Die schönsten Dörfer der Drôme
Grignan, La Garde-Adhémar, Mirmande, Montbrun-les-Bains, Pontaix, Saillans, Saint-Nazaire-en-Royan: In der Drôme gibt es zahlreiche zauberhafte Dörfer. Einige von ihnen sind als plus beaux villages de France ausgezeichnet, als schönste Dörfer des Landes.
Das sorgt hier und da für ganz schön Trubel während der Hochsaison. Den einen gefällt’s, die anderen besuchena sie im Mai – oder im Herbst. Und selbst im Winter sind die Dörfer miit ihrem Naturstein sehr charmante Perlen, ruhig und authentisch. Meine Lieblings-Dörfer stelle ich euch hier vor. Träumt euch hin … oder reist mir nach!
Die schönsten Dörfer der Drôme: meine Favoriten
Châtillon-en-Diois
Im Herzens des Dreiecks der Städte Valence, Montélimar und Gap versteckt sich Châtillon-en-Diois im Süden des Vercors. Vor den Kämpfen der Feudalherren im Tal verlagerte es sich auf eine leicht zu verteidigende Bergkuppe mit grandioser Aussicht auf die Weinberge des Pays Diois, die zu den höchstgelegenen Rebgärten Frankreichs gehören.
Im Sommer herrscht in den alten Gassen von Châtillon-en-Diois reichlich Trubel, seitdem auch es zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt.
Das sonnenverwöhnte Dorf erstreckt sich auf den südlichsten Felsen des Vercors und ist eher mediterran als alpin geprägt. Bummelt auf der zentralen Rue des Rostangs und kopfsteingepflasterten Seitengassen vorbei an seinen alten Häusern mit bemalten Fensterläden, den 17 mittelalterlichen Brunnen des Städtchens zur Tour de l’Horloge hin zur lebhaften Place du Reviron mit ihren Terrassencafés. Der botanische Garten birgt 150 Arten von Kletterpflanzen (täglich geöffnet von Mitte März bis November).
Grignan
Im Nordwesten des Tricastin erhebt sich Grignan stolz mit seinem imposanten Schloss über den Lavendelfeldern. Berühmt wurde das Burgdorf durch die adelige Briefeschreiberin Madame de Sévigné, die hier bis zu ihrem Tode im Jahr 1696 lebte. Sie ist in der Kirche Saint-Sauveur (1539) bestattet. Ihr Erbe hält ein Literaturfest lebendig.
Hinab in den Ort mit einem Brunnendenkmal der Marquise de Sévigné an der Place de l’Horloge führen kleine, enge Gassen, die sich um den Berghang winden. Grignan hat mich so begeistert, dass ich dem Dorf einen eigenen Beitrag gewidmet habe.
Grignan: meine Reisetipps
Schlemmen und genießen
Le Poème de Grignan
Winzig und wunderbar – seit 2005 im Herzen des alten Grignan.
• Rue Saint-Louis, 26230 Grignan, Tel. 04 75 91 10 90, www.poemedegrignan.com
Schlafen
Le Clair de la Plume
Verwöhnen auf höchstem Niveau – vom Service, den 29 Zimmern und mit der Küche. Zum Hotel gehört die Ferme Chapouton.
• 2, Place du Mail, 26230 Grignan, Tel. 04 75 91 81 30, www.clairplume.com
La Ferme Chapouton
Die Hofgebäude sind von 1760, der Komfort ist von heute, die Küche himmlisch – und der Pool genau der richtige Ort, um nach der Besichtigung von Grignan stilvoll zu entspannen.
• 200, route de Montélimar, 26230 Grignan, Tel. 04 75 00 01 01, https://chapouton.com
Trüffelhof
Le Domaine de Bramarel
Frische Trüffel von Monsieur Aymé– ab Hof oder online in aller Welt.
• 445, chemin de Bramarel, BP 8, 26230 Grignan, Tel. 04 75 46 52 20, www.ayme-truffe.com
La Ferme des Eybrachas
• 745 Les Eybrassas, 26230 Réauville, Tel. 06 86 91 88 99, www.truffe-noire-drome.com

