Peter Siepmann und Ulrike Siepmann-Kolley. Foto: privat

Mein Frankreich: Ulrike Siepmann-Kolley

„Mein Frankreich“ ist nicht nur Titel meines Blogs, sondern auch Programm: Ich möchte möglichst viele von euch animieren, euer Frankreich vorzustellen. Mein Frankreich – was bedeutet das für euch? Diesmal stellt Ulrike Siepmann-Kolley ihr Frankreich vor.
Ihr Mann Peter ist Architekt für Garten- und Landschaftsplanung i.R. Sie selbst hat als Kosmetikerin für verschiedene Firmen gearbeitet. Seit elf  Jahren sind beide im Unruhestand und genießen diese Lebensphase sehr, weil er ihnen noch viele neue Perspektiven bietet. Über sich sagt das Paar:

Unsere größte Leidenschaft ist das Reisen. Wir sind sehr gerne in der Natur, am liebsten mit dem Rad und lieben die Begegnung mit Menschen verschiedener Kulturen. Wir lieben klassische Musik, Kunst in jeder Ausdrucksform und engagieren uns politisch und in der Flüchtlingsintegration in unserer Stadt Gevelsberg / NRW.<


Seit mehr als 40 Jahren reise ich mit meinem Mann Peter mehrmals im Jahr in unser geliebtes Frankreich. Präferenz bis jetzt ist der Süden, vor allem die Provence und ihre verschiedenen Regionen.

Die Reisen gestalten sich sehr unterschiedlich: Haus von Freunden mieten, Haus über eine Agentur mieten oder mit dem eigenen Wohnmobil bzw. Wohnwagen über viele Wochen in Frankreich unterwegs sein. Seit dem Ruhestand ist dies verlockend und ideal.

In der Normandie. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley
In der Normandie. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley

Angespornt durch meine überaus starke Affinität zu Frankreich fing ich dann vor vielen Jahren  an, die wunderschöne Sprache zu erlernen. Das brachte mir das Land meiner  Wünsche noch näher. Durch das viele Reisen ergaben sich im Laufe der Jahre sehr schöne, freundschaftliche Kontakte zu Franzosen, die wir regelmäßig pflegen und lebendig halten.

Im Jahr 2017 musste ich, bedingt durch einen sehr hartnäckigen Infekt, längere Zeit das Haus hüten und las sehr viel, natürlich auch über Frankreich. Dabei stieß ich auf einen Artikel über Haussitting in Frankreich. Meine Neugier wuchs mit jedem Satz, und ich dachte: warum nicht ? Ich habe dann  einige Erfahrungsberichte im Internet gelesen, ermutigende und  weniger ermutigende.

Und dachte dann, es ist doch spannend und bereichernd auch im fortgeschrittenen Alter von 68 Jahren nochmal eine ganz neue Erfahrung zu machen. Gedacht , getan. Ich habe mit meinem Mann diskutiert …..  auch er war von meiner Idee begeistert! Wir haben Plattformen für Haussitting gesucht und verglichen … sind fündig geworden … und haben uns ganz mutig angemeldet.

Der Garten von Monet in Giverny. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley
Der Garten von Monet in Giverny. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley

Dann wurden wir von Seiten der Vermittlungsplattform einer „Sicherheitsprüfung“ unterzogen. Die angegebenen Daten werden überprüft – schließlich überlassen die Gastgeber den Haussittern ihr Hab und Gut und in der Regel  ihre zu versorgenden Tiere). Nach kurzer Zeit bekamen wir die Haussitting-Angebotsliste und erschienen auch selbst im Verzeichnis der Haussitter.

Bei der Durchsicht fiel uns dann, wie konnte es auch anders sein, sofort eine Suchanzeige in der Provence ins Auge! Ich verfasste einen Text, der ein wenig über uns, unser Interesse am Haussitting in Frankreich und unsere Erfahrung mit Tieren (die braucht man beim Haussitting unbedingt) aussagte, und wir schickten ihn mit großem Herzklopfen ab.

Die Lavendelfelder der Drôme. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley
Die Lavendelfelder der Drôme. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley

Natürlich nicht in der Erwartung eine Antwort zu bekommen (oder vielleicht doch ?). Und siehe da …. Es kam umgehend eine sehr nette Einladung, ein wenig mehr in den schriftlichen Kontakt zu treten, um sich ein wenig ‚kennenzulernen‘. Es folgten Fotos des zu hütenden Hauses, hier eine alte Mühle zum Wohnhaus umgestaltet, und der zu versorgenden, zwei sehr süßen Katzen.

