Wynton Marsalis bei Jazz in Marciac. Foto: Hilke Maunder
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Marciac: Frankreichs Woodstock des Jazz

Jazz! Damit hat sich Marciac gerettet. Mit dieser Musik hat die Bastide im Herzen des Gers eine unglaubliche Renaissance hingelegt: vom sterbenden Dorf zum Mekka des Jazz.

1968 zählte Marciac 1065 Einwohner. 1977 stand das Collège vor der Schließung. Auch die Post drohte zu verschwinden. Immer mehr Geschäfte gaben auf. Marciac, diese 1298 gegründete königliche Bastide in der Gascogne, schien dem langsamen Tod geweiht – wie so viele Dörfer im ländlichen Frankreich der 1970er- und 80er-Jahre.

Heute, fast ein halbes Jahrhundert später, zeichnet sich ein gänzlich anderes Bild. Über 1200 Einwohner leben ganzjährig wieder in Marciac. Post, Polizeiwache, ein Dutzend Restaurants, zwei Hotels, eine Ferienresidenz mit 350 Betten, Boutiquen, Galerien und Geschäfte prägen das Ortsbild. Ein Theatersaal mit 500 Plätzen, staatlich unterstützt, sowie eine Mediathek gibt es heute. Die Immobilienpreise steigen. Marciac ist zum Pilgerziel geworden.

Ein Englischlehrer mit einer Vision

Die Rettung begann 1978. Jean-Louis Guilhaumon, geboren 1948 in Oran in Algerien, war 1971 als Englischlehrer in den Gers gekommen. Sein erster Posten war in Aignan, 1979 kam er nach Marciac. Der Jazz-Fan hatte eine Idee. Gemeinsam mit André Muller, einem instituteur, und einer Handvoll Enthusiasten organisierte er im Foyer des Jeunes et de l’Éducation Populaire ein erstes Konzert.

Bill Coleman, amerikanischer Trompeter und Jazz-Legende, der sich in Cadeillan im Gers niedergelassen hatte, sagte zu. Guy Lafitte, Saxofonist aus Toulouse und Freund Colemans, kam dazu. Auch der Klarinettist Claude Luter trat auf. Das erste Konzert fand in den Arènes statt, der Arena für die courses landaises, dem gascognischen Stiertreiben. Zwischen 500 und 800 Zuschauer kamen – die Quellen sind sich nicht einig über die genaue Zahl, aber über das Ergebnis. Es war ein Erfolg.

In den folgenden Jahren fanden die Konzerte in einer leer stehenden Möbelfabrik im Quartier Saint-Germain statt – ein Name, der bei Jazz-Begeisterten Erinnerungen an das legendäre Pariser Viertel weckt. Die Begeisterung wuchs. Guilhaumon beschloss: Das machen wir wieder. Und wieder. Und wieder.

„Marciac verdankt (fast) alles dem Festival“, sagt Jean-Louis Guilhaumon. Inzwischen ist er nicht nur Präsident von Jazz in Marciac, sondern war auch mehrfacher Bürgermeister des Ortes – erstmals gewählt 1995.

1993: der Wendepunkt

Der wichtigste Moment für Marciacs Überleben kam 1993. Das lokale Collège, die weiterführende Schule, stand unmittelbar vor der Schließung. Nur 93 Schüler sollten im Herbst eingeschrieben werden – zu wenig für den Fortbestand. Guilhaumon, seit 1979 Leiter desGOD ( Groupe d’observation dispersé ), einer provisorischen Struktur für Sechstklässler, und ab 1984 Schulleiter des zum Vollcollège anerkannten Collège de Marciac, entwickelte eine revolutionäre Idee: Jazz-Klassen.

Unterstützt von Philippe Joutard, Rektor des  Schulverwaltungsbezirkes Toulouse ( recteur de l’académie de Toulouse ) und Schulinspektor Gérard Casamayou, inspiriert von Jack Langs Espaces Culturels Ruraux, mobilisierte Guilhaumon die Mittel des Bildungsministeriums. Das Département Gers stieg ein. Die Idee: Schüler aus ganz Frankreich sollten nach Marciac kommen können, um neben dem regulären Unterricht professionelle Jazz-Ausbildung zu erhalten.

