Zeitlos gute Bücher - hier gibt es Tipps für frankophile Leseratten. Foto: Hilke Maunder

Lieblings-Bücher voller Frankreich-Flair

Diese Bücher sind zeitlos gut – und bringen euch sofort ganz viel Frankreich ins Haus. In einer Welt, in der Neuerscheinungen oft im Minutentakt erscheinen, vergessen wir manchmal, dass wahre literarische Perlen nicht immer frisch vom Stapel laufen müssen. Denn gute Bücher werden nicht dadurch definiert, dass sie brandneu sind, sondern dadurch, dass sie auf ihre ganz eigene Weise fesseln, berühren und vor allem: gut unterhalten.

Genau das bei einigen Titeln der Fall, die sich hier versammelt haben. Wer sich nach Frankreich sehnt, nach Geschichten, die Land und Leute lebendig werden lassen, wird hier fündig. Bereit für eine Reise durch Seiten, die bewiesen haben, dass sie zeitlos begeistern können? Dann lehnt euch zurück, denn diese Buchempfehlungen garantieren beste Unterhaltung – ganz ohne Verfallsdatum. Mein Lieblingstitel ist jedoch ein ganz aktueller – und erzählt von Ruanda. Ich habe den Roman gerade zum dritten Mal verschlungen!

Mein aktuelles Lieblingsbuch

Gaël Faye, Jacaranda*

Ende August ist dieser Roman erschienen, der so viele Facetten hat, dass eine einmalige Lektüre ihm kaum gerecht wird. Sein Autor gilt als einer der vielversprechendsten jüngeren französischsprachigen Autoren.

Gaël Faye wurde 1982 im Burundi geboren, als Sohn einer ruandischen Mutter und eines französischen Vaters. Aufgrund der eskalierenden Konflikte in der Region – insbesondere dem Genozid in Ruanda und dem Bürgerkrieg in Burundi – floh er 1995 mit seiner Familie nach Frankreich. Dort schlug er zunächst eine Karriere als Slam- und Rap-Musiker, gründete das Duo Milk Coffee and Sugar iund veröffentlichte 2013 ein erstes Soloalbum Pili Pili sur un croissant au beurre.

2016 machte sein Debütroman Petit Pays(Kleines Land) Faye auch als Schriftsteller bekannt. Das Buch erzählt die Geschichte des zehnjährigen Gabriel, der im Burundi der frühen 1990er-Jahre eine unbeschwerte Kindheit erlebt, bis politische und ethnische Konflikte das Land und seine Familie auseinanderreißen.

Mit Jacaranda*, am 14. August 2024 ebenfalls im Verlag Grasset erschienen, eroberte Faye erneut die Herzen der Franzosen. Für die Kritiker war der Roman das literarische Ereignis der Saison. 2024 gab es für das französische Original daher den Prix Renaudot. Andrea Alvermann und Brigitte Große übersetzten das 272 Seiten dicke Werk für den Piper-Verlag ins Deutsche.

Im Zentrum der Handlung steht Milan, der in Versailles aufwächst, die Schule besucht und bis dato wenig seine französisch-ruandischen Wurzeln hinterfragt hat. Seine Mutter, Venancia, ist eine Überlebende des Genozids, schweigt aber über ihre Vergangenheit und die Geschichte ihrer Familie. Milan erlebt den Genozid 1994 zunächst nur aus der Distanz, über Fernsehbilder, ohne dass seine Mutter das Geschehen kommentiert oder erklärt.

Das ändert sich, als Claude, ein „Cousin“ aus Ruanda und Überlebender des Genozids, plötzlich bei der Familie in Frankreich auftaucht. Claude spricht kein Französisch, ist traumatisiert und bleibt nur wenige Monate. Für Milan wird Claude wie ein kleiner Bruder, doch nach Claudes Rückkehr nach Ruanda bleibt eine große Leerstelle zurück.

Vier Jahre später reist Milan erstmals mit seiner Mutter nach Ruanda. Dort beginnt er, die Geschichte seiner Familie und seines Herkunftslandes zu erforschen, lebt sich in Ruanda ein und lernt bei seiner Großmutter auch die junge Stella kennen, die nach dem Genozid geboren wurde. Ihre Zuflucht ist ein Jacaranda-Baum. Doch eines Tages wird er gefällt …

Mich hat dieser Roman unglaublich berührt. In stiller, unprätentiöser Sprache erzählt Faye von Menschen, Schicksalen, Orten und geschichtlichen Ereignissen, die Ruanda geprägt haben. „Die Geschichte Ruandas seit der Ankunft der ersten Kolonialherren Ende des 19. Jahrhunderts ist eine Geschichte von gewaltsamen Brüchen und Fälschungen“, sagt Gaël Faye.

