Die Weihnachtsmärkte von Strasbourg

Weihnachtsmärkte: Das Straßburger Münster und die Maison Kammerzell im weihnachtlichen Licht. Foto: Hilke Maunder
Das Straßburger Münster und die Maison Kammerzell im weihnachtlichen Licht. Foto: Hilke Maunder

Er gilt als ältester Weihnachtsmarkt Frankreichs und entstand als Protest: Vor 447 Jahren Jahren – genauer gesagt:  1570 – sprach sich der lutherische Pastor Johann Flinner auf der Kanzel des Straßburger Münsters deutlich gegen die „extravagante“ katholische Tradition der Heiligenverehrung aus.

Der „Rat der XXI“ verbot daraufhin in Strasbourg (Straßburg) den Nikolausmarkt als Überbleibsel des Papsttums und ersetzte ihn durch einen „Christkindlmärik“. Anfangs fand er nur auf dem  Vorplatz des Liebfrauenmünsters statt. Doch rasch eroberte er auch die  Place du Château, die Rue Mercière und weitere Teile der Stadt.

Weihnachtsschmuck in allen Gassen und Straßen. Foto: Hilke Maunder

Strasbourg – Capitale du Noël

Heute ist nahezu die gesamte Innenstadt auf der Grande-Île im Herzen der selbst ernannten Weihnachtshauptstadt  Straßburg im Weihnachtsrausch. Die Weihnachtsmärkte erstrecken sich über mehrere Straßen und Plätze mit jeweils eigenen Schwerpunkten. Das Gastland präsentiert sich traditionell auf der Place Gutenberg. 2019 wird es Kroatien sein. 2018 war Finnland, 2017 Island dort zu Gast.

Unterwegs begegnen euch auch immer wieder Krippen, die mal versteckt, mal auffällig inszeniert, den Bummel über die Weihnachtsmärkte begleiten. Als Zeichen der Geburt Jesu und Symbol der Freude lassen sie ihr Licht der Hoffnung in der dunklen Jahreszeit leuchten. Verpasst nicht die lebende Krippe im Hof des Palais Rohan!

Le Grand Sapin, die Große Tanne, der Place Kléber. Foto: Hilke Maunder

Leuchtende Träume

Die Ecke Grand’Rue / Rue du Fossé des Tanneurs schmückt ein riesiger Kronleuchter, der mit Weihnachtsgebäck in XXL dekoriert ist.Verpasst auch nicht das Lichtermeer in der Rue du 22 November, aus 15 riesigen, funkelnden Weihnachtskugeln in Silber und Gold.

Und auch der Quai des Bateliers setzt seine prächtigen Fassaden zu Weihnachten mit Licht in Szene und lässt Glühwürmchen und Riesensterne vor euren Augen leuchten.

Die Weihnachtsmärkte von Strasbourg sind die bekanntesten der rund 150 Marchés de Noël, die ihr von Norden nach Süden in der Region findet. Unterteilt werden sie in sieben „Weihnachtsländer“.

Strasbourg gehört zum „Pays des Arômes“, dem Land der der vielen Genüsse am Bas-Rhin – und das ist nicht zu viel versprochen!

Mitunter ist die Weihnachtsdeko ausgefallen – hier schmücken Glücksschweinchen die Fassade. Foto: Hilke Maunder

Die Weihnachtsmärkte von Strasbourg

Rund zwei Millionen besuchen während der fünf Wochen die Straßburger Weihnachtsmarkte, deren Zauber der mehr als 300 Hütten rund 600 Veranstaltungen ergänzen.

Christkindelsmärik (Place Broglie)

An den Ständen der Berufsverbände und Handwerkerinnungen aus dem Elsass und die Handwerker-Innungen könnt ihr jede Woche einen anderen traditionsreichen Beruf der Region kennenlernen. Mit dabei: Brauer, Polsterer und Holzgewerke. Vom 8. bis 24. Dezember lädt der Conrad-Saal zu einem „Weihnachten der Bücher“.

Markt der Kunsthandwerker (Place de la Cathédrale)

Für Geschenke empfiehlt sich der Markt der Kunsthandwerker auf dem Münsterplatz, wo ihr neben typisch touristischen Angeboten auch traditionsreiche Klassiker wie die berühmte Elsässer Keramik oder Holzarbeiten sowie  schöne Unikate von lokalen Kunsthandwerkern und Designern finden könnt.

Markt der Weihnachtsleckereien (Place du Marché-aux-Poissons, Terrasse des Palais Rohan, Rue Rohan)

Die Bäcker aus Straßburg und Umgebung, die Winzer des Weinbaugebietes La Couronne d’Or, die Weinliebhaber des Tribu des Gourmets du Vins d’Alsace, der Verband der Braumeister und die bäuerlichen Foie-Gras-Produzenten aus dem Elsass präsentieren auf ihrem Markt traditionsreiche Genüsse, die für sie zu einem gelungenen Weihnachtsfest unbedingt dazu gehören: Bredele (Plätzchen) und anderes Gebäck, Glühwein, Foie Gras und lokales Bier.

