Haus-Kauf in Frankreich: das müsst ihr wissen

Île d'Yeu: Plage de la Borgne: Riesige Hortensien schmücken dort ein Haus. Foto: Hilke Maunder
Plage de la Borgne: Riesige Hortensien schmücken dort ein Haus. Foto: Hilke Maunder

Es war das größte Abenteuer seit langem: mein zweites Zuhause in St-Paul-de-Fenouillet, einem 1.880-Einwohner-Städtchen im weiten Tag des Agly in den Pyrénées-Orientales. 2011 hatte ich mich bei einem Haustausch mit Mickey und Carl Odin, zwei Amerikanern aus Oregon, völlig in ihr 270 Jahre altes Häuschen im alten Ortskern verliebt.

Als ich 2014 im tiefsten Winter abends in Hamburg auf Facebook las, sie wollten sich vergrößern und daher ihr Haus verkaufen, schrieb ich spontan: Ich kauf’s!  Was dann passierte, habe ich hier erzählt.

Viele haben mich seitdem gebeten, doch einmal einen kleinen Ratgeber zum Hauskauf in Frankreich zu verfassen. Le voilà, zusammengestellt nach bestem Wissen und Gewissen. Er gibt eine grobe Linie vor, ersetzt aber im konkreten Fall keine rechtliche Beratung.

Suchen & finden

Wie findet ihr in Frankreich euer Wunschhaus? Vor jeder Recherche nach einem passenden Objekt: Fahrt hin! Entdeckt die Region, die Stadt oder das Dorf, die Landschaft ringsum und die Menschen.

Blickt nicht mit den Augen eines begeisterten Urlaubers auf euren Wunschort, sondern ganz praktisch: Wie sieht es mit Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten aus? Ärzten, Geschäften, Kultur- und Sportangeboten? Gibt es eine déchetterie (Recyclinghof) und Handwerker vor Ort. Wie hoch sind die Abgaben in der Kommune? Wie sind Lärm- und Verkehrsbelastung? Wo wird demnächst wie, was, wo gebaut? Und fragt euch, ob ihr euch dort uach in zehn Jahren noch gut aufgehoben fühlen würdet

À vendre

À vendre – zu verkaufen: Solche Schilder schmücken allerorten in Frankreich Häuser, die zum Verkauf stehen. Nicht nur Makler und Vermittler hängen sie an Fenster und Balkone, sondern auch die Eigentümer. Ein Stück Pappe, beschriftet mit dickem Edding, muss da reichen.

Vendu heißt: verkauft – diese Immobilie ist nicht mehr auf dem Markt.

Immobilienmakler  ( agent immobilier )

Der Makler hat in Frankreich  weitreichende Aufgaben.  Er

• vermittelt zwischen Käufer und Verkäufer
• organisiert Besichtigungen
• und – das ist anders als bei uns – prüft die Seriosität eines Käufers. Fragen nach Gehaltsabrechnungen, Unterhaltszahlungen oder andere finanziellen Einkünften und Verpflichtungen sind daher durchaus üblich!
• darf wie der Notar einen Vorvertrag aufsetzen

Ihr könnt bei der Objektsuche nur einen Makler ( mandat exclusif ) oder mehrere Makler  ( mandat simple / non exclusif ) beauftragen. Üblich ist, dass der Verkäufer, nicht der Suchende, einen Makler beauftragt.

Immobilien-Vermittler ( marchand de listes )

Kostengünstiger als ein Makler ist ein Immobilienvermittler. Er nimmt euer Gesuch auf und gibt euch –gegen Zahlung einer Gebühr – eine Liste mit Objekten, deren Ausstattungsmerkmale und Preise euren Suchkriterien entsprechen. Um Besichtigungen und etwaige Verträge müsst ihr euch selber kümmern.

Notar

Auch ein Notar ( notaire ) darf in Frankreich Immobilien vermitteln – und macht dies meist, wenn ein Eigentümer verstorben ist.

Internet

In Frankreich gibt es zig Online-Portale zur Hauskauf. Sie sind vom Grundaufbau sehr ähnlich und unterscheiden sich meist nur bei den Filterfunktionen und etwaigen regionalen Schwerpunkten.

Logi-Immo gehört zu den ganz großen Maklerbüros in Frankreich und bewirbt seine Objekte nicht nur in kostenlosen Broschüren, die allerorten ausliegen, sondern auch online.

