Fondation Louis Vuitton: Kunstschiff im Park
Die Fondation Louis Vuitton zeigt im Westen von Paris aufregende Kunst von heute. Im Herbst 2014 eröffnete die Stiftung für ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst einen spektakulären Museumsbau. Die Pläne für den Neubau der Fondation Louis Vuitton lieferte Frank Gehry. Sein Kunstschiff erhebt sich mitten im Bois de Boulogne neben dem Jardin d’Acclimation.
Ein wenig erinnert das kühn geschwungene Gebäude mit seinen zwölf Segeln an das Guggenheim Museum von Bilbao, das ebenfalls vom 2025 verstorbenen Architekten Frank Gehry stammt. In Paris hat Gehry bereits die Cinémathèque von Bercy errichtet. 700 Arbeiter waren auf der Baustelle beschäftigt.
Museum eines Milliardärs
Hinter dem Projekt steht der zweitreichste Mann Frankreichs: Bernard Arnault. Ein Privatvermögen auf mehr als 107 Milliarden US-Dollar hievte ihn in der Forbes-Liste der vermögendsten Menschen der Welt auf Rang drei (2020). 2012 beantragte er aufgrund der Reichensteuer, die auch Gérard Depardieu fliehen ließ, die belgische Staatsbürgerschaft.
Arnault ist ein begeisterter Kunstsammler und gründete 2006 die Stiftung Fondation Louis Vuitton pour la création. Von 2008 bis 2014 wurde an dem 143 Millionen US-Dollar teuren Museumsbau gearbeitet.
Ein Schiff der Kunst
Sein architektonischer Hingucker sind neben den Segeln die 3.600 Glaspaneele, die die Fassade überziehen. Im Sonnenlicht wechseln sie die Farbe. Hinab zum „Kiel“ des Kunst-Schiffes im Pariser Wald-Park plätschert Wasser über eine flache Treppe und umläuft den gesamten Bau im Untergeschoss, durch Säulen und Spiegel ein begehbares Kunstwerk mit ständig wechselnden Perspektiven.
Immer wieder überraschen Durchbrüche, Räume im Raum, Balkone und Terrassen, die Panoramaaussichten auf La Défense und den Eiffelturm eröffnen.
Elf Galerien zeigen neben Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts aus dem Fundus der Stiftung jährlich zwei Weltklasse-Schauen, begleitet von Musik, Kino, Aufführungen und Lyrik.
Kunst in, am und vor dem Bau
Kunst ist seit Ende 2014 nicht nur im spektakulären, 25 m hohen Neubau, sondern auch in den Außenanlagen zu sehen. Bereits vor fast zehn Jahren hat Arnault zwölf Künstler, darunter Dan Graham, Damien Hirst, Anish Kapoor, Jeff Koons, Claes Oldenburg, Richard Serra und James Turrell beauftragt, eigens für den 20 Hektar großen Park neue Skulpturen zu schaffen.
Daniel Buren beklebte die Dachsegel 2014 mit bunten Folien. Eine wundervolle Installation! Wie auch im Untergeschoss die Installation Inside the horizon, die der dänisch-isländische Künstler Ólafur Elíasson als Auftragsarbeit rund um ein Wasserbassin angelegt hat.
Mit Spiegelsäulen und gelbem Licht hinterfragt er, was das Bekannte vom Unbekannten trennt. Licht, Raum und optische Vorrichtungen thematisieren menschliche Wahrnehmungsmechanismen und die Wirkung von Räumen. Eliasson bezieht dabei die Besucher mit ein. Kaum einer, der hier nicht Kamera oder Handy gezückt hat für überraschende Fotos und Selfies!
Fondation Louis Vuitton: die Infos
8, avenue du Mahatma Gandhi, www.fondationlouisvuitton.fr
E-Bus-Shuttle ab Place Charles-de-Gaulle/Avenue Friedland
Tipp
Gegenüber der Fondation Louis Vuitton ließ die LVMH-Gruppe das einstige Musée des Arts et Traditions Populaires (ATP) von Stararchitekt Frank Gehry in die Maison LVMH / Arts – Talents – Patrimoine umbauen. Die multidisziplinäre Kultureinrichtung widmet sich gleichermaßen Handwerkern wie Künstlern, dem lebenden Kulturerbe und dem Kunsthandwerk – mit Ausstellungen, Workshops, Konferenzen und Konzerten. Zum neuen Kunsthandwerkskomplex gehören ein Dokumentationszentrum und ein Panoramarestaurant.
• 14, Avenue du Mahatma Gandhi, https://dubuisson.eu/projets/maison-lvmh-arts-talents-patrimoine
Gefällt Dir der Beitrag? Dann sag merci mit einem virtuellen Trinkgeld.
Denn nervige Banner oder sonstige Werbung sind für mich tabu.
Ich setze auf Follower Power. So, wie Wikipedia das freie Wissen finanziert.
Unterstütze den Blog! Per Banküberweisung. Oder via PayPal.
Weiterlesen
Im Blog
Alle Beiträge zu Paris vereint diese Kategorie.
Im Buch
Hilke Maunder, Baedeker Paris*
1975 kam ich dank Interrail zum ersten Mal nach Paris und übernachtete in einem einfachen Sleep-in in der Rue de Turenne. Damals ahnte ich noch nicht, dass diese Stadt mich ein Leben lang begleiten würde. In den Jahren danach verbrachte ich fast jedes Jahr viel Zeit in der Kapitale: als junge Frau, die im 18e Arrondissement als Kellnerin jobbte, später mit Partner, schließlich mit meiner Tochter. Und bis heute fehlt mir etwas, wenn ich Paris nicht immer wieder neu erlaufen, erradeln oder durch das Labyrinth der Métro durchstreifen kann.
Aus dieser langjährigen, sehr persönlichen Beziehung zur Stadt ist mein Baedeker Paris* entstanden. Er versteht Paris nicht nur als Ansammlung berühmter Sehenswürdigkeiten, sondern als lebendige, vielschichtige Metropole, die sich mit jeder Reise neu erschließt. Natürlich findet ihr darin die großen Klassiker – vom Louvre über die Île de la Cité bis zum Eiffelturm –, doch ebenso wichtig sind mir die besonderen Orte, die leisen Viertel, die kleinen Entdeckungen abseits der Postkartenmotive.
Neben verlässlichen Fakten, übersichtlich aufbereiteten Karten und praxisnahen Tipps erzähle ich von ungewöhnlichen Details, kleinen Anekdoten und Momenten, die man nicht planen kann, die aber oft die schönsten Erinnerungen hinterlassen: ein Tanz unter freiem Himmel, ein unerwarteter Blick von oben, ein Abendessen, das länger dauert als gedacht. Genau diese Mischung aus Orientierung und Inspiration soll euch dabei helfen, Paris auf eure ganz eigene Weise zu erleben. Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.
* Durch den Kauf über den Partner-Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterstützen und werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !


