Frankreich lesen: die Sommerbücher 2023

Lesetipps: Die schönsten Sommerbücher aus Frankreich

Voilà die schönsten Sommerbücher 2023 aus oder über Frankreich. Welch eine Flut an neuen Titeln locken da auf den Ladentischen der Buchhandlungen!

Was mich daran freut: Immer mehr Autoren und Autorinnen aus Frankreich werden ins Deutsche übersetzt.

Am 11. Mai kam so der Bestseller Feu* von Maria Pourchet in der deutschen Übersetzung von Claudia Marquardt als Feuer* in den Handel – der Roman einer verrückten Liebe ( amour fou ) aus Paris ist das nächste Werk auf meinem Besprechungsstapel.

Spürbar deutlich stärker vertreten sich inzwischen auch Self-Publishing-Titel oder Titel aus kleineren Verlagen, die dank des Internets und gutem Marketing-Auftritt viel stärker wahrgenommen werden als früher.

Frankreich-Literatur ist en vogue. Meine Sommerbücher 2023 – lasst euch inspirieren!

Sommerbücher voller Spannung

Andreas Heineke. Auslese à la ProvenceAndreas Heineke, Auslese à la Provence*

Wein ist ein hartes Business. Da wird gepanscht, umetikettiert, wird mit dem Wein Druck auf die Politik gemacht, gehen Naturwinzer neue Wege, während große Namen längst industriell fertigen.

Doch wehe, wenn man da zwischen die Fronten gerät. Dann wird es schnell feurig. Und tödlich. Wie sehr da auch innerhalb von Familien der Richtungskampf tobt, zeigt der norddeutsche Krimiautor dem jüngsten Band seiner Krimireihe um den Dorfgendarmen Pascal Chevrier, der diesmal mit der Police Nationale in einem Familiendrama ermittelt und dabei tief in die Geschichte des französischen Weinanbaus eintauscht und in Marseille die dreckigen Geschäfte mit Sex, Drugs und spanischen Billigtropfen kennenlernt. 300 Seiten lang Hochspannung, Frankreich-Flair und interessante Einblicke, perfekt für richtig schön lange Lesenächte. Wer mag, kann den Provence-Krimi hier* online bestellen.

Liliane Fontaine, Die Richterin und das Erbe der Toten*

Einen kleinen Nachbarschaftspark am Hang mit Blick auf die Altstadt wählte Liliane Fontaine als Tatort des sechsten Krimis ihrer Madame le juge-Reihe aus Nîmes. Auf einer Parkbank entdecken dort die Müllmänner, die am Morgen den Park reinigen, einen Mann – ermordet mit Kopfschuss. Mathilde de Boncourt, inzwischen mit ihrem Kollegen Rachid glücklich liiert, nimmt die Ermittlungen auf. Und stoßen bald auf Verbindungen zu alteingesessenen Familie Savigny, die mit Olivenöl zu Wohlstand gekommen war. Doch vor rund 20 Jahren wäre beinahe die ganze Familie Savigny, die bedeutendsten Olivenölproduzenten der Region, mit einem Schlag ausgelöscht worden. Nicht weniger brisant ist das Verschwinden einer wertvollen Gemäldesammlung, zusammengetragen von Urgroßvater Eustache Savigny.

Ein kniffeliger Fall mit sympathischen Protagonisten, interessanter wie spannender Handlung und trotz der vier Toten ein echter Cosy-Krimi! Wer mag, kann ihn hier* online bestellen.

Sommerbücher über Frauen

Anne Berest, Die PostkarteAnne Berest, Die Postkarte*

Eine Postkarte mit Namen: Sie war der Auslöser – und bescherte der Literaturwelt einen der spannenden und vielschichtigsten Romane zum Holocaust.

In diesem Roman sorgte eine rätselhafte Postkarte dafür, dass sich die Autorin, unterstützt von der Mutter und einem Privatdetektiv, sich auf die Suche nach ihren Vorfahren macht, die 1942 in Auschwitz starben. Sie waren aus Russland aufgebrochen und 1929 über Lettland nach Paris gekommen, dann nach Palästina gegangen und schließlich nach Paris, wo sie bald als ausländische Juden registriert wurden.

Der mehr als 500 Seiten starke Roman verbindet meisterhaft damals und heute, ist Krimi, Familiensaga, Thriller und Dokumentation zugleich und leistet eine Erinnerungsarbeit, die unter die Haut geht, mitfiebern lässt und auch vor den Toren der Gaskammern nicht Halt macht.

