Junge Hotel-Konzepte in Frankreich

Der multifunktionelle Aufenthaltsraum im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Der multifunktionelle Aufenthaltsraum im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder

Neue Hotel-Konzepte haben die klassische Hotellandschaft in Frankreich frisch verjüngt. Besonders innovativ zeigt sich die Budget-Hotellerie. Zu den Billiganbietern Première Classe und Formule 1, Preiswert-Ketten wie Fasthotel, Brithotel, Balladins, Ibis Budget und Campanile haben sich inzwischen Hotels gesellt, die Budget-Betten neu definieren: lifestylig, nachhaltig und modern.

Auch in den anderen Segmenten stehen die Zeichen auf Innovation: smart und grün sind die beiden großen Strömungen fürs Hotel bei Renovierungen und Neugestaltungen.

Greet Hotel

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Frankreichs Hotelgruppe Accor hat in zwei Roll-outs 2020 und 2022 eine neue Hotelmarke auf den Markt gebracht: die Greet Hotels. Inzwischen gibt es nicht nur ein Dutzend Häuser in Frankreich, sondern auch Dependance in Berlin und Darmstadt.

Mein Zimmer im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Mein Zimmer im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Das Bad meines Zimmers im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Das Bad meines Zimmers im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder

Das Konzept: jung, nachhaltig bei verwendetem Material, Lieferketten und Ressourceneinsatz – und erfrischend anders.  Jedes der Hotels wird seinen eigenen Stil pflegen. Gemeinsam ist allen Greet-Häusern, dass es keine klassische Rezeption mehr gibt. Eingecheckt wird am Tablet eines Mitarbeiters.

Der schnelle Check-Out des Greet Hotels Saix. Foto: Hilke Maunder
Der schnelle Check-Out des Greet Hotels Saix. Foto: Hilke Maunder

Zwei Zimmertypen

Die Zimmergröße ist mit 12 Quadratmetern relativ klein. Schallisolierung ist überall Standard. Zwei Zimmertypen bieten die Greet-Hotels. Die Pure-Zimmer sind recht minimalistisch eingerichtet, während die geräumigeren Pop-Zimmer ein farbenfrohes Design aufweisen.

Rückzugsecke am Flur im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Rückzugsecke im Flur im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder

Es gibt auch Familien-/Gruppenzimmer für 4 bis 6 Personen, und für Familien wird eine Babyausstattung zur Verfügung gestellt. Diese Zimmer werden 20 Prozent der Gesamtkapazität eines Greet-Hotels ausmachen. Die Hotels verfügen über 50 bis 300 Betten. Durchschnittlich sind die Häuser 70 bis 80 Zimmer groß.

Essen, trinken, gesellig sein, arbeiten oder spielen: der multifunktionale Gemeinschaftsbereich im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Essen, trinken, gesellig sein, arbeiten oder spielen: der multifunktionale Gemeinschaftsbereich im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder

Lokal verankert und gesellig

Ein weiteres Merkmal sind die 100 Quadratmeter großen Gemeinschaftsräume. Meist als Teil der Lobby gestaltet, könnt ihr euch dort entspannen, arbeiten oder unterhalten. In den Außenbereichen gibt es – je nach Hotel – Schwimmbad, Boules-Platz und Tischtennis.

Das Frühstücksbüffet im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Das Frühstücksbüffet im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Die Küche der Greet Hotels legt großen Wert auf lokale Angebote und arbeitet mit örtlichen Produzenten zusammen. Foto: Hilke Maunder
Die Küche der Greet Hotels legt großen Wert auf lokale Angebote und arbeitet mit örtlichen Produzenten zusammen. Vieles ist hausgemacht. Foto: Hilke Maunder

Für Geselligkeit sorgt eine Greet Bar. Monatliche Greet Times laden zum Austausch mit lokalen Organisationen und Künstlern ein.

