Christian Thomas von l'Association Bouchons 276 sammelte in Le Havre die Plastikverschlüsse. Foto: Hilke Maunder
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Plastik-Recycling ganz solidarisch

Un bouchon = une sourire ist das Motto beim Plastik-Recycling in der Normandie.  Dort helfen Plastik-Verschlüsse von Getränkeflaschen, Shampoo, Rasierschaum, Ketchup oder Tubendeckel Menschen mit Handicap.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 hat die Association Bouchons 276 in den Départements Eure und Seine-Maritime in zwei Jahrzehnten mehr als 25.720 Tonnen Plastik-Verschlüsse an ihren mehr als 400 Sammelstellen zusammengetragen, berichtet Dab Delaporte, der Gründer der Recycling-Initiative, stolz zum 20. Geburtstag dieser best practices beim Plastik-Recycling im Jahr 2023.

Die Plastikverschlüsse werden zur Wiederverwertung an Écoplastics in Pont-Brenouille (Oise) verkauft. Für jede Tonne erhält der gemeinnützige Verein 250 Euro.

In den letzten 20 Jahren kamen so mehr als 600.000 Euro für Menschen mit Handicap zusammen. 650 Behinderte erhielten dank der Plastik-Recycling-Initiative finanzielle Hilfen. Allein im Jahr 2023 wurden 53.650 Euro an sie ausgeschüttet.

Besonders aktive Unterstützung für die Association Bouchons 276 kommt vom Nachwuchs. Vom Kindergarten bis zum College wird intensiv Plastik gesammelt; selbst die Sammelbehälter holen ehrenamtlich Schüler ab.

Wer Plastik recycelt, erhält von Réco einen Einkaufsbon.
Wer Plastik recycelt, erhält von Réco einen Einkaufsbon. Foto: Hilke Maunder

Recycling hilft sparen

Die französische Regierung hat 2019 ein „Bonus-Malus“-System eingeführt. Verpackungen aus nicht-recyceltem Plastik sind seitdem teurer als aus umweltfreundliche Materialien. Bis 2025 solle es nur noch Verpackungen aus wiederverwertetem Plastik in Frankreich geben.

Produkte in recycelten Verpackungen sollen zehn Prozent weniger kosten, solche bis zu Prozent preiswerter sein. Das Recycling von Plastik soll steuerlich begünstigt, das Entsorgen von Plastik auf Müllhalden teurer werden.

Bislang recycelt Frankreich rund 20 Prozent seines Plastiks. In Norwegen und Deutschland, beträgt die Quote beim Plastik-Recycling bis zu 40 Prozent. Was nicht wirtschaftlich recycelt werden kann, landet in den Hochöfen der Schwerindustrie oder wird zur Energierückgewinnung genutzt.

So schafften es Österreich, Deutschland, die Niederlande und Schweden, ihren Plastikmüll zu 99 Prozent zu verwerten. Belgien erreichte  98 Prozent, Frankreich nur 66 Prozent.

Großes Geschäft

Platzhirsch im Plastikrecycling ist nach eigenen Aussagen die Paprec-Gruppe, die an 200 Standorten in Frankreich und der Schweiz tätig ist. In Limay stellt France Plastiques Recyclage, das  2007 die Paprec-Gruppe mit Sita France gegründet hat, aus alten Plastikflaschen neues PET-Granulat (Polyethylenterephthalat) her.

Triman & gelbe Tonne

Alle Produkte, die recycelt werden können, tragen in Frankreich seit 1. Januar 205 das schwarz-weiße Zeichen Triman. Für private Haushalte geben die Kommunen kostenlos gelbe Tonnen ab und stellen sie als Großtonne auf zentralen Plätzen auf.

Dort könnt auch ihr, wenn ihr unterwegs seid, euren Müll aus Plastik und anderen recycelbaren Materialien entsorgen. Verboten sind seit 2020 auch Einmalprodukte wie Strohhalme, Pappteller und Becher. In Frankreich macht Kunststoff 62 Prozent der französischen Abfälle aus.

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6 Kommentare

  1. Hallo, wir haben seit kurzem eine gelbe Tonne (in Forbach, dep. grand est) niemand konnte uns sagen, ob diese etwas zusätzlich zur normalen Müllgebühr kostet. Gibt es hierzu irgendwo informationen? Liebe Grüße ursula

  2. Hallo Hilke, mit Begeisterung lese ich Deine Beiträge! Besonders schätze ich auch diesen Beitrag zum Kunststoffrecycling in Frankreich, erfährt man doch auf diesem Wege, wie es die Nachbarn handhaben. Spannend und interessant! Danke!

    1. Liebe Inge, herzlichen Dank für Deine lieben Worte. Das freut mich – und spornt mich an! Mein Frankreich ist mein Herzblutprojekt, das nach dem Beruf abends und am Wochenende wächst und gedeiht. Ich wünsche Dir noch viele schöne Momente mit dem Blog! Bises, Hilke

  3. Heute haben wir den 1.Newsletter erhalten. Toll. Wir haben vor langer Zeit in Boardville auf dem Campingplatz schon eifrig Deckel gesammelt, als der ganze Plastikmüll in den normalen Müll kam. Schöne Artikel verschönern den trüben heutigen Dezembertag.
    Wir sind seit unserem 1.Urlaub mit der Ente quer durch Nordfrankreich,danach durch Süden und Südwesten gereist. Nach den folgenden Reisen durch Europa sind wir seit 33 Jahren auf der ile d’oleron. Als begeisterte Segler erkunden wir in jedem Jahr immer mehr die Südbretagne und hoffen auf noch viele schöne Momente und Erebnisse in unserer 2. Heimat. Vielen Dank für den Newsletter, Brigitte und Thomas.

    1. Hallo Thomas, danke für diesen tolle Mail am Bibberdienstag in Hamburg! Île d’Oléron findest Du auch im Blog, auch die benachbarte Île de Ré. Die Region habe ich letzen Sommer besucht – und bin schwer begeistert. Viele Grüße! Hilke

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