Postkarte aus … Orange

Mediterraner Charme in Bunt - die Fassaden der Altstadt von Orange. Foto; Hilke Maunder
Mediterraner Charme in Bunt - die Fassaden der Altstadt von Orange. Foto; Hilke Maunder

„Sie ist die schönste Mauer des Königreiches“, soll der Sonnenkönig Ludwig XIV. begeistert Besuch des antiken Theaters geschwärmt haben. Bis heute sorgt das besterhaltene Amphitheater der Antike in Frankreich für lang anhaltenden Applaus.

Vor seiner stimmungsvollen Kulisse präsentieren die Chorégies d’Orange alljährlich Weltstars bei Opernaufführungen und Klassikkonzerten. 2019 feiert das Opernfestival sein 150-jähriges Bestehen.

Rechter Haudegen

Doch Orange macht nicht nur mit Kunst, Kultur und antikem Erbe Schlagzeilen, sondern auch immer wieder wegen seiner Politik. Seit 1995 wird Orange von Ultrarechten regiert. Und das, wie selbst die „taz“ erstaunt konstatierte, recht erfolgreich.

Bürgermeister Jacques Bompard, der erst den Front National mitbegründete, 2010 die Ligue du Sud aus der Taufe hob, hat aufgeräumt. Er hat die Müllreinigung in den Griff bekommen, den Kulturetat aufgestockt und die Stadt sicherer gemacht.

6 Kommentare

  1. Liebe Frau Maunder, mir geht es wie Frau Kehmer. Ich lese Ihre Beiträge sonst gern, und gerade das Interview mit dem Jungen französischen Autor, dem Sie in Hamburgg begegnet sind, finde ich klasse
    Aber auch Ihre Antwort an Frau Kehmer empfinde ich als nicht hilfreich. Unpolitisch ist Ihr Beitrag zu Orange keineswegs. Mich hat zusätzlich befremdet, dass sie gleich zwei Fotos von Veranstaltungen der Fremdenlegion bringen. 150 Jahre Kamerun sind 150 Jahre brutale französische Kolonialgeschichte. Das zu feiern und dann noch zu erwähnen und zu bebildern, soll nicht unpolitisch sein! Auch die Auswahl von Informationen sind eine Parteinahme. Übrigens: Freunde von mir, ein schwules Paar, waren vor einigen Jahren in Orange und haben sich sehr unwohl und unsicher in der dortigen spürbar homophonen Atmosphäre gefühlt.
    Schade, dass Sie diesen Beitrag so verfaßt haben.
    Freundliche Grüße
    Almuth Sieben

    • Liebe Frau Sieben, liebe Frau Kehmer,
      das sind wirklich schlimme Eindrücke, die Sie mir schildern! Ganz herzlichen Dank für das offene Feedback. Ich werde beim nächsten Pendeln noch einmal der Stadt einen Besuch abstatten und dann neue Fotos einfügen. Das Bild von der Veranstaltung hatte ich eingefügt, da die Militärgeschichte seit 2000 Jahren zur Stadtgeschichte gehört. Ich hatte keinesfalls die Absicht, die Fremdenlegion zu glorifizieren, ganz im Gegenteil, sondern den Pomp und die für mich arg ungewohnte wie befremdliche Inszenierung von Truppe und „Heldentum“ darstellen. Ich habe das Bild jetzt gelöscht und dafür das Theater mit seiner berühmten Bühnenwand jetzt ganz für sich eingestellt. Noch einmal: ganz herzlichen Dank für Ihre Hinweise! Solch ein Austausch hilft auch mir sehr viel weiter… der zweite, dritte, vierte Blick ist wichtig! Viele Grüße! Hilke Maunder

  2. Sehr geehrte Frau Maunder, bisher habe ich Ihren Blog sehr gerne gelesen. In diesem Beitrag über Orange fehlt es an Kritik an der Menschenverachtenden Politik von FN/RN und Ligue du Sud. Es ist doch armselig, wenn unter diesem Bürgermeister der Essenstafel für Arme die Zuschüsse verweigert werden. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie das Leben an einem Ort ist, an dem nur noch die französische Flagge wehen darf. Sie sind doch selbst auch Migrantin in Frankreich, wenn auch (noch) aus dem „richtigen“ Teil der Welt. Falls die Politik aus Orange demnächst im ganzen Land das Regime übernimmt, wird das Reisen dorthin kein Vergnügen mehr sein. Mit freundlichen Grüßen, Katharina Kehmer

    • Liebe Frau Kehmer,
      Sie haben sicherlich recht – mir fehlt aus der Ferne da der tiefere Einblick, um mich dazu zu äußern. Ich bin durchaus Ihrer Meinung, möchte aber meinen Blog „politikfrei“ halten – denn ich denke, dass es auch Teil einer Politik sein kann, Nazis zu ignorieren, als ihnen ein Forum zu geben. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis. Und ja, ich bin Zugereiste, merke es auch am eigenen Leibe, aber in Bayern war es weitaus schlimmer. Als Norddeutsche, mit einem Briten verheiratet, gab es zur Hochzeit tote Ratten im Briefkasten… Kurzum: In meinem Blog möchte ich Frankreich vorstellen, wie ich es erlebe… aber die Politik ausblenden. Wenn ich reise, versuche ich zu verstehen, warum es zu solchen Situationen, Entscheidungen kommen konnte. Ich denke nicht, das die Nationalisten in Frankreich die Oberhand gewinnen.Lassen Sie uns dass zumindest hoffen. Viele Grüße! Hilke Maunder

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