Die große Radel-Runde am Mont Ventoux

Mont Ventoux, der Radler-Berg

21,5 Kilometer, 1677 Höhenmeter, acht Prozent Steigung im Durchschnitt, in der Spitze zwölf: Der Gipfelsprint auf den Mont Ventoux ist selbst für trainierte Sportradler eine Herausforderung. Mit einem E-Bike wird es hingegen kinderleicht, den legendären Berg bei einer Tour de Mont Ventoux ganz entspannt von allen Seiten erleben.

Der Gipfelsprint

Seit im Jahr 1900 die auf den Gipfel des Mont Ventoux führende Straße eingeweiht wurde, ist er eine Hochburg sportlicher Leistungen

Dank der Tour de France und Radrennen wie dem Critérium du Dauphiné Libéré wurde der Mont Ventoux ein legendärer Zielort und eine Herausforderung für jeden Radsportler. Die Bezwingung des Mont Ventoux ist legendär und gehören zu den gefürchtetsten Anstiegen der Tour de France.

Mont Ventoux, Radler. Foto: Hilke Maunder
Ein Radler am Mont Ventoux quält sich zum Gipfel. Foto: Hilke Maunder

Die drei Gipfelrouten

Die Südroute

Die Südroute über Bedoin ist die schwierigste (21,5 km, Höhenunterschied 1 610 m, mittlere Steigung 7,75 Prozent

Die Nordroute

Die Nordroute beginnt in Malaucène und ist ebenfalls sehr fordernd (21 Kilometer, 1.548 Meter Höhenunterschied, mittlere Steigung 7,5 Prozent).

Die Ostroute

Die Ostroute ist am wenigsten anstrengend. Sie beginnt in Sault (26 Kilometer, 1.187 Meter Höhenunterschied, mittlere Steigung,  4,7 Prozent).

Am Chalet Reynard (1420 m) laufen die Ost‐ und die Südroute zusammen. Dann bleiben noch die berühmten sechs Kilometer der „Steinwüste“ durch eine absolut mondhafte Landschaft aus Kalkgeröll.

Ein Berggasthof unterhalb des Gipfels des Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder
Das Chalet Liotard, ein Berggasthof unterhalb des Gipfels des Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder

Die Ventoux-Runde

Ihr startet in Villes-sur-Auzon am Weinkeller Terra Ventoux, der nicht nur zur Verkostung der eigenen Weine einlädt, sondern auch E-Bikes verleiht und Radtouren in die Umgebung anbietet.

Gut versorgt mit Proviant und Routeninfos, geht es auf der D942 in die Gorges de la Nesque zum Aussichtspunkt des Felsens Rocher du Cires.

Die bis zu 300 Meter tiefe Schlucht ist zu Beginn bewaldet und geradezu lieblich, wird aber dann immer schroffer und karger. In Monieux berichtet das Musée de la Truffe von der rabasse, der Trüffelsuche am Mont Ventoux.

Weiter auf der D 942 erreicht ihr Sault, wo die Distellerie Aroma’Plantes verrät, wie aus Duftpflanzen ätherische Öle gewonnen werden. Die Hochebene von Sault ist das Land des Lavendels und des Dinkels!

Die erste Tagesetappe endet nach weiteren elf Kilometern in Aurel mit einer erholsamen Nacht im Relais du Mont Ventoux. Die D952 bringt euch am nächsten Tag nach Reilhanette, wo ein Abstecher zu den Thermen von Montbrun-les-Bains lockt.

Am Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder
Am Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder

Auf der D72 und D40 kommt ihr durch das Tal des Toulourenc mit großartigen Panoramaaussichten auf den Ventoux ins befestigte Örtchen Brantes. Dort könnt ihr euch in der gemütlichen L’Auberge stärken. Danach geht es auf via D40 und D5 weiter nach Mollans-sur-Ouvèze.

Wer noch Kondition hat, macht einen steilen Schlenker zum Bergnest Vaux, ehe der Tag in Malaucène im Spa Ventoux mit Wellness ausklingt, wo ihr auch übernachten könnt. Sparfüchse wählen für preiswerte, grundsolide Kost und Logis Le Blueberry im Ortszentrum.

Dorf am Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder
An solchen Bergnestern kommt ihr unterwegs immer wieder vorbei. Foto: Hilke Maunder

Vorbei an Suzette und Le Barroux kommt ihr am dritten Tag auf der D 90 zum Städtchen Caromb zu Füßen der Bergspitzen der Dentelles de Montmirail, das im Juli ein Feigenfest feiert.