La Garde-Adhémar
Rund 20 Kilometer südlich von Montélimar leuchten die hellen Steine von La Garde-Adhémar in der Sonne der Drôme Provençale.
Von seinem Kalksteinvorsprung eröffnete das Burgdorf der noblen Familie Adhémar einen atemberaubenden Blick auf das Rhônetal und die Berge des Vivarais.
Mit den Resten seiner Stadtmauer, der Ruine seiner Burg und seinen zahlreichen alten Wohnhäusern lässt es vergangene Epochen wieder lebendig werden.
Mich begeistert es besonders zur Mittagszeit. Dann stellt das Bistrot du Pays „L’Absinthe“ seine bunten Sonnenschirme auf das Kopfsteinpflaster und serviert eine ehrliche Küche, die köstlich ist – und tief verwurzelt in der Region. Wie die caillettes, große Schweinehackbällchen, die mit Spinat gefüllt sind.
Nicht verpassen
Der 3000 Quadratmeter große Jardin de l’Herbe von La Garde-Adhémar präsentiert im Heilgarten 200 Arten. Ihn ergänzt ein botanischer Garten.
Meine Reisetipps: La Garde-Adhémar
Schlemmen und genießen
L’Absinthe
• Place Georges Perriod, 26700 La Garde-Adhémar, Tel. 04 75 04 44 38, www.facebook.com/bistrotlabsinthe
Le Poët-Laval
Sehr viele Dörfer der Drôme hocken auf Felskegel und Bergspitzen. Ein solches Adlernest ist auch Le Poët-Laval. Ein imposanter Bergfried dominiert das mittelalterliche Dorf, das einst eine Hochburg der Hugenotten war. Heute beginnt dort der Weitwanderweg Sur les pas de Huguenots et Vaudois.
Er folgt den Spuren der französischen Protestanten, die im Absolutismus vor den Zwängen, die ihnen der Sonnenkönig auferlegt hatte, fliehen mussten. In diesem Beitrag gibt es dazu Hintergrund, Infos und Impressionen.
Heute ist Le Poët-Laval eine kleine Künstlerkolonie – und ausgezeichnet als eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Erfahrt hier mehr.


Le Poët-Laval: meine Reisetipps
Schlemmen und genießen
La Vieille Mule
Die angesagte Craft-Beer-Brauerei des Ortes!
• 25A, Chemin des ramières, quartier Labry, 26160 Le Poët-Laval, Tel. 04 69 26 11 62, www.lavieillemule.com
Mirmande
Am schönsten ist Mirmande im Frühjahr, wenn seine hellgrauen Steinhäuser blühende Obstbaumplantagen überragen. Und im Sommer, wenn allerorten Stockrosen vor altem Naturstein in allen Farbschattierungen sich zur Sonne strecken.
Und im Herbst, wenn goldbraunes Laub zu Boden raschelt, die Geschäfte schließen, und dem Ort eine entrückte Stille innewohnt, die ihn auch des Winters im Bann hält.
Kurzum, ich liebe dieses nahezu autofreie Nest im Norden der Drôme, das mit seinen Gassen einen Hang emporklettert und für Wohnmobile am unteren Ortseingang Stellplätze angelegt hat.
Mirmande inspiriert Künstler
508 Einwohner zählt das malerische Dorf, das während des Zweiten Weltkriegs zur Interimsheimat von Künstlern wie Marcelle Rivier, Alexandre Garbell, Pierre Palué, Gustav Bolin, André Lauran und Charles Rollier wurde, die vor der deutschen Besatzung nach Mirmande geflohen waren.
Die alten Gemäuer aus groben Feldsteinen hatten es auch dem kubistischen Maler André Lhote angetan, der hier ab 1924 alljährlich ein Sommeratelier installierte und den Ort damit vor dem Verfall rettete.
Und noch immer zieht es die Künstler nach Mirmande, das heute zu den plus beaux villages de France gehört und damit als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnet wurde.


