Agnel, RolloN & Co.: lokales Geld in Frankreich

L'Agnel, das lokale Geld von Rouen. Foto: Hilke Maunder
L'Agnel, das lokale Geld von Rouen. Foto: Hilke Maunder

Agnel heißt es. Schäfchen. Und wer es hat, hat seine Schäfchen im Trockenen. Denn das ist das Ziel der lokalen Währung von Rouen. Mitte November 2015 in Rouen gestartet, gelten die kleinen Scheine in 5, 10, 20 und 50 Agnel längst auch in Dieppe.

Seit 2010 wurde in Frankreich bereits mehrere Lokalgeld-Initiativen gestartet. So unterschiedlich ihre Akteure sind, so einheitlich ist ihr Ziel. Die lokale Komplementarwährung, die als Zahlungs-, Investitions- und Schenkungsmittel zwischen Verbrauchern, Anbietern und Vereinen verwendet wird, soll die regionale Wirtschaft fördern und stabilisieren.

So bliebt das Geld in der Region, statt ins Ausland oder in Finanzmärkte abzuwandern. Das hält die Arbeitsplätze vor Ort und verhindert eine Verlagerung  ins Ausland, sagen die Befürworter.

Mehr als 40 Währungen in Frankreich

Rund 40 Lokalwährungen gibt es bereits in Frankreich, und damit deutlich mehr als in Frankreich. Im Süden heißen sie „Pyrenäe“, anderenorts „Sardine“ oder „Biene“. Biobauern, Dorfbäcker, Fahrradläden und kleine Geschäfte akzeptieren das andere Geld, das längst keine spinnerte Idee ist.

Hinter dem normannischen RolloN steht die gesamte Region. Sie hat eine App entwickelt, die das regionale Geld ausschließlich in der virtuellen Welt wirken lässt. Dort entwickelt der RolloN, der 1:1 den Wertgehalt des Euro hat, eine größere Dynamik als die offizielle Währung.

Während jeder Euro eine Interaktion von zwei bis vier Mal bewirkt, sorgt der RolloN sechs bis acht Mal für Geschäftsaktivitäten und Umsatz. Der R9llon, davon ist die Region Normandie überzeugt, sorgt für intensiveres Wirtschaften in der Region. Und schützt lokales Know-how und Savoir-Vivre.

Lokales Geld fördert die Wirtschaft

Möglich machte die lokalen und regionalen Gelder François Hollande. Der damalige Präsident ließ ein Gesetz für die „soziale und solidarische Wirtschaft“ verabschieden. Es regelt nicht nur die Finanzierung von Genossenschaften, ethisch motivierten Subventionen oder Fairtrade-Ketten, sondern ermöglichte erstmals auch die Schaffung von Lokalwährungen.

In Paris und der Île de France gibt es seit Mai 2014 das Lokalgeld La Pêche.Die Rückseite der Geldscheine verkündet das Credo der lokalen Währung „Lokal, solidarisch, ökologisch, bürgernah.“

Lokales Geld in Frankreich: eine kleine Auswahl

  • Abeille in Villeneuve-sur-Lot (Februar 2011)
  • Galléco im Département Ille-et-Vilaine (2013)
  • Heol in Brest (Januar 2012)
  • Le Stück in Strasbourg (Oktober 2015)
  • Occitan in Pézenas (Januar 2010)
  • T!nda in Béarn (Juni 2015)
  • Aix-en-Provence und Umland: La Roue (März 2019)
  • Montpellier: La Graine (September 2018)
Der Shop der lokalen Währung Agnel in Rouen. Foto: Hilke Maunder

 

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