Mein Frankreich: Verena Jacqueline Thalmann

Verena Jacqueline. Foto: privat
Verena Jacqueline Thalmann. Foto: privat

„Mein Frankreich“ ist nicht nur Titel meines Blogs, sondern auch Programm: Ich möchte möglichst viele von euch animieren, euer Frankreich vorzustellen. Mein Frankreich – was bedeutet das für euch? Diesmal stellt Verena Jacqueline ihr Frankreich vor. Über sich sagt sie:

Mein Name ist Verena Jacqueline, Jahrgang 1958. Meine Großmutter war Französin aus Straßburg, darum mein zweiter Vorname, und mein Vater wurde in Straßburg geboren.

Er war Franzose, bis er von seinem Schweizer Vater in die Schweiz entführt wurde und dort aufwuchs. Damals musste er seinen Militärdienst in der Schweiz machen und verlor damit seinen Anspruch auf den französischen Pass.


Eigentlich konnte ich sehr lange nichts mit Frankreich anfangen. Der Grund war die Schule. In der Schweiz lernen wir – damals in der Oberstufe, heute bereits in der Mittelstufe – wir als erste Fremdsprache Französisch. Damals, in den frühen 70er-Jahren, legte unser Lehrer sehr viel Wert auf die Aussprache statt auf den Wortschatz.

Es war auch sehr wichtig, die Grammatik richtig anzuwenden, was den Unterricht furchtbar öde machte. Nach drei Jahren konnte ich fragen, wo der Bahnhof ist und bis 100 zählen.

Dann ist da noch der “Röstigraben”, die Grenze zwischen dem deutschsprachigen und dem französischen Teil der Schweiz. Die beiden Sprachgruppen verstanden sich lange nicht so gut, und oft wurde man ausgelacht wenn man mit einem schweizerdeutschen Akzent versuchte, Französisch zu sprechen.  Das ist heute zum Glück besser geworden. Aber es waren alles Gründe, um nichts mit Frankreich zu tun zu haben!

Hin und wieder besuchten wir unsere Verwandten im Elsass, aber sonst hatte ich keinen Wunsch, dieses Land besser kennenzulernen. Das änderte sich mit einer Freundin, die ein Haus in Burgund hat. Ich war oft bei ihr, und lernte so das Land zu lieben. Mit meinem zweiten Mann verbrachte ich oft die Ferien in Frankreich.

Mit der Zeit kam der Wunsch nach einem eigenen Haus auf. Allerdings wussten wir nicht wo. Aber wir wussten, wo nicht. Nicht zu nahe der Schweizer Grenze. Burgund war ja etwas überlaufen mit Deutschschweizern.

Wir fingen mit der Haute-Provence an, davonn die Vogesen und später immer etwas weiter nach Westen. Irgendwann fand mein Mann ein hübsches kleines manoir in Estaing im Aveyron, das wir dann für drei oder vier Jahre immer wieder für die Ferien buchten. Mit dem Eigentümer-Paar freundeten wir uns an. Durch sie fanden wir dann auch unser Haus in der Nähe von Entraygues-sur-Truyère.

Wir haben uns einige Häuser angeschaut, aber nie war mein Herz beteiligt. Unser Wunsch war ein Steinhaus mit großem Garten (dabei haben wir nicht an unser Alter gedacht), in einem kleinen Dorf, eventuell sogar eine Mühle, am Wasser, viel Wald, hügelig.

Unser Haus - so haben wir es gefunden. Foto: Verena Jacqueline
Unser Haus – so haben wir es gefunden. Foto: Verena Jacqueline Thalmann

Per Zufall sah ich ein Bild von einem Steinhaus mit Efeu bewachsen. Wir meldeten uns beim Immobilienbüro und konnten uns das Haus anschauen. Als wir auf die Maklerin warteten, saß ich auf der Treppe welche zur Kirche raufgeht, schaute auf  das Haus und sagte zu meinem Mann, dass ich mir kein weiteres anschauen würde. DAS IST UNSER HAUS! Nun ja, er ist ein Kopfmensch und lachte mich aus…..

Drei Monate später, das war im Jahr 2012,  haben wir den Vertrag unterschrieben. Der Garten war eine Wildnis, voll mit Bauschutt, großen Steinen etc. alles zugewachsen. Innen musste alles neu gemacht werden, da der Vorgänger Wände und mehr rausgehauen und die Steine dann in den Garten geworfen hatte.

Wir mussten noch weiter arbeiten in der Schweiz. Während dieser Zeit wurde das Haus innen renoviert. Außen noch nicht, das kommt noch. Wir fuhren drei Mal pro Jahr die 850 Kilometer, um einige Tage, Wochen hier zu verbringen und auch um den Garten etwas aufzuräumen, was noch immer andauert.

Es wird wohl nie so werden, wie ich es mir vorstellte, aber wir lassen nun einen Teil wild, und der Rest ist mehr oder weniger machbar für mich. Mein Mann gärtnert nicht so gerne.

Unser Urwald. Foto: Verena Jacqueline
Unser Urwald. Foto: Verena Jacqueline Thalmann

Hier finden wir immer mal wieder Tiere, mit denen wir nie gerechnet hätten, z. B. Schlangen, Salamander, Gottesanbeterinnen und Kühe, die ihre Weide verlassen haben, um in meinem Garten zu grasen. Und Fasane, die vor den Jägern geflüchtet sind.

Ab April 2017 war es dann soweit. Die Zelte haben wir in der Schweiz abgebrochen, mein kleines Geschäft aufgelöst und sind dann nach Frankreich gezogen.

