Aspet, Samstagsmarkt. Foto: Hilke Maunder
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Purer Genuss: der Samstag-Markt von Aspet

Mittwoch gibt er sich ganz bescheiden. Doch samstags lockt er von weit her Schaulustige und Käufer an: Der Markt von Aspet in der historischen Provinz Comminges im Herzen der Pyrenäen ist ein gesellschaftliches Ereignis. Für die Einheimischen wie für die vielen Engländer, die sich hier treffen.

Dann sind auch die Stühle und Tische im Café Français bis auf den letzten Platz besetzt. Und nichts ist schöner, als hier der Szenerie auf der Place de la République und der Rue Gambetta zuzuschauen. Denn rund um den plätschernden Brunnen ist von 8 bis 14 Uhr Marktzeit. Und dies das ganze Jahr hindurch!

Aspet. Foto: Hilke Maunder
Die Terrasse de Hôtel de France – der Treff zur Marktzeit. Am Horizont: der Pic de Cagire (1.912 m). Foto: Hilke Maunder

Die Markt-Händler von Aspet

Jacques Soulère ist lange als Schäfer durch Ariège gezogen. Heute betreibt er in Arbon mit seiner Frau Marie-Astrid eine Ziegenzucht und verarbeitet die Milch der Rove-Ziegen in köstlichen Rohmilch-Käse. Zwölf Sorten stehen mittlerweile zum Verkauf.

Einige sind in grob gehackten Nüssen gerollt, andere in scharfem Piment d’Espelette. Probiert auch einmal die hausgemachte Faisselle – besonders lecker mit Honig oder frischen Früchten!

Aspet, Samstagsmarkt. Foto: Hilke Maunder
Der Käsestand von Jacques Soulère. Foto: Hilke Maunder

Ihr könnt den Käse werktags von 17 bis 20 Uhr direkt auf der Hof Élevage des Nougarolles an der Route de Cazaunous kosten und kaufen. Oder jeden Mittwoch und Sonnabend auf dem Markt von Aspet. Sonntags findet ihr das Paar auf dem Markt von Sauveterre-de-Comminges, donnerstag auf dem Markt von Saint-Gaudens.

Aspet, Samstagsmarkt. Foto: Hilke Maunder
Der Käse, der auf dem Markt verkauft wird, ist ausschließlich handgefertigt. Foto: Hilke Maunder

Der Kaiser – Käse

Früher gab es im Département Haute-Garonne mehr als 80 Ziegenhöfe. Heute ist davon nur noch eine Handvoll übrig geblieben – die meisten in der historischen Provinz Comminges im Süden des Départements.

Aus der Milch der Manech-Ziegen stellt Dominique Bouchait (Jahrgang 1966) den Napoléon Commingeois her. Zehn Monate lang lässt der Meilleur Ouvrier de France den runden Taler reifen, ehe der ihn auf dem Markt von Aspet anbietet. 

Aspet, Markt. Foto: Hilke Maunder
Dominique Bouchait gehört zu den besten Käse-Machern Frankreichs. Foto: Hilke Maunder

Bio-Gemüse & alte Apfelsorten

Garantiert bio sind der Ziegenkäse, Apfelsaft und Honig, den Clotilde Collier und Christophe Devena vom Ökohof La ferme d’Esbourdaous in Aspet sonnabends verkaufen.

Geprüfte Ökohöfe sind auch der Jardins d’Izaut von Patrick Daspet, der Gemüsebetrieb von Gabriel Dedieu aus Aspret-Sarrat und der Apfelhof La Ouédolle von Francis Rolland, wo ihr alte Apfelsorten entdecken könnt. Ihn findet ihr nur von Juli bis September auf der Place de la République.

Aspet, Samstagsmarkt. Foto: Hilke Maunder
Nathalie Quintin macht ihre croustade noch selbst von Hand. Foto: Hilke Maunder

Knusprige Traditionskuchen

Bei Nathalie Quintin von Délices des Comminges könnt ihr einen Kuchenklassiker der Pyrenäen kosten: die croustade.

Hinter ihrer knusprig-dünnen Hülle verbirgt sie fruchtige Füllungen mit Apfel, Pflaumen oder Blaubeeren oder feinster Frangipane-Creme aus Mandeln. Nicht euer Geschmack? Für die Version nature, bestreut Nathalie den Kuchen nur mit Zucker. Ihr wollt sie nachbacken? Hier gibt es das Rezept.

Ebenfalls aus der Backwerkstatt von Joseph kommen die trockenen biscuits du cagire. Wie genießt man sie? „In Tiramisu, in einer Charlotte. Oder zu Champagner!“

Aspet, église Saint-Martin. Foto: Hilke Maunder
Die Saint-Martin-Kirche. Foto: Hilke Maunder

Sehenswertes Örtchen

Lasst euch nach dem Marktbummel noch ein wenig durch das 880-Einwohner-Städtchen treiben. Dann kommt ihr auch zur Église Saint-Martin. Hinter der Kirche könnt ihr mit der chapelle seigneuriale noch die Herrschaftskapelle im gotischen Stil sehen, deren Schlussstein mit dem Wappen von Coarraze verziert ist.

