Citéco – das Wirtschafts-Museum von Paris

Das Hôtel Gaillard wandelt sich zur Citéco. Credits: Ateliers Lion Associé
Das Hôtel Gaillard wandelt sich zur Citéco. Credits: Ateliers Lion Associé

Das Hôtel Gaillard an der place Général Catroux im 17. Arrondissement ist ein Schmuckstück des französischen Neorenaissance. Die Banque de France verwandet die Villa seit 2015 in die Citéco. Als Cité de l’économie et de la monnaie will sie bei der breiten Öffentlichkeit, und besonders jungen Menschen, das Interesse für die Wirtschaft wecken, ihre Herausforderungen und Visionen zeigen.

Originell, lehrreich und mit viel Multimedia präsentiert sie unterhaltsam wirtschaftliche, monetäre und finanzielle Konzepte, Mechanismen und Debatten. Im Frühjahr 2019 war – mit vier Jahren Verspätung – Eröffnung.

Mit vielen Türmchen und schlanken, hohen Fenstern hatten die Architekten Victor-Jules Février (1842-1937) und Alphonse Defrasse (1860-1939) einst das Stadtpalais aus Backstein für den Banker Émile Gaillard errichtet.

1882 schrieb die Zeitschrift „La Semaine des Constructeurs“: „Herr Février hat sich stark vom Château de Blois inspirieren lassen, während er persönlich die Details, den Plan, die Verkleidungen und die Dekorationen auf eine sehr originelle und persönliche Weise überdacht hat“.

Berühmt war besonders der Ballsaal der Gaillards. 1885 fand dort ein Faschingsball mit mehr als 2000 Gästen statt, bei dem Emilie Gaillard seine Gäste wahrhaft royal begrüßte: als Heinrich II. von Frankreich.

Architektonisches und neue Elemente verbinden sich spannungsreich bei der Citéco. Credits: Ateliers Lion Associé.

Nach Gaillards Tod wurde die Kunstsammlung von Drouat versteigert, das Haus an die Banque de France verkauft. Bereits 2014 wollte sie dort ihr Wirtschaftsmuseum eröffnen. Doch erst 2015 konnte die Ateliers Lion Associé aus Lyon mit den Arbeiten beginnen.

Das Museum verbindet das Hôtel Gaillard mit den Hôtels Berger und Thann und dem Defrasse-Neubau. Elf Millionen Euro werden in den 7.500 Quadratmeter großen Komplex investiert.

Hinein in die Citéco kommt ihr durch den historischen Eingang an der Place Catroux. Eine monumentale Treppe bringt euch zur 2400 Quadratmeter großen Dauerausstellung auf drei Ebenen. Im Untergeschoss findet ihr das Auditorium, Ort für Filme und Vorträge. Ebenfalls im Unterschoss findet ihr den alten Tresorrraum.

Auch die Treppe hinauf zur Ausstellung ist Projektionsflächen. Credits: Confino

Zu den Sonderausstellungen im 3. Stock des Hôtel Gaillard kommt ihr über eine malerische Treppe mit einem „Puit“-Oberlicht oder den neuen vertikalen Umlauf mit Treppe und Aufzug.  Zum um die Kuppel wird eine Terrasse angelegt; in den Innenhof zieht ein Café.

Markante Farben, optische Effekte oder Klänge und Lichter, Trompe-l’oeil, Modelle und Skulpturen: Auch, wer sich vielleicht nur wenig für Banken und Wirtschaft interessiert, wird von der spannenden Museographie der Agentur Confino ins Thema hinein gezogen. In Bereichen inszeniert sie die Wirtschaft als Kinderspiel. 5,7 Millionen Euro lässt sich die Banque de France allein diese Inszenierung kosten.

Auch Thema in der Citéco: die Rolle des Staates. Credits: Confino

Die ersten drei Abschnitte widmen sich den Grundlagen der Wirtschaft: Austausch, Produktion, Akteure und Märkte. Die nächsten beiden Sequenzen befassen sich mit dem Thema Krisen und Instabilitäten, die die Institutionen zu regulieren versuchen. Im alten Tresorraum könnt ihr im Keller numismatische Schätze entdecken: Gold, antike Münzen, Münzen, Banknoten und Herstellungsmaschinen.

Integriert in den Parcours sind Originalmöbel der Bankenzeit – Theken, Tresen, Schränke und Stände. Auch das Büro des Generaldirektors wird, neu interpretiert, beim Rundgang gezeigt. Das recht nüchterne Mobiliar kontrastiert die dekorativen Elemente der Architektur – auch ein spannendes Feature des neuen Museums!

Citéco: Neogotisch – das Interieur des einstigen Speisesaals. Credits: Confino

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Mein Reiseführer: Baedeker Paris*

Baedeker Paris 2018Monatelang habe ich recherchiert und gewühlt, ehe ich zur Feder griff.  Und danach mit Dr. Madeleine Reincke als Redakteurin im Verlag an ihm feilte. Am 2. Januar 2018 ist mein Baedeker „Paris“* ist der ersten Staffel des völlig neu konzipierten Reiseführer-Klassikers erschienen.
„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente im enthält.

Zu den Fakten, neu und unterhaltsamer präsentiert, gibt es jetzt auch Anekdoten und Ungewöhnliches, was ihr nur im Baedeker findet. Und natürlich ganz besondere Augenblicke und Erlebnisse, die euren Paris-Aufenthalt einzigartig und unvergesslich machen.

Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

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Merian: Paris - eine Stadt in Biografien.

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Auf jeweils acht bis zehn Seiten portraitiert sie Abélard & Héloïse, Henri IV, Louis XIV, Voltaire, Marie Antoinette, Napoléon, Honoré de Balzac, Victor Hugo, Claude Monet, Auguste Rodin, Auguste Escoffier, Marie Curie, Sidonie-Gabrielle Colette, Pablo Picasso, Coco Chanel, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Edith Piaf, Boris Vian, Francois Truffaut und Yves Saint Laurent…

Und das nicht nicht nur anhand nüchterner Fakten. Sondern zieht Verbindungen zum heutigen Paris, erwähnt humorvoll Anekdoten und führt den Leser mit Esprit und schwungvoller Feder durch die Stadtgeschichte. Dank ihrer Portraits verankert sie sich viel tiefer im eigenen Wissen  als die kompakte Faktenflut, die andere Reiseführer liefern. Wer Paris ein wenig kennt, wird das Bändchen schätzen! Und kann es hier* gleich bestellen.

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2 Kommentare

  1. Liebe Hilke,
    das ist ja wieder ein toller Blog-Artikel und ein super Tipp für Paris! Das Citéco kommt auf jeden Fall auf unsere Liste, auf der ja auch schon die Collection Pinault steht. Hoffentlich wird beides bald eröffnet! Unglaublich, was gerade in Paris alles entsteht. Danke Dir für den tollen Hinweis!
    Liebe Grüße Alice

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