Über Crillon-le-Brave und Bedoin wird Flassan erreicht, wo Ruchofruit die Aromen der Region versüßt – als Konfitüre in 50 Sorten. D 19 und D 184 bringen euch zurück zum Ausgangspunkt Villes-sur-Auzon.

Mont Ventoux: 11 % Steigung - und der Gipfel ist noch zehn Killometer entfernt. Foto: Hilke Maunder
Mont Ventoux: 11 % Steigung – und der Gipfel ist noch zehn Killometer entfernt. Foto: Hilke Maunder

Radeln am Mont Ventoux: meine Reise-Infos

Strecke: 120 km
Dauer: 3 Tage

Fahrrad: Mountainbike / E-Bike / Tourenfahrrad

Achtung: Die Strecke ist gut markiert, allerdings nur für die hier beschriebene Fahrtrichtung gegen den Uhrzeigersinn. In jedem Etappenort stehen Infotafeln zur Route.

Karte: IGN 3140 ET Mont Ventoux*, 1:25.000. Wer mag. kann sie hier* bestellen.

Für Radtouristen gibt es ein offizielles Portal des Tourismusverbandes mit Tourenvorschlägen, Karten und Tipps, www.provence-radfahren.de.

Deutschsprachige Radinfos für ganz Frankreich gibt es auf der offiziellen Seite, www.franceavelo.com.

Dank des Labels accueil vélo mit Hotels, Restaurants, Radverleih, Weingütern und anderen Dienstleistern, die sich auf Radtourismus spezialisiert haben, ist das Département Vaucluse führend bei Radurlaub in der Provence. Dort findet ihr 38 markierte Radrouten, darunter eine neue, ausgeschilderte Tour rund um den Mont Ventoux.
• www.terrabike.com

Die Bergerie de l'Avocat unterhalb des Gipfels des Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder
Die Bergerie de l’Avocat unterhalb des Gipfels des Mont Ventoux. Foto: Hilke Maunder

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Für Hochspannung: Die Toten vom Mont Ventoux*

Ralf Nestmeyer, Die Toten vom Mont Ventoux

Ralf Nestmeyer gehört zu den profiliertes Reisebuchautoren Frankreichs. Und dieses Wissen zu Land und Leute, zur Region und um Tatort heben diesen Provence-Krimi aus der Masse der boomenden Lokalkrimiszene heraus. Zudem inspirierte offensichtlich ein reales Verbrechen, das vor einigen Jahren Frankreich aufgerüttelt hat, Nestmeyer zu seinem Radsportkrimi.

Die Handlung beginnt mit einem Ausflug von Freizeitradlern, die den legendären Gipfel des Wächters der Provence mit ihrem Drahtesel erobern wollen. Beim Aufstieg stoßen sie plötzlich auf einen Radrennfahrer, der augenscheinlich erschossen wurde. Und wenig weiter auf drei weitere Tote, die in ihrem Wagen niedergemetzelt wurden.

Capitaine Malbec beginnt seine Ermittlungen. Akribisch fügt er die Puzzleteile zusammen, doch etwas scheint stets zu fehlen. Mit der Suspendierung scheint die Aufklärung in weite Ferne zu rücken. Doch dann kommt der Zufall zu Hilfe, und Malbec ermittelt inoffiziell weiter. Bis zur spektakulären Aufklärung. Freut euch auf Frankreich-Flair voller Spannung & Atmo! Wer mag, kann den Radsport-Krimi hier* online bestellen.

Zur Einstimmung: DuMont Bildatlas Provence*

DuMont Bildatlas Provence 2021In meinem DuMont-Bildatlas „Provence“* stelle ich in sechs Kapiteln zwischen Arles und Sisteron die vielen Facetten der Provence vor. Ihr erfahrt etwas vom jungen Flair zu Füßen des Malerberges, vom Weltstadttrubel an der Malerküste, dem weißen Gold aus der Pfanne oder einer Bergwelt voller Falten.

Neben Aktivtipps, Hintergrund und Themenseiten gibt es in der Edition 2021 zwei neue Rubriken. “Ja, natürlich” präsentiert zahlreiche Tipps für nachhaltige Erlebnisse und Momente. In “Urlaub erinnern” stelle ich Andenken, Eindrücke und Erinnerungen vor, mit denen der Urlaub daheim noch weiter lebendig bleibt. Hinzu kommen Serviceseiten mit allen Infos, persönlichen Tipps und großer Reisekarte. Wer mag, kann den Band hier* direkt bestellen.

Bilderreise durch Südfrankreich*

DuMont-Bildband SüdfrankreichLe Grand Sud nennen die Franzosen die weite Region ihrer Mittelmeerküste. Gemeinsam mit Klaus Simon und Rita Henß als Co-Autoren präsentiere ich im DuMont Südfrankreichdie vielen Facetten des Südens zwischen der Provence und den Pyrenäen in unterhaltsamen Stories und auf Infoseiten.

