Meine 12 Favoriten von La Réunion. Der Strand von L'Étang-Salé. Foto: Hilke Maunder

Île de la Réunion: meine 12 Favoriten

Bienvenue auf La Réunion, der französischen Insel im Indischen Ozean. Das einzige Département der südlichen Hemisphäre ist ein ein Mikrokosmos von Naturwundern und Kulturen. Majestätische Vulkane und abgelegene Bergtäler treffen hier auf Wasserfälle, Regenwälder und Palmenwälder voller Vanille.

An der Küste wechseln Sand- und Lavastrände, Surferwellen und zerfurchte Kliffs. Malerische Dörfer bewahren die kreolische Kultur, quicklebendige Städte zeigen stolz urbane Kulturen von Street-Art bis Séga. Was ihr nicht verpassen solltet? Voilà meine ganz persönlichen Highlights!

La Réunion: meine 12 Favoriten

Der Piton des Neiges

Die höchste Erhebung von La Réunion ist der erloschene Vulkun Piton des Neigesb– mit 3.070 Meter über NN ist er der höchste Gipfel im Indischen Ozean. Foto: Hilke Maunder
Die höchste Erhebung von La Réunion ist der erloschene Schildvulkan Piton des Neiges– mit 3.070 Metern ist er der höchste Gipfel im Indischen Ozean. Foto: Hilke Maunder

Schnee (neiges) ist, obgleich der Name anderes vermuten lässt, auf der Spitze nur extrem selten zu sehen. Weiß erscheint seine Spitze nur durch die Wolken, die ihn fast täglich ab mittags umhüllen. Mit 3.070 Metern ist der Piton de Neiges der höchste Berg im gesamten Indischen Ozean. Der ruhende Vulkan trat vor rund drei Millionen Jahren aus den Fluten des Ozeans empor und schuf die Insel La Réunion. Er ist für mich die Nummer eins unter den 12 Favoriten.

Aufstiege zum Gipfel sind durchaus fordernd, recht anstrengend und meist kühler als gedacht. Sie beginnen an der La Plaine des Cafres, im Talkessel Salazie oder im Talkessel Cilaos.

Wer von dort startet, kann in der einzigen Berghütte auf dem Weg zum Piton des Neiges, dem Refuge de la Caverne Dufour, eine Pause einlegen oder übernachten – hoch auf dem Gipfel den Sonnenaufgang zu erleben ist Kult!

Réunion: Der Blick vom Piton de la Fournaise hinüber zum Piton des Neiges. Foto: Hilke Maunder
Der Blick vom Piton de la Fournaise hinüber zum Piton des Neiges. Foto: Hilke Maunder

Die Kaskaden des Trou de Fer

Der Trou de Fer ist eine geologische Senke im Piton des Neiges-Massivs.  Zahlreiche Bäche münden hinein– und stürzen sich bis zu 725 Meter tief über die Felskanten, ehe sie am Grund den Lauf des Bras de Caverne bilden.

Piton de la Fournaise

Der Gipfel des <em>Piton de la Fournaise</em>. Foto: Hilke Maunder
Der Gipfel des Piton de la Fournaise. Foto: Hilke Maunder

Das zweite, kleinere Massiv der Insel schuf der 2.632 Meter hohe Piton de la Fournaise, einer der aktivsten Vulkane der Welt. Hier könnt ihr, ähnlich wie auf Hawai’i, den sogenannten Hotspot-Vulkanismus hautnah entdecken – und immer wieder auch in Aktion sehen.

Die Vallée de la Rivière des Remparts

Die Vallée de la Rivière des Remparts. Foto: Hilke Maunder
Die Vallée de la Rivière des Remparts. Foto: Hilke Maunder

Bei der Auffahrt zum Piton de la Fournaise kommt ihr zu einem Aussichtspunkt, von dem sich weite Blick auf das Tal der Rivère des Remparts eröffnen. Der Fluss fließt von Norden nach Süden in einem tiefen Tal, das vor mehr als 250.000 Jahren entstanden ist. Bis zu 1.000 Meter hoch und sehr steil säumen remparts genannte Kesselwände auf 23 Kilometern Länge die Rivière des Remparts –  beeindruckend!