Am Anfang war es sehr schwierig, Ende 2016 wurde mein Mann krank, lag einige Tage im Spital, mein Vater lag im Spital, und ich machte mehr oder weniger alles alleine. Kaum waren wir hier, starb mein Vater. So musste ich wieder für einige Tage retour.

Meinem Mann ging es noch immer nicht so gut, er war extrem müde und konnte nicht viel machen.Wir waren auch sehr beschäftigt mit der Bürokratie, die hier wirklich gewöhnungsbedürftig ist. Ich dachte immer, die Schweizer sind Bürokraten, aber die sind harmlos.

Um das Auto anzumelden, mussten wir drei Mal nach Rodez fahren. Das sind so 60 Kilometer ein Weg. Immer verlangte man noch was anderes von uns. Unser Auto gibt es gar nicht….wir mussten einen schriftlichen Beweis erbringen, dass das Auto wirklich existiert, etc. Endlich ein kleiner Schritt vorwärts, wir bekamen unser französisches Nummernschild.

Das gleiche mit der carte vitale und dem französischen Fahrausweis. Ich denke, das alles dauerte rund sechs Monate, weil zu dieser Zeit auch noch das System umgestellt wurde. So mussten manche Papiere bis zu drei Mal neu eingereicht werden.

Als wir zum zweiten Mal nach Rodez fuhren für die Papiere, kamen wir in eine Demonstration. Uff! Wir hatten keine Ahnung, dass demonstriert wird. Wir hatten damals noch keine Zeitung abonniert und sahen uns auch keine französischen Nachrichten an – wir hätten ja eh nichts verstanden! Bis wir den Weg aus der Stadt fanden, dauerte es lange.

Unser Dorf im Aveyron. Foto: Verena Jacqueline Thalmann
Unser Dorf im Aveyron. Foto: Verena Jacqueline Thalmann

Im Frühjahr 2018 musste mein Mann für fünf Wochen ins Spital. Es war nicht klar, was er hatte, und so wurden viele Tests gemacht, zum Teil auch in Toulouse, wohin er verlegt worden war. Für mich war es unmöglich, diese 200 Kilometer zu fahren, da ich absolut ungern ein Auto fahre. Aber mit  Hilfe von Freunden und Nachbarn schafften wir auch diese Hürde.

Mein Mann ist wieder, dank der guten medizinischen Betreuung und Medikamenten, gesund. Mit dem Gesundheitswesen haben wir wirklich gute Erfahrungen gemacht. Leider starb unser Freund kurz nachdem mein Mann wieder gesund war.

In der Zwischenzeit fand ich noch einen kleinen Job als aide à domicile für eine 99-jährige Frau. Für sie arbeitete ich 2,5 Jahre, bis sie im Juni diesen Jahres mit fast 102 Jahren starb.

Es ging für mich noch ein anderer Traum in Erfüllung. Es wohnen nun vier Katzen mit uns. Lola, unsere Diva, brachten wir aus der Schweiz mit. Dann wollten wir noch eine zweite Katze. Das ist Nemo. Mimi, unsere dritte Katze, bekamen wir von unseren Freunden mit dem manoir.

Die Katze war ihnen zugelaufen, und sie können natürlich im Hotel keine Katze wohnen lassen. So ist sie jetzt bei uns. Interessant ist, dass sie zu einem Teil eine Wildkatze ist. Einer ihrer Großväter war eine Wildkatze.

Grizzly Foto: Verena Jacqueline Thalmann
Das ist Grizzly. Foto: Verena Jacqueline Thalmann

Zuletzt, also in diesem verrückten Sommer, fanden wir noch die vierte Katze. Grizzly wurde im Juli geboren…. und seine Mutter überfahren. Er schaffte es mit vier Wochen, aus seinem Versteck zu kommen und kam zu uns. Ich durfte ihn noch so knapp acht Wochen die Schoppenflasche geben. Jetzt ist er Teenager und benimmt sich auch so.

Wir wurden sehr gut in dieser Gemeinde aufgenommen. Wir sind Mitglied der Custoubis (unsere Seniorengruppe), sind in der Volkstanzgruppe, und ich singe im Chor und nähe in der couture-Gruppe. Ich mache Quilts.

All diese Sachen “zwangen” uns schnell die Sprache zu lernen. Klar, wir machen beide viele grammatikalische Fehler und manchmal finden wird das richtige Wort nicht, aber das alles ist nur noch ein ganz kleines Problem und hin und wieder auch lustig.

Wir wurden nur einmal angemotzt, weil wir Ausländer waren und ich nicht auf Anhieb verstand, was die Dame wollte,  aber sonst sind die Franzosen sehr nett, gastfreundlich und hilfsbereit.

In diesem Sommer konnten wir nicht so viel unternehmen aus den bekannten Gründen. Da mein Mann auch noch zur Risikogruppe gehört, blieben wir oft in unserem Garten.Wir verpassen auch die Narzissenblüte im Aubrac wegen dem “Hausarrest”, was mich persönlich etwas traurig machte.

Giscard d’Estaing im Jahr 2010. Foto: Verena Jacqueline
Giscard d’Estaing im Jahr 2010. Foto: Verena Jacqueline Thalmann

Es gibt so viel Sehenswertes in diesem Teil des Aveyron an der Grenze zum Cantal. Conques ist eine Reise wert. Ebenso Estaing, wo ich den ehemaligen Präsidenten Valèry Giscard d’Estaing traf und mit ihm reden konnte, Espalion mit seinem Tauchmuseum Musée du Scaphandre, Saint Come d’Olt mit dem verdrehten Kirchturm, die kleinen Pilgerdörfer und das Aubrac, wo auch die bekannte Transhumance d’Aubrac stattfindet.