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Am Mont Ventoux ändert sich auch im Sommer das Wetter blitzschnell. Foto: Hilke Maunder
Am Mont Ventoux ändert sich auch im Sommer das Wetter blitzschnell. Foto: Hilke Maunder

 

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6 Kommentare

  1. Salut,
    eines vorweg: Ich kann stundenlang durch die Lüneburger Heide fahren, aber bergauf bin ich eine Null.

    Wir sind jedes Jahr mit bis zu 150 Teilnehmern zum Trainingslager in Vaison-la-Romaine am Fuß des Ventoux. Es sind welche dabei, die alle drei Auffahrten zum Ventoux-Gipfel an einem! Tag machen. Die fahren dann auch die 180km-Runde durch die Ardèche. Dafür muss man schon etwas verrückt sein, sage ich immer. Oder verliebt, das hilft auch ☺
    Wenn man sich irgendwo hochquält ist normalerweise die Abfahrt die Belohnung. Allerdings werden Kinder und Jugendliche oben abgeholt. So eine Abfahrt ist einfach zu gefährlich. Sowas können wir hier im Norden gar nicht üben.

    Und Gott sei Dank! Es gibt von Vaison aus auch flache Strecken für mich.

  2. liebe hilke,
    deine seite finde ich echt super, bewundernswert welche fülle dort in welcher zeit entsteht! interessante themen sehr ästhetisch dargestellt.!
    das erste mal finde ich was nicht gut, dass ich jetzt loswerden muss:
    der mont ventoux und seine befahrung hat für viele (rennrad-)radfahrer eine bedeutung, die ans religiöse grenzt. ich habe ihn 1982 kennengerlernt, wir waren als jugendliche musiker nach dem konzert im übervollen audi aufgebrochen um oben (damals noch allein) zu übernachten und als wir morgens runter nach bedoin gefahren sind, kamen uns – für mich damals kaum vorstellbar – rennradfahrer entgegen, als erstes ein kleines altes männchen! die franzosen unter uns haben uns berichtet, der ventoux sei sowas wie das mekka für jeden französischen rennradfahrer, einmal im leben müsse er da hoch. wenige jahr später habe ich ihn – nach petrarca-lektüre- selbst das erste mal mit dem rennrad erklommen und er wurde wie das rad zu einem zentralen punkt in meinem leben. leider ist er die vergangenen jahre sehr sehr voll geworden, aber er ist groß und es gibt viele die ihn erleben wollen. partageons la route! alles gut.
    die vision e-bikes in größerem stil am mont ventoux zu begegnen ist für uns aber der horror und die gefahr, dass das kommt ist groß. bitte dann nicht auch noch forcieren!
    dann fahren die einen um die andern slalom, das erlebnis ist für beide dahin… die auseienandersetzung mit dem berg auf die ich mich monate-oder jahrelang vorbereitet habe findet nicht mehr statt.
    mag sein, dass das einseitg oder egoistisch klingt und das alles bestimmt nicht die dimension des kiosks am matterhorn mit reinhold messner hat. trotzdem droht was kaputt zu gehen, was für manche eine sehr große bedeutung hat…
    grüße

    • Lieber Michael, danke für Deine Sicht der Dinge. Ich denke, für Freizeitradler und Sportradler besitzt der Berg gleichermaßen eine große Faszination – die beide auch gleichermaßen genießen und erleben dürfen sollten. Un dich denke, in einem freundlichen Miteinander geht dies. So, wie anderenorts die Autofahrer auf die Sportradler Rücksicht nehmen. Nichts für ungut! Hilke

      • Chere Hilke, Du darfst es ruhig gestehen: Du bist doch auf Deinem Tourenrad mit ganz eigener Muskelkraft nach gutem Training zum Gipfel hinaufgeradelt!
        Bei meiner ersten Fahrt zu Ostern kam ich nur bis zum Chalet Reynard, die anschliessende Strecke zum Gipfel war wegen (oder dank? Schnee) gesperrt. Im Chalet am bullernden Kamin wärmte ich mich als einziger Gast bei Kaffee und hausgebackenem Sandkuchen – na ja, auch schon über 50 Jahre her…

      • Hallo, Hannes, ich habe ein Hollandrad mit drei Gängen. Damit bin ich schon von Hamburg nach Venedig geradelt und von Freiburg nach Locarno und Luzern. Alles eine Frage des Willens 😌😂. Und was zu steil wurde, hab ich stoisch geschoben.
        Herzliche Grüße, Hilke

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