Die Plaine des Sables

Die Plaine des Sables am Piton de la Fournaise. Foto: Hilke Maunder
Die Plaine des Sables am Piton de la Fournaise. Foto: Hilke Maunder

Die Plaine des Sables gleicht einer Mondlandschaft. Nur wenige Pflanzen und Tiere können in dieser Wüste aus Sand und Stein überleben.

Die Ebene ist der Überrest der größten und ältesten Caldera des Piton de la Fournaise. Sie wird im Westen von dem Rempart des Sables und der Rivière de l’Est im Nordwesten begrenzt.

Nur wenige Pflanzen haben es bislang in der Plaine des Sables geschafft, im jungen Vulkanboden zu wurzeln. Foto: Hilke Maunder
Nur wenige Pflanzen haben es bislang in der Plaine des Sables geschafft, im jungen Vulkanboden zu wurzeln. Foto: Hilke Maunder

Der Pas de Bellecombe

Nach dem Einbruch des Enclos Fouqué vor ca. 5000 Jahren entstand der heutige Zentralkrater, der – genau genommen – aus zwei Kratern besteht: dem Bory im Westen mit einem Durchmesser von 350 Metern und dem mehr als doppelt so großen Dolomieu im Osten. Der Bory bildet mit einer Höhe von 2.632 Metern die Spitze des Vulkans. Die vulkanische Aktivität konzentriert sich seit 1971 jedoch ausschließlich auf den Dolomieu.

Hinzu kommen zahlreiche Parasitärkrater wie der Piton Kapor, der bei der Eruption von 1998 entstand. 196 Tage dauert sie damals von März bis September – und hält damit den Rekord als längste Eruption des 20. Jahrhunderts. Die Lavaströme flossen damals entlang des Grand Brûlé bergab, überquerten die Route Nationale und ergossen sich in den Indischen Ozean.

Der Dolomieu-Krater des Piton de la Fournaise. Foto: Hilke Maunder
Der Dolomieu-Krater des Piton de la Fournaise. Foto: Hilke Maunder

Der Piton Maïdo

Es ist der Aussichtsbalkon der Insel:  Der 2.190 Meter hohe Piton Maïdo überblickt auch die Westküste von La Réunion. Von den Höhen dieses Hochplateaus, zu dem auch ungeübte Wanderer hinaufsteigen können, könnt ihr auch spektakuläre Blicke in den Talkessel Mafate werfen, der sonst nur zu Fuß zu erreichen ist. Auch mit dem Auto kommt ihr dort hinauf!

Die Talkessel

Im Cirque de Cilaos. Foto: Hilke Maunder
Im Cirque de Cilaos. Foto: Hilke Maunder

Cilaos, Salazie und Mafate: Wie ein Kleeblatt rahmen drei atemberaubende Talkessel den Piton des Neiges ein. Wasserfälle stürzen sich hier zu Tal, Primärwälder sind an den Hängen erhalten.

Mafate

Eine Welt für sich ist der Cirque de Mafate. Hin kommt ihr nur zu Fuß, und Helikopter versorgen seine Bewohner mit allem Lebensnotwendigen. Zehn mehr als 2.000 Meter hohe Gipfel rahmen ihn ein. 140 Kilometer lang sind die Wanderwege, die sich zwischen Steilhängen und kleinen Feldern hin zu zehn authentischen Weilern schlängeln.

Über den 1.958 Meter hohen Pass Col des Boeufs kommt ihr von Mafate in den Talkessel von Salazie. Hier wächst die Gemüsepflanze der Insel, die Chayote. Die grüne Frucht, die von der Form her einer XXL-Birne gleicht, gehört zu den Kürbisgewächsen und wird auf La Réunion Chouchou genannt. Roh oder gekocht begegnet sie euch garantiert auf dem Teller!