Heute wuchert dichter Efeu über die renovierten Fassaden, blaue Iris und rosa Malven setzen Akzente, und von der romanischen Kirche Sainte-Foy reicht der Blick über das Rhônetal bis weit ins Zentralmassiv.
Mirmande: meine Reisetipps
In der Umgebung
Im Töpferdorf Cliousclat wird euch der Charme der letzten kleinen Manufakturen Frankreichs, die noch selbst ihren Ton abbauen und verarbeiten, in den Bann ziehen.
Schlafen
L’ Hôtel La Mirmande
Eine gemütliche, komfortable Bleibe mit zeitgenössischem Interieur in einem der schönsten Dörfer der Drôme. Und auch die Küche ist dort bodenständig und lecker.
• Le Village, 26270 Mirmande, Tel. 04 75 63 13 18, www.hotelmirmande.fr
Montbruns-les-Bains
Kopf in den Nacken! Im regionalen Naturpark der Baronnies Provençales am Ausläufer des Mont Ventoux sind die kleinen Dörfer und Städte allesamt auf Bergkuppen und Felsvorsprüngen angelegt.
Diese schwer zugängliche Lage bot den besten Schutz vor Feinden und Angriffen, tobten im Mittelalter dort doch ständig Schlachten um die Besitztümer der einzelnen Machthaber der Umgebung.
Ein Musterbeispiel für diese wehrhafte Dorfarchitektur ist das 400-Einwohner-Örtchen Montbrun-les-Bains, das zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört. Von weitem wirken seine Fassaden wie eine Felswand, so eng sind sie aneinander gebaut, und suggerieren Uneinnehmbarkeit.
Trutzig und abweisend wirkt es so von der Straße. Erst beim Näherkommen kann ich die einzelnen Bauten unterscheiden. Aus dem Braunbeige der Häuser, die in der Sonne fast golden leuchten, ragen, einer Felsnadel gleich, seit dem 12. Jahrhundert die Dorfkirche und die Tour d’Horloge heraus.
Etwas weiter höher hinauf bekrönt die Ruine des Renaissanceschlosses Château Dupuy-Montbrun den Felskamm. Mit seinen verschachtelten Ziegeldächern, seinen steilen Gassen und blühenden Stockrosen ist Montbrun-les-Bains unglaublich malerisch.
Seinen Zusatz les-Bains hat Montbrun erst im 19. Jahrhundert erhalten. Zwar waren die Thermen seit der Antike bekannt und wurden auch zur Linderung von Rheuma, Hautproblemen und Atemwegserkrankungen genutzt.
Doch erst der wissenschaftliche Nachweis ihres gesundheitlichen Nutzens verwandelte Montbrun in einen Thermalort und das Château des Gipières in ein Thermalbad. Dort könnt ihr euch vom Auf und Ab beim Dorfbummel ganz herrlich entspannen: mit einer Lavendelölmassage!
Die Montagne de Lure
Die Montagne de Lure schwingt sich am Signal de Lure bis auf 1.826 Meter empor. Das ganze Jahr begeistert sie Outdoor-Fans: mit der Challenge de Lure für Radfahrer, Alpinski in Saint-Étienne-les-Orgues sowie Langlauf, Schneeschuhwandern und Thermalbaden in Montbrun-les-Bains.
Montbrun-les-Bains: meine Reisetipps
Schlafen & schlemmen
L’Oustau de la Font
Zwischen Sault und Montbrun-les-Bains haben Jean-Michel Valery und Ludovic Monier eine Oase zum Wohlfühlen eingerichtet: mit fünf geräumigen Zimmern und einer Fewo, leckerer Landküche im Bistrot de Pays und kleinem Tante-Emma-Laden, zugleich der Treff des Dorfes.
• Le Village, 26570 Reilhanette, Tel. 04 75 28 83 77, www.oustaudelafont.com
Le Domaine Château des Gipières
Nicht nur im Schloss, sondern auch in der Villa des Stallmeisters, dessen einstiger Remise und der Villa Les Gipières wurden insgesamt 56 luxuriöse Ferienwohnungen und Studios eingerichtet. Zum Komplex gehört das Restaurant L’O des Sources mit eigener Weinbar und 170 Tropfen auf der Karte. Das Thermalbad befindet sich ebenfalls auf dem Gelände des Landguts.
• Lieu-dit Plâtrières, 26570 Montbrun-les-Bains, Tel.04 85 88 02 37, www.chateaudesgipieres.com
L’Ô Berge des l’Anary
Unter dem Gewölbe einer alten Scheune verwöhnt euch Giselle mittags mit günstigen Menüs, die in ihrer Heimat verwurzelt sind.
• Rue Notre-Dame, 26570 Montbrun-les-Bains, Tel. 04 75 28 88 14, https://chez-panine.eatbu.com
Le Bar à Thym
Live-Musik, gute Getränke und nette Gesellschaft: Die kleine Kneipe ist bei Gästen und Einheimischen gleichermaßen beliebt.
• Rue Notre Dame, 26570 Montbrun-les-Bains, Tel. 04 75 28 86 75, auf Facebook
Extratipp: Kleinstadt mit Charme
Nicht nur die Dörfer, auch die kleinen Städte in der Drôme sind überaus sehenswert. Dazu gehört neben Nyons auch dieser charmante Ort.
Crest
Er ist der höchste Bergfried Frankreichs. 52 Meter hoch reckt sich die Tour de Crest in den Himmel. Von oben eröffnet sie atemberaubende Panoramablicke auf die Ausläufer des Vercors, die Voralpen des Diois, das Tal der Rhône und die Berge der Ardèche.


Modelle und Archivmaterial laden im Innern ein, dieses wehrhafte wie wunderschöne Beispiele der mittelalterlichen Architektur zu entdecken, das erst Festung, dann Wohnburg und später Gefängnis war. Gänsehaut ist garantiert beim Abseilen von der Fassade.
Um den berühmten Turm erstreckt sich die kleine, langgezogene Altstadt mit der Église Saint-Sauveur im Zentrum. Und sie hat einen geradezu dörflichen Charme bewahrt. Und daher ist Crest hier mit aufgeführt, obwohl es eine Stadt mit 8.600 Einwohnern ist.
Tipp: La Gare de Ramières
Der einstige Bahnhof von Ramières birgt heute das Besucherzentrum eines 346 Hektar großen Naturreservats, das zwischen Crest und Livron auf zehn Kilometern dem Hauptlauf der Drôme folgt.
Mit einer Vielzahl von Stationen lädt er ein, spielerisch, interaktiv und sinnlich das Naturjuwel zu entdecken. Ramières bezeichnen in der Drôme Wälder an Wasserläufen (ramus = Ast).


Crest: meine Reisetipps
Schlemmen und genießen
Le Globe
Sehr beliebt bei Einheimischen ist dieses Café-Bistro mit Terrasse und grundsolider, preiswerter Bistroküche. Gelegentlich finden Veranstaltungen statt, auch Konzerte.
• 16, Rue Maurice Long, 26400 Crest, Tel. 04 75 25 08 30, auf Facebook zu finden
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