Die schönsten Feigen-Rezepte zum Apéro

In Saint-Paul-de-Fenouillet tragen die Feigenbäume zweimal pro Jahr. Im Mai und im September sind die Früchte reif. Foto: Hilke Maunder

Rot und gelb, so reifen im September die Feigen in Südfrankreich. Wie ihr sie süß oder salzig in typisch französische Spezialitäten zum apéro verwandeln könnt, verraten diese Rezepte.

Feigen mit Olivenöl und Meersalz

Zum Apéro an der Côte Vermeille werden gerne frische Feigen mit Olivenöl und Meersalz gereicht. Foto: Hilke Maunder
Zum Apéro an der Côte Vermeille werden gerne frische Feigen mit Olivenöl und Meersalz gereicht. Foto: Hilke Maunder

Zutaten

• frische Feigen rot oder gelb
• grobes Meersalz
• Olivenöl

Zubereitung

• säubert die Früchte und schneidet sie zur Längsseite einmal quer durch
• gebt auf die Schnittflächen kaltgepresstes Olivenöl hinzu
• streut erst kurz vor dem Servieren das große Meersalz auf das fruchtige Innenleben

Köstliche Alternativen

• nehmt das Meersalz doch einmal Anchovis (Sardellen) – so genießt man die Feigen zum Apéro in Collioure.
• oder bestreut die Früchte zusätzlich zum Meersalz auch noch mit Piment d’Espelette für etwas mehr Schärfe

Feigensenf

miiiaaaamm… Feigensenf! Foto: Hilke Maunder
Miiiaaaamm… hausgemachte moutarde à la figue! Foto: Hilke Maunder

Ein perfekter Begleiter zu französischem Käse ist Feigensenf. Er hält sich im Glas rund sechs Monate.

Zutaten

• 1 kg Feigen
• scharfer Dijon-Senf
• bei roten Früchten: Rotwein
• bei gelben Früchten: Cidre oder Weißwein
• Gelierzucker

Zubereitung

• die Früchte säubern, die Schale an der Stielspitze entfernen und vierteln
• mit einem Schuss Rotwein, Cidre oder Weißwein weichkochen und pürieren
• nur so viel scharfen Dijon-Senf hinzugeben, dass die Balance zwischen Frucht und Schärfe perfekt schmeckt
• angepasst an den Saftgehalt der Früchte und der beigefügten Flüssigkeit den Gelierzucker hinzugeben und aufkochen. Sind die Feigen nicht sehr saftig, benötigt ihr nur sehr wenig Zucker zum Abbinden und Haltbarmachen!
• Noch heiß in Twist-Off-Gläser füllen, die Gläser umdrehen und auf dem Kopf rund fünf Minuten stehen lassen. Dann umdrehen und auskühlen lassen.

Alternativ

• Die Früchte schälen und achteln
• Haushaltszucker karamellisieren, mit Rotwein ablöschen.
• Senf und Feigen hinzugeben
• Rund 10 Minuten weichkochen und ggf. pürieren. Noch kochend heiß in Twist-Off-Gläser füllen.

Karamellisierte Feigen

Karamellisierte Feigen: Der Lohn für die Geduld bei der Zubereitung ist höchster Genuss. Foto: Hilke Maunder
Karamellisierte Feigen: Der Lohn für die Geduld bei der Zubereitung ist höchster Genuss. Foto: Hilke Maunder

Zu Eis wie zu Käse schmecken karamellisierte Feigen. Damit sie richtig schön weich auf der Zunge zergehen, solltet ihr euch bei diesem Rezept Zeit lassen.

Zutaten

• Reife Feigen (ohne Stellen!)
• Zucker (Verhältnis Frucht – Zucker: 1 : 4)
• 2 Biozitronen

Zubereitung

1.Tag

• die Feigen vorsichtig waschen
• die Zitrone waschen, die Schale mit der Reibe fein abnehme, mit dem Zucker mischen. Den Saft auspressen.
• die Feigen im Zitronensaft wenden und durchziehen lassen
• einen Topf wählen, bei dem die Feigen möglichst nebeneinander auf dem Boden Platz haben, nur höchsten zwei Lagen hoch stapeln.
• den Zucker-Zitronenabrieb auf den Feigen sorgfältig verteilen
• zugedeckt mit einem Deckel im Kühlschrank mindestens einen Tag lang durchziehen lassen

2. Tag

• Bei kleinster Hitze die Feigen im Topf 8-10 Stunden lang köcheln lassen. NICHT UMRÜHREN!
• Liegen die Feigen schließlich im karamellbraunen Sirup, gebt die noch heißen Früchte vorsichtig in sterile Gläser und füllt sie mit dem Sirup  bis zum obersten Rand auf. Umgedreht auskühlen lassen.

Genuss-Tipp

Wer mag, gibt alternativ noch etwas Rum, Armagnac oder Cognac hinzu.