Das kürbisartige Gemüse Cayote, auf La Réunion <em>Chouchou</em> genannt. Foto: Hilke Maunder
Das kürbisartige Gemüse Cayote, auf La Réunion Chouchou genannt. Foto: Hilke Maunder

​Salazie

Der Talkessel von Salazie birgt den einzigen Insel-Ort, der zu den schönsten Dörfern Frankreichs gehört: Hell-Bourg. Als um 1830 arme Siedler und Sklaven, die vor den Gros Blancs, den reichen Plantagenbesitzern, geflohen waren, hier ankamen, war alles noch wild. Doch zwei von ihnen entdeckten während der Jagd an einer Stelle, die Bé-maho genannt wird, heilende Quellen.  Der kleine Kurort, der an den Quellen entstand, erhielt im Jahr 1842 den Namen von einem gewissen Monsieur de Hell, damals Gouverneur von Madagaskar und angrenzenden Gebieten.

Die ersten Kurgäste logierten zunächst in einfachen Strohhütten. 1852 begann der Bau der Thermen. Die Strohhütten wichen wunderschönen, mit Giebeln und lambrequins geschmückten Villen, und auch ein Casino wurde eröffnet. Doch rund 100 Jahre später, 1948, trocknete ein Zyklon die Quellen aus. Hell-Bourg war kein Kurort mehr, doch bewahrte den Charme und die Architektur von einst, besonders in der Villa Folio, die zur Zeitreise lädt.  Herrliche Aussichten auf den Talkessel eröffnen sich vom Gipfel des 1.356 Meter hohen Piton d’Archang.

Cilaos

Auf 1.200 Metern liegt das Dorf Cilaos im gleichnamigen Talkessel. Foto: Hilke Maunder
Auf 1.200 Metern liegt das Dorf Cilaos im gleichnamigen Talkessel. Foto: Hilke Maunder

Sonniger und trockener als die anderen beiden Talkessel ist der Cirque de Cilaos mit tiefen Schluchten wie Fleur Jaune, Bras Rouge oder Gobert und einer Parade imposanter Gipfel wie dem Piton de Sucre, Bonnet de Prêtre oder dem Mourne de Gueule Rouge.

Zum Talkessel von Cilaos windet sich die Straße der 400 Kurven hinauf. Sie endet in einem grandiosen Kessel, in dem Thermalquellen sprudeln, einige engagierte Winzer Wein anbauen und preisgekrönte Kunststickerinnen wie Suzanne Maillot und Karine Turpin daheim sind. Erfahrt hier mehr!

Berühmt für ihre Hohlsaumstickerei: <em>Broderie de Cilaos</em>: Suzanne Maillot. Foto: Hilke Maunder
Berühmt für ihre Hohlsaumstickerei Broderie de Cilaos: Suzanne Maillot. Foto: Hilke Maunder

Einige der Kunsthandwerker könnt ihr im Ortszentrum im Archipel des Métiers d’art entdecken,  einem kleinen Zentrum für Kunst, Kultur und Lebensart, das die Stadt Cilaos gemeinsam mit der Handwerkskammer, der CIVIS Communauté Intercommunale des Villes Solidaires und dem Commissariat à l’Aménagements des Hauts et Entreprises in der einstigen École des Sœur an der Rue du Père Boiteau eingerichtet hat. Ihr Ziel: die kreolische Lebenskunst und das Know-how lokaler (Kunst-)Handwerker hervorzuheben.

