Trinighellu: Schmalspur zum Strand

Bahnfahren wie einst... in der Micheline unterwegs in der Balagne. Foto: Hilke Maunder
Bahnfahren wie einst... in der Micheline unterwegs in der Balagne. Foto: Hilke Maunder

Trinighellu, trenuccio und la Micheline: Der Zug hat viele Namen. Als Tramway de la Balagne bringt er euchvon Calvi nach L’Île-Rousse. 1888 hatte die Korsen mit dem Bau einer Schmalspurbahn begonnen, um die Insel zu erschließen, auf der sonst Maultier und Kutschen die wichtigsten Verkehrsträger waren.

Der Bahnhof von Calvi. Foto: Hilke Maunder

U Trinighellu: Berge & Meer

Drei Strecken mit Dutzenden Brücken, Tunneln und einem 80 m hohen Viadukt bei Vecchio wurden gebaut: BastiaAjaccio, Bastia – CasamozzaPorto Vecchio. Und Bastia – Ponte Leccia – Calvi, die erst die korsischen Berge durchquert, ehe sie als Tramway de la Balagne die Nordwestküste erschließt.

Wie früher verraten die Schilder auf den Waggons, wohin die Reise geht. Foto: Hilke Maunder
Das Streckennetz. Foto: Hilke Maunder

Das fährt hier!

Und das mit Fahrzeugen, an denen Eisenbahnfans bestimmt ihr Freude hätten! Bis 2008 verkehrten sogar noch die Triebwagen mit Beiwagen von Renault aus den Jahren 1949/50 auf der Strecke, die jetzt rot-beige auf dem Abstellgleise stehen!

Nicht mehr im Dienst ist dieser Schienenveteran. Foto: Hilke Maunder

Und auch mein Zug war schon etwas betagter. Blau und beige lackiert, war er 1975 von der französischen Compagnie de chemins de fer départementaux (CFD) Montmirail in Seine et Marne erbaut worden. Was für eine Zeitreise auf der Schiene!

Das Zugteam: ein Schaffner und ein Lokführer. Foto: Hilke Maunder

Richtig romantisch!

Eine richtige Retro-Tour: Micheline ruckelt und schaukelt, tutet vor jeder Kurve – und erinnert daran, wie erlebnisreich Bahnfahren einst war. Ihr dürft sogar den Kopf aus dem Fenster stecken!

Der Arbeitsplatz des Lokführers.Foto: Hilke Maunder

Und für eure Fahrräder gibt es in jedem Waggon einen Abstellplatz. Ganz altmodisch kommt auch der Schaffner vorbei und kontrolliert die Fahrkarten, ehe er mit dem Lokführer ein Schwätzchen hält.

Der Schaffner bei der Arbeit. Foto: Hilke Maunder

22 km lange Strandbahn

Die nostalgische Bimmelbahn verkehrt nur während der Saison von Mitte April bis Mitte Oktober. Das Beste: Sie hält an jedem (!) Badestrand entlang der eingleisigen Strecke.

Kopf rausstecken, gucken und den Fahrwind spüren… Bahngenuss wie früher! Foto: Hilke Maunder

Von Calvi, wo U Trinighellu noch am Strandrestaurant Le Lido, Feriendörfern und Campingplätzen hält, geht es über Sainte-Restitude, Ondari-Arinella, Giorgio, Sant’Ambroggio, Algajola, Aregno und Bodri bis nach L’Île-Rousse.

Panoramafahrt auf der Schiene. Die Strände sind zum Greifen nah. Foto: Hilke Maunder

Was ihr auf der 22 km langen Strecke vom Zugfenster des Trinighellu sehen könnt, verrät diese kleine Bilderschau. Los geht es in Calvi. Viel Spaß und bon voyage virtuel!