„In einem intergenerationellen Dialog zu arbeiten, ermöglichte es mir, den Leser in die Realität jeder Generation eintreten zu lassen, ihren Weg und ihre Beziehung zu den anderen Generationen zu verstehen. Zwischen Rosalie, die in einem vorkolonialen Ruanda geboren wurde, und ihrer Urenkelin, die zu der Generation gehört, die den Völkermord nicht selbst erlebt hat, liegt ein Jahrhundert komplexer Geschichte, voller rassistischer Spannungen, Gewalt und Exile.“ Jacaranda* lässt diese Zeit hautnah, berührend, unterhaltsam und fesselnd aufleben. Wer mag, kann den Roman hier* online bestellen – oder in jeder gut sortieren Buchhandlung erhalten.

Krimis aus Frankreich

Liliane Fontaine, Die Richterin und der Todesbote*

Liliane Fontaine, Die Richterin und der Todesbote

Die gebürtige Saarländerin Liliane Fontaine hat seit vielen Jahren eine Herzensheimat im Gard und kennt daher Nîmes und sein Umland, wo die Untersuchungsrichterin Mathilde de Boncourt und ihr Team Straftaten aufklären, wie ihre Westentasche. Diese Ortskenntnis, gekoppelt mit dem Geschichtswissen der studierten Kunsthistorikerin, spiegeln sich in jedem ihrer Bücher.
Im siebten Band der beliebten südfranzösischen Krimireihe geschehen im Musée de la Romanité im Vorfeld einer großen Kelten-Ausstellung ungewöhnliche Vorfälle: Auf seiner Wachrunde im Museum stirbt ein ehemaliger Polizist und einer der wertvollsten Kultgegenstände der Schau wurde entwendet – augenscheinlich ohne Spuren. Weitere mysteriöse Todesfälle häufen sich. Sämtlichen Opfern wurde der Kopf abgeschlagen.

Was verbindet die Opfer? Und welche Rolle kommt der Ermittlerin Boncourt zu, die sich in einem Verlies mit einem messerscharfen Schwert wiederfindet. Meisterhaft spinnt Liliane Fontaine verwirrende Spuren und erzählt einen Krimi, der bis zur letzten der insgesamt 320 Seiten fesselt. Wieder eine durchgelesende Nacht! Wer mag, kann den Südfrankreich-Krimi hier* online bestellen.

Silke Ziegler, Im Sog des Schweigens*

Silke Ziegler, Im Sog des Schweigens

Die Weinheimerin Silke Ziegler kam 2013 zum Schreiben und gehört heute zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Roman- und Krimiautorinnen. Ihr neuester Krimi verbindet Hochspannung und Romanze in einem 384 Seiten dicken Werk, der ‚Das doppelte Lottchen‘ als Topos der Literatur völlig neu inszeniert.

Sie lässt zwei 28-jährige, erwachsene Frauen die Rollen tauschen. Aurélie, eine Kunstlehrerin, überlegt, die Freundschaft mit Jules, einem Immobilienmakler, zu beenden. Ihre Schwester Charlène hingegen ist Redakteurin, wesentlich aktiver und tough. Sie lebt luxuriös und steckt mit ihrem Ehemann Bastien in einer Ehekrise.

Immer wieder mal hatten die beiden Schwestern in ihrem Leben sich für die jeweils andere ausgegeben, wenn die Situation es in ihren Augen erforderte. Und so stutzt Aurélie auch nicht, als Charlène sie eines Tages bittet, sie daheim für eine paar Tage wegen eines auswärtigen Arbeitseinsatzes zu vertreten und nicht Aurélie zu sein, sondern Charlène.

Welches das tatsächliche Ansinnen für diese Bitte mit Todesfolge war, bleibt so lange ein Mysterium, bis Aurélie ein verstecktes Tagebuch findet … und das Verwirrspiel einen Höhepunkt erreicht. Der Beginn des Buches erscheint nun in einem völlig anderen Licht und erhält erst mit der Fortsetzung der Eingangsszene auf den allerletzten Seiten seine Auflösung.