Das Archipel des Métiers d’Art von Cilaos. Foto: Hilke Maunder
Das Archipel des Métiers d’Art von Cilaos. Foto: Hilke Maunder

Zwölf Boutiquen spiegeln das reunionesische Kunsthandwerk, drei Lokalitäten die Gastronomie – das Restaurant Chez Lucay, der Eisdiele Vanille Chocolat by Steff Glacier und der Konditor Pâté Créole. Für Wohlbefinden sorgen Belle et Zen und das Metissea Spa. Eine Garten mit endemischer Flora, eine Promenade mit wechselnden Ausstellungen und ein Musikpavillon ergänzen die Anlage.

Die kreolischen Dörfer von La Réunion

Ein typisch kreolisches Haus in Entre-Deux. Foto: Hilke Maunder
Ein typisch kreolisches Haus mit lambrequins in Entre-Deux. Foto: Hilke Maunder

Auf der Hochebene Plaine des Palmites, in Entre-Deux und Hell-Bourg, einem kleinen Kurort mit charmant verstaubtem Charme, sind noch die schmucken Villen erhalten, die wohlhabende Familien in den Höhen erbauten, um der Hitze zu entfliehen, und bunte kreolische Häuser mit Vor- und Küchengärten und vorgebauter Veranda oder Terrasse. Auf diesen Verlängerungen des Wohnzimmers wurden einst all die Gäste empfangen, die nicht ins Haus gebeten wurden.

Ein traditionelles, mit Holzschindeln verkleidetes Haus. Foto: Hilke Maunder
Ein traditionelles, mit Holzschindeln verkleidetes Haus. Foto: Hilke Maunder

Die ältesten Häuser der Insel sind wie Schiffe gebaut, mit Holzrahmen und Wänden, die Tamarindenschindeln bedeckten. Typisch für die kreolischen Häuser sind auch die lambrequins, die Zierstreifen am Dach aus Holz oder Blech, die das Regenwasser hinab zu den Blumentöpfen oder Beeten leiten.

Ein typischer lambrequin an einem Haus in Entre-Deux. Foto: Hilke Maunder
Ein typischer lambrequin an einem Haus in Entre-Deux. Foto: Hilke Maunder

Le Guétali

Guette-le: erspähe es! Die Übersetzung verrät, wozu einst die kleinen offenen Häuschen im Grün der Gärten dienen. Dort konnte man einst das Geschehen ungestört beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.

Der Jardin des Parfums et des Épices

Eine Ingwerblüte. Foto: Hilke Maunder
Eine Ingwerblüte. Foto: Hilke Maunder

Filigrane, wunderschöne Porzellanblumen leuchten dort neben Pandanuspalmen und roten Palmen, dem Symbol des Inselsüdens. Baumfarne ragen zwischen uralten Litchibäumen auf. 300 Jahre soll der Mangobaum alt sein!

Beide Arten erzählen davon, dass mit der Besiedlung der Insel ab 1700 rund 2000 Arten – bewusst eingeführte Nutzpflanzen als auch ungewollt eingeschleppte Pflanzen, sogenannten Neophyten – die Vegetation der Insel verändert haben.

Rote Ananas. Foto: Hilke Maunder
Rote Ananas. Foto: Hilke Maunder

Von diesen sind um die 1000 Arten eingebürgert, d.h. sie leben in Einklang mit der einheimischen Vegetation. Doch rund 900 Arten überwuchern als invasive Arten die angestammte Vegetation und ersticken sie geradezu.  62 Arten gelten als hoch-invasiv und werden seit den 1990er-Jahren erforscht und bewusst bekämpft. Auch davon erzählt der Lehrgarten.
• 7, chemin Forestier, 97442 Saint-Philippe, Tel. +26 22 62 37 06 36, www.jardin-parfums-epices.com

Eine Spinnenorchidee. Foto: Hilke Maunder
Eine Spinnenorchidee. Foto: Hilke Maunder

Wale & Delfine

Im Südwinter verlassen die Buckelwale die Antarktis und ziehen in wärmere Gewässer. Vor der Küste von La Réunion paaren sie sich und gebären ihren Nachwuchs. Von Juni bis Oktober könnt ihr das Ballett der Wale hautnah erleben und sogar ihren Gesang hören. Zum Schutz der Giganten der Meere wurde 2009 auf La Réunion eine Charta verabschiedet, die für alle Beobachtungen von Meeressäugern und Meeresschildkröten gilt.

