Kleines Dorf mit der großen Kathedrale: Sées

Das Dorf ist gerade 4.500 Einwohner und gut 40 Quadratkilometer groß, sein Gotteshaus jedoch wahrlich monumental: Sées, nördlich von Alençon in der Basse-Normandie gelegen, hat es immer wieder geschafft, seinen weithin sichtbaren Sakralbau aus dem 13. Jahrhundert vor dem Einsturz zu bewahren.

Die Kathedrale schliddert!

Schuld an der ganzen Misere ist eigentlich Heinrich II. 1154 hatte der englische König den Vorgängerbau der Cathédrale Notre-Dame in Brand stecken lassen. Das Geld zum Wiederaufbau war knapp, und so verzichtete man, die Fundamente bis auf festen Grund hinab zu führen.

Das Unausweichliche geschah: Die Kirche rutschte und bewegte sich. Nicht von göttlicher Hand, sondern schlicht aufgrund ihres Gewichtes.Seit Jahrhunderten wird inzwischen der Kampf gegen den Einsturz geführt, widersetzen sich menschlicher Wille und göttlicher Glaube den Kräften der nassen Natur und der Schwerkraft.

Strebepfeiler gegen Einsturzgefahr

1516 wurde der drohende Einsturz mit Strebemauern an der Fassade aufgehalten,  die Untergeschosse der Türme verschwanden im Laufe der Zeit hinter einem massiven Stützgewand. Trotzdem stürzte bald ein Teil des Kirchenschiffgewölbes ein.

Erst 1740 gab es genug Geld, um den ebenfalls gefährdeten Chor zu sichern. Im frühen 19. Jahrhundert wurden die steinernen Stützpfeiler durch Gusseisen ersetzt und steinfarben angestrichen.

Erst seit 100 Jahren sicher

Doch auf soliden Füssen steht Gott erst knapp 100 Jahren. 1849 wurde der ganze Kirchenbau  auf neue, tiefere Fundamente gesetzt, 1850-52  das südliche Querschiff erneuert, das nördliche unterfangen und bis 1880 mit neuen Fundamenten versehen.

Danach wurde der Chor komplett demontiert und auf neuen Fundamenten erneut errichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten die Fundamente der Seitenschiff-Mauern. Seitdem steht die Kathedrale – und feierte 2010 ihre 700-jähriges Bestehen.

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