Es funktionierte. Statt 93 schrieben sich 118 Schüler ein. Die carte scolaire wurde auf ganz Frankreich ausgeweitet. Später zählte das Collège 211 Schüler, die Hälfte davon nicht aus der Region. Renommierte Musiker wie Pierre Boussaguet, Guy Lafitte und Christian „Tonton“ unterrichteten dort. Émile Parisien, heute einer der gefeierten französischen Jazz-Stars, machte seine Ausbildung am Collège de Marciac.

Die Schule war gerettet. Und mit ihr das Dorf. Denn wo Schulen schließen, folgt der Exodus der Familien unweigerlich. Guilhaumon blieb Rektor des Collège bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2008.

Die Transformation einer Gemeinde

2014 spülte Jazz in Marciac bereits 20 Millionen Euro in die Kassen der Kommune. 225.000 Besucher pilgerten damals zu Jazz in Marcia. 2022 waren es – trotz Corona – 268.000 Gäste. 10.000 Tickets wurden 2018 für ein Abendkonzert im Châpiteau verkauft, dem weißen Zelt auf dem Rugby-Platz mit bis zu 6000 Plätzen, bei dem Carlos Santana 2018 auftrat.

Der Erfolg von Jazz in Marciac hat das Dorf völlig verwandelt. Wo 1977 sich kaum etwas regte, pulsiert heute Leben. L’Astrada, 2011 von Wynton Marsalis und Richard Galliano eingeweiht, lockt ganzjährig mit mehr als 50 Veranstaltungen: Jazz, Chanson, Weltmusik, Theater, Tanz und Zirkus. Seit 2018 ist es einEPCC ( Établissement Public de Coopération Culturelle ) – ein öffentliches Kulturinstitut, eine Rarität in der französischen Provinz.

Die Territoires du Jazz, ein Jazzmuseum im ehemaligen Augustinerkloster, führen euch mit zwölf multimedialen Stationen von den afrikanischen Wurzeln über New Orleans bis zum europäischen Jazz. Die Mediathek bietet Konzertarchive. Das Kino Jim 32 zeigt Jazzfilme. Sein größter Vorführsaal ist nach Emir Kusturica benannt. Der serbische Filmregisseur, berühmt für Filme wie Underground  oder Black Cat, White Cat, ist als Gitarrist auch Frontmann des No Smoking Orchestra. 2008 begeisterte er Marciac mit jazzigen Filmmusiken vom Balkan.

Nachhaltig und hautnah

„Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis. Wir sind hier Bauern, bedächtig, tief verwurzelt im Terroir. Wenn wir uns weiterentwickeln, dann nachhaltig und im Einklang mit unseren Traditionen, unserem Land, unserem Erbe. Hotelklötze und Großprojekte wird es hier nicht geben.“

Diese Philosophie unterscheidet Marciac von vielen anderen Festivals. „Marciac bleibt ein intimes Festival, persönlich und hautnah dran“, sagt Jean-Louis Guilhaumon. Die Infrastruktur wächst organisch: kleine Hotels, chambres d’hôtes und Ferienwohnungen in alten Häusern. Die Geschäfte in den Arkaden der Place de l’Hôtel de Ville gehören lokalen Inhabern. Die Restaurants setzen auf regionale Erzeuger – wie das J’Go, das stolz auf Postkarten am Eingang verrät, von welchen Produzenten jedes Gericht stammt.

Ein Pate namens Wynton

„Marciac bleibt ein intimes Festival, persönlich und hautnah dran“, betont der frühere Bürgermeister. Dann blickt er über den Sitzungstisch im Rathaus in die Augen eines Afroamerikaners, der seit Beginn mit dem Festival eng verbunden ist: Wynton Marsalis. „Unser Pate“, sagt Jazzfan Guilhaumon.

Seit 1991 kommt Wynton Marsalis jedes Jahr nach Marciac. Nicht nur als Weltstar, der auf der großen Bühne spielt. Er unterrichtete, gab Meisterklassen, übernahm die Patenschaft über die Schul-Big-Band. Er komponierte sogar eine Marciac Suite – eine musikalische Hommage an den Ort und seine Menschen.