Saucisson de figue

Cours Saleya, der Wochenmarkt von Nizza. Foto: Hilke Maunder
Saucisson de figue ist keine Wurst mit Feigen, sondern eine köstlich nussig-fruchtige Beilage. Foto: Hilke Maunder

Zutaten

• 50 g geschälte Mandeln
• 1 TL Honig (alternativ: Puderzucker)
• 50 g weiche Butter
• 250 g getrocknete Feigen

Zubereitung

• von den getrockneten Feigen den Stil entfernen.
• fast alle die geschälten Mandeln fein mahlen. Nur 1,2 Mandeln als Deko beiseitelegen. Bereits industrielle gemahlene Mandeln sind oft zu trocken und haben so an Aroma verloren. Daher empfiehlt es sich, die Mandeln selbst zu mahlen.
• Mandeln, weiche Butter, Honig  und Feigen mit dem Pürierstab zu einer homogenen Masse verarbeiten.
• nach Belieben eine Prise Anis hinzugeben
• eine Wurst formen, in Frischhaltefolien wickeln und dann die Form er Wurst nacharbeiten.
• im Kühlschrank mindestens eine Stunde ruhen lassen
• vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen, Mandeln halbieren und die saucisson de figue damit dekorieren

Wichtig

Da die Feigenwurst Butter enthält, muss sie schnell verarbeitet werden, damit sie nicht ausläuft, und bis zum Servieren im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie schmeckt köstlich zu Käse, zu Foie Gras und zu trockenen Keksen.

Feigen-Chutney

Zutaten

1 kg frische Feigen
150 g Zucker
2 EL Honig
2 rote Zwiebeln
100 g Rosinen
1 Apfel
200 ml Banyuls-Essig
30 g Ingwer
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette oder Cayenne-Pfeffer

Zubereitung

• Die Feigen waschen, aber nicht häuten

• Zwiebeln, Apfel und Ingwer fein zerkleinern und mit dem Honig in der Pfanne andünsten und glasieren

• Die Feigen vierteln und in die Pfanne geben

• Zucker, Essig und Rosinen hinzugeben. Auf kleiner Flamme 45 Minuten lang köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren. Die Konsistenz sollte Konfitüre ähneln, darf aber nicht karamellisieren.

• Salzen, würzen und noch heiß in Twist-Off-Gläser füllen. Damit die Luft entweicht, die verschlossenen Gläser fünf Minuten lang auf den Kopf stellt. Ungeöffnet hält sich das Chutney mehrere Monate. Kühl und trocken lagern.

Einen Teil meiner wild geernteten Feigen trockne ich in der Sonne für die langen, kalten Pyrenäen-Winter. Nur für das Foto habe ich das Leinentuch abgenommen, das die Früchte schützt. Foto: Hilke Maunder
Einen Teil meiner wild geernteten Feigen trockne ich in der Sonne für die langen, kalten Pyrenäen-Winter. Nur für das Foto habe ich das Leinentuch abgenommen, das die Früchte schützt. Foto: Hilke Maunder

Die älteste Frucht der Welt

Die Feige gilt als die älteste kultivierte Frucht der Welt. Jahr 2006 fangen Archäologen im Jordantal Feige, deren Alter auf 9400 bis 9200 v. Chr. geschätzt wird. Karpologen (Saatgutarchäologen) glauben, dass die Feige im Nahen Osten zur gleichen Zeit wie der Reis in Asien domestiziert wurde, und damit rund tausend Jahre vor Weizen und Gerste.

Bursanotte-Feigen. Foto: Hilke Maunder
Bursanotte-Feigen. Foto: Hilke Maunder

Im antiken Griechenland galten Feigen – so Platon – als die “Nahrung der Athleten schlechthin”. In Rom wurden Romulus und Remus von der Wölfin unter einem Feigenbaum entdeckt.

Die Marseille-Feigen. Foto: Hilke Maunder
Die Marseille-Feigen. Foto: Hilke Maunder

Plinius der Ältere benannte im ersten Jahrhundert etwa dreißig verschiedene Feigensorten. Später pflanzte La Quintinie als Gärtner Ludwigs XIV. mehr als 700 Feigenbäume im Küchengarten des Schlosses von Versailles an. Der Sonnenkönig liebte die Früchte über alles.

Col-de-Dame-Feigen. Foto: Hilke Maunder
Col-de-Dame-Feigen. Foto: Hilke Maunder

Heute gibt es mehr als 700 Feigensorten. Mehrere Dutzend werden davon in Frankreich angebaut. Besonders beliebt sind die Sorten Bourjassotte noire, Dauphine, Boule d’or une Noire de Caromb. Wichtigsten Anbaugebiet ist in Frankreich ist die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Dort werden rund 75 Prozent der Jahresproduktion von 3.000 Tonnen geerntet.

Die Feigen aus Sollies. Foto: Hilke Maunder
Die Feigen aus Sollies. Foto: Hilke Maunder

Als Hochburg der Feige gilt Solliès-Pont. Zum Abschluss der Ernte feiert die Bruderschaft seit 1997 dort ein mehrtägiges Feigenfest.

Frankreich ist damit nach Spanien, Italien und Griechenland der viertgrößte Feigenproduzent in Europa. Weltweit dominiert die Türkei  über 260.000 Tonnen Feigenanbau und Handel.

Wenn die Spitzen gelbt werden, sind die hellen Feigen reif. Foto: Hilke Maunder
Wenn die Spitzen gelb werden, sind die hellen Feigen reif. Foto: Hilke Maunder

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2 Kommentare

  1. Merci für die tollen Feigenrezepte. Ich bin dankbar für jede neue Idee, denn in unserem Garten stehen drei Feigenbäume.
    Liebs Gruessli aus der Charente Maritime

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