Grüne Träume: die Gärten von Eyrignac

Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Patrick Sermadiras. Foto: Hilke Maunder

“Der Garten ist für mich mein Kind” – wie mein Sohn, der mein Erbe weiterführen wird‘, sagt Patrick Sermadiras. Der 75-Jährige ist Hausherr der Jardins du Manoir d’Eyrignac in der Dordogne.

Bis heute lebt Patrick in dem Herrenhaus, in dem er 1946 geboren wurde. In der kleinen Kapelle gegenüber wurde er getauft. Später ließ er dort auch seinen Sohn taufen.

Seit fünf Jahrhunderten ist Eyrignac der Stammsitz der Familie. 22 Generationen haben inzwischen den Landsitz in Ehren gehalten, gestaltet und gepflegt.

Das Herrenhaus von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Das Herrenhaus von Eyrignac. Der sandige Vorplatz wird regelmäßig geharkt. Foto: Hilke Maunder
Die Familienkapelle von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Die Familienkapelle von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder

Beherrschte Natur

Um das Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert erstreckt sich der französische Garten. In strenger Symmetrie spielt er mit Perspektiven. Zwischen dem akkurat geschnittenen Grün lässt er den sandigen Vorplatz des Herrenhauses golden hervorblitzen.

Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Gezähmte Natur, formvollendet. Foto: Hilke Maunder

Hecken aus Hainbuchen, Buchsbaum und Koniferen säumen dort Wege und Beete. Dann fällt der Blick auf eine rote Bank. Rosen umranken einen roten Torbogen, der auf die Exotik Chinas verweist.

Andere Achsen öffnen den Blick auf sprudelnde Brunnen, Wasserspiele und 300 Pflanzenskulpturen, handgeschnitzt von den sechs Gärtnern von Eyrignac.

Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Buchsbaum lässt sich besonders gut in Form schneiden. Foto: Hilke Maunder

Jenseits der Buchsbaumarabesken und akkuraten Rasenmatten des französischen Gartens herrscht eine ganz andere, ländliche wie intime Stimmung. Ein Weinberg präsentiert alle Rebsorten, die in Frankreich angebaut werden.

Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Der Weinberg stellt alle in Frankreich angebauten Sorten vor. Foto: Hilke Maunder

Der Jardin Potager greift die Tradition des Küchengartens auf. Patricks Sohn Gilles entwarf 2001 den Jardin Blanc, den Garten der weißen Rosen.

Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Der Küchengarten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Bukolisch und beschaulich

Der 2013 angelegte Jardin des Sources verweist auf den Namen der Anlage. Eyrignac verrät mit dem Präfix ey- wie mit dem Suffix –ac, dass es ein wasserreiches Gebiet ist. Beide bedeuten “Wasser” in der langue d’oc.

Eyrignac ist der Ort, wo  viel Wasser fließt. Sieben Quellen befinden sich dort. Der Garten der Quellen inszeniert die kostbare Ressource mit bukolischer Natürlichkeit und poetischen Ausblicken auf sanft gewellte, ländliche Landschaften.

Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Um die Artenvielfalt zu erhalten, setzte Patrick Insektenhotels ins Grün. Zu Beginn des Winters nisten sich seitdem die Insekten ein. Sie helfen den Gärtnern, indem sie Parasiten fressen und für die Bestäubung der Obstbäume im Verger de la Rotonde sorgen.

Jener vereint 50 typisch französische Sorten – vom saftigen Reine des Reinettes-Apfel über die zarte Comtesse de Paris-Birne bis hin zu roten Burlat-Kirsche und zur Elsässer Pflaume.

Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Les Jardins d’Eyrignac: meine Infos

Adresse & Zeiten

Les Jardins du Manoir d’Eyrignac, 24590 Salignac-Eyvigues, Tel. 05 53 28 99 71, www.eyrignac.com, tgl., April: 10 – 19, Mai – Sept. 9.30 – 19, Oktober 10 – 18 Uhr, Nov. – März 10.30 – 12.30, 14.30 – Sonnenuntergang

Schlemmen

Côté Jardins

Restaurant und Café mit Terrasse.

Picknickplätze

Am Eingang des Gartens.

Heiraten

Ein Cocktail oder Champagner im Rosengarten, das Dîner mit bis zu 200 Gästen in der Orangerie – und zwei kuschelige Gästehäuser im Herzen des Gartenreichs: Eyrignac ist eine beliebte Location für Hochzeitsfeiern!

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Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

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Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
Die Gärten von Eyrignac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder
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6 Kommentare

  1. Liebe Hilke, liebe andere Gartenfans, es gibt im Fachhandel und im Internet ein weisses Pulver, das man sich nach Anleitung anrührt und damit auf und vor allem in die Buchsbüsche spritzt. Es heisst Bacillus thüringiensis und ist für Bienen unschädlich. Trotzdem spritze ich es erst abends wenn keine Bestäubungsinsekten mehr fliegen. Viel Erfolg!

  2. Sagenhafte Gärten und wahnsinnig viel Buchs. Aber was hat er gegen den Buchsbaumzüngler gemacht. Vor 3 Jahren wurden bei uns im Gard/Ardeche alle Buchsbäume kahl gefressen, furchtbar. Jetzt kommen sie leider nur teilweise wieder.
    Vielleicht hat der gute Mann eine Idee? Wir haben ein Mittel, das aber sehr teuer ist und deshalb nur minimal verabreicht werden kann und hilft.

    Danke für deine wunderbaren Berichte.
    Ich würde ja auch gern aus unserem France berichten, aber wir wollen uns unsere traumhafte Einsamkeit erhalten.
    Oder aber lieber so?: Hallo, ich kenne einen ganz einsamen tollen Ort – – – und das wars dann mit dieser Einsamkeit!
    Herzl Dieter

    • Hallo, bei meinem Besuch fragte ich, was man dort gegen den Buchsbaumzüngler macht….. viel spritzen, ich weiß allerdings nicht mit welchem Mittel. Es ist wunderschön dort und ich kann dich/euch verstehen, dass ihr die ruhigen geheimen Plätze nicht preisgeben wollt. Oft bin ich erschrocken, welche Auswirkungen Instagram und Co. so haben und wie die Menschen dort verhalten, abgesehen von vielem Müll als Hinterlassenschaft. Liebt und lebt eure Einsamkeit, ich sende Grüße dorthin Inge

      • Oh, dann scheint das Spritzen eine Vorsorgemaßnahme zu sein. Ich hatte Patrick gefragt, ob er schon Schäden gehabt hatte… und er hatte verneint. Viele Grüße! Hilke

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