Abends holt Émile Parisien den damals 55-Jährigen als Überraschungsgast auf die Bühne. Wynton setzt die Trompete an, improvisiert. Mit seinen Augen kommuniziert er mit Vincent Peirani am Akkordeon, Joachim Khün am Piano und Michel Portal an der Klarinette. Furiose Klänge erfüllen den Saal. Das Publikum steht auf, klatscht begeistert mit. Wynton Marsalis ist hinter dem Notenpult kaum zu sehen. „Es geht hier nicht um mich, sondern die Musik.“

Die Verbindung der kleinen Bastide mit den berühmtesten Jazzmusikern unserer Zeit ist einzigartig. Stan Getz, Dizzy Gillespie, Oscar Peterson, Keith Jarrett, Diana Krall, Stéphane Grappelli, Didier Lockwood, Nina Simone, Ray Charles, Herbie Hancock, Sonny Rollins – sie alle sind schon durch die engen Gassen Marciacs spaziert. Aber auch Künstler aus verwandten Genres sind hier schon aufgetreten: Buddy Guy, B.B. King, Lucky Peterson, Joe Cocker, Maceo Parker, Tito Puente, Irakere, Ray Barretto, Buena Vista Social Club, Manu Dibango und Ibrahim Maalouf.

Marciac: ein Modell für Europas ländliche Räume?

Was in Marciac geschehen ist, zeigt: Eine rurale Renaissance ist möglich. Möglich machten den Erfolg hier mehrere Faktoren. Der einstige Bürgermeister von Marciac war eine charismatische Führungspersönlichkeit mit langem Atem. Guilhaumon kam 1971 in den Gers und arbeitete Jahrzehnte an seinem Projekt. Bei der Kommunalwahl übernahm Claude Bonnet das Bürgermeisteramt; Guilhaumon aber bleibt als Vizepräsident der Region Okzitanien für Tourismus und Kultur weiterhin die prägende Figur des Festivals.

Marciac ist bis heute der Gründungs-Prämisse treu geblieben: hochkarätigen Jazz quer durch alle Genres zu bieten – ohne Konzessionen an Zeitgeist, Popularität und Trends. Jazz ist in Marciac kein einmaliges Event, sondern der Rhythmus, der den Ort prägt – das ganze Jahr. Marciac inszeniert sich nicht, es lebt Jazz. Der Unterschied ist spürbar.

Marciac hat bei seiner Transformation von Anfang an die Einheimischen einbezogen. Die mehr als 900 Freiwilligen sind Mitgestalter, jeder Gastwirt, jeder Ladenbesitzer ist ein Teil von Jazz in Marciac. Ein ganz entscheidender Hebel war Bildung. Die Jazz-Klassen retteten nicht nur das Collège, sondern zogen auch junge Familien an. Marciac ist zudem kein Festival-Dorf, das elf Monate schläft – sondern macht das ganze Jahr Programm.

Doch nicht alles ist Gold in Marciac. 2015 kritisierte die regionale Rechnungsprüfungskammer die „Konzentration der Verantwortung“ in Guilhaumons Person. Der Bericht bemängelte fehlende Transparenz bei den Gehältern der drei höchsten Führungskräfte und bei Sponsorenleistungen.

Die Corona-Pandemie stellte das Modell auf eine harte Probe. 2020 fiel das Festival aus. Mit Online-Angeboten wie Jazz à la Maison und Kurzkonzerten blieb Jazz in Marciac (JIM) aber medial präsent. 2021, im zweiten Jahr der Pandemie, durfte Jazz in Marciac als Hybrid-Konzert mit einer begrenzten Kapazität von 5.000 Besuchern stattfinden. Als das Festival 2022 vor Ort live zurückkehrte, pilgerten 250.000 Festivalgäste nach Marciac – ein bislang ungebrochener Rekord. Wynton Marsalis und Ibrahim Maalouf brillierten erneut auf der Bühne.

Seit 2023 setzt Marciac deutlich auf Nachhaltigkeit. Weniger Plastik, grüne Energie, lokale Lieferketten und nachhaltige Mobilität mit navettes (Shuttles) von Auch und Tarbes für nur zwei Euro pro Fahrt: Dafür gab es für das Festival noch im selben Jahr das Label Événement Éco‑Responsable für den Vorreiter nachhaltiger Kulturveranstaltungen in der Region Occitanie.

