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Haute-Vienne

Aus den historischen Provinzen Limousin und einem Teil der Marche entstand 1790 im Herzen des Hexagons das Département Haute-Vienne. Auch hier stand ein Fluss Pate bei der Namensgebung: Die Vienne entspringt auf dem mystischen Plateau de Millevaches, umspült auf ihrem Weg die Granitfelsen und durchfließt schließlich Limoges, die Hauptstadt mit der Ordnungsnummer 87.

Das Département im Herzen der Region Nouvelle-Aquitaine erstreckt sich über rund 5.520 Quadratkilometer. Es grenzt an das Département Creuse im Norden, Corrèze im Osten, Dordogne im Süden und Charente im Westen. Eine abwechslungsreiche Landschaft aus sanften Hügeln, tiefen Wäldern und glitzernden Wasserflächen prägt das Département Haute-Vienne. Wer Outdoor- Aktivitäten liebt und gerne in der Natur unterwegs ist, ist hier richtig – beim Wandern, Radfahren oder Reiten wie beim Wassersport. Mir persönlich gefällt es besonders gut am Lac de Vassivière, der sich das Département mit der Creuse teilt. Hier, am „Meer des Limousin“, lässt es sich herrlich schwimmen, segeln und angeln — oder auf einer Insel mitten im See moderne Kunst entdeckten.

Limoges: Weißes Gold und gotische Pracht

Die Hauptstadt des Département Haute-Vienne ist Limoges, dessen Bahnhof bereits ein Hingucker ist. In der historischen Altstadt von Limoges könnt ihr in charmante Gassen herrlich flanieren, in inhabergeführten Boutiquen stöbern und in Künstlerateliers vorbeischauen. Verpasst auch nicht die riesige Markthalle – mittags könnt ihr dort in charmanten Bistros ganz genüsslich schlemmen!

Das Musée National Adrien Dubouché beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung an Limoges-Porzellan und zeigt eindrucksvoll, wie die Stadt zur globalen Marke für feine Tafelkultur wurde. Wer die Handwerkskunst hautnah erleben will, kann in den historischen Werkstätten der Manufaktur Bernardaud den Weg vom Kaolin bis zum fertigen Porzellan sehen. Der monumentale Brennofen Four à Casseaux kündet von der gewaltigen Hitze, die für den Brand des Kaolins nötig war.

Der einstige Porzellanofen Four à Casseaux dokumentiert heute als Museum die Porzellanherstellung in Limoges. Foto: Hilke Maunder
Der einstige Porzellanofen Four à Casseaux dokumentiert heute als Museum die Porzellanherstellung in Limoges. Foto: Hilke Maunder

Das Märtyrerdorf

23 Kilometer nordwestlich von Limoges dokumentiert Oradour-sur-Glane ein unfassbar grausames Verbrechen der SS. Als Mahnmal für die Gräuel des Zweiten Weltkriegs wurde der Ort im Zustand seiner Zerstörung belassen – eine Gedenkstätte von erschütternder Intensität. Im Schloss Châlus-Chabrol fand Richard Löwenherz einst sein Ende.

Rote Riesen und süße Klassiker

Die kulinarische Tradition ist so kraftvoll wie die Landschaft. Weltberühmt ist das Limousin-Rindfleisch, das als besonders zart und aromatisch gilt und mit dem label rouge ausgezeichnet ist. Das passen im Herbst die Steinpilze, die in den Wäldern des Limousins gedeihen. Auf den Tisch kommen zudem herzhafte galetous (Buchweizenpfannkuchen) und der Kirschauflauf clafoutis, der hier seinen Ursprung hat. Habt ihr jetzt Lust bekommen auf diesen Landstrich? Dann lasst euch von meinen Beiträge zum Département Haute-Vienne inspirieren!

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