Viele der alten Fassaden besitzen noch nostalgische Fensterläden aus Holz oder Metall. Zu den Schmuckstücken gehört dieser hier.

Aspet. Foto: Hilke Maunder
Nostalgisch: die Fensterläden aus Metall. Foto: Hilke Maunder

Auch die typische Architektur der Pyrenäen mit ihrem Mix aus Holz und Stein lohnt einen Blick.

Aspet. Foto: Hilke Maunder
In den Gassen von Aspet. Foto: Hilke Maunder

Aspet: meine Reise-Infos

Schlemmen und genießen

Café Le Francais

Das große Café ist eine Institution. Mit seiner großen Terrasse grenzt es direkt an den Markt.
• Place de la République, 31160 Aspet, Tel. 05 61 95 37 66

Le Péché Cardinal

Gleich neben der Kirche findet ihr diesen Tearoom mit Außer-Haus-Verkauf.
• Rue du Cardinal Sourrieu, 31160 Aspet, Tel. mobil: 06 86 52 36 95, www.facebook.com

Hier könnt ihr schlafen

Le Château d’Aspet*

20 Jahren lang träumten sie davon, in Frankreich ein chambre d’hôtes zu betreiben. 2019 wurde ihr Wunsch wahr. Amelie und Mike entdeckten in Aspet ein heruntergekommenes Stadtschloss mit Marmorkaminen und Parkett. Sie renovierten es und richteten darin drei Kingsize-Suiten ein.
• Pré Commun, 31160 Aspet, Tel. 05 81 66 66 26, https://www.instagram.com/le_chateau_aspet

Le Grand Chalet d’Aspet*

Le Grand Chalet hat vier Suiten –  drei für vier Personen und eine vierte Suite für drei Personen. Im Garten lockt im Sommer ein Pool.
• Bas de Sarradere, 31160 Aspet, Tel. 05 61 88 51 82, www.lgcaspet.com

Noch mehr Betten*

 

Aspet. Foto: Hilke Maunder
Le Grand Chalet d’Aspet. Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Alle Beiträge aus dem Département Haute-Garonne vereint diese Kategorie.

Im Buch

Okzitanien: 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade*

Okzitanien abseits GeheimtippsOkzitanien ist die Quintessenz des Südens Frankreichs. Es in den Höhen der Cevennen, endet im Süden am Mittelmeer – und präsentiert sich zwischen Rhône und Adour als eine Region, die selbstbewusst ihre  Kultur, Sprache und Küche pflegt.

Katharerburgen erzählen vom Kampf gegen Kirche und Krone, eine gelbe Pflanze vom blauen Wunder, das Okzitanien im Mittelalter reich machte. Acht Welterbestätten birgt die zweitgrößte Region Frankreichs, 40 grands sites – und unzählige Highlights, die abseits liegen. 50 dieser Juwelen enthält dieser Band. Abseits in Okzitanien: Bienvenue im Paradies für Entdecker!  Hier* gibt es euren Begleiter.

Hilke Maunder, Le Midi*

Die poule au pot ist eine der 80 echten, authentischen Speisen, die ich bei meiner kulinarischen Landpartie durch den Süden von Frankreich entdeckt habe. Zwischen Arcachon, Hendaye und Menton schaute ich den Köchen dort in die Töpfe, besuchte Bauern, kleine Manufakturen, Winzer und andere lokale Erzeuger.

Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Müller reiste ich wochenlang durch meine Wahlheimat und machte mich auf die Suche nach den besten Rezepten und typischsten Spezialitäten der südfranzösischen Küche. Vereint sind sie auf den 224 Seiten meines Reise-Kochbuchs Le Midi.

Ihr findet darin 80 Rezepte von der Vorspeise bis zum Dessert, Produzentenportraits, Hintergrund zu Wein und Craftbeer, Themenspecials zu Transhumanz und Meer – und viele Tipps, Genuss à la Midi vor Ort zu erleben. Wer mag, kann meine 80 Sehnsuchtsrezepte aus Südfrankreich hier* online bestellen.

 * Durch den Kauf über den Partner-Link, den ein Sternchen markiert, kannst Du diesen Blog unterstützen und werbefrei halten. Für Dich entstehen keine Mehrkosten. Ganz herzlichen Dank – merci !

Col de Portet d'Aspet_1_credits_Hilke Maunder
So sah es noch 2017 am Col de Portet d’Aspet auf, ehe dort „aufgeräumt“ wurde. Foto: Hilke Maunder

2 Kommentare

  1. In ein paar Wochen bin ich auch wieder mit Motorrad, Zelt und Schlafsack in Frankreich unterwegs. Bei der Planung bin ich auf eine sehr hilfreiche Website gestoßen, wo alle(?) Wochenmärkte Frankreichs mit Orten und Zeiten aufgelistet sind. Das hat mir sehr geholfen, die Markttage gezielt anzusteuern. Guck: http://www.jours-de-marche.fr/

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