Dazwischen steckt stundenlanges Lesevergnügen mit Hochspannung und Herz, garniert mit spannenden psychologischen Einblicken in die Figuren und die Beweggründe ihrer Handlungen. Kurzum: eine lange Lesenacht! Wer mag, kann den Krimi hier* online bestellen.

Ralf Nestmeyer, Glutroter Luberon*

Ralf Nestmeyer, Glutroter Luberon

Der vierte Provence-Krimi aus der Emons-Reihe „Sehnsuchtsorte“ führt in den Luberon, hin nach Gordes, wo in einer provenzalischen bories-Trockensteinhütte eine junge Frau halb bekleidet ermordet aufgefunden wird. Erst wenige Wochen zuvor hatte sie ein Kind zur Welt gebracht. Wer ist die Tote? Und warum musste sie sterben? Die Obduktion ergibt: Unter ihren Nägeln an den Händen und Füßen befindet sich Ocker.  

Diese Farbpigmente sind zunächst die einzigen Hinweise, denen Capitaine Malbec und seine junge, Motorrad fahrende Kollegin Leila Bouzidi nachgehen können. Recht bald jedoch gerät ein gewisser Monsieur Tixier, der schon mehrfach mit dem Gericht in Konflikt geraten war und in einem abgelegenen Haus bei Roussillon lebt, in Verdacht.

Doch statt des Mörders finden sie eine Drogenküche. Die Ermittler müssen noch einmal von vorne beginnen und die Fakten neu betrachten. 235 Seiten lang legt Ralf Nestmeyer in bewährter Manier seine falschen Fährten – und überrascht auf den letzten Seiten mit einem überraschenden Finale. Wer mag, kann den Provence-Krimi hier* online bestellen.

Gabriele Kasperski, Bretonisch mit Flammen*

Gabriele Kasperski, Bretonisch mit Flammen

Es brennt! Hoch zündeln die Flammen in den bretonischen Himmel. Im Naturschutzgebiet brennt bei Camaret-sur-Mer in der flirrenden Sommerhitze ein Ferienhaus aus. Mit der Instandsetzung betraut war Isidore Breonnec, ein Allround-Handwerker.

Als Tereza Berger ihn tot auf der Baustelle auffindet, beginnt sie zu ermitteln. Wie auch ihr Freund, Commissaire Mahon, der von den Ermittlungen der Hobbydetektin und Buchhändlerin nicht begeistert ist. Auf der Suche nach dem Täter entdeckt Tereza hinter dem schönen Schein einer Ferienhausvermietung Betrug und Korruption. Und gerät dabei selbst in Gefahr.

Auch der fünfte Band der Krimiserie ist ein typischer Kasperski, prall gefüllt mit vielen Figuren, häufigen Orts- und Actionswechseln, mitunter arg schnoddriger Sprache … und damit genauso chaotisch, voller Leben und Atmo wie die liebenswerte Tereza Berger, der die Probleme diesmal ein wenig über den Kopf zu wachsen scheinen. Wer mag, kann den Bretagne-Krimi hier* online bestellen.

Herz & Historie voller Frankreich-Flair.

Valerie Jakob, Hôtel Atlantique*

Bereits schon 2018 erschienen ist dieser Regionalkrimi, der an der baskischen Küste bei Biarritz spielt – doch erst jetzt entdeckte ich ihn beim Stöbern nach Literatur von dort. Es ist der erste Krimi einer deutschen Autorin, die mit dem zeitgeschichtliche Roman Frag nicht nach Agnes für Aufhorchen gesorgt hatte. Auch ihr Krimi-Debüt führt zurück ins von den Nazis besetzte Frankreich.

Im Mittelpunkt steht Delphine Gueron, eine ehemalige Kommissarin der Pariser Polizei, die sich nach ihrer Pensionierung in ihre südwestfranzösische Heimat nahe Biarritz zurückzieht. Sie verbringt ihre Tage mit Gartenarbeit und trifft sich regelmäßig mit ihrer älteren Freundin Aurélie im noblen Hôtel Atlantique.