Diese Charta wird jedes Jahr vom CEDTM Centre d’études et de découverte des tortues marines und der GLOBICE Groupe local d’observation et d’identification des cétacés aktualisiert.

Der Blick auf La Réunion vom Indischen Ozean bei Saint-Gilles-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder
Der Blick auf La Réunion vom Indischen Ozean bei Saint-Gilles-sur-Mer. Foto: Hilke Maunder

Das ganze Jahr hindurch könnt ihr vor La Réunion auch die verschiedenen Delfinarten beobachten, die sich im Indischen Ozean tummeln. Dazu gehören der Langschnabel-Delfin, der Schlank-Delfin, der Fraser-Delfin und der Große Tümmler. Auf Beobachtungsfahrten, die u. a. im Hafen von Saint-Gilles beginnen, könnt ihr sie mit etwas Glück sehen.

Vor der Westküste von La Réunion wurde 2007 ein Unterwasser-Schutzgebiet geschaffen, das sich vom Cap La Houssaye über Saint-Paul und der Roche aux Oiseaux bis nach L’Étang Salé auf 35 Quadratkilometern erstreckt und rund 3.500 Meereslebewesen schützt.

Bootstörn entlang der Küste

Segeln auf hoher See vor Saint-Gilles-les-Bains. Foto: Hilke Maunder
Segeln auf hoher See vor Saint-Gilles-les-Bains. Foto: Hilke Maunder

Gibt es etwas Schöneres, als ein Boot zu besteigen und einmal die Insel vom Meer aus zu erleben? In mehreren Inselhäfen starten Ausflugsfahrten mit ganz unterschiedlichen Themen: Natur, Wildlife, Party, Schlemmen, Angeln, Tauchen, Schnorcheln oder einfach nur Baden.

Ein Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean vor Saint-Gilles-les-Bains auf La Réunion. Foto: Hilke Maunder
Ein Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean vor Saint-Gilles-les-Bains auf La Réunion. Foto: Hilke Maunder

Besonders schön sind die Törns, die gegen 16 Uhr starten – dann könnt ihr den Sonnenuntergang an Bord erleben. Die Dämmerung ist zudem die beste Zeit, ein paar Delfine oder vielleicht, je nach Jahreszeit, auch einen Wal zu sehen. Auf Instagram könnt ihr mein Reel von einem solchen Bootsausflug ansehen.

Der Friedhof von Saint-Gilles-les-Hauts

Der interreligiöse Friedhof von Saint-Gilles-les-Hauts. Foto: Hilke Maunder
Der interreligiöse Friedhof von Saint-Gilles-les-Hauts. Foto: Hilke Maunder

Aus allen Winkeln der Erde wurde in den letzten vier Jahrhunderten die Insel besiedelt. „Insel des Zusammenlebens“ nennt sich Réunion – und präsentiert stolz seine ethnische Vielfalt. Am späten Nachmittag könnt ihr den Ruf des Muezzins vom 32 Meter hohen Minarett der Noor-E-Islam-Moschee von Saint-Denis hören – sie ist die älteste Moschee Frankreichs und gilt als Symbol des friedlichen Zusammenlebens auf der Insel.

Auf dem Cimetière de Saint-Gilles-les-Hauts könnt ihr sie hautnah erleben. Christliche Grabstätten mit Kreuz recken sich dort neben bunten hinduistischen Gräbern aus dem Blütenmeer

Der Friedhof von Saint-Gilles-les-Hauts steht allen Religionen offen. Foto: Hilke Maunder
Der Friedhof von Saint-Gilles-les-Hauts steht allen Religionen offen. Foto: Hilke Maunder

Schon gewusst?

