Rote Bete im Glas: Dieses Relish schmeckt köstlich und ist kinderzeit zuzubereiten! Foto: Hilke Maunder
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Rote Bete : Le Relish aux Betteraves

Sie ist ein echtes Wintergemüse und hat von Oktober bis März Hochsaison: die Rote Bete, in Frankreich liebevoll la betterave genannt. t. In Deutschland oft als bodenständige Beilage unterschätzt und ungeliebt, zelebrieren die Franzosen die purpurrote Rübe als delikate Zutat der feinen Küche.

Mit einer jährlichen Ernte von rund 35.500 Tonnen und einem Durchschnittsgewicht von 300 Gramm pro Rübe ist die Betterave eine feste Größe in der französischen Landwirtschaft.

Die sandige Heimat der Betterave

Das Herz der französischen Rote-Bete-Produktion schlägt in der Region Centre-Val de Loire mit rund 21 Prozent der Gesamtproduktion. Besonders im Département Loiret fand die Rübe in der Nachkriegszeit auf den leichten, sandigen Böden des Loiretals ideale Bedingungen.

Wenn die Rübe eine Hauptstadt hätte, wäre es zweifellos Saint-Benoît-sur-Loire. Der malerische Ort am Ufer der Loire, weltweit berühmt für seine romanische Abtei, ist das Zentrum des Anbaus. Wer dort im Herbst über die Felder wandert, riecht den erdigen, süßlichen Duft der frisch geernteten Knollen. Weitere bedeutende Anbaugebiete finden sich auf den Kalk- und Lössböden der Champagne crayeuse in den Départements Marne, Aube und Ardennes (12 Prozent) und in der Bretagne (9 Prozent), wo das maritime Klima für eine besondere Milde sorgt.

Rote Beete: drei köstliche Sorten

Frankreich ist nach Polen, Deutschland und Litauen der viertgrößte Produzent in Europa. Statistisch gesehen verzehrt jeder Franzose jährlich rund 600 Gramm – meist als Entrée (Vorspeise) im Restaurant oder fertig gegart vom Wochenmarkt.

Ähnlich wie der Mangold – mit dem sie botanisch verwandt ist – zeigt sich die Rote Bete in erstaunlicher Vielfalt:

  • Rund & Klassisch: Die typische Kugelform, tiefrot und erdig – auch vorgekocht und vakuumverpackt im Supermarkt.
  • Crapaudine: Eine alte, längliche Sorte mit rissiger Schale (wie Krötenhaut), die unter Kennern als die geschmackvollste und süßeste gilt.
  • Chioggia: Mit ihren rot-weißen Ringel im Inneren ist sie der Star in der modernen Bistro-Küche.

Ein Kraftpaket für die Gesundheit

Die Betterave ist nicht nur lecker, sondern ein echtes Superfood. Sie ist reich an:

  • Betanin: Der Farbstoff wirkt stark antioxidativ und schützt die Zellen.
  • Folsäure & Eisen: Essentiell für die Blutbildung.
  • Nitrate: Natürliche Nitrate können helfen, den Blutdruck zu senken und die Ausdauer zu steigern.

Die Kunst der Zubereitung

In Frankreich kauft man Rote Bete oft bereits im Ofen gegart (cuite au four). Das intensiviert den Zuckergehalt und sorgt für ein karamelliges Aroma. Doch auch roh geraspelt mit einem Spritzer Zitrone ist sie ein Genuss.

Ein besonderes Highlight, das ich in einer Gratiszeitschrift eines Carrefour Market entdeckt habe, ist das französische Relish aux Betteraves. Es ist die perfekte Balance aus Erdigkeit, Säure und der Schärfe des berühmten Senfs aus Burgund.

Le Relish aux Betteraves

Dieses Relish ist ein Allrounder. Frisch hält es sich die Rote-Bete-Zubereitung rund eine Woche im Kühlschrank – in Weckgläsern sterilisiert begleitet es euch durch das ganze Jahr.

Zutaten für zwei Personen

  • 500 g Rote Bete (frisch)
  • 2 EL Zwiebel, rot und fein gehackt. Mein Tipp: leicht in Butter gedünstet mit dem eigenen Saft verwenden!)
  • 2 EL Rotweinessig (für die kräftige Note) oder Apfelessig (für die fruchtige Variante)
  • 1 TL Zucker (hebt die natürliche Süße der Rübe)
  • 2 EL Dijon-Senf (am besten Méthode Traditionnelle, z.B. von Maille oder Fallot)
  • 3 EL hochwertiges Pflanzenöl (z.B. Raps- oder Walnussöl)

Zubereitung Schritt für Schritt

  • Garen: Die Rote Bete in ungesalzenem Wasser kochen (oder im Ofen bei 180 °C auf Salz backen), bis sie gar, aber im Kern noch fest ist.
  • Schneiden: Die abgekühlten Rüben schälen und je nach Belieben in feine Würfel (Brunoise) oder hauchdünne Scheiben schneiden.
  • Marinieren: Alle Zutaten für das Dressing vermengen und die Rote Bete unterheben.
  • Ziehen lassen: Lasst das Relish mindestens eine Stunde (besser über Nacht) im Kühlschrank durchziehen.

FAQ – Wissenswertes zur Roten Bete

Warum verfärben sich die Hände beim Verarbeiten? Das liegt am Betanin. Mein Tipp: Reibt eure Hände vor dem Schälen von Rote Bete mit etwas Speiseöl ein oder tragt Einweghandschuhe. Falls es zu spät ist: Zitronensaft hilft beim Reinigen!

Kann man die Blätter essen? Absolut! Die jungen Blätter der Roten Bete schmecken hervorragend im Salat oder wie Spinat kurz in der Pfanne mit Knoblauch geschwenkt.

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