Mittlerweile habe ich auch gelernt, unser Gemüse einzuwecken. Ich verarbeite alles aus dem Garten und was ich von den großzügigen Nachbarn geschenkt bekomme. Unser Keller hat uns einige Gängen in den Super U erspart während des Lockdowns.

Wir bereuen keine Sekunde, die Schweiz verlassen zu haben. Natürlich vermissen wir unsere Kinder, Familie und Freunde. Aber wir haben Telefon, WhatsApp und anderes, um in Kontakt zu bleiben. Und wenn dieses Virus nur noch Vergangenheit ist, dann werden wir uns hier auch wieder persönlich treffen können.


Der Beitrag von Verena Jacqueline ist ein Gastartikel in einer kleinen Reihe, in der alle, die dazu Lust haben, ihre Verbundenheit zu Frankreich ausdrücken können. Ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Frankreich, Erlebnisse, Gedanken.

Ich freue mich, wenn dieser Aufruf viele von euch zum Mitmachen inspiriert. Ob kurz oder lang, Prosa oder Lyrik, Schickt mir den Text per Mail – und die Fotos bitte immer in Originalgröße. Sind es viele, sendet sie bitte per WeTransfer.com. Oder hängt sie einzeln an die Mails. Merci ! Die Beiträge werden in loser Folge veröffentlicht.

Merci fürs Teilen!

59 Kommentare

  1. Sehr geehrte Verena Jacqueline Thalmann,Ich glaube ich kannte Ihre Franz.Grossmutter und auch die Schweizer Grossmutter.Was für ein Zufall.Ich bin auch sicher dass ich sie als Baby in meinen Armen hielt.Sie waren die Erste Enkelin der Schweizer Grossmutter also eine kleine Sensation bis Sie anfingen zu plaudern und darauf bestanden eine eigene Meinung zu haben.Da fiel natürlich der Glanz ab.Freut mich fürchterlich dass Ihr Euch so gut angepasst habt in France.Wäre gerne auf Besuch in jene Gegend gekommen doch die Pandemie kam dazwischen.Dabei wäre es gerade zu ideal gewesen ,all die Franzosen in den vier Wänden eingeschlossen.Keine Taschendiebe,Räuber, Touristen Fallen,Teroristen und vor Allem die Teufelbesessenen Autofahrer in Paris hinter Schloss und Riegel.Bloss die verdammten Restaurants und Bars und Hotels auch geschlossen .Hoffe dass in der nahen Zukunft ein Besuch trotz allen Gefahren für aufrichtige Bürger wieder möglich ist.

  2. Liebe Verena, ja das klingt alles sehr vertraut, wie ihr das mit dem Haus gemacht habt. Wir sind nach meiner Pensionierung im armen Herzen Frankreichs gelandet Epineuil le Fleuriel an der Grenze zum Allier. Haus gekauft um und ausgebaut, Erfahrungen mit französischen Baumärkten ..
    Auf dem Weg in den Süden sind wir schon oft durch Aveyron gekommen was uns immer gut gefallen hat.
    Wir haben lange am Bodensee gelebt. Vielleicht gibt’s ja mal eine Gelegenheit für einen Kaffee und Gedankenaustausch. Irgendwann können wir sicher wieder uneingeschränkt verreisen.
    Liebe Grüsse
    Klaus

    • Lieber Klaus,

      da sind wir dann ja nicht die Einzigen mit den Erfahrungen mit fränzösischen Baumärkten :-). Wir waren sehr erfreut zu sehen, dass wir in erreichbarer NÄhe mehrere zur Auswahl hatten und kennen deren Sortiment inzwischen schon ganz gut. Ich habe bislang immer beste Erfahrungen dort gemacht was die HIlfsbereitschaft und Freundlichkeit angeht, und auch das Sortiment lässt bislang keine Wünsche offen. Nur die Preise sind teilweise doch deutlich höher als bei uns, darum haben wir den neuen Ofen dann doch hier gekauft – vor Ort hätten wir nämlich fast das doppelte zahlen müssen für den gleichen Ofen.

      Liebe Grüße und noch eine gute Zeit, mögen wir bald alle wieder fahren können, wohin uns das Herz zieht
      Sylvie

    • Lieber Klaus, Kaffee tönt gut! 🙂 Bin dabei! Wir sind an der Grenze zum Cantal
      ……und in den Baumärkten haben wir auch Stunden verbracht…
      Liebe Grüsse Verena

  3. Liebe Verena
    Mir gefällt deine Geschichte, mit wenigen Abweichungen könnte sie unsere sein. Die Alternative zur überteuerten Schweizer Wohnung erfüllt mich jeden Tag aufs Neue mit Dankbarkeit mitten in der Natur zu leben, Gemüse im eigenen Garten zu ernten.
    Solltet ihr mal in der Charente Maritime unterwegs sein, würde ich mich sehr freuen mit euch einen Kaffee oder ein Glas Wein zu genießen und Erfahrungen auszutauschen. Wir wohnen in der Nähe von Chevanceaux.
    Liebe Grüße Jacqueline Brida