In der katholischen Kirche von Sainte-Anne gaben sich Jean-Paul Belmondo und Catherine Deneuve im Film La Sirène du Mississippi (Das Geheimnis der falschen Braut) von François Truffaut das Ja-Wort.

Kreolische Küche

Cari. Foto: Hilke Maunder
Cari. Foto: Hilke Maunder

La Réunion liegt an der traditionsreichen Gewürzstraße zwischen Indien und Südafrika, und indische Händler, Seeleute und andere indische Zugereisten brachten ihr Curry auf die Insel, das sich mit kreolischen Küchentraditionen verband und als cari mit Fisch, Fleisch oder Geflügel allerorten die Speisekarte prägt. Wie es authentisch zubereitet wird, verrät Jacky von Far Far Kréol bei Kochkursen in Sainte-Suzanne.
• 48, chemin Camp Creole, 97441 Sainte-Suzanne 97441, Tel. +26 26 93 00 91 36, www.facebook.com/lefarfarkreolreunion

Jacky von Far Far Kréol. Foto: Hilke Maunder
Jacky von Far Far Kréol. Foto: Hilke Maunder

Die Zutaten für die kreolische Küche gibt es bei lokalen Händler, direkt bei den Bauern oder auf den großen bunten Wochenmärkten der Insel. Zu den schönsten dieser marchés plein-air gehört der Markt von Saint-Paul, der ganztätig am Freitag (4-20 Uhr) und vormittags am Samstag (4-12 Uhr) am Quai Gilbert gastiert. Auch dazu gibt es auf Instagram von mir ein Reel.

Mayola & Séga

La Réunion klingt auch besonders. Die Musik seiner Vorfahren gehört heute zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Der Mayola, von afrikanischen und madagassischen Sklaven auf die Plantagen gebracht, war bis 1982 verboten. Seine Ursprünge sind damit dem US-amerikanischen Blues sehr ähnlich, seine Klänge indes völlig anders!

Sein Name leitet sich von maloy aho ab, was auf Madagassisch „sprechen“ bedeutet. Gespielt wird er mit Bob‘, Kayamb‘, Roulèr und Piker – Musikbogen, Rassel in Floßform, einer großen, mit Händen geschlagenen Trommel und einem Bambuszylinder, dem zwei Stöcke den Klang entlocken.

Deutlich jünger ist der Séga. Er entwickelte sich aus dem Mayola, als Soldaten aus den unterschiedlichsten Schichten Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Insel kamen und europäische Gesellschaftstänze wie Walzer, Polkas und Mazurkas einführten. Sie eroberten die Salons der Insel-Bourgeoise, wurden auf den beliebten ländlichen Bällen kreolisiert und entwickelten sich zu einem Tanz, bei dem Frau und Mann sich tanzend umgarnen und dabei intensiv die Hüften schwingen. Heute sind Ségas beliebte Partytänze, voller Rhythmus und Lebenslust.

Mein Tipp: Safiko

Pop, Rock und Chanson, Séga und Mayola, Reggae, Funk und Afrobeats: Beim Safiko-Festival erklingt in Saint-Pierre ein bunter Mix aus all jenen musikalischen Stilrichtungen, die auf der Insel und im Indischen Ozean daheim sind.
www.sakifo.com

Street-Art

Street-Art in Saint-Pierre. Foto: Hilke Maunder
Street-Art in Saint-Pierre. Foto: Hilke Maunder

In der Hauptstadt Saint-Denis, aber auch in den urbanen Zentren der Westküste, könnt ihr allerorten Street-Art entdecken. Anders als früher, wo es meist nur Tags, sprich farbige Letter oder Begriffe, auf den Fassaden waren, zeigt sich Street-Art  auf der Insel als eine bunte, sehr kreative und positive Kunst.

