Guy Bourdin: der surreale Mode-Fotograf

Guy Bourdin. Pressebild Ausstellung Deichtorhallen Hamburg.

Guy Bourdin fegte sämtliche Schönheitsnormen, sittliche Gepflogenheiten und ordentliche Produktdarstellungen mit einem Strich respektlos weg. Rund um den weiblichen Körper baute er visuelle Verstörungen ein, das Empörende, das Haarsträubende, das Indiskrete, das Hässliche, das Scheitern, das Fragment, die Abwesenheit, den Torso und den Tod – die gesamte Spannung und Spannweite des Außerästhetischen und Außermoralischen“, sagt der Fotograf Ingo Taubhorn (*1957).

Der gebürtige Dortmunder, der seit zehn Jahren in Hamburg am Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg tätig ist,  hat 2013/14 dort die umfassende Retrospektive zum Werk des legendären französischen Fotografen kuratiert.

 

Malerei, Film & Foto

Die bisher umfangreichste Ausstellung zu Guy Bourdin (1928–1991) stellte die beeindruckendsten Modestrecken und Kampagnen vor. Auch bisher unveröffentlichtes Material aus seinem persönlichen Archiv war zu sehen. Erstmals zugänglich waren auch sein malerisches Werk und seine filmischen Notizen der  Öffentlichkeit.

Die Ausstellung präsentierte ferner Polaroid-Fotos, Skizzen und Texte. Schwarz- Weiß-Aufnahmen aus den 1950er-Jahren zeigten Künstlerportraits und Pariser Stadtansichten. Die Ausstellung stellte damit das fotografische, malerische und filmische Gesamtwerk vor und gab Einblicke in die Arbeits- und Denkweise des Visionärs.

Geschichten in Farbe und Schwarz-Weiß

In seiner mehr als 50-jährigen Schaffenszeit hat er für fast alle führenden Modehäuser und -magazine gearbeitet. Mit dem Blick eines Malers schuf er komplexe Bilder, die in unglaublichen Kompositionen faszinierende Geschichten in Schwarz-Weiß und Farbe erzählen.

Er war einer der ersten Fotografen, der in Werbe- und Modefotografien anstelle eines Produkts eine Erzählung zum Bildinhalt erhob. Mit dem Medium der Modefotografie vermittelte er seine Botschaft und erforschte die zwischen dem Erhabenen und dem Absurden changierenden Bereiche.

 

Surreale Bild-Geschichten

Berühmt für seine narrativen Bildinhalte und seine surreale Bildsprache, die Verbindung einfacher Objekte mit mehrdeutigen, oft rätselhaften Subtexten, brach Bourdin radikal mit allen Konventionen der Mode- und Werbefotografie.

Seine Karriere begann in den 1950er-Jahren mit schwarz-weißen Modeaufnahmen für die Pariser Vogue. Fast die Hälfte seines Werks besteht aus Schwarz-Weiß-Fotografien, die ebenso kraftvoll sind, wie seine bekannten Farbaufnahmen.

Guy Bourdin: museumsreife Cover

international Im Herzen ein Maler und Autodidakt auf dem Gebiet der Fotografie, arbeitete der Franzose für Magazine wie Vogue sowie für Marken wie Chanel, Ungaro und Charles Jourdan. Seine ersten Fotografien zeigte er 1952 in der Galerie 29.

Heutzutage sind seine Arbeiten in den renommiertesten Museen der Welt ausgestellt – im Londoner Victoria & Albert Museum, im Pariser Jeu de Paume, im National Art Museum von China in Peking, im Tokyo Metropolitan Museum of Photography und im Moscow House of Photography.

Das MoMA in New York, das Getty Museum in Los Angeles, das SFMOMA in San Francisco und das Victoria & Albert Museum haben zudem eine beachtliche Zahl seiner Arbeiten im Archiv.

Kreativschmiede im Marais

Der Franzose wusste genau, wie man die Aufmerksamkeit des Betrachters erlangte und überließ nichts dem Zufall. Er kreierte makellose Settings und fotografierte in seinem Studio in der Rue des Écouffes im Marais in gewöhnlichen Schlafzimmern, am Strand, in der Natur oder im urbanen Raum.

Die ausgefallene Dramatik, die sich in diesen scheinbar alltäglichen Szenen entfaltet, stachelt die Fantasie und das Unterbewusstsein an. Als Perfektionist entwickelte Guy Bourdin nicht nur kompositorische Elemente wie hyperreale Farben, angeschnittene Elemente und ein raffiniertes Zusammenspiel von Licht und Schatten, sondern sogar auch Details wie ein spezielles Make-Up für seine Models.

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