    Liebe Hilke
    Zum Thema Soziale Projekte. Einen Kleinstbeitrag leisten wir, indem wir alles überschüssige Gemüse und Obst sowie Die selbstgemachte Marmelade unser Briefträgerin mitgeben. sie kennt die Leute gut und verteilt es an Familien, die es brauchen Können. Außerdem bin ich in einer Strickgruppe, die für soziale Einrichtungen Kinderkleidung strickte, zur Zeit leider auch nur zu Hause möglich. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, halt einfach im Rahmen des möglichen.
    Und jetzt freue ich mich schon auf die neuen Lesetipps.
    Liebe Grüße Jacqueline

    • Liebe Jacqueline,danke für deine Worte.
      Gerne melden wir uns wenn wir mal in eure Richtung reisen….diese Region steht eh auf unserer “to do” Liste.
      Aber auch für Euch gilt, wenn ihr mal im Lottal seid….meldet Euch!
      Liebe Grüsse Verena

  4. Wir haben Frankreich ebenfalls zu erst durch Verwandschaftsbesuche, später durch Urlaubsfahrten mit Wohnwagen und nun seit 25 Jahren mit dem Wohnmobil kennen und lieben gelernt. Unser Traum war ebenfalls ein Häuschen im Süden Frankreich zu erwerben und unseren Ruhestand dann dort zu verbringen. Aber, wie sagt man so schön: Erstens kommt es anders, als zweitens man denkt. Mein Mann ist schwer an copd erkrankt und brauch regelmäßig seinen Sauerstoff und Medikamente. 2018 ist er während einer Urlaubsfahrt in Martigues ins Hospital gekommen und ins Koma gelegt worden, anschließend nach Deutschland geflogen worden. Die med. Betreuung im Hospital empfanden wir, als ausgesprochen super. Alles das inspiriert uns weiterhin Frankreich zu besuchen. Auch wenn wir weder französisch noch Englisch können, sind die Leute dort zuvorkommend und sehr hilfsbereit. Wir versuchen bei jedem Besuch etwas mehr an französisch zu lernen und das erzeugte schon oft, sehr lustige Szenen, bei denen wir dann auch gute Freunde gefunden haben.
    Wir sagen immer, wie es in den Wald reinhallt, so kommt das Echo zurück.

    • Liebe Ilona,ja da hast du recht…..wie man in den Wald hinein ruft, so hallt es raus!
      Deinem Mann alles Gute so dass ihr bald wieder reisen könnt.
      Liebe Grüsse Verena

  5. Nochmal zu meinem Kommentar: Mir ging es nicht um eine Priorisierung von Beweggründen, sondern darum, dass mir die Häufung der Berichte über Immobilienkäufe aufgefallen war und ich denke, dass auch die schwierige Realität des französischen Alltags hier mal ihren Platz haben sollte, die eben nichts mit dem gelebten Traum wohlversorgter , Auswanderer’ zu tun hat. Das sind dann wohl eher die Alpträume des Alltags. Seit meinem 15. Lebensjahr fahre ich nach Frankreich, das erste Mal als Schülerin im Rahmen eines internationalen Lagers des deutsch -französischen Jugendwerkes . Wir wohnten in einem Camp in Thiaucourt, einem kleinen Dorf in Lothringen , nicht weit weg von Nancy. Dort haben wir uns mit einer Gruppe von Deutschen und Franzosen um Kriegsgräberpflege gekümmert. Das war alles andere als ein touristisches Ereignis. Später haben mein Mann und ich dann als Touristen ganz Frankreich bereist und tun es immer noch, wenn uns die Pandemie nicht stoppen würde. Tief beeindruckt war ich immer davon, dass uns selbst an Orten, wo die Deutschen gegen die Résistance gekämpft und gegen die Zivilbevölkerung gewütet hatten ,uns nicht ein einziges Mal mit Ressentiments begegnet wurde. Ganz anders als bei meinen Englandaufenthalten immerhin in den 70er Jahren. Das mit einem eigenen Bericht werde ich mir sicher überlegen, nach Frankreich reisen können wir ja leider gerade nicht. Liebe Grüße!

    • Liebe Frau Schmidt, Ihre Eindrücke teile ich ! Ich bin mit 15 Jahren im Rahmen einer Konfirmandenfreizeit nach Taizé in Burgund gekommen – nachdem ich zuvor als Schülerin in den 1970erJahren im britischen Skelmersdale mit meinem Valter gelebt hatte. Dort erlebten wir beide, dass Weltkriegsfolgen noch tief verwurzelt waren – in Frankreich ist es mir nie begegnet. Ich sammle übrigens seit etwas längerem Material zu einem Beitrag, der Freiwilligenprojekte vorstellt: ehrenamtlichen Urlaub bei Ausgrabungen, bei Erinnerungsprojekten in allen Epochen, im Sozialen, WOOFing und anderes. Denn es gibt – gerade in Frankreich – sehr viele Möglichkeiten, Urlaub engagiert zu machen. Für mich ist eine pluralistische Vielfalt wichtig. Und ich würde mich freuen, wenn jeder “sein Frankreich” im Blog findet. Viele Grüße und guten Wochenstart! Hilke

    • Hallo Ilse,

      es tut mir leid, aber ich störe mich an dem wiederholten Ausdruck des “gelebten Traum wohlversorgter Auswanderer”. Ich empfinde das wirklich als abwertend. Wie “wohlversorgt” jemand ist, kann zudem wohl nur die Person selbst einschätzen, und wer weiß denn schon von außen, welche Klimmzüge jemand machen und welche Einschränkungen jemand auf sich nehmen muss, um sich ein Häuschen zu kaufen – egal, ob in Frankreich oder Deutschland oder sonstwo? Und da wir ja zum Glück alle in einem freien Europa leben, das die schrecklichen Gräbenziehenden und trennenden Kriegserfahrungen zum sicher größten Teil überwunden hat, finde ich nicht mal den Begriff “Auswanderer” so wirklich passend. Das ist gelebtes Europa, nicht mehr und nicht weniger. Jede*r Europäer*in kann leben und arbeiten, wo er/sie will und einen Platz zum Leben findet.