So wurden wir uns dann schnell einig. Das Abenteuer unseres ersten Haussittings begann. Mit noch größerem Herzklopfen machten wir uns auf nach Frankreich. Dort erwartete uns ein sehr herzlicher, total offener und ungezwungener Empfang durch die Mühlenbesitzer Martine und Étienne.

Es folgte dann ein Rundgang durch Haus und Garten, eine Kontaktaufnahme zu den Katzen ( eine sofort zutraulich, die andere sehr schüchtern und ein wenig kratzbürstig) und ein gemeinsames Abendessen, bei dem wir einen regen deutsch/französischen Austausch genossen.

Für mich war es etwas anstrengend, da mein Mann Peter kein Wort Französisch spricht, aber es klappte sehr gut! Am nächsten Morgen reisten unsere Gastgeber ab… und wir waren auf uns gestellt!!

Als erstes ging in der ersten Nacht, allein in der Mühle, die Alarmanlage los, und wir standen senkrecht im Bett. Wir schafften es aber, da wir gut von Martine und Étienne mit den Eigenarten des Hauses vertraut gemacht worden waren , diese auszuschalten! Es gab danach noch ein paar kleinere Holprigkeiten, aber wir haben alles gut im Griff behalten.

In Pérouges. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley
Pérouges im Département Ain. Foto: Ulrike Siepmann-Kolley

Die Katzen wurden kleine, liebe Freunde, die mit Futter und Streicheleinheiten zu versorgen, uns große Freude machte. Der Aufenthalt dort war eine wunderbare erste Erfahrung, mit vielen neuen Eindrücken und Begegnungen. Mit den Gastgebern stehen wir, nach wie vor, in sehr nettem Kontakt, sowohl brieflich als auch durch einen Besuch bei ihnen , während eines späteren Haussittings in ihrer Nähe.

Inzwischen sind wir schon erfahrene Haussitter (in drei Jahren haben wir  zehn Haussittings anvertraut bekommen), mit vielen guten, nachwirkenden Eindrücken. Es war allerdings auch ein Aufenthalt dabei, der nicht so erfreulich ablief, da man uns ein total verschmutztes, ziemlich zugemülltes Haus übergeben hatte.

Damit  muss man auch mal rechnen und dann damit zurechtkommen. Aber wir konnten auch hier, nach einigem Putzen und Aufräumen, die Zeit genießen, da die Umgebung wunderschön und der zu betreuende Kater ganz entzückend war.

Nun  freuen wir uns auf  unseren nächsten ‚Einsatz‘ in der Südbretagne, für drei Monate … Sofern COVID uns lässt. Abschließend muss ich sagen, dass der Mut, den es erfordert  hat, sich auf dieses Abenteuer einzulassen, um ein vielfaches belohnt wurde.


Der Beitrag von Ulrike Siepmann-Kolley ist ein Gastartikel in einer kleinen Reihe, in der alle, die dazu Lust haben, ihre Verbundenheit zu Frankreich ausdrücken können. Ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Frankreich, Erlebnisse, Gedanken. Ihr wollt mitmachen? Dann denkt bitte daran: 

• Keine PDFs.

• Text: per Mail in Word, Open Office oder per Mail. Denkt daran, euch mit ein, zwei Sätzen persönlich vorzustellen.

• Fotos: Bitte schickt nur eigene Bilder und jene möglichst im Querformat und immer in Originalgröße. Sendet sie gebündelt mit www.WeTransfer.com (kostenlos & top!)  – oder EINZELN ! – per Mail. Bitte denkt an ein Foto von euch – als Beitragsbild muss dies ein Querformat sein.

• Ganz wichtig: Euer Beitrag darf noch nicht woanders im Netz stehen. Double content straft Google rigoros ab. Danke für euer Verständnis.

Vor der Veröffentlichung erhaltet ihr euren Beitrag zur Voransicht für etwaige Korrekturen oder Ergänzungen. Erst, wenn ihr zufrieden seid, plane ich ihn für eine Veröffentlichung ein. Merci !

Ich freue mich auf eure Beiträge! Alle bisherigen Artikel dieser Reihe findet ihr hier.