Von privat an privat ist das Motto der Hauskauf-Portale De Particulier à Particulier (www.pap.fr) und Entre Particuliers (www.entreparticuliers.com).

Um ein Gefühl für Immobilienpreise in Frankreich zu erhalten, besucht zum Auftakt die Webseite von www.meilleursagents.fr.

Auf der carte des prix könnt ihr für jede Kommune die Preise sehen Ebenfalls aufgezeigt wird die Preisentwicklung von Ort und Département in den letzten Jahren.

So stellt Meilleurs Agents die Immobilienpreis von Duilhac (Aude) vor. Copyright: Meilleurs Agents.
So stellt Meilleurs Agents die Immobilienpreis von Duilhac (Aude) vor. Copyright: Meilleurs Agents.
Der Immobilienmarkt einer Stadt am Beispiel Amiens. Copyright: Meilleur Agents.
Der Immobilienmarkt einer Stadt am Beispiel Amiens. Copyright: Meilleurs Agents.
Die Immobilienpreise in Frankreich auf einer Karte. Copyright: Meilleur Agents.
Die Immobilienpreise in Frankreich auf einer Karte. Copyright: Meilleurs Agents.

Beliebte Immobilienportale in Frankreich

www.fnaim.fr
www.paruvendu.fr
www.lesiteimmo.com
https://immobilier.lefigaro.fr

Immobilien bieten auch diese Kleinanzeigen-Portale an:

www.topannonces.fr
www.leboncoin.fr

Vorvertrag

Ihr habt euer Wunschhaus gefunden? Dann wird es Zeit für den Vorvertrag. In Frankreich gibt es davon zwei Arten:

promesse unilatérale de vente
compromis de vente, auch promesse synallagmatique de vente genannt.

Die promesse unilatérale de vente

Diese Art des Vorvertrages ist selten geworden – denn er bindet nur den Verkäufer. Jener verpflichtet sich einseitig, die Immobilie zum vereinbarten Preis zu verkaufen.

Der compromis de vente

Häufiger ist der compromis de vente, bei dem beide Seiten eine Verpflichtung eingehen. Der Verkäufer erklärt schriftlich, sein Objekt zum vereinbarten Preis zu verkaufen – der Käufer, jene zu den vereinbarten Konditionen zu erwerben.

Der  Vorvertrag wird von beiden Parteien unterschrieben. Wichtig: Jede Seite des Vertrages müssen Käufer und Verkäufer mit ihrem Kürzel beziehungsweise mit den Anfangsbuchstaben ihres Vor- und Nachnamens ( paraphe ) abzeichnen. Die Unterschriften müssen nicht vor Ort beim Notar erfolgen, sondern können auf dem Postweg ausgetauscht werden.

Das muss in den Vorvertrag

Jede Art von Vorvertrag muss enthalten

• Kontaktdaten von Käufer und Verkäufers
• sämtliche Angaben zum Objekt: Adresse, Größe, Umfang, Ausstattung, ferner ggf. vorhandene Grunddienstbarkeiten wie beispielsweise ein Wegerecht
• Frist bis zur Unterzeichnung des Hauptvertrages
• Datum der Eigentums-/Schlüsselübergabe
• bei Makler/Notar: Höhe der Provision und Angabe, wer die Courtage zahlt
• Rückstritt-Bedingungen (conditions suspensives): In Frankreich gesetzlich geregelt ist beim Immobilienkauf das Rücktrittsrecht nur, wenn eine Finanzierung platzt. Mitunter macht es jedoch Sinn, weitere aufschiebende Bedingungen zu vereinbaren. Diese könnten beispielsweise auch Auflagen von Baubehörden sein (wichtig bei alten Gebäuden).
• Kaufpreis und Zahlungen: wann ist wieviel zu zahlen? Üblich ist eine Anzahlung von zehn Prozent des Kaufpreises bei Abschluss des compromis de vente.

Nach Abschluss des compromis de vente habt ihr ein Widerspruchsrecht. Achtung: Dieses Recht steht euch nicht zu, wenn ihr ein unbebautes Grundstück außerhalb eines Wohngebietes (hors lotissement) gekauft habt!