      Dazu kommt meine ganz persönliche Grundhaltung, dass erstens Freude (meine eigene und die der anderen) grundsätzlich einfach nur schön und nicht verwerflich ist, und zweitens ich als Gast (egal wo, und hier bei Hilke bin ich Gast ihres Blogs) keine Forderungen stelle, was meiner Meinung nach irgendwo hingehört oder nicht.

      Ich hoffe, meine offenen Worte werden mir nicht übel genommen, aber ich bin wirklich dankbar für diesen virtuellen Ort der Begegnung und des Austauschs, den Hilke für uns alle zur Verfügung stellt und mit unfassbar viel Liebe und Herzblut mit allem füllt, was wir an Informationen in schwieriger Zeit brauchen und als “Träum-Vorlage” so sehr genießen können. Und was den Inhalt der unzähligen Beiträge angeht, halte ich es wie immer im Leben mit dem Grundsatz “nimm, was du brauchen kannst, und den Rest lass stehen”. Nur, weil ich selbst mit der Cote d’Azur zum Beispiel als einziger Gegend in Frankreich nichts anfangen kann (keine Ahnung, warum, es ist nicht meins), lese ich auch die Berichte von dort sehr gern, gerade wenn sie persönliche Erfahrungen beinhalten.

      Viele Grüße
      Sylvie

    • Hallo Ilse, Dein Vergleich von GB und F bezgl. der Haltung uns Deutschen gegenüber kann ich voll bestätigen….Die meisten Anfeindungen haben wir in GB erlebt, trotzdem sind wir anglophil geblieben und mögen GB sehr…es ist leider weiter entfernt als “unser” Frankreich….ein Frankreich, welches uns aber glücklicherweise oft an England und seine Landschaften erinnert…allein die tollen englischen Wanderwege fehlen in F…da ist GB besser erschlossen und ein echtes Vorbild…

  6. Liebe Verena,
    vielen Dank für deinen liebenswerten Bericht!
    Man bekommt wirklich Lust, euer Dorf und die Gegend einmal kennenzulernen.
    Wir haben seit 3 Jahren ein Häuschen in der Provence, und es war das vergangene Jahr sehr schmerzlich, dass wir nur 3 mal kurz hinfahren konnten.
    Deine Eindrücke von den Franzosen können wir nur bestätigen.
    Wir sind schon immer sehr viel nach Frankfurt gereist und haben sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Bevölkerung gemacht. Eine gewisse Reserviertheit kann ich aufgrund der historischen Erfahrungen der Franzosen mit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg und auch in den Zeiten davor gut verstehen. Das wird Dir als Schweizerin anders gehen.
    Als wir unser Häuschen in der Provence kauften, hatte ich jedenfalls in der Richtung große Bedenken. Aber ich staune immer wieder wie herzlich und wie unvoreingenommen die Bevölkerung ist. Alle sind so hilfsbereit, und niemand rümpft die Nase über mein wirklich schlechtes Französisch.
    Wir wünschen euch weiterhin alles Gute in eurer neuen Heimat.
    Ursula

    • Liebe Ursula, die Franziosen lieben es zu “plaudern”….und und sind wirklich sehr freundlich und Geduldig wenn man nicht so gut ihre Sprache spricht. Und mit einem freundlichen Lächeln dazu kommt man immer weiter.
      Hoffen wir, dass wir bald wieder unbeschwert reisen können.
      Liebe Grüsse Verena

  7. Sehr schönes Haus und toller Bericht ! Ich würde mir nicht zu viele Gedanken wegen Covid 19 machen. Bei uns im Dorf läuft alles wie vor dem Virusalarm. Maske braucht man nur beim Einkauf im Intermarche oder Super U. Liebe Grüße vom Doubs

    • Danke Andreas, wir machen uns keine grossen Sorgen hier. Es ist wie bei euch….Maske im Dorf und im Laden.
      Aber mein Mann gehört zur Risikogruppe, da passten wir vielleicht etwas mehr auf.
      Liebe Grüsse Verena

  8. Liebe Verena,
    auf meinen Reisen durch Frankreich habe ich öfter mal verwunschene Häuser gesehen, die einen inspirieren und träumen lassen. Schön, dass ihr es gewagt habt …
    Liebe Grüße
    Renate

  9. Liebe Verena
    Super Dein Bericht. Er hat uns neugierig für diese Gegend gemacht und ich hoffe wir schaffen es dort einmal ein wenig spazieren zu gehen …… á bientôt Roberto

    • Lieber Robert, es lohnt sich zu kommen. Eine wirklich interessante Gegend, geschichtlich wie auch landschaftlich.
      Liebe Grüsse
      Verena

  10. Liebe Verena,

    was für ein schöner Bericht von anderen Gleichgesinnten mit ähnlichen Erfahrungen! Besonders die Passage imt dem auf der Treppe sitzen und wissen “das ist unser Haus!” kam mir doch sehr bekannt vor :-). So ging es mir vor einam Jahr auch, als ich auf dem Weg war, unser bretonisches Schlösschen auzuschauen. Schon auf den letzten Kilometern Weg kam dieses Gefühl auf, und als ich davor stand wusste ich es auch: das ist es. Wie schön, wenn man seinen Traum realisieren kann, auch wenn es – bei euch ja leider gesundheitlich bedingt – unerwartete Probleme gibt. Aber das nennt man dann wohl Leben … .