Die Künstler haben sich in Vereinen und Klubs organisiert, gezielt fördern und feiern die Kommunen die Street-Art als Kunst des 21. Jahrhunderts – mit öffentlichen Aufträgen zur Aufwertung von Wohnblöcken und Stadtteilen, Schulprojekten und einer Vielzahl von Festivals und anderen Aktionen. Mehr über die blühende Street-Art-Szene von La Réunion steht in diesem Beitrag.

Voilà meine 12 Favoriten von Réunion! Ihr wart schon einmal dort? Dann freue ich mich über eure Tipps und Hightlights als Kommentar. Merci !

Der Blick üäber die Plaine des Cafres zum Piton des Neiges. Foto: Hilke Maunder
Der Blick über die Plaine des Cafres zum Piton des Neiges. Foto: Hilke Maunder

La Réunion in Zahlen

1513

Der portugiesische Seefahrer Pedro de Mascarenhas entdeckt die unbewohnte Insel.

1638

Die Insel wird als Île Bourbon französisches Hoheitsgebiet

1793

Umbenennung in Île de la Réunion.

1848

Abschaffung der Sklaverei am 20. Dezember

1946

La Réunion wird am 19. März zum Département 974.

1982

La Réunion erhält den Status einer Region.

2.512 qkm

groß ist La Réunion.

40 %

der Insel sind Weltnaturerbe.

300

Wasserfälle rauschen zu Tal.

900 km

lang ist das Wandernetz, drei Fernwanderwege gehören dazu.

2.000

Pflanzenarten gibt es auf La Réunion, 848 sind endemisch.

In Saint-Denis. Foto: Hilke Maunder
In Saint-Denis. Foto: Hilke Maunder

Île de la Réunion: meine Reiseinfos

Hinkommen

Nonstop nach La Réunion kommt ihr von Paris aus. Von Paris-Orly jetten AirFrance, Corsair und Frenchblue nach Saint-Denis, der Hauptstadt von Le Réunion. Von Roissy-Charles de Gaulle fliegt die heimische Fluggesellschaft Air Austral ins Département 974. Die Flugzeit beträgt rund 10,5 bis 11 Stunden.

Dokumente

Réunion gehört zur EU, aber nicht zum Schengen-Raum. Daher benötigt ihr einen mindestens noch sechs Monate gültigen Personalausweis oder Reisepass für die Einreise.

Klima und Jahreszeiten

Das Klima auf der Insel ist zwar tropisch, aber durch die Passatwinde nicht allzu heiß. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen zwischen 24° und 30 °Celsius. Der Westen der Insel ist die Sonnenseite, der Osten sehr regenreich. Mittags zieht Bewölkung auf und legt sich wie ein Ring um die Bergspitzen. In den Höhenlagen im Landesinnern können im Winter nicht nur die Nächte, sondern auch die Tage recht frisch werden.

Südsommer

November bis April

Südwinter

Mai bis Oktober

Zeit

Die Zeitverschiebung zur MEZ beträgt im Sommer zwei Stunden, im Winter drei Stunden.

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Die Sonne geht unter über dem Indischen Ozean bei Saint-Pierre. Foto: Hilke Maunder
Die Sonne geht unter über dem Indischen Ozean bei Saint-Pierre. Foto: Hilke Maunder

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Der Lavastrand von Saint-Paul. Foto: Hilke Maunder
Nicht unter meinen 12 Favoriten, aber ebenfalls wunderschön: der Lavastrand von Saint-Paul. Foto: Hilke Maunder

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht! Ich war im letzten Oktober zum dritten Mal auf Réunion. Diesmal zum Wandern. Die Berge und Wälder zu Fuß zu erkunden war ein absolutes Highlight, wenn ich auch an meine Grenzen gekommen bin. Man muss sehr früh losfahren, um noch vor den Wolken im Wandergebiet zu sein. Es war phantastisch! Mein Traum ist, einmal für mehr als nur zwei Wochen dort zu sein – mal schauen, ob ich mir diesen Traum erfüllen kann. la Réunion ist meine Trauminsel!

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