Achtung! Der compromis de vente stellt ein „gegenseitiges Verkaufsverspechen“ dar und ist damit bindend. Anders als in Deutschland braucht es weder eine notarielle Beurkundung noch den Eintrag ins Grundbuch. Ist das siebentägige Rücktrittsrecht verstrichen, ist der Kauf rechtsgültig.

Gutachten

Ist der Vorvertrag geschlossen, folgen in Frankreich zahlreiche Gutachten. Die Kosten dieser diagnostiques techniques trägt üblicherweise der Verkäufer.

  • Blei im Baumaterial ( constat de risque d’exposition au plomb – CREP ): für alle Häuser, die vor dem 1. Januar 1949 erbaut wurde
  • Asbest im Baumaterial ( état d’amiante ): Pflicht für alle Häuser, die vor Juli 1997 gebaut wurden.
  • Bestehende Elektroinstallationen ( état de l‘installation intérieure d‘électricité ): Pflicht für alle Stromleitungen, die älter als 15 Jahre sind.
  • Bestehende Gasinstallationen ( état de l’installation intérieure de gaz): Pflicht für alle Gasleitungen,  als 15 älter als 15 Jahre sind.
  • Naturgefahren ( état des risques et pollutions ): Drohen Überschwemmungen, Erdbeben oder ähnliches im Gebiet der Immobilie?
  • Energiebilanz der Immobilie (diagnostic de performance énergétique – D.P.E.)
  • Nur in Regionen, die es betrifft: Schädlingsbefall durch Termiten ( état parasitaire relatif aux termites ) bzw. durch echten Hausschwamm ( diagnostic mérule )

Wenn ihr eine Wohnung in einer Anlage oder als Teil eines Hauses erwerbt, müssen euch für solch eine acquisition de copropriété noch folgende Dokumente vorgelegt werden:

• Teilungserklärung ( règlement de copropriété ). Sie legt fest, was wem gehört ( état descriptif de division )
• Gutachten zur Größe des erworbenen Miteigentums ( diagnostic métrage loi Carrez )
• Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten drei Jahre ( procès-verbaux des assemblées générales )
• Nachweise zur Instandhaltungsmaßnahmen ( carnet d’entretien )
• Hausordnung

Hauptvertrag

Rund zwei, drei Monate später ist alles bereit für die Unterzeichung des Hauptvertrages ( contrat de vente définitif ). Er macht euch zum neuen Hausherrn. Die Grundbuch-Eintragung danach ist reine Formsache.

Der Abschluss des Hauptvertrages erfolgt stets beim Notar. Alle Notare des Landes dürfen frankreichweit tätig werden und sind nicht an Amtsbezirke gebunden. Es ist in Frankreich üblich und erlaubt, dass jede Partei einen eigenen Notar nimmt, um den Kauf abzuwickeln. Welche französischen Notare deutsch sprechen, seht ihr in dieser Liste.

Der Notar überweist die vollständige Kaufsumme erst dem Eigentümer, wenn ihr als neue Eigentümer im Grundbuch eingetragen seid. Das ist meist rund einen Monat nach Abschluss des Kaufvertrages der Fall.

Tipp

Ein Notarvertrag kann heutzutage auch digital zustande kommen. Das regelt in Frankreich das “elektronische Urkundengesetz” oder EAA.
Das elektronische Dokument  besitzt den gleichen Beweiswert hat wie ein Papierdokument (Artikel 1366 des Zivilgesetzbuches).

Wie beglaubigt der Notar die elektronische Urkunde (EAA)?
Der Notar, der die Urkunde erhält, identifiziert sich dank des Real-Schlüssels, der das gleiche Format wie ein USB-Stick hat. Dieser Schlüssel ist für ihn persönlich und ermöglicht es ihm, die Urkunde wie auf Papier durch Unterschrift und Stempel zu beglaubigen.

Was ist mit der elektronischen Urkundenrolle (EAA)?
Als Kunde erhaltet ihr ein Papierzertifikat des Kaufvertrags wie bei einer traditionellen Unterschrift sowie, auf Wunsch, eine digitale Kopie des elektronischen Kaufvertrags.