    So oder so, vielen Dank fürs Teilhaben lassen an eurer Geschichte. Ich wünsche euch noch viele wunderbare Augenblicke in eurer neuen Heimat, mit Katzen, Wildnis und der netten Dorfgemeinschaft.

    Liebe Grüße von Sylvie, die auch Quilts (und vieles andere) näht, und das in wenigen Jahren dann ganz in der Bretagne tun wird 🙂

    • Liebe Sylvie, vielen Dank. Es ist so ein schönes Gefühl, wenn man weiss, dass es DAS ist was man sucht!
      Hier in Frankreich ist quilten verbreitet, es gibt französische und englische Gruppen (Facebook und auch “reale”), auch sprachlich gemischte.
      Wer weiss, vielleicht treffen wir uns mal in einer Facbook-Quilt-Gruppe oder auch persönlich.
      Einen guten Start in der zukünftigen neuen Heimat wünsche ich euch, bises Verena

      • Als Facebook-Verweigerin (Marc Zuckerberg kriegt meine Daten nicht, auch nicht über WhatsApp …) werden wir uns leider nicht dort begegnen können, aber wer weiß – die Welt ist ja klein und ich stelle mir öfter vor, wie es mal ein Nach-Covid-Treffen von Mein-Frankreich gibt. Es wäre doch irgendwie schön, die Gesichter und Stimmen zu den Menschen hinter den Beiträgen kennenzulernen, mit denen man nun schon seit fast einem Jahr irgendwie über dieses Medium in Kontakt steht.

        In der Bretagne gibt es ohnehin recht viele Engländer (so kamen wir auch an unser Haus, die englischen Besitzer mussten dank Brexit in die alte Heimat zurück), ich weiß dass es da einige Nähzirkel gibt. Vielleicht mache ich einfach selbst einen Nähclub auf, wenn ich endlich ganz übersiedeln kann, mal schauen :-).

        Liebe Grüße und noch eine gute Zeit – bleibt gesund!
        Sylvie

  11. Liebe Verena, schönes Foto vom Giscard !
    “und manchmal finden wird das richtige Wort nicht, aber das alles ist nur noch ein ganz kleines Problem und hin und wieder auch lustig….”
    Kann ich nur bestätigen, ist mir auch so ergangen…vor 30 Jahren, z.B. als ich in einem Andenkenladen arbeitete und ein ital. Tourist mir mit Handzeichen klarmachte, dass er einen Fächer wollte. Nun wusste ich, dass wir keine hatten , aber die Boutique nebenan. Dann erklärte ich ihm, das heisst: “Epouvantail”…und schickte ihn nebenan. Bis mein Chef mir dann mit lautem Lachen erklärte, das heisst Vogelscheuche… ein Fächer heisst aber “Eventail”.. ok klingt ja so ähnlich…der arme Tourist ;-(
    … und in den nun 40 Jahren hier hab ich viiiel gelernt 😉

    • Oh (nun antworte ich mir selber) HEUTE, genau vor 40 Jahren am 24. Januar 1981, sind wir mit Sack und Pack und Papagei und etlichen Komplikationen mit 2 Autos auf eisglatten National-Strassen in Antibes gelandet.. ein Geburtstag sozusagen… und ich bin immer noch hier..
      wie heisst es so schön: “Hier bin ich und hier bleib ich”..

    • Liebe Gitte
      Sowas ähnliches passierte mir auch.
      Ich war bei meiner Kundin und wollte ihr die Medikamente geben, sie weigerte sich aber diese zu nehmen.
      Als ihre Tochter kam, erzähle ich ihr, dass Mamie “les médecine” nicht schlucken wollte….(1:1 vom Schweizerdeutsch übersetzt)….sie verzog ihr Gesicht, die Augen spühten Funken, sie musste sich sehr zusammenehmen um nicht laut los zu lachen….und sagte mir ganz ruhig, dass es heisst: les médicaments….
      Danach verstand ich natürlich dass Mamie sich weigerte…..ich wollte ihr die Ärztze zum schlucken geben….
      Bises Verena

  12. Bonjour Verena
    Dein Text tönt wunderbar für mich…. wir planen Anfang 2022 nach Grau d’Agde ins Dep Herault auszuwandern…
    leider ist ja im Moment nix mit Häuser anschauen…. Französisch parlieren und lesen kann ich gut mein Mann verstehts und reden naja… wird schon werden. Wünsch Euch alles Gute und geniesst es. Wer weiss vielleicht gibt’s ja mal ein 🇨🇭Treff irgendwo da „unten“…. liebe Grüsse aus dem TG Andrea

    • Hallo Andrea
      Dein Ziel 2022 nach Grau d‘Agde zu zügeln ist interessant und ich frage mich wieso. Wir sind sporadisch in der Nähe und geniessen den kilometerlangen Strand Richtung Sête. Du kannst schreiben wenn Du „Unterstützung“ brauchst. Wenn Corona es zulässt sind wir über Ostern in der Nähe.
      Á bientôt Roberto

      • Hallo Robert, wir haben einfach in Grau d‘Agde das „Dorf“ gefunden… es lebt das ganze Jahr… auch im Winter… der lange Strand…. wir hoffen im Juni hin zu dürfen…. würden und auf ein Kennenlernen freuen.
        Liebe Grüsse aus der 🇨🇭