Die von der Shoah geprägte Geschichte einer Familie ist zugleich ein Bild einer Epoche. Wie wenig sich in mancher Hinsicht seit 1933 geändert hat, spiegelt die Autorin in Momentaufnahmen vom Pariser Schulhof, vermittelt über die Figur der Tochter.

Am 1. Juni 2023 erscheint La carte postale* von Anne Berest, die knapp am Prix Goncourt vorbeischrammte und den Prix Renaudot des lycéens 2021 gewann, in der deutschen Übersetzung von Amelie Thoma und Michaela Meßner.

Wer mag, kann den Roman hier* bestellen oder in jeder gut sortierten Buchhandlung erhalten.

Sandy Neumann, Wo die wilden Kräuter blühenSandy Neumann, Wo die wilden Kräuter blühen*

Zusammen mit ihrem Mann Steffen hat die Jenaerin Sandy Neumann bei Tuchan in den Corbières ein Natursteinhaus gekauft. Wie sie dort die Immobilie suchten und fanden, Anschluss ans Dorf bekamen und heute dort ihren Lebenstraum leben, erzählt Sandy Neumann mit viel Herzblut und gut ausgeschmückten Anekdoten.

Doch es wäre kein Werk von Sandy, wenn es sich nicht von derartigen Auswandererbüchern, die es zuhauf gibt, unterschiede. Sandy ist studierte Psychologin, arbeitet als Coach und Food-Bloggerin – und hat nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung mit Tuchan einen Neuanfang gemacht, bei dem sie sich doch treu geblieben ist. Und lässt ihre autobiografische Erzählung nicht nur ihr Leben und den Süden aufleben, sondern ehrt dessen Küche mit Rezepten und Beschreibungen, die den Appetit wecken auf die Küche des Midi. Wer mag, kann ihren Roman hier* online bestellen.

Sabine Appel: Madame de Staël: Kaiserin des GeistesSabine Appel, Madame de Staël: Kaiserin des Geistes*

Sie kritisierte Napoleon und bewunderte Goethe: Germaine de Staël (eigentlich: Anne Louise Germaine de Staël-Holstein). Sie galt zu ihrer Zeit zwar nicht als hübsch, aber ausgesprochen geistreich, tolerant und offen.

Sie schrieb eine Vielzahl von Büchern, darunter Romane, politische Traktate, philosophische Abhandlungen und literaturkritische Werke. Ihre 1810 veröffentlichte   Abhandlung De l’Allemagne (Über Deutschland) machte sie auch bei uns berühmt.

Bei ihren Salons, die sie in ihrem Haus in Paris und später in Coppet organisierte, trafen sich Politiker, Intellektuelle und Künstler unterschiedlichster Couleur. De Staël beeinflusste so indirekt den öffentlichen Diskurs und die politischen Entwicklungen ihrer Zeit. Sabine Appel hat ein faszinierendes Porträt dieser Verfechterin von Freiheit, Toleranz und Demokratie verfasst. Ihre Biografie lässt nicht nur einer der wichtigsten „Influencerinnen“ ihrer Zeit lebendig werden, sondern eine ganze Epoche. Wer mag, kann die Biografie hier* online bestellen.

Sommerbücher über Frankreich

Franz Sezelli. Andorra, Mallorca und der Mittelpunkt der WeltFranck Sezelli, Andorra, Mallorca und der Mittelpunkt der Welt*

Franck Sezelli – der Name ist ein Pseudonym – versammelt in dem Taschenbuch Sagen, Mythen und Legenden aus einer Region, die er wie seine Westentasche kennt: die östlichen Pyrenäen zwischen Andorra, den Départements Aude und Pyrénées-Orientales und einer Insel, die eng dem katalanischen Winkel Frankreichs verbunden ist, Mallorca – in Perpignan hatten deren Könige einst ihre Residenz.

Die Texte sind unterhaltsam verfasst und sorgen selbst, wenn man vor Ort lebt, noch hier und da für Aha-Momente. Auch fehlt die berühmteste Sage der Region nicht, die Pyrène gewidmet ist. Pyrène war die Tochter des Königs Bebryx von Katalonien – und die Geliebte von Herakles.

Warum sie sterben musste, erzählt der Volksmund in so vielen Varianten, dass ich bei Franck Sezelli noch wieder eine neue Version schmunzelnd gelesen habe. Seine Sammlung von Kurzgeschichten ist perfekt für eine schnelle Lese-Auszeit in Bus und Bahn, bei der Kaffee- oder Teepause, der Lesestunde auf Sofa oder Bett. Wer mag, kann die Sammlung von Mythen und Legenden hier* online bestellen.