2026: Roots & Renaissance

2026 steht ganz im Zeichen der Vorbereitung auf ein großes Jubiläum: fünf Jahrzehnte Jazz, fünfzig Jahre musikalische Leidenschaft im Herzen der Gascogne. Unter dem Motto „Roots & Renaissance“ rückt das Festival die afrikanischen, karibischen und europäischen Wurzeln des Jazz ins Zentrum und will zugleich zeigen, wie sich diese Musik im 21. Jahrhundert wandelt.

Wynton Marsalis wird als Pate von Marciac ebenso wieder auf der Bühne stehen wie Cécile McLorin Salvant, Youn Sun Nah, Émile Parisien, Avishai Cohen und Omar Sosa. Gleichzeitig öffnet sich Marciac noch stärker für junge Formationen. Europäische Nachwuchsensembles, Big Bands aus Paris, Rotterdam und Oslo sowie aufstrebende Musiker aus Afrika und Lateinamerika erhalten erstmals eigene Résidences d’artistes in L’Astrada.

Mit Blick auf das 50‑jährige Bestehen 2027 präsentiert Jazz in Marciac 2026 gleich mehrere neue Formate: eine Konzertreihe unter freiem Himmel, filmische Jazz‑Chroniken im Kino Emir Kusturica und eine Neuauflage der Territoires du Jazz‑Ausstellung, die digitale Klangarchive und Zeitzeugenporträts integriert.

Für 2027 ist ein symbolischer Rückblick auf das erste Konzert von 1978 geplant – mit einer eigens komponierten Suite, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet. „Jazz in Marciac bleibt ein Abenteuer, das die Menschen zusammenführt“, sagt Guilhaumon. „Fünfzig Jahre nach dem ersten Ton ist der Geist derselbe geblieben – nur der Klangraum ist größer geworden.“

Jazz in Marciac: Das könnt ihr erleben

Gratiskonzerte des Festivals

Auf der Freilichtbühne des Rathausplatzes treten von 11.30 bis 19.30 Uhr Künstler und Bands wie Conga Libre, Corsican Quartet oder Pinktown Quintet kostenlos auf. Auf 500 Plätzen könnt ihr ohne Konsumzwang zugucken – oder aber auch einen Kaffee oder ein Glas Wein zum Konzert genießen. Mittags stellt der Verband MoJAM auf der großen Freilichtbühne Künstler der Region vor.

Gratiskonzerte in den Gassen

Straßenmusik vom Feinsten erklingt von früh bis spät in den Gassen der Bastide, und dies oft sehr spontan!

Gratiskonzerte in den Lokalen

Mittags und abends wird in vielen Bars, Cafés und Restaurants das Speisen mit Livemusik verschönt – auch im J’Go, wo der kubanische Trompeter Jorge Vistel so gut aufspielte, dass ich das Essen fast vergaß.

Bezahlkonzerte @L’Astrada

Éric Legnini, Sant Andreu Jazz Band, Franck Tortiller und Yaron Herman jazzten bereits im kantigen Konzertsaal, der mit rund 50 Events die Pause bis zum nächsten Festival überbrückt.

Bezahlkonzerte @Châpiteau

Am Rand der Bastide wird für das Festival das weiße Konzertzelt des Châpiteau aufgestellt. Es birgt neben dem Konzertsaal für rund 6000 Zuschauer auch eine Champagner-Bar, eine zweite Bar mit Bier, Champagner und anderen Getränken, eine Selbstbedienungscafeteria und ein Restaurant mit Service am Platz.

Produzentenmarkt

Die Place de l’Hôtel de Ville verwandelt sich während des Festivals nicht nur in eine Bühne, sondern auch in einen Markt örtlicher Erzeuger und Kunsthandwerker. Hier findet ihr die Genüsse des Gers: Armagnac, Stopfleber, Würste, Käse, Honig und viele andere Köstlichkeiten!

Weinfest und Konzerte am Château de Sabazan

Die Genossenschaftskellerei Cave Plaimont ist seit Anbeginn Partner von Jazz in Marciac. Während des Festivals lädt sie zu Weinfest, Konzert und gemeinsamem Schlemmen unter freiem Himmel. Ihr könnt auch die Weingärten mit Tannat-Reben besuchen und Pate eines Weinstocks werden!