    • Grüezi Andrea
      Ganz viel Glück mit eurer Suche und dem Auswandern!
      Da habt ihr euch auch eine schöne Gegend ausgesucht.
      Ja, wer weiss, vielleicht trifft man sich….hier in der Umgebung sind wir als “les Suisses” und “petit Suisse” bekannt 🙃.
      Bises Verena
      Liebe Grüsse Verea

  13. Ähnlich lief es auch bei uns ….wir sind nach über 20 Jahren Reiseerfahrung quer durch Frankreich ( v.a. Burgund, Auvergne und Limousin , die bergigen, kühleren Regionen ) 2015 im südlichen Burgund / Morvan gelandet …..und wurden herzlich in dem kleinen Weiler in den Bergen des Naturparks Morvan aufgenommen. Unsere kleine Naturstein-Fermette war allerdings bewohnbar und ein Urwald war und ist auch dabei. Diesen Urwald liebe ich besonders und möchte dort einiges naturnah gestalten…Derzeit nutzen wir das Haus als Refugium und wollen später ganz dort leben…Wir finden es sehr angenehm in beiden Kulturen verwurzelt zu sein …müssen aber noch ordentlich französisch lernen….

    • Hallo Stefan,
      Soeben komme ich von einer kleinen Morvan – Wanderung zurück (beim lac de séttons), das Wetter ist gerade so schön und dort oben noch ein wenig Winterzauber — na ja… Ich wohne nicht weit, in Noyers, seit 15 Jahren und immer noch verliebt in mein Frankreich. Vielleicht erzähle ich auch mal wie es mir hier ergeht aber Zufriedenheit macht faul! Aber für Tips stehe ich immer zur Verfügung. Meine Mail kann weitergegeben werden. Salut et à bientôt
      Brigitte W.

      • Servus Brigitte, Du bist auch in Burgund gelandet…schön ! Den nördlichen Teil kenne ich allerdings nicht so gut…ausser den Höhepunkten Semur, Flavigny, Vezelay, Avallon…Winterzauber, ja, den kann man wahrlich im Morvan finden..Ich liebe die Randgebiete am meisten, die Ausläufer, v.a. im Westen und im Süden….die typ. grün-hügeligen Heckenlandschaften dort…Freue mich schon auf Deinen Bericht aus Deinem französischen Refugium…Salut Stefan ( Raum Moulins-Engilbert – Kontakt via srmcc@freenet.de)

  14. Grüezi Verena
    ich freue mich für dich – du schreibst so liebevoll von deiner neuen Heimat. Auch ich besuchte in den frühen 70er Jahren die Schweizerschule und weiss wovon du sprichst, wenn du erzählst, wie mühevoll du damals die französische Grammatik lernen musstest. Aber ein bisschen bleibt ja immer hängen und nun wohnst du in einer wunderschönen Gegend und kannst die Sprachkenntnisse sogar anwenden. Ich kenne das Gebiet von Aveyron gar nicht, habe aber nach dem Lesen deines Artikels sofort im Internet da und dort einige schöne Bilder und Texte gefunden. Diese Gegend ist eine Reise wert! Frankreich ist einfach herrlich!
    Geniesse deine Lebensfreude!
    Härzlichi Grüäss us dr Schwiiz und blib gsund
    Beatrice

  15. Eine wunderbare Ecke haben Sie sich da ausgesucht. Wir waren letztes Jahr im Urlaub in der Nähe von Espallion, und unsere Gastgeberin sagte einmal: das Aveyron ist eine Schatzkammer. Dem ist nichts hinzuzufügen. Wenn alles klappt fahren wir im Frühherbst wieder hin. Viel Spaß im neuen alten Haus

      • Das stimmt Stefan, 😊
        Eine Reise ins Aveyron lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
        Liebe Grüsse Verena

    • Lieber Werner, das stimmt, das Aveyron ist eine Schatzkammer!
      Ich bin optimistisch, dass im Frühherbst alles wieder – mehr oder weniger – normal ist!
      Liebe Grüsse
      Verena

  16. Danke Frau Hammann.
    Wir hatten 2 Möglichkeiten: 1. wir bleiben in der Schweiz, leben in einer kleinen überteuerten Mietwohnung und sind unzufrieden oder 2. wir wagen es und wandern aus und leben unseren Traum.
    Man lernt die Sprache schnell sprechen wenn man sich mit den Einheimischen anfreundet, zudem sprechen viele jungen Leute etwas Englisch und wenden es gerne an (manchmal zu oft 😉) das half uns am Anfang auch.

  17. Auch ich wohne in einem dieser alten Häuser , die anfänglich die Phantasie beflügeln und dann mit viel Arbeit aufwarten .Liebe Verena , obwohl die gesundheitlichen Einbrüche in Deiner Familie sicher sehr belastend und entmutigend waren ,hast Du nicht aufgegeben und fleißig an Eurem Traum weitergestrickt. Chapeau

  18. Sehr mutig, umzuziehen, ohne die Sprache richtig zu können. Und in ein Haus, in dem noch so viel zu machen ist. Wir haben viele Urlaube in Frankreih verbracht, aber immer mit Freunden, die ziemlich gut französisch konnten. Wir konnten es leider beide nicht so gut. Ich wünsche, dass Sie noch lange Freude an Haus und Garten und Landschaft und guter Nachbarschaftz haben.