Wie wird die elektronische öffentliche Urkunde (EAD) gespeichert?
Nach der Unterzeichnung wird das Dokument aufgezeichnet, verschlüsselt und über das Netzwerk des Notars an die Zentrale Elektronische Registratur des Notars (MICEN) gesendet, zu der nur der unterzeichnende Notar Zugang hat. Von diesem Platz aus kann er die Urkunde und ihre Anlagen jederzeit abrufen und Kopien ausstellen.

www.notaires.fr/fr/newsletters/lettre-notaires-France/l%E2%80%99acte-authentique-sur-support-%C3%A9lectronique

Kosten und Gebühren

Notargebühren

Auch in Frankreich richten die Kosten für den Notar nach einer Gebührentabelle. Die Beurkundung des Hauptvertrages  kostet meist 1 % vom Kaufpreis. Weitere Dienstleistungen werden extra berechnet.

Grunderwerbsteuer

Die droits de mutation sind eine Steuer, die der Staat beim Kauf der Immobilie erhebt.

Katastersteuer

Die taxe de publicité foncière deckt die Kosten für den Grundbucheintrag.

Neu oder gebraucht?

Der Kauf eines Neubaus ist von den Gebühren her günstiger als die Kosten von Häusern, die bereits bewohnt wurden. Bei gebrauchten Immobilien belaufen sich die Gesamtkosten für Notar und Steuern auf rund 7 bis 8 Prozent, bei Neubauten auf  2 bis 3 Prozent des Kaufpreises.  Gezahlt werden sie grundsätzlich vom Käufer, nicht vom Verkäufer.

Achtung! Beim Kauf von neuen Immobilien wird eine 20%ige Mehrwertsteuer (taxe sur la valeur ajoutée – TVA)  fällig. Steht hinter dem Kaufpreis h.t. (hors taxe) müsst ihr sie noch dazurechnen. Beim Kürzel TTC ( toutes taxes comprises ) ist sie bereits in den Kaufpreis eingerechnet.

Das kostet eure (Zweit-)Immobilie

Mit welchen laufenden Kosten müsst ihr rechnen, wenn ihr in Frankreich in eurem neuen Zuhause lebt?

Wohnsteuer

Die taxe d’habitation ist eine lokale Steuer, die je nach Département und Kommune unterschiedlich hoch ist und u.a. die Kosten der Müllabfuhr und Straßenreinigung abdeckt.  Sie ist von demjenigen zu zahlen, der am Stichtag 1. Januar bewohnt. Alle, die mit Hauptwohnsitz in Frankreich leben, sollen ab 2023 keine Wohnsteuer mehr zahlen müssen.
www.economie.gouv.fr/particuliers/taxe-habitation#

Rundfunkgebühr

Gemeinsam mit der Wohnsteuer werden die Rundfunkgebühren als contribution à l’audiovisuel public (CAP) eingezogen. Achtung: Anders als in Deutschland wird die Pauschale nicht für digitale Empfangsgerät wie Computer, Smartphones oder Tablets erhoben, sondern nur für TV und Radio.
www.service-public.fr/particuliers/vosdroits/F88

Grundsteuer

Die taxe foncière sur les propriétés bâties ist eine jährliche lokale Steuer, die alle Eigentümer, Erbpacht- oder Nießbrauchsberechtigten zum 1. Januar eines Jahres zu zahlen haben. Auch sie fällt je nach Département und Kommune unterschiedlich hoch aus.
www.service-public.fr/particuliers/vosdroits/F59

Sonstige Kosten

Hinzu kommen noch all die Kosten, die mit jedem Haus verbunden sind: Strom und / oder Gas, Wasser, Versicherungen und ähnliche Ausgaben.

Euer Haus im Todesfall

Bitte denkt bereits schon beim Kauf der Immobilie daran, was nach eurem Tod mit dem Haus ggf. geschehen soll. Traditionell bevorzugt das französische Erbrecht die Blutslinie, sprich, die Kinder. Das EU-Recht indes ermöglicht auch, das Ehegatten und Lebenspartner erben. Nähere Infos dazu holt bitte bei einem Anwalt oder Notar ein.

Gefällt euch dieser Beitrag? Helfen euch die Infos? Dann sagt merci – ich freue mich über eure Unterstützung. Fünf Möglichkeiten gibt es. Und auch PayPal.

Merci fürs Teilen!

36 Kommentare

  1. Hallo Hilke,
    Beim Kauf unseres Hauses (2011) hat uns der Ratgeber “Immobilienerwerb in Frankreich” von Klaus Gebel sehr geholfen und vor Enttäuschungen bewahrt. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen. Preis der aktuellen Ausgabe: 35 €.
    Herzlichen Dank an dieser Stelle für diesen und alle anderen Artikel.

