine Trianonschloss wurde 1763 – 1767 von Gabriel für Madame du Barry, Favoritin Ludwigs XV., erbaut. Ludwig XVI. schenkte es später Königin Marie-Antoinette.

Schloss Versailles, Kleines Trianon. Foto: Hilke Maunder
Das Kleine Trianon des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Im Großen Trianon des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder
Im Großen Trianon des Château de Versailles. Foto: Hilke Maunder

Der Hameau de la Reine (Domaine de Marie-Antoinette)

Marie-Antoinette fühlte sich im Schloss unwohl, litt unter dem Druck der höfischen Etikette, dem Getuschel, Gerede, den Intrigen. Sie zog sich ins Kleine Trianon zurück und ließ für sich und ihre Kinder in nächster Nähe einen englischen Garten samt Miniaturdorf mit Bauernhof, Molkerei, Mühle und Taubenhaus anlegen: den Weiler der Königin. Besonders Asiaten lieben das ländliche Ambiente als Kulisse für Hochzeitsfotos!

Der Hameau de la Reine des Château de Versailles ist bei Hochzeitspaaren ein beliebtes Motiv für das offizielle Erinnerungsbild. Foto: Hilke Maunder
Der Hameau de la Reine des Château de Versailles ist bei Hochzeitspaaren ein beliebtes Motiv für das offizielle Erinnerungsbild. Foto: Hilke Maunder

L’Opéra Royal & L’Écurie

Die königliche Oper wurde in nur zweijähriger Bauzeit 1770 zur Hochzeit des späteren Königs Ludwig XVI. mit Marie-Antoinette fertig gestellt – mit Goldstuck zwischen Spiegelwänden und „Marmor“. Allerdings als Imitat. Denn was wie Stein wirkt, ist tatsächlich Holz. Ludwig musste sparen und ließ ihn einfach präzise nachmalen.

Von September bis Juni ist die königliche Oper fast täglich Bühne für Oper, Ballett und Konzerte! Wahrhaft königlich ist auch das Pferdeballett, das Bartabas seit 2003 mit jährlich wechselndem Thema eine Stunde lang in dem Manège de la Grande Écurie du Château de Versailles aufführt.

Die Chapelle Royale

Die barocke Schlosskapelle in Weiß und Gold war das letzte große Werk von Jules Hardouin-Mansart, das 1710 Robert de Cotte vollendete. Jeden Morgen gegen 10 Uhr wohnte der Hof der Messe des Königs bei, der die seiner Familie vorbehaltene Empore von den Königsgemächern direkt erreichen konnte.

Besichtigt werden kann die Kapelle nur auf Führungen. Oder erlebt sie mit allen Sinnen bei den kostenlosen Jeudis Musicaux, bei denen donnerstags um 17.30 Uhr zu Chorgesang der  Klang der Cliquot-Orgel von 1710 die Kapelle erfüllt.

Schloss Versailles erleben: meine Tipps

Hinkommen (ab Paris)

RER

RER C ab Paris bis Versailles Rive Gauche – Château de Versailles.

SNCF

Transilien N ab Paris-Montparnasse, Transilien U ab La Défense Grande Arche bis Versailles-Chantiers, Transilien L ab Paris-Saint-Lazare bis Versailles Rive Droite, RATP-Bus 171 vom Pont de Sèvres zum Schloss.

Besichtigen und erleben

Bucht euer Ticket mit dem gewünschten Zeitfenster unbedingt vorab online – ohne Reservierung gibt es keinen Einlass. Plant einen ganzen Tag ein. Bitte denkt daran: Das Schloss ist in verschiedene Rundgänge unterteilt (u. a. Grand Appartement oder private Gemächer), die separat gebucht werden müssen.

Haupteingang A ist für Besucher mit Eintrittskarte, Haupteingang B für Gruppen. Die Führungen beginnen gegenüber vom Ticketoffice.

Am Grand Canal beginnen Segway-Touren und Fahrten des Petit Train zwischen Schloss und Trianon vorbei an 18 Stationen im Park.

Interaktive Karte: https://bienvenue.chateauversailles.fr

Die Feste des Sonnenkönigs

Wie der Sonnenkönig seine glanzvollen Gartenfeste feierte, lassen die Jardins Musicaux, Les Grandes Eaux Musicales und Les Grandes Eaux Nocturnes an den Wochenenden von April bis Oktober erahnen. Barocke Musik begleitet die fantastischen Wasserspiele, Opern-, Theater- und Ballettaufführungen, die mit einem Feuerwerk enden.