    • Liebe Hilke,
      in Coronazeiten häufen sich hier die Berichte von Immobilienbesitzern, das mag in diesen Zeiten, in denen normales Reisen nicht möglich ist, gerechtfertigt sein. Die Mehrheit Deiner Leser -so vermute ich ganz einfach mal, und das auch ohne Neid- gehört sicher nicht zu dieser Gruppe. Ich freue mich also wieder auf Zeiten, wo Menschen, die das Land wegen der Sprache (!) und der wunderschönen Landschaften bereisen , hier wieder berichten können oder Infos finden. Ich habe heute im Europamagazin der ARD einen Bericht über die prekäre Situation der französischen Studenten gesehen, die Schlange an Tafeln von Wohltätigkeitsorganisationen stehen. Immerhin hat ihnen die französische Regierung jetzt 2 kostenlose Mahlzeiten pro Tag zugesagt. Das sind Realitäten und Probleme fernab von wohl versorgten Bürgern aus anderen Ländern, die hier ihren Ruhestandstraum suchen. Ich finde, Hilke, auch das sollte mal Thema sein, denn das gehört ebenso wie die Situation in den EHPADs in der ersten und zweiten Welle aus Respekt vor diesem Land hierher- jenseits aller Träume von Idylle à la campagne. Das Land steckt schon lange in großen finanziellen Schwierigkeiten, und das nicht nur seit der Corona-Krise.

      • Liebe Inge, ja, ich kann Dich durchaus verstehen. Einige der nächsten sind Frankreichfreunde ohne Immobilien. Ich würde mich freuen , wenn ein bunter Mix entsteht, der die Vielfalt widerspiegelt. Zur prekären Situation …. dazu gehört auch die Kultur- und Medienszene. Wie viele meiner Kollegen habe auch ich im letzten März meinen letzten bezahlten Auftrag gehabt; 5 der 6 Buchaufträge wurden gekündigt. Und bei den 111 Orten Toulouse, die im Juni in den Handel kommen, gibt es einzig eine Beteiligung an den Verkaufserlösen. Viele Menschen haben aufgrund von Corona private, berufliche, gesundheitliche oder andere Probleme. Ich möchte, das wir gemeinsam diese Zeit gut überstehen – und der Blog jedem ein wenig Glück und Freude beschert. Daher: schönen Sonntag euch allen! Hilke

      • Liebe Inge,
        was du beschreibst ist durchaus richtig, aber hier wollen wir ein wenig träumen, in Erinnerungen schwelgen und vielleicht neue Ziele entdecken. Neben den Reiseberichten finde ich persönlich es sehr spannend, wenn hier auch Menschen berichten, die sich einen Traum erfüllt haben.
        LG Renate

      • Hallo Ilse,

        in diesen nie dagewesenen Zeiten ist es vielleicht für Menschen, die einen Wohnsitz (den ersten oder zweiten) oder diejenigen mit Partner*in im Nachbarland einfach besonders schwierig. Geht es “nur” um Urlaubsreisen, muss man natürlich auch mit der Sehnsucht nach dem Lieblingsreiseland klarkommen, findet aber vielleicht Alternativen oder auch einfach Ablenkung in französischen Filmen, Geschichten o.ä. Ist es einem verwehrt zum Lieblingsmensch zu gelangen oder zum eigenen Haus in dem Arbeiten zu erledigen sind, kommt halt noch mehr dazu. Vielleicht ist das der Grund, warum gerade die sich in dieser Krise hier verstärkt austauschen.

        Ich finde es für meinen Teil nicht zielführend, eine Rangliste von Beweggründen zu erstellen, warum es jemand nach Frankreich zieht. Nicht umsonst heißt diese Seite “Mein Frankreich” und die Liebe zu einem Land ist etwas ebenso persönliches wie die zu einem Menschen. Alle, die hier lesen, kommentieren, Berichte verfassen verbindet doch genau das: die Liebe zu Frankreich, egal worin sie begründet liegt und egal in welcher Form sie gelebt wird.

        Liebe Grüße von einer, deren Liebe über die Sprache zur Literatur, dann zu Land und Leuten und nach über 40 Jahren zu einem Haus um bretonischen Nirgendwo führte:-)

        Sylvie

      • Danke, Sylvie, für besonders diesen Satz:

        Nicht umsonst heißt diese Seite “Mein Frankreich” und die Liebe zu einem Land ist etwas ebenso persönliches wie die zu einem Menschen. Alle, die hier lesen, kommentieren, Berichte verfassen verbindet doch genau das: die Liebe zu Frankreich, egal worin sie begründet liegt und egal in welcher Form sie gelebt wird.

        Genauso soll es sein – für jeden von euch.
        Und darf ich Sie fragen, liebe Ilse Schmidt, ob Sie nicht auch Lust hätten, einmal Ihr Frankreich vorzustellen? Es würde mich sehr freuen!
        Und an alle: Alles Gute und bonne nuit – ich muss unbedingt die nächsten Lesetipps für euch/Sie lesen und mir dazu Notizen machen. ;-). Bises, Hilke

      • Liebe Ilse,
        zweifelsohne haben Sie recht mit Ihren Einwänden und Hilke Maunder kennt auch die derzeitigen Probleme in Frankreich sicherlich besser als viele von uns. Aber die Vielzahl der Medien, die uns zur Verfügung stehen, hält uns auf dem Laufenden und wir erleben alle täglich und oft auch sehr direkt betroffen und schmerzlich, was diese Pandemie bewirkt. Aber genau das erwarten wir doch nicht auf diesem Blog! Was alle Leser verbindet, ist doch die Liebe zu einem Land, ihren Menschen, den wunderbaren Orten und Landschaften und die auch nicht immer nur erfreulichen Erfahrungen. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, so viele gute und sehr persönliche Reise- und Lektüretipps zu bekommen und so weiterhin zu warten und zu hoffen….

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