Der Stadtstrand von Calvi. Foto: Hilke Maunder
Der Strand bei Calvi vom Trinighellu aus – Blick in Fahrtrichtung L’Île-Rousse. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Trinighellu ganz modern: die Micheline verlässt L’Île Rousse Richtung Calvi. Foto: Hilke Maunder

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Zum Einstieg: Gebrauchsanweisung für Korsika*

Gebrauchsanweisung für Korsika33 Sommer hatte Jenny Hoch auf der Insel verbracht. Doch erst, seitdem sie quasi lebt, wird sie langsam von den Einheimischen ins Herz geschlossen und integriert, erzählt die Journalistin und Buchautorin, die heute mit ihrer Familie die Tradition ihrer Eltern fortsetzt. Seit sie vier Jahre alt war, sei sie jedes Jahr auf Korsika gewesen, als Kind, als Teenager, als Erwachsene. Immer am selben Ort, immer glücklich, gerade dort zu sein. „Ich weiß, wo am Strand der Rutschfelsen ist, wie die Wellen sich brechen”, erzählte sich bei einer Lesung im Feriendorf zum Störrischen Esel.

Ihre  persönlichen Erfahrungen machen den Reiz dieses Bandes der insgesamt sehr zu empfehlenden  Taschenbuchreihe im Piper-Verlag aus. Jenny Hoch hat sie hintergründig wie humorvoll zu Papier gebracht. Dazu noch ein paar Daten und Fakten: ein perfekter Einstieg, um sich mit der Insel zu beschäftigen. Besser kann keine Reiseplanung beginnen! Wer mag, kann das Werk hier* online bestellen.

Zum Träumen: Das Haus auf Korsika*

Mit wenig Geld und Aufwand hat Pierre Duculot 2011 einen meiner Lieblingsfilme gedreht, die Geschichte eines Ausbruchs, Sich-Finden, die Rückkehr zu den Wurzeln. Und eine Geschichte des Mutes. Ausgelöst durch die Erbschaft eines Hauses, das Christina erbt.

Die Hauptfigur, fast 30, lebt seit zehn Jahren mit ihrem Freund zusammen, jobbt in der Pizzeria ihres Schwiegervaters, überlebt im belgischen Charleroi. Ein eigenes Leben nach ihren Vorstellungen? Das ist ein Luxus, den sie sich nicht leisten kann. Und mit der Erbschaft doch wagt. Sie macht auf den Weg in den Süden. Und verliebt sich – in die geerbte Bruchbude, die Insel, einen neuen Mann. Wer mag, kann den Film hier* online bestellen.

Reiseführer für Entdecker: Korsika*

Korsika-ReiseführerDer freie Reisejournalist Marcus X. Schmid hat für alle, die gerne auf eigene Faust unterwegs sind, den besten Reisebegleiter verfasst: sachlich, mit viel Hintergrund, Insiderwissen und Tipps, und doch mitunter sehr unterhaltsam und humorvoll. Ich kann seinen Führer aus ganzem Herzen empfehlen – er hat mich auf allen Erkunden nie im Stich gelassen und mir oft schöne, neue, unbekannte und überraschende Ecken gezeigt.

Der gebürtige Schweizer, Jahrgang 1950, hat in Basel, Erlangen und im damaligen Westberlin Germanistik, Komparatistik und Politologie studiert und lebt heute als Autor und Übersetzer in der französischsprachigen Schweiz. Wer mag, kann den Reiseführer hier* online bestellen.

Baedeker Korsika

Reiseführer für besondere Momente: Baedeker „Korsika“*

Mit blau lackierten Fingernägeln ordnet Madame auf dem Markt von Bastia in einem Bastkorb längliche Stangen. „Boutargues“, verrät das Schild.

„Das ist echter korsischer Kaviar. Nur noch wenige Fischer entnehmen den Meeräschen den Rogen. Mein Mann ist einer davon.“ Die Rarität hat ihren Preis: 150 Euro das Kilo.

Der Nachbar-Händler sieht das erstaunte Gesicht und hält ein Holzbrett hin: „Goûtez!“ Lasst euch mit meinem Baedeker Korsika* an Orten wie diesen (ver)führen. Genussmomente und besondere Erlebnisse: Sie machen den Band besonders.  Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

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