Kleines Dorf mit der großen Kathedrale: Sées

Die Kathedrale von Sées. Foto: Hilke Maunder
Die Kathedrale von Sées. Foto: Hilke Maunder

Auf halbem Weg zwischen Le Mans und Caen versteckt sich Sées in der Basse-Normandie. Gerade mal 4.197 Einwohner zählt die alte Bischofsstadt.

Doch sein Gotteshaus ist wahrlich monumental. Und fordert bis heute immer wieder Kraftakte.  Sées war und ist immer wieder gefordert, seinen weithin sichtbaren Sakralbau aus dem 13. Jahrhundert vor dem Einsturz zu bewahren.

Eine schmale Gasse, umgeben von hohen Feldsteinmauern, führt zur Kathedrale von Sées. Foto: Hilke Maunder

Die Kathedrale schliddert!

Schuld an der ganzen Misere ist eigentlich Heinrich II. 1154 hatte der englische König den Vorgängerbau der Cathédrale Notre-Dame in Brand stecken lassen. Das Geld zum Wiederaufbau war knapp. So verzichtete man, die Fundamente bis auf festen Grund hinab zu führen.

Das Kirchentor der Kathedrale zu Sées. Foto: Hilke Maunder

Das Unausweichliche geschah: Die Kirche rutschte und bewegte sich. Nicht von göttlicher Hand, sondern schlicht aufgrund ihres Gewichtes.

Seit Jahrhunderten wird der Kampf gegen den Einsturz geführt. Immer wieder widersetzen sich menschlicher Wille und göttlicher Glaube den Kräften der nassen Natur und der Schwerkraft.

Licht und hell: das Innere der Kathedrale von Sées. Foto: Hilke Maunder

Strebepfeiler gegen Einsturzgefahr

1516 wurde der drohende Einsturz mit Strebemauern an der Fassade aufgehalten. Die Untergeschosse der Türme verschwanden im Laufe der Zeit hinter einem massiven Stützgewand. Trotzdem stürzte bald ein Teil des Kirchenschiffgewölbes ein.

Erst 1740 gab es genug Geld, um den ebenfalls gefährdeten Chor zu sichern. Im frühen 19. Jahrhundert wurden die steinernen Stützpfeiler durch Gusseisen ersetzt und steinfarben angestrichen.

Foto: Hilke Maunder

Erst seit 100 Jahren sicher

Doch auf soliden Füssen steht Gott erst knapp 100 Jahren. 1849 wurde der ganze Kirchenbau  auf neue, tiefere Fundamente gesetzt. 1850-52  folgte die Erneuerung des südlichen Querschiffs. Auch das nördliche Querschiff wurde unterfangen und bis 1880 mit neuen Fundamenten versehen.

Danach wurde der Chor komplett demontiert. Auch er erstand auf neuen Fundamenten wieder neu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten die Fundamente der Seitenschiff-Mauern. Seitdem steht die Kathedrale. Und feierte 2010 ihre 700-jähriges Bestehen.

Das Mittelschiff der Kathedrale von Sées. Foto: Hilke Maunder

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Blick von der Kirchenpforte auf dem Ort Sées. Foto: Hilke Maunder
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