  2. Liebe Hilke
    vielen Dank für diesen ausführlichen Artikel und deinen tollen Blog, den ich sehr gerne und regelmäßig besuche.
    Heute habe ich auch eine Frage.
    Wir schauen auch schon seit längerem nach einem Haus in
    Südfrankreich. In Immobilien Anzeigen liest man häufiger von Leichenschauhäusern, in der automatischen Übersetzung.
    Wie ist das zu verstehen? Sind das schon sehr alte Häuser?
    Vielleicht kannst du mir da weiterhelfen.
    Liebe Grüße Beate

  3. Toller Artikel mit allen wichtigen Infos, Danke Frau Maunder…das hätte mir auch früher viel geholfen. In der Zwischenzeit haben wir zum 3.Mal gekauft und 2x verkauft…zuletzt in einer Copropriete mit 10 lots. Da gibt es noch vieles weiteres zu beachten, eventuell jährliche Kosten für die Verwaltung und den Unterhalt oder Ausbau der parties communes. Und vieles muss von der Copro genehmigt werden …. Sehr viel Bürokratie!!!!
    Ein Beitrag zum Thema Erbrecht wäre ganz toll…es gibt auch die Möglichkeit eine SCI mit 1000,- EUR zu gründen und dann vererbt man nur die Anteile nicht den ganzen Wert der Immobilie glaube ich…..ausserdem hat doch die EU eine Richtlinie erlassen, dass man als Deutscher auch nach deutschem Recht eine französische Immobilie vererben kann, meine ich….

  4. Hallo,
    wir gehören ja auch seit vergangenem Jahr zu stolzen Besitzern einer Immobilie in Frankreich. Im Vorfeld haben wir uns mit anderen, die diesen Schritt schon gegangen sind, ausgetauscht und uns wertvolle Tipps geholt (gerade auch in Sachen Erbrecht zum Beispiel). Außerdem hatten wir tolle Unterstützung durch Muriel Justaume und Mario Landes, die in der Bretagne Kaufwillige umfangreich bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützen und deren Hilfe ich nur wärmstens empfehlen kann. Mario ist Deutscher und Muriel spricht fließend deutsch. Muriel ist seit vielen Jahren in diesem Metier tätig und stand uns mit Rat und Tat zur Seite, hat uns zu den Notarterminen begleitet und auch bei der Anmeldung der Versorger etc. geholfen. Obwohl mein Französisch nicht das Schlechteste ist, war ich sehr froh, auf sie zählen zu können. Immobilienkauf ist generell ein Abenteuer, ein noch größeres im Ausland. Jeder Cent, den ich für Muriels und Marios Hilfe gezahlt habe, war bestens investiert! https://www.haus-kaufen-bretagne.com/
    Viel Erfolg bei der Verwirklichung eurer Träume!
    Saskia

  5. Hallo Hilke,
    ich hab mal angefangen, die Erfahrungen bei Suche und Kauf unseres Hauses im Aveyron aufzuschreiben.
    Ist noch nicht viel und Bilder fehlen auch noch, aber es wird…

    Link: [url]http://motosite.over-blog.com/2021/03/unser-traumhaus.html[/url]

    Schöne Grüße,
    Bernhard
    P.S.: noch ein Tipp:
    Was ganz wichtig ist, wenn man ein passendes Objekt gefunden hat:
    Mal nach dem Ortsnamen und “inondation” googeln.
    Da findet man ggf. alte Berichte von Überschwemmungen und anderen Naturkatastophen in der Gegend.

  6. Zu den lfd. Kosten beim Hauskauf :
    Da sollte man Stromkosten und Trinkwasserkosten nicht vergessen (da gibt’s laufende Fixkosten, auch ohne Verbrauch )….ach ja, die Klärgrube muss auch alle paar Jahre geleert werden….Gartenpflege und Kontrolle des Anwesens solle man auch nicht vergessen, wenn man einen netten Nachbarn hat, kann der da etwas aushelfen…und eine Hausversicherung für Elementarschäden ( Sturm, Feuer, Hagel …) ist oft anzuraten, aber nicht Pflicht….Da kommt dann schon was zusammen…aber man gönnt sich ja sonst nix…

    • Danke, Stefan, merci! Ich hatte diese Kosten icht extra erwähnt, weil solche Kosten ja auch in anderen Ländern anfallen… werde ich nun doch auch noch ergänzen, merci!