Auch Weckmännchen gehören zum Advent im Elsass. Foto: Hilke Maunder

Markt der elsässischen Spezialitäten (Place des Meuniers)

Kleine elsässische Erzeuger verkaufen auf diesem Marché des Saveurs Alsaciennes ihre Produkte.

Markt der Heiligen Drei Könige (Place Benjamin-Zix)

Im Vergleich recht klein ist dieser Markt, auf dem die „trois mages“ Kaspar, Melchior und Balthasar ihr Kontor haben.

Carré d’Or-Markt (Place du Temple-Neuf)

Das Carré d’Or erstreckt sich zwischen dem Münster und dem Temple-Neuf. Im ehemalige Viertel der Goldschmiede sind die Häuser architektonisch besonders interessant und sehr üppig geschmückt.

Aucg Père Noël ist auf den Weihnachtsmärkten unterwegs! Foto: Hilke Maunder

Dorf des Teilens (Place Kléber)

Eine riesige, fast 30m hohen Tanne ist das Wahrzeichen dieses Weihnachtsmarktes der karitativen Organisationen und wohltätigen Verbände Frankreichs mit rund 40 Ständen. Mit dabei ist u.a. Humanis, an dessen Stand jede Woche ein anderer Spitzenkoch eine „Soup Étoilée“ serviert.

Den Auftakt machte Nicolas Stamm von La fourchette des Ducs in Obernai mit einer Blumenkohlsuppe, die mit Weihnachtsgewürzen und Clementinen abgeschmeckt war. Lecker! Im Saal  des Aubette-Hauses stellen sich die besten französischen Handwerker, die Meilleurs Ouvriers de France (MOF), vor.

Die Öffnungszeiten der Weihnachtsmärkte

22. November bis 30. Dezember 2019, tgl. von 11 bis 20 Uhr, freitags bis 21, sonnabends bis 22 Uhr, Heiligabend bis 18 Uhr, 25. Dezember geschlossen.

Der Maroni-Mann mit seinen frisch gerösteten, noch warmen Kastanien gehört zum Winter einfach dazu! Foto: Hilke Maunder

Weihnachtsmärkte einmal anders: OFF Noël

Die großen Weihnachtsmärkte sind mittlerweile recht touristisch. Seit zwei Jahren gibt es daher ein alternatives Angebot. An der Grenze zwischen Grande-Île und Bahnhofsviertel könnt ihr bei den 22 Ausstellern auf der Place Grimmeissen die erstaunliche Bandbreite der Sozial- und Solidarwirtschaft in Straßburg entdecken.

Mit dabei: Vintage-Möbel, ausgefallen Mode, Bio-Lebensmittel, Kunsthandwerk, Haushaltsgeräte aus zweiter Hand und so manch überraschendes Produkt. Märchen für Erwachsene, DIY-Workshops, Performances, Vorträge, Konzerte und viele andere Veranstaltungen sowie ein toller Streeet-Art-Parcours machen das OFF-Programm vom 24. November bis 24. Dezember zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Weihnachtsmärkte im Saint-Étienne-Viertel

Auf der Place Saint-Étienne am Eingang des Innenstadtviertels treffen sich die Einheimischen abseits des Trubels, genießen am Stand der Tribu des Gourmets du Vin d’Alsace weißen Glühwein mit Edelzwicker und Zitrone und freuen sich über die die vielen künstlerische und musikalische Veranstaltungen der Adventszeit. Richtig gemütlich ist auch die Place Mathias Marian, wo Events für die ganze Familie stattfinden. Auf der Place du Marché Gayot sind Familien eingeladen, gemeinsam einen Weihnachtsbaum schmücken.

Weihnachtsmärkte: ohne Glühwein auch im Elsass undenkbar. Foto: Hilke Maunder

Weiterreisen

MeFür Individualreisende top: der Führer aus dem Michael Müller Vwerlagin Reiseführer-Tipp

Er, Gunter Schwab, ist Erdkundelehrer an einem Karlsruher Gymnasium, seine Frau Antje ist mindestens genauso reiselustig und frankreichliebend wie ich (ob’s am Jahrgang liegt?). Gemeinsam haben sie den wohl besten Reiseführer für Individualreisende verfasst und auf 444 Seiten alles vorgestellt, was das Elsass zwischen Wissembourg und Mulhouse zu bieten hat: mit­tel­al­ter­li­che Fach­werk­dör­fer, das beschauliche Colmar und die mul­ti­kul­tu­rel­le Eu­ro­pa­stadt Straß­burg, Kunst und Kirchen,Berge und Burgen – und natürlich viele Schlemmeradressen, denn auch das gehört zum  El­sass.Wer mag, kann den Band hier* direkt bestellen.

Antje Schwab, Gunther Schwab, Elsass. Michael Müller Verlag. ISBN 978-3-95654-401-9

Das ganze Land

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Die festlich geschmückte Maison Kammerzelle. Foto: Hilke Maunder

 

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