Als Aurélie plötzlich stirbt – offiziell ein Unfall –, glaubt Delphine nicht an die offizielle Version und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützung erhält sie vom fünfzehnjährigen Karim, der ursprünglich bei ihr eingebrochen ist und nun als eine Art „Strafe“ Hausarbeiten übernimmt. Die Nachforschungen führen das ungleiche Duo in die deutsch-französische Geschichte zurück, insbesondere zu den sogenannten Wehrmachtskindern aus dem Zweiten Weltkrieg, deren Schatten bis in Aurélies Familie reichen

Ihr Roman überzeugt mit atmosphärischer Dichte und authentischem baskischem Lokalkolorit: Die südwestfranzösische Küstenlandschaft wird ebenso lebendig wie die vielschichtigen Hauptfiguren Delphine und Karim, deren ungewöhnliche Freundschaft dem Krimi emotionale Tiefe und Dynamik verleiht. Die klug konstruierte Handlung verbindet geschickt Spannung mit historischen Themen und hebt das Buch über den klassischen Regionalkrimi hinaus.

Stellenweise jedoch ist die Story recht vorhersehbar, die vielen Nebenhandlungen, die durchaus interessant sind, nehmen dem Krimi ein wenig die Spannung. Wer einen rein auf Ermittlungsarbeit fokussierten Krimi erwartet, wird sich von den historischen Exkursen abgelenkt fühlen, wer hingegen spannende Zeitreisen liebt, begeistert sein. Hier* könnt ihr den Roman online bestellen.sen abgelenkt fühlen, wer hingegen spannende Zeitreisen liebt, begeistert sein. Hier* könnt ihr den Roman online bestellen.

Anthony Passeron, Die Schlafenden*

Mit „Die Schlafenden“ hat der französische Autor Anthony Passeron ein beeindruckendes Erstlingswerk hingelegt, das im französischen Original mit zahlreichen Preisen bedacht wurde, u.a. dem Prix Première und dem Prix Première Plume.

In seinem Roman erzählt Passeron schnörkellos und nüchtern die persönliche Geschichte von Passerons Onkel Désiré. Désiré war der älteste Sohn einer angesehenen Metzgerfamilie in einem Dorf bei Nizza und wurde in den frühen 1980er-Jahren heroinabhängig. Später infizierte er sich mit HIV und starb an AIDS. Die Biografie von Désiré zeigt, wie seine Familie, insbesondere seine Mutter Louise, mit seiner Sucht und Krankheit umging.

Akribisch darin eingebettet ist die Geschichte der AIDS-Epidemie. Detailliert beschreibt Passeron die Erforschung des HIV-Virus durch französische und amerikanische Mediziner. Er schildert den Kampf gegen Verharmlosung und Gleichgültigkeit gegenüber der Krankheit und zeigt, wie AIDS anfangs als „Schwulenkrebs“ oder „Junkieseuche“ abgetan wurde.

Gerade die sachliche Darstellung sorgt dafür, dass ich den Roman, der Licht auf eine düstere Zeit wirft, die noch nicht lange zurückliegt, als sehr bewegend und wichtig empfunden habe. Wer mag, kann den Roman hier* online bestellen.

Gaëlle Nohant, All die gestohlenen Erinnerungen* (Le bureau d’éclaircissement des destins*)

Gaëlle Nohant ist eine französische Autorin, die 1973 in Paris geboren wurde und heute in Lyon lebt und arbeitet. Ihr Roman „All die gestohlenen Erinnerungen“ wurde 2023 mit dem Grand Prix RTL-Lire ausgezeichnet. Der Roman handelt von der französischen Archivarin Irène, die für die Arolsen Archive arbeitet.

Ihre Aufgabe ist es, persönliche Gegenstände, die einst KZ-Häftlingen von den Nazis abgenommen wurden, an die Nachkommen der Opfer zurückzugeben. Im Roman folgt Irène bei ihren Recherchen dabei zwei spezifischen Objekten: einem verblichenen Stoffpierrot, der einem 15-jährigen Jungen namens Lazar gehörte, der Buchenwald überlebte, aber später in Griechenland verschwand, und einem Medaillon, das der Polin Wita in Auschwitz gehörte. Wird sie es schaffen, ihre Familiengeheimnisse zu lüften, ihre Schicksale zu klären?

Ihre Schicksale, und damit die Handlung des Romans, sind fiktiv – und inspiriert von der Arbeit einer Organisation, die im Herzen der SS-Hauptstadt der Nazizeit bis heute sich dem Schicksal der KZ-Häftlinge widmet: die Arolsen Archives. Sie wurden 1948 von den Alliierten unter dem Namen International Tracing Service (ITS) gegründet, um nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Suche nach vermissten Personen und der Klärung von Schicksalen zu helfen. Die Arolsen Archives verwahren rund 3000 Gegenstände, die KZ-Häftlingen gehörten, und versuchen, im Rahmen der Kampagne #StolenMemory, diese an die Familien der Opfer zurückzugeben.