Jazz in Marciac hors les Murs

Nicht nur das Château de Sabazan gehört zu den Außenstellen des Festivals. Auch in Montesquiou, Villefranque, Fourcès und Plaisance-du-Gers könnt ihr den Konzerten von Jazz in Marciac lauschen!

Gospel-Messe zu Mariä Himmelfahrt

Am 15. August wird um 11 Uhr in der Pfarrkirche der Bastide stets ein ganz besonderer Gottesdienst abgehalten. 2017 sind Tonya Beker und Band dabei!

Musée Les Territoires de Jazz

Entdeckt in zwölf Szenen, die  Ton und Bild beleben, die Geschichte des Jazz von seinen Ursprüngen in Afrika hin zum Louisiana Blues und bis zum europäischen Jazz.
• Place du Chevalier d’Antras, 32230 Marciac, www.coeursudouest-tourisme.com

Cine JIM 32

Zwischen 11 und 18 Uhr zeigt die Salle Emir Kusturica täglich drei bis vier Vorstellungen mit Bezug zu Jazz, Musiktheater und kulturellen Begegnungen.
• Place du Chevalier d’Antras, 32230 Marciac, Tel. 05 62 09 33 88

Ausstellungen

Ausgefallene bemalte Briefkästen, außergewöhnliche Fotos, Gemälde und sonstige Kunstarbeiten zeigen die Galerien open-air und drinnen während des Festivals. Auch die Salle des Fêtes ist ein Ausstellungsort!

Kurse und Meisterklassen

Manuel Rocheman (Piano), Fabrice Moreau (Percussion, Schlagzeug), Chloé Cailleton (Gesang) und Stéphane Guillaume (Holz- und Leder-Instrumente) gehören zu den Lehrern der sechstägigen Sommerkurse.

Marciac Jazz College

Émile Parisien gehört zu den berühmten Absolventen der Musikschule von Marciac, wo ihn berühmte Lehrer wie Pierre Boussaguet, Guy Lafitte und Christian „Tonton“ unterrichteten.
• 2, chemin de Ronde, 32230 Marciac, Tel. 05 62 09 39 55

Weit weg & doch dabei

France Musique berichtet direkt aus Marciac: in der matinale von 7 bis 9 Uhr sowie beim concert du soir von 20 bis 1 Uhr. Hinzu kommen Sondersendungen.

Marciac: meine Reisetipps

Schlemmen & genießen

J’Go

Das ist vorbildlich: Gleich am Eingang verraten Postkarten, von welchen lokalen Produzenten das In-Lokal was bezieht. Während des Festivals gibt es Live-Musik von mittags bis spät zum Mahl im baumbestandenen Innenhof.
• Rue Notre-Dame Tel. 05 62 69 20 72, https://lejgo.com/lieux/le-jgo-marciac

Table de Jazz

Das Restaurant im Festivalzelt Châpiteau bietet drei Menüs, die tief im Terroir verwurzelt sind: Freut euch auf Foie gras, Magret de canard, Saibling und Falafel aus eckigen (!) Erbsen – dieses seltene Gemüse baut Jean-Christophe Bady in Ansan (Gers) an. Die begleitenden Weine stammen von der Cave Plaimont. Besonders lecker im Sommer: der Rosé d’Enfer !

Hier könnt ihr schlafen

Die Zahl der Betten ist deutlich geringer als die wachsende Zahl der Gäste – viele wohnen daher außerhalb und stellen ihr Fahrzeug auf den Großparkplätzen am Rand der Bastide ab. Achtung: Die Gendarmerie kontrolliert die nächtlichen Pendler während des Festivals bei den spätnächtlichen Fahrten zur Unterkunft. Bitte achtet auf eure Fahrweise und euren Alkohollevel!