Die Bar im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder
Die Bar im Greet Hotel Saix. Foto: Hilke Maunder

Bis 2030 will die französische Accor-Gruppe 300 Greet-Hotels in Europa betreiben. In Frankreich findet ihr Greet Hotels bereits in Beaune, Marseille, Lyon, Paris, Rennes, Bourges, Saix und Saint-Germain-en-Laye.

Jo & Joe

Hostel, Hotel, Bar und Nachbarschaftstreff verschmilzt die Accor-Marke Jo & Joe, deren Slogan heißt: COOL. CARING. BLENDED.  Das zweite Budget-Label der französischen Accor-Gruppe versteht ihre Objekte als Open House, die eine neue Art der Gastlichkeit bieten: so gemütlich wie daheim, nur woanders, bewirbt Accor das Konzept.

Ein Haus, in dem Sie sich nach Lust und Laune treffen, gemeinsam anstoßen oder etwas essen, kochen, plaudern, lachen, entspannen, träumen, arbeiten, lieben, Yoga machen, Gitarre spielen, die Stadt erkunden … und schlafen können! Ein Haus, in dem Sie das Leben in vollen Zügen genießen können.
Neben mehreren Standorten in Paris ist Jo & Joe inzwischen auch in Hossegor und weiteren französischen und internationalen Städten vertreten.
www.joandjoe.com

Eklo Hotel

Das Eklo-Hotel von Grand-Parilly bei Lyon von außen. Foto: Hilke Maunder
Das Eklo-Hotel von Grand-Parilly bei Lyon von außen. Foto: Hilke Maunder

„Ökonomie, Ökologie, Geselligkeit“ ist die Maxime der Eklo-Hotels von Emmanuel Petit, einst Führungskraft bei Accor und heute Präsident der Eklo-Gruppe aus Bordeaux. Zu den Aktionären gehören die Mitbegründer der Accor-Gruppe, Paul Dubrule und Gérard Pelisson, Olivier Pelat und die Familie Lameloise.

Der Zugang zu den Zimmern im 9. Stock. An der Schmalseite des Hochhauses gibt es eine Feuertreppe nach unten. Foto: Hilke Maunder
Der Zugang zu den Zimmern im 9. Stock. An der Schmalseite des Hochhauses gibt es eine Feuertreppe nach unten. Foto: Hilke Maunder

Der Einstiegspreis für ein Zimmer liegt bei 49 Euro. Zu diesem können die Gäste zusätzliche Leistungen wie Fernsehen, Reinigung oder Frühstück kaufen. WLAN ist stets kostenlos. Neben Einzel-, Doppel- und Familienzimmern gibt es auch Schlafsäle. Einer von ihnen ist nur für weibliche Gäste.

Integriert in den ÖPNV

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Das Bad von Zimmer 913. Ablageflächen befinden sich über dem WC. Foto: Hilke Maunder
Das Bad von Zimmer 913. Ablageflächen befinden sich über dem WC. Foto: Hilke Maunder
Das Familienzimmer im Eklo-Hotel Bordeaux. Foto: Hilke Maunder
Das Familienzimmer im Eklo-Hotel Bordeaux. Foto: Hilke Maunder

Die Eklo-Hotels befinden sich in der Nähe von Stadtzentren und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Jedes Haus verfügt über etwa 100 Zimmer.

Um möglichst ökologisch zu sein, denkt Eklo schon beim Bau an den Energie- und Wasserverbrauch und schließt Partnerschaften mit Start-ups wie MéGO!, die Zigarettenkippen zu Stadtmobiliar verarbeiten.

Die Lobby. Foto: Hilke Maunder
Die Lobby. Foto: Hilke Maunder

Für Geselligkeit stehen die offenen und vielgestaltigen Lebensräume um einen zentralen Empfang und die Bar. Sie kombinieren Sitzgelegenheiten unterschiedlicher Typologien: hier Caféterrassenflair mit runden Tischen und Flechtstühlen, dort massive lange Holztische aus Eiche und Hochstühle aus rotem Metall im Industrielook.

Standards sind ein großes Chesterfieldsofa, Tischfußball und einen Vintage-Flipper sowie eine Kunden- und eine Profiküche.