Nohant selbst wurde durch die Erfahrungen ihrer Großmutter während des Krieges inspiriert, dieses Buch zu schreiben. Heraus kam ein tief berührendes Werk, das Bekanntes nicht in neuer Form wiederholt, sondern ein noch recht unbekanntes Kapitel bei der Aufarbeitung des Holocaust aufschlägt. Wer mag, kann den Roman über die Arolsen-Archives hier* online bestellen.

Elena Eden, Der Garten im Licht*

Elena Eden ist eine deutsche Autorin, die sich auf Gartenromane spezialisiert hat. Ihr Motto lautet „Familiengeschichten auf Gartenwegen“. Nach ihrem Debütroman „Der Garten unter dem Eiffelturm“ hat sie nun mit „Der Garten im Licht“ eine Fortsetzung vorgelegt, die euch an die französische Riviera versetzt.

Im Zentrum der Handlung steht Alina Rosen, eine Gartenfotografin, die von einem Arbeitsauftrag an die sonnenverwöhnte Côte d’Azur geführt wird. In Menton, berühmt für seine Zitronengärten, stößt Alina auf eine geheimnisvolle Spur ihrer eigenen Familiengeschichte. Eine Enthüllung aus dem Nachlass ihrer Großmutter Helena führt sie auf die Fährte von Antoine de Montagne, einem französischen Kunsthistoriker – und ihrem nie gekannten Großvater.

Ihre Großmutter und Antoine verband in den 1950er-Jahren eine große Liebe in Berlin, doch diese endete abrupt. Warum haben sich ihre Wege getrennt? Weshalb hat Antoine sich nie bei Helena gemeldet? Alina setzt alles daran, diese Fragen zu klären. Dabei wird sie mit einem mysteriösen Manuskript konfrontiert, das auf eine Verbindung zwischen ihrer Familie, der berühmten Kunstsammlerin Beatrice von Rothschild und einem Gemälde von Claude Monet hinweist.

Die Enthüllungen scheinen immer tiefer in die Vergangenheit zu reichen und drohen Alinas eigenes Leben zu erschüttern, nicht zuletzt ihre Beziehung zu Florian, der in der Ferne immer distanzierter wirkt. Wer mag, kann den Côte-d’Azur-Roman hier* bestellen.

Bettina Pohlmann, Paula in Paris*

Die Hamburger Autorin und Regisseurin Bettina Pohlmann hat nach dem Abitur ein Jahr in Paris verbracht – und ist nach dem Studium für ein weiteres Jahr nach Paris zurückgekehrt. Ihre Erfahrungen und Begegnungen flossen ein in ihren 360 Seiten dicken Roman „Paula in Paris“.

Seine Hauptfigur ist die 20-jährige Paula, die gerade ihr Abitur im Hamburger Vorort Wentorf abgeschlossen hat und für ein Jahr als Au-pair nach Paris geht – und damit den Spuren ihrer Großmutter folgt, die ebenfalls als junge Frau Paris entdeckt und erlebt hatte. In Paris angekommen, sieht sich Paula mit einigen Herausforderungen konfrontiert.

Die Stadt und ihre beiden Gastfamilien machen es ihr nicht leicht – und auch politisch ist Paris 1985 ein heißes Pflaster, wie der zweite Teil des Romans zeigt, der die Anschläge vom Dezember 1985 aufgreift. Damals soll die Hisbollah-Miliz Bomben in zwei Pariser Warenhäusern gezündet haben, wobei 43 Personen verletzt wurden.

Ob es tatsächlich die Hisbollah war, ist heute unter Historikern umstritten. In diesem politischen Ausnahmezustand begleitet der Entwicklungsroman Paula bei ihrer Suche nach ihrer Rolle im Leben und ihren Erfahrungen mit den Spielarten der Liebe. Hier* könnt ihr den Coming-of-Age-Roman bestellen.