Château Le Haget

Dreisterne-Camping, Ferien-Chalets und Romantikzimmer 25 Minuten von Marciac entfernt auf der Route des Bastides gibt es in diesem Nostalgieschloss aus dem 19. Jahrhundert Unterkünfte für jedes Budget – ideal, wenn ihr nicht nur das Festival besuchen wollt, sondern auch das Département entdecken möchtet. Im Restaurant kocht Marc mit Erzeugnissen der Region. Seine niederländische Frau Annemieka serviert die köstlichen Kreationen.
• Route de Mielan, 32320 Montesquiou, Tel. 05 62 70 95 80, https://lehaget.com

Domaine Au Perisson

Ein traditionelles Steinhaus in einem hektargroßen Garten: Hier könnt ihr in drei Doppelzimmern mit Bad oder in einem Gäste-Cottage rustikal-edel logieren, in den Naturpool springen und in der Lounge zwischen 5000 Filmen und 500 Büchern wählen – auf Französisch, Englisch und in anderen Sprachen.
• 32350 Le Brouilh-Monbert, Tel. 09 66 81 90 66, www.auperisson.fr

Noch mehr Betten*

 
Jazz in Marciac. Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Was könnt ihr noch im Gers entdecken?

  • Der Gers ist eine Genussregion. Folgt meiner Landpartie hier.
  • Die Hauptstadt des Gers, ist Auch. Hier könnt hier die Heimat von D’Artagnan entdecken.
  • Bekanntester kulinarischer Botschafter des Gers ist die Foie gras: Infos & Hintergrund gibt es hier.
  • Schwarze Schweine tummeln sich halbwild auf der Weide. Entdeckt das Porc Noir de Bigorre hier.
  • Für Kuchenfans habe ich aus dem Gers ein Rezept zum Nachbacken mitgebracht: Croustade – köstlich fruchtig wie herzhaft.
  • Auch in diesem Kuchen ist das Kellergold des Gers versteckt: Armagnac. Meinen Kellerbesuch samt Rezept findet ihr hier.
  • Woher der Ausdruck „blaumachen“ kommt, und was er mit dem Gers zu tun hat, verrate ich hier.
  • Die rurale Renaissance im Gers hat auch Simorre erfasst – lest mehr dazu hier.
  • Die Abbaye de Flaran, das karge Kloster der Zisterzienser in Valence-sur-Baïse, birgt heute die hervorragende Simonov-Gemäldesammlung mit Meisterwerken des 17. – 20. Jahrhundert von Ronda, Monet, Steer, Courbet; alle Infos gibt es in diesem Blogbeitrag.

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Im Blog

Alle Beiträge aus dem Département Gers vereint diese Kategorie.

Im Buch

Annette Meiser, Midi-Pyrénées*

Cover Annette Meiser, Midi Pyrenees

Annette Meiser, die u.a. die ers­te müll­frei­e Schu­le Deutsch­lands mitbegründete, hat in Midi-Pyrénées ihre Wahlheimat. Dort lebt und arbeitet sie seit vielen Jahren und bietet erdgeschichtliche und kulturhistorische Wanderreisen an.

Ihre Expertise hat sie auf 432 Seiten zwischen die Buchdeckel eines Reiseführers gepackt. Ihr erstes Buch stellt eine Ecke Frankreichs ausführlich vor, die in klassischen Südfrankreich-Führern stets zu kurz kommt.

Für mich ist es der beste Reiseführer auf Deutsch für alle, die individuell unterwegs sind – sehr gut gefallen mir die eingestreuten, oftmals überraschenden oder kaum bekannten Infos. Wie zum einzigen Dorf Frankreichs, das sich in zwei Départements befindet: Saint-Santin liegt genau auf der Grenze von Aveyron und Cantal. Wer mag, kann den Band hier* direkt online bestellen.

Hilke Maunder, Okzitanien: 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade*

Okzitanien abseits GeheimtippsOkzitanien ist die Quintessenz des Südens Frankreichs. Es beginnt in den Höhen der Cevennen, endet im Süden am Mittelmeer – und präsentiert sich zwischen Rhône und Adour als eine Region, die selbstbewusst ihre  Kultur, Sprache und Küche pflegt.

Katharerburgen erzählen vom Kampf gegen Kirche und Krone, eine gelbe Pflanze vom blauen Wunder, das Okzitanien im Mittelalter reich machte. Acht Welterbestätten birgt die zweitgrößte Region Frankreichs, 40 grands sites – und unzählige Höhepunkte, die abseits liegen. 50 dieser Juwelen enthält dieser Band. Abseits in Okzitanien: Bienvenue im Paradies für Entdecker!  Hier* gibt es euren Begleiter.

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