Die kleine Épicerie des Eklo-Hotels mit Feinkost, Wein und Craft Beer. Foto: Hilke Maunder
Die kleine épicerie des Eklo-Hotels Lyon mit Feinkost, Wein und Craft-Beer. Foto: Hilke Maunder

Lifestyle-Budget-Hotelmarke

Emmanuel Petit will Eklo zur Lifestyle-Referenzmarke für Budget-Hotels machen. Nach Le Havre, Le Mans, Lille, Bordeaux, Clermont-Ferrand, Marne-la-Vallée und Toulouse hat die Eklo-Gruppe im Januar 2023 ihr achtes Hotel im sich schnell entwickelnden Stadtteil Grand Parilly von Vénissieux im Südosten der Metropolregion Lyon eröffnet.

Das reichhaltige Frühstücksbüffet kostet extra. Foto: Hilke Maunder
Das reichhaltige Frühstücksbüffet kostet extra. Foto: Hilke Maunder

Das neue Eklo-Hotel am westlichen Eingang von Grand Parilly befindet sich auf 10 Etagen im Quartz-Gebäude, einem wichtigen Immobilienprogramm in diesem neuen Stadtteil, in dem u. a. Ikea und Leroy Merlin angesiedelt sind.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Das Hotel erstreckt sich über eine Fläche von 2.250 Quadratmeter und bietet 111 Zimmer mit 278 Betten in verschiedenen Kategorien, darunter Familienzimmer für bis zu 4 Personen.

Ein gemütlicher Bereich mit kostenlosem WLAN, ein Tagungsraum, ein Fitnessraum, ein privater Bereich mit Tischfußball, eine Bibliothek, eine überdachte Terrasse und eine Gemeinschaftsküche tragen zu dem Geist bei, den die Hotelgruppe für sich beansprucht.
www.eklohotels.com

Auch eine Bar gehört stets zum Hotelkonzept von Eklo. Foto: Hilke Maunder
Auch eine Bar gehört stets zum Hotel-Konzept von Eklo. Foto: Hilke Maunder

Facelift bei bekannten Hotel-Marken

Ibis-Budget

Ibis Budget, das die einstigen Etape-Häuser zunächst ohne große bauliche Veränderungen in seine Markenwelt integriert hat, begann 2018 mit der Neugestaltung jener Zimmer nach Entwürfen von Didier Versavel. Die Gestaltung der Nid (Nest)-Zimmer basiert auf dem Coccooning-Konzept und ist in zehn Versionen erhältlich, darunter 2 Tribus-Familienzimmer.

Die früheren Etagenbetten machen seitdem Platz für ein Doppelbett, in das ein ausziehbares Bett integriert ist. Dank dieses Bettes nach dem Sweet BedTM by ibis budget-Konzept kann sich das Zimmer im Laufe des Tages vom Wohn- zum Schlafzimmer wandeln und wieder zurück. Für unterschiedliche Stimmungen sollen die Farben der Zimmertypen sorgen: blau, grün, rot und gelb.
https://ibis.accor.com

Smart Campanile

Die Hotel-App steuert die Beleuchtung und das Thermostat. Per Induktion lädt das Handy auf. Roboter übernehmen den Zimmerservice.  Als Pilot des Labels Smart Inside der Louvre Hotels Group steht das Campanile Smart Lyon Est-Eurexpo (Rhône) für die vernetzte Hotellerie von morgen.
www.campanile.com

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6 Kommentare

  1. Der Artikel war sehr interessant. Wir haben bereits ein Ibis Hotel in Rouen genutzt auf der Durchreise in die Bretagne. Hier konnten wir sogar unsere Hündin mitnehmen.
    Ich lese jede Woche Deinen Blog mit großem Interesse.

  2. Liebe Hilke,
    Du verstehst es immer wieder mein Interesse für Frankreich und Deinen bloc zu wecken – Respekt.
    Die Info über die low-budget-Hotels finde ich sehr spannend.
    Liebe Grüsse
    Benno

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