Elli Sand, Mademoiselle Lilou

In einem Kommentar zu meiner Katzengeschichte erhielt ich von einer Autorin mit dem Pseudonym Elli Sand diesen Kommentar mit dem Hinweis auf eines ihrer Bücher: „Eine zauberhafte Geschichte. Ich lebe mit meinem Mann am Canal du Midi, auch mir ist eine Katze zugelaufen. Sie schenkte sich mir quasi zum Geburtstag, eroberte meinen Lesesessel und mein Herz. Nun habe ich einen Roman über sie geschrieben: MADEMOISELLE LILOU, Erlebnisse in Südfrankreich aus der humorvollen Sicht einer occitanischen Katze. Das Preprint ließ ich zu Ostern drucken und habe es an Freunde verschenkt.“

Neugierig geworden, las ich die 173 Seiten dicke Erzählung als Bettlektüre, wurde gut unterhalten und musste mitunter lauthals lachen, ist das Büchlein doch eine sehr unterhaltsam verfasste Landeskunde aus den Augen eines neugierigen Tigers, der sich über die Lebensgewohnheiten so manch seiner Mitmenschen mehr als wundert. Wer mag, kann das Buch direkt bei der Autorin bestellen: elli-sand@gmx.de

Reiseführer zu Zielen in Frankreich

Antje Kahnt, Zu Fuß durch Paris*

Antje Kahnt, Zu Fuß durch Paris

„Stadtstreicherin“ nennt Antje Kahnt ihren Beruf und führt seit mehr als zwei Jahrzehnten bei ihren Stadtführungen Reisende kreuz und quer durch Paris. Bereits während des Studiums verliebte sich die Düsseldorferin in Frankreichs Kapitale. Seitdem hat sie Paris kreuz und quer durchstreift, in vielen quartiers ein Zuhause auf Zeit gefunden und das echte Paris abseits der berühmten Sehenswürdigkeiten hautnah erlebt – und dieses auch gerne abseits der ausgetretenen Pfade.

Die schönsten Stadtspaziergänge in Paris hat Antje Kahnt jetzt auf 168 Seiten mit vielen eigenen Fotos verraten: Zwölf Spaziergänge mit zwölf Themen – von den Dichtern und Denkern in Saint-Germain-des-Prés bis zu den Ufern der Seine, wo die Welt zu Gast war, vom grünen Paris der Coulée Verte bis zum Jugendstil von Passy und Auteuil, die kürzeste Route vier, die längste acht Kilometer lang. Tipps zum Parken und ÖPNV gehören ebenso dazu wie Adressen zum Einkehren und Genießen.

Wer ihren Strecken folgt, sieht Bekanntes im neuen Licht, entdeckt an berühmten Zielen Kleinode und Dinge, die bislang übersehen wurden – und spaziert durch Viertel, die typisch pariserisch sind und weniger bekannt. So bieten sie auch, wie an der vergessenen Bièvre oder in Auteuil, denjenigen, die Paris schon gut kennen, die eine oder andere Neuentdeckung. Wer mag, kann ihre Stadtspaziergänge hier* online bestellen.

Koch- und Gastroführer

François-Régis Gaudry & Freunde, Die Gourmet-Bibel Paris*

François-Régis Gaudry, Gourmet-Bibel Paris

Mit der Goumet-Bibel Frankreich* legte François-Régis Gaudry 2022 ein monumentales Standardwerk zur französischen Küche vor. Im Herbst 2023 folgte sein nächstes Mammutwerk: ein 400 Seiten dicker Kulinarikführer mit Produkten und Porträts, Rezepten und Reiseerlebnissen, Anekdoten und Adressen. Mehr als 2000 Empfehlungen von Restaurants, Cafés, Bars, Konditoreien, Bäckereien und Feinkostläden listet sein Werk auf. 255 Beiträge widmen sich typischen Speisen, historischen Ereignissen und Pariser Persönlichkeiten, die die Hauptstadt-Küche geprägt haben – und heute prägen.

Es ist ein Werk, das einlädt, im Sessel darin zu blättern, sich in die Kulturgeschichte der Pariser Küche zu vertiefen, stellt Trends von einst und heute vor, und macht Lust, am liebsten sofort über die Märkte der Stadt zu schlendern, den Kühlschrank zu füllen und loszukochen.

Die Kosten für die Übersetzung und die Lizenzierung machen die deutsche Ausgabe leider deutlich teurer als die englischsprachige Fassung* oder das französische Original. Das kulinarische Kompendium zu Paris könnt ihr hier* online bestellen.

Transparenz

Sämtliche Bücher stellten mir die Verlage kostenlos zur Rezension zur Verfügung. Dafür sage ich herzlichen Dank.

Einfluss auf meine Blogberichte hat dies nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

Noch mehr Bücher

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