  7. Sehr schoen und ausfuehrlich geschrieben. DANKE….Wir haben schon 4 Haeuser in F gekauft
    und alles ist perfekt abgelaufen. Nur sollte man sich als Deutscher mit Wohnsitz in Deutschland ueber das Erbrecht und die anfallenden Steuern beim evtl. Wiederverkauf informieren. Wenn das Kaufs-Dossier/ Vertrag beim Notar nicht korrekt aufgegleist wurde, kann es leider grosse, unerwartete Uebrraschungen geben da es diesbezeuglich Abweichungen zum deutschen Immobilienrecht gibt. Es gibt gute Moeglichkeiten, aber man muss sie VORHER in die Wege leiten. lieber einmal mehr zum Notar/ Steuerberater als dann “mauvaises surprises” wo man doch eigentlich das Leben geniessen wollte. Voraus- Schauen fuer einen selbst oder/und die Erben ….viel Spass et bon séjour en France….

      • Ja, das Erbrecht … da wir im Zuge des Hauskaufs auch mal unsere gesamten Angelegenheiten geregelt haben, war das auch ein Thema. Der hiesige Anwalt, bei dem wir das alles gemacht haben, hat sich extra mit einem französischen Kollegen ausgetauscht. Der Hauptunterschied ist wohl der, dass in Frankreich die Blutlinie bevorzugt wird, also ohne Testament die Kinder und nicht der Ehepartner erben, während das in Deutschland ja anders ist, auch was die Pflichtteile etc. angeht. Aber man kann immerhin wählen, welches Erbrecht im Todesfall angewendet werden soll. Wir haben das dann in unserem Testament festgelegt.

        Die Steuern beim Wiederverkauf sind auch so ein Thema. Hat man nur einen Zweitwohnsitz in Frankreich, werden auf den Gewinnanteil (also die Differenz zwischen gezahltem Kaufpreis und dem Wiederverkaufspreis) 30 % Steuern fällig. Zumindest erfährt man auf diesem Weg, was die Vorbesitzer ihrerseits beim Kauf bezahlt hatten, ist auch mal spannend ;-).

        Bises, Sylvie

      • JA , eben deshalb muss sich ein Ausländer dessen bewusst sein. Aber auch der “plus value” birgt seine Überraschungen beim Wiederverkauf , was viele nicht wissen….. ich versuche immer mit meinen TIP ” Il faut mieux prévenir que guérir ” anzuwenden…..prenez bien tous soin de vous. Restons moralement positifs et Covid négatifs….

  8. Zur Wohnsteuer TH folgendes:
    Die Müllabfuhr ist oft NICHT dabei ! Da gibt es 2 Systeme, die Müllgebühr und die Müllsteuer….Die Müllgebühr wird extra ( nicht in der TH enthalten ) erhoben, man muß sie aber nur bezahlen, wenn man den Service auch nutzt…Mit der Müllgebühr gibt es dann oft Probleme bei Ferienhäusern, denn die werden radikal abkassiert mit hohen Fixkosten….obwohl man den Service kaum nutzt….Die TH müßte eigentlich NichtnutzungsSteuer heissen, denn zahlen müssen nur die Zweitwohnungs/Ferienhausbesitzer, bei Hauptwohnsitzen entfällt sie ja…..

  9. Hallo zusammen,weitere Infos zum Immobilien Erwerb in Frankreich gibt es bei der”Deutsch-schweizerischen Schutzgemeinschaft für Auslandsgrundbesitz”. Dies ist eine Anwaltskanzlei in Waldshut-Tiengen. In deren Dossier für Frankreich haben wir damals wertvolle Infos gefunden. Kosten für ein Dossier 20,00€. Herzliche Grüße Joachim Stotz, momentan Xonrupt-Longemer.Bei weiteren Fragen einfach schreiben

  10. Liebe Hilke,

    wie all deine Artikel ist auch dieser ausführlich, informativ und sehr hilfreich für alle Kaufwilligen.

