ENTDECKT
Dordogne

Das drittgrößte Département Frankreichs ist ein Landstrich, der wie kaum ein anderer die Seele der Grande Nation verkörpert. Mit einer Fläche von 9.060 Quadratmetern erstreckt sich das Département Dordogne im Südwesten des Landes und grenzt an die Départements Haute-Vienne, Corrèze, Lot, Lot-et-Garonne, Charente und Charente-Maritime.

Wer hier ankommt, betritt geschichtsträchtigen Boden: Das 1790 gegründete Département entspricht dem einstigen Périgord. Die historische Provinz zeigt sich hier mit vier ganz unterschiedlichen Gesichtern: als Périgord Noir mit seinen tiefen Eichenwäldern, als wasserreiches Périgord Vert, als kalkweißes Périgord Blanc und als purpurnes Périgord Pourpre, wo der Wein die Farbe der Erde bestimmt.

Lebensart seit der Antike

Die namensgebende Dordogne durchfließt den Süden von Ost nach West. An ihren Ufern schmiegt sich die alte Wein- und Tabakstadt Bergerac. Zwischen ihren alten Mauern hält sie die Erinnerung an den Cyrano de Bergerac lebendig und lädt zur Kostprobe ihrer Weine mit Blick auf den Fluss ein.

Die Hauptstadt des Département Dordogne, Périgueux, ist ein steinernes Geschichtsbuch mit römischen Wurzeln. Über der Stadt thront die markante Kathedrale Saint-Front mit ihren byzantinischen Kuppeln. Wer tiefer graben will, findet im Musée Vesunna beeindruckende Relikte der Antike oder spaziert durch den Jardin des Arènes. Das blaue Band, das sich durch Périgueux zieht, ist die Isle.

Wiege der Menschheit

Im Osten gleitet die Vézère vorbei an Überhängen und Höhlen, die dem Pro-Magnon-Menschen in der Vorzeit eine Heimat boten. Als vallée de l’homme gehören die frühesten Stätten der Menschheit und ihre fantastischen Malereien heute zum Welterbe der UNESCO.

Malerische Dörfer und Städte, wie beispielsweise Sarlat-la-Canéda und Beynac-et-Cazenac haben in ihrem Herzen das Mittelalter bewahrt. Burgschlösser wie Castelnaud oder Milandes erinnern an kriegerische Zeiten – und an Menschen wie Josephine Baker, die sich hier im Widerstand engagierte und während der Nazizeit verfolgten Kindern half.

Die Gartenreiche der Dordogne

Neben Burgen und Höhlen ist die Dordogne berühmt für ihre Gartenkunst, die oft wie grüne Architektur wirkt. In den hängenden Gärten von Marqueyssac schmiegen sich mehr als 150.000 handbeschnittene Buchsbäume in kurvigen, fast organischen Formen an einen Felsvorsprung hoch über der Dordogne . Wer hier wandelt, blickt tief hinunter auf das Tal der Schlösser.

Ganz anders präsentieren sich die Gärten von Eyrignac. Hier herrscht die art topiaire, die Kunst des Formschnitts, in ihrer strengsten und edelsten Form. In den verschiedenen Gartenräumen korrespondieren Smaragdgrün und geometrische Präzision miteinander. Es ist eine Welt aus Laubengängen, Vasen und Tierfiguren, die vollständig aus Pflanzen geformt wurden – ein stiller Gegenpol zur urwüchsigen Natur des Périgord Vert.

Genussvolle Krimis

Weltberühmt ist schließlich das Périgord auch für die Krimis von Martin Walker und seinem Kommissar Bruno, der nicht nur die Landschaften des Périgord liebt, sondern auch seine Küche. Das Département Dordogne ist das Reich der Trüffel, jener „schwarzen Diamanten“, die in den kalkhaltigen Böden unter Eichen gedeihen. Sie veredeln einfache Omeletts ebenso wie die feine Foie gras, die hier eine lange Tradition hat.

Omnipräsent ist auch die Walnuss ( Noix du Périgord AOP ). Ob als Öl, im Kuchen oder frisch vom Baum – sie ist in der Küche ebenso wenig fortzudenken wie der canard. Die Ente dominiert die Speisekarten in Form von Confit oder Magret, oft serviert mit den berühmten Pommes de terre sarladaises, die in Entenfett mit Knoblauch und Petersilie gebraten werden. Es ist eine ehrliche, opulente Küche, die perfekt zu einem schweren Roten aus Bergerac passt und das Lebensgefühl im Südwesten vollendet. Das schätzen auch die Briten, die hier besonders gerne Urlaub in Frankreich machen.

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