Mut zum AuswandernChrista Förstl, Christine Höffken (Hrsg.), Mut zum Auswandern: 9 Wege nach Frankreich*

Selten habe ich „Auswanderer“-Bücher so gerne wie dieses gelesen. Denn letztendlich sind hier neun Beispiele versammelt, wie ihr sie auch in der Reihe „MeinFrankreich – euer Frankreich“ finden können. Neun Paare, Familien und einzelne Menschen verraten in diesem schmalen Band, wie sich nach Frankreich gekommen sind – und wie sie heute in der neuen Heimat leben. Entstanden ist die Buchidee in einer Facebook-Gruppe.

Während der Corona-Pandemie fanden sich dort Deutsche, die in Frankreich leben, zu einem intensiveren Austausch als zuvor zusammen. Insofern ist dieser Titel der Sommerbücher auch ein Spiegel einer Zeit, die unser aller Leben tief geprägt hat.

Das handliche Buch ergänzen Tipps für alle, die schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben, ihren Lebensmittelpunkt nach Frankreich zu verlegen. Eine sehr charmante, persönliche, berührende wie äußerst unterhaltsame Lektüre! Wer mag, kann es hier* online bestellen – oder in jeder Buchhandlung.

Sommerbücher aus Frankreich: neue Reiseführer

Secret Places Frankreich

Klaus Simon, Hilke Maunder, Secret Places Frankreich*

Eiffelturm, Lavendelfelder und die Schlösser der Loire sind weltbekannte Ziele in Frankreich. 60 wunderschöne Orte abseits des Trubels und des touristischen Mainstreams stellen Klaus Simon und ich in unserem dritten Gemeinschaftswerk vor.

Die Schluchten von Galamus, die Gärten von Marqueyssac, Saint-Guilhelm-le-Désert, Mers-les-Bains, den Bugey im Département Ain oder die Île d’Yeu: Auch diese lieux insolites voller Frankreich-Flair sind in dem Band versammelt.

Gemeinschaftswerk Nummer vier ist bereits in Arbeit: Es widmet sich dann den Wild Places in Frankreich – einzigartigen Naturlandschaften. Doch hier erst einmal: 60 subjektive Dörfer und Orte, wo wir das echte, authentische Frankreich gefunden haben. Wer mag, kann den Band hier* online bestellen.

Annette Meiser, Midi-PyreneesAnnette Meiser, Midi-Pyrénées* (4. Auflage)

Frisch aktualisiert ist dieser Klassiker aus dem Michael-Müller-Verlag, der die  einstige Region Midi-Pyrénées vorstellt, das 2016 in die Großregion Okzitanien aufging. Da Midi-Py sich jedoch deutlich von der Küstenregion der früheren Region Languedoc-Roussillon unterscheidet und als Urlaubsgebiet „gelernt“ ist, entschied sich der Verlag, den einstigen Namen weiter auf dem Titel zu führen.

Vielleicht ist er damit sogar seiner Zeit voraus, da die Politik offen die Rückkehr zur einstigen regionalen Aufteilung Okzitaniens diskutiert. Hin oder her: Wer rund um Toulouse, Albi, Gaillac, Moissac und dem Pic du Midi de Bigorre sehenswerte Orte und Landstriche entdecken möchte, ist mit Annette Meisers Führer als Basis bestens bedient. Man spürt, dass sie vor Ort lebt. Wer mag, kann die vierte Auflage des Reiseführers hier* direkt beim Verlag bestellen.

Welche Titel fehlt hier? Welche Sommerbücher aus Frankreich kannst du empfehlen? Ich freue mich über deine Tipps in den Kommentaren! Merci !

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4 Kommentare

  1. Bonjour Hilke,
    Ich habe noch meine Buchempfehlung zum Thema „Salon de Marseille“. Titel: Provenzalische Intrige von Sophie Bonnet.
    Dabei geht es um Fälschung der bekannten Seife und deshalb um Mord.
    Liebe Grüße
    Uwe

    P.S. Ich bin ab Mitte Juli für 4 Wochen in Port Leucate und Arnaud de Villeneuve ist seit vielen Jahren mein Weinlieferant

  2. liebe Hilke,
    vielen Dank für deine interessanten Beiträge und die super Fotos!! Jetzt noch die guten Buchtipps, ich weiß nicht, was ich als erstes lesen soll.
    Liebe Grüße Barbara

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