    Ich kann aus eigener Erfahrung nur an jeden, der eine Immobilie in Frankreich erwerben will, appellieren, sich dazu auf jeden Fall professionelle Hilfe zu holen. Das Immobilienrecht und die Abläufe sind doch sehr unterschiedlich im Vergleich zu Deutschland, und Fehler oder etwas zu übersehen oder nicht ganz sicher zu verstehen, kann teuer werden.

    Bei unserem Hauskauf in der Bretagne haben wir beste Erfahrungen gemacht mit Edwina Bihannic, die unter https://www.mamaisonenbretagne.com/de/home ihre Dienste speziell für Deutsche anbietet. Sie hilft auch schon bei der Haussuche, wenn man nicht genug Zeit vor Ort hat. Sie hat alles super in unserem Sinne geregelt und jederzeit ansprechbar. Sie hat den Preis für uns gut runtergehandelt, hat sich um alle Gutachten und Vertragsunterlagen gekümmert und war auch nach dem Kauf für uns da als es um Handwerker etc. ging.

    Auf jeden Fall ist ein Hauskauf im Ausland ein Abenteuer, das einen an manchen Stellen durchaus auch Nerven kostet, sich aber letztlich lohnt. Was ich z.B. nicht gedacht hätte: die Banken wollen/können eine französische Immoblie nicht als Sicherheit aktzeptieren, wenn man noch einen Teil des Kaufpreises als Darlehen benötigt. Wir mussten das gewünschte Darlehen über uns Haus in Deutschland absichern. Und das, obwohl wir beide sichere und durchaus gut bezahlte Jobs haben.

    Also wie gesagt: gut informieren und sich alle Unterstützung holen, die es gibt, dann steht dem Traum vom Eigenheim im Frankreich nichts im Wege :-).

    LG Sylvie, die gerade den Kaminbauer im und auf dem bretonischen Haus hat

  11. Vielen Dank. Ich hätte noch eine Frage: Ist es üblich beim Vortrag eine Anzahlung zu leisten und wenn ja, in welcher Höhe? Und ab wann muss ich als Käufer üblicherweise dem Notar den Kaufpreis überwiesen haben?
    Casy

    • Hallo Casy,

      die Höhe der Anzahlung wir dim Vorvertrag festgelegt (bei uns waren es weniger als 10%). Der gesamte Kaufpreis muss vor dem Kauftermin beim Notar eingetroffen sein, sonst findet kein Kauf statt. Also genau nachschauen, was vereinbart wurde und lieber ein paar Tage früher überweisen. Was möglichst früh vorliegen muss, ist der Nachweis der Finanzierung durch die Bank. Das hat uns viele Nerven gekostet, da die Kompatibilität der beiden Systeme einfach stark zu wünschen übrig lässt. Auch die Kaufpreiszahlung an den Notar wird in Deutschland üblicherweise erst NACH dem endgültigen Vertragstermin überwiesen. Die Bank wollte also den unterzeichneten Kaufvertrag als Beleg, um den Kaufpreis auszuzahlen, und der Notar wollte die Auszahlung des Kaufpreises, um den Vertrag zu beurkunden. Schildbürgen in Europa, sage ich da nur. Erst nach vielen aufreibenden Telefonaten und Diskussionen in der Filiale vor Ort gelang es uns, einen Weg zu finden. Wir schrieben eine eidesstattliche Erklärung, in der wir die in Frankreich anders gelagerten Abläufe erklärten und auf Ehre und Gewissen schworen, dass das alles so ist und wir den beurkundeten Kaufvertrag nachreichen. Dazu die Terminbestätigung des Notars in Frankreich, und die Bank überwies das Geld gerade noch rechtzeitig. Besonders geärgert hat mich daran, dass das (wirklich überschaubare) Darlehen ja ohnehin mit der deutschen und nicht mit der französischen Immobilie abgesichert war. Also hätte es der Bank ja eigentlich völlig egal sein können, was wir mit dem Geld anfangen.

      Aber nützt ja nix, und letztlich hat es ja auch geklappt. Von dem Versuch, die Sache über eine französische Bank zu regeln, hatte uns Edwina, unsere Immobilienfachfrau vor Ort, abgeraten. Sie habe überhaupt nur einzelne Fälle gehabt, wo das klappte, und auch die hätten bis zu einem Jahr gebraucht, bis alles geklärt war – soviel Zeit hatten wir nicht und wollten wir auch nicht aufbringen.

      Liebe Grüße
      Sylvie

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.