Neue Kunst

Seit 2008 zeigt Versailles in der Wintersaison von Oktober bis Februar spannende Strömungen in der aktuellen Kunst.
www.chateauversailles.fr

Schlemmen und genießen im Château de Versailles

Ladurée Versailles

• Château de Versailles, Place d’Armes, 78000 Versailles

Ore Ducasse

Für den Herzog von Beauvilliers erbaute Jules Hardouin-Mansart in den 1680er-Jahren das Hôtel du Grand Contrôle. Berühmte Namen der französischen Geschichte wie Turgot, Calonne, Lomenie de Brienne und Necker gingen hier ein und aus, ehe das Kriegsministerium den prachtvollen Bau bis 2006 als Offiziersmesse nutzte. Zwei Jahre ungenutzt, erhielt 2008 die LOV Hôtel Collection / Alain Ducasse-Gruppe den Zuschlag für die Neunutzung. Sie investierte Millionen, restaurierte, modernisierte – und eröffnete 2015  ihr Restaurant: das Ore im Pavillon Dufour. In seinen beiden Speisesälen haben die Architekten Dominique Perrault und Frédéric Didier trendig dekorative historische Themen aus der Zeit des Sonnenkönigs neu gestaltet. Tagsüber ein Café für alles, wird es nachts zur Bühne von Dîners wie zu Zeiten des Königs – mit historischen Menüs, Porzellan von Marie-Antoinette, ein Service à la française und Personal in Paradeuniform.
• Château De Versailles, Pavillon Dufour, Obergeschoss, 78000 Versailles, Tel. 01 30 84 12 96. www.ducasse-chateauversailles.com

La Flotille

„Die Flotte“ eröffnete im Jahr 1900 als Guinguette am Wasser. Heute steht hier Sternekoch Jean-Baptiste Lavergne-Morazzani am Herd und interpretiert die Klassikern der französischen Küche modern und frisch.
• Parc du Chateau de, 78000 Versailles, Tel. 01 39 51 41 58, www.laflottille.fr

La Petite Venise

Italienische Küche im Herzen des Schlossparks.
• Enclos de la Petite Venise, Parc du Château de Versailles, 78000 Versailles, Tel. 01 39 53 25 69, www.lapetitevenise.com

Angelina Paris

Im Park von Versailles – und Eintrittskarte zugänglich – ist dieses Gartencafé von Angelina Paris, das vielleicht einige von euch vom Jardin du Luxembourg bereits kennen.
• Maison des Suisses, Domaine de Marie-Antoinette, 78000 Versailles, Tel. 01 39 20 91 67, www.angelina-paris.fr/adresses/domaine-trianon

Shopping

La Peinture de le Nôtre & andere

Ludwig XIV., Marie-Antoinette und Gartenarchitekt André le Nôtre standen Pate für eine Kollektion edler Wandfarben, die das Château de Versailles über seinen Museumsshop vertreibt. Der Luxus hat seinen Preis.
www.boutiquesdemusees.fr

Hier könnt ihr schlafen*

 

Weiterlesen

Im Blog

Versailles ist mehr als sein Schloss! Entdeckt die spannende Stadt mit ihrem wundervollen Markt hier.

Sämtliche Ziele und Themen, die ich in meinem Online-Magazin nach Départements und Regionen vorstelle, findet ihr zentral vereint auf dieser zoombaren Karte.

Im Buch

Hilke Maunder, Baedeker Paris*

1975 kam ich dank Interrail zum ersten Mal nach Paris und übernachtete in einem einfachen Sleep-in in der Rue de Turenne. Damals ahnte ich noch nicht, dass diese Stadt mich ein Leben lang begleiten würde. In den Jahren danach verbrachte ich fast jedes Jahr viel Zeit in der Kapitale: als junge Frau, die im 18e Arrondissement als Kellnerin jobbte, später mit Partner, schließlich mit meiner Tochter. Und bis heute fehlt mir etwas, wenn ich Paris nicht immer wieder neu erlaufen, erradeln oder durch das Labyrinth der Métro durchstreifen kann.

Aus dieser langjährigen, sehr persönlichen Beziehung zur Stadt ist mein Baedeker Paris* entstanden. Er versteht Paris nicht nur als Ansammlung berühmter Sehenswürdigkeiten, sondern als lebendige, vielschichtige Metropole, die sich mit jeder Reise neu erschließt. Natürlich findet ihr darin die großen Klassiker – vom Louvre über die Île de la Cité bis zum Eiffelturm –, doch ebenso wichtig sind mir die besonderen Orte, die leisen Viertel, die kleinen Entdeckungen abseits der Postkartenmotive.

Neben verlässlichen Fakten, übersichtlich aufbereiteten Karten und praxisnahen Tipps erzähle ich von ungewöhnlichen Details, kleinen Anekdoten und Momenten, die man nicht planen kann, die aber oft die schönsten Erinnerungen hinterlassen: ein Tanz unter freiem Himmel, ein unerwarteter Blick von oben, ein Abendessen, das länger dauert als gedacht. Genau diese Mischung aus Orientierung und Inspiration soll euch dabei helfen, Paris auf eure ganz eigene Weise zu erleben. Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

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