Mit Xavier auf Naturtörn in der Baie du Robert


Der Vater von Xavier Suivant hat ihn noch gefangen, er selbst züchtet ihn: den Loup des Caraïbes, den karibischen Wolfsbarsch. Seine ferme aquacole besteht aus einem halben Dutzend Pontons, die Bretterwege verbinden. Netze und Schnüre liegen herum. Eine Holzhütte am seitlichen Anleger erlaubt, vor den heftigen Karibikschauern ins Trockene zu flüchten. Immer wieder gehen sie über Martinique nieder, entladen sich prasselnd und machen kurz darauf tropischem Sonnenschein Platz.

Xavier hat seine schwimmenden Farm 2008 im Osten der Insel in einer Bucht angelegt, die in den 1960er-Jahren Taucherlegende Jacques-Yves Cousteau besucht hatte: la baie du Robert. Sie sei prädestiniert für Aquakulturen, soll Cousteau gesagt haben, berichtet Xavier. Dann taucht er seine Schaufel in einen Plastikeimer und wirft im weiten Bogen Futter in das erste Bassin, das Netze von den Fluten des Atlantik abgrenzen.

Baby-Barsche & große Haie

Blitzschnell verwandelt sich das vorher trübe, stille Becken in tobendes Wasser. Flossen und Schwänze blitzen, Münder schnappen, Augen glupschen. Sekunden später ist wieder Stille. Dann wiederholt sich das Spektakel am nächsten Bassin. „Guckt mal genau hin – seht ihr den Hai unter dem Netz? Der würde meine Baby-Wolfsbarsche gerne jetzt fressen…“

Wie viele Fisch Xavier hier züchtet, frage ich. Der Martiniquais stutzt, grinst und sagt: „Sagst Du allen, wie viel Geld Du auf Deinem Konto hast?“ Gut pariert! Doch da das Geschäft mit dem Speisefisch schwierig geworden ist, hat Xavier neben seiner Farm Aqua XS ein zweites Standbein aufgebaut.

Unterwegs mit Xavier

Schnelle zwei Stunden, einen halben oder einen ganzen Tag nimmt er Gäste in seinem Motorboot mit hinaus in die Bucht von Le Robert. Dort zeigt ihnen seine Aquakultur, die Wunderwelt der Mangroven und die Îlet Chancel, größte der vielen Eilande in der weiten Bucht.

Dort versteckt sich im Unterholz der Grüne Inselleguan der Kleinen Antillen (Iguana delicatissima). Mit langen, krallenbewehrten Zehen, überlangen Schwanz, faltigen Kehllappen und stacheligen Rückenkamm ist er eine wahrhaft urzeitlich anmutende Echse.

Badeparadies der Bucht

Ganz in der Nähe findet ihr auch den schönsten Badeplatz der Bucht: die Fonds Blancs, eine sandige Untiefe in badewarmem Azurblau. Allein seit ihr dort allerdings selten. Der durch die Insel vor den Atlantikwellen geschützte Badeplatz gehört für die Einheimischen zu den Lieblingsplätzen für einen Sprung ins Meer.

Mit Kabinenkreuzen und bunten Holzbooten, winzigen Nussschalen aus Aluminium oder Plastik oder hochmotorisierten Zodiacs fahren sie hierher, ankern, plantschen und picknicken einen ganzen Tag lang, die Flasche Rum stets mit an Bord.

Offenlegung

Die Karibikinsel Martinique entdeckte ich auf einer Pressereise, die das staatliche französische Fremdenverkehrsamt ATOUT France, das CMT FRANCE-EUROPE und das COMITÉ MARTINIQUAIS DU TOURISME veranstaltet haben. Den Hotels und anderen Unterkünften, in denen ich wohnen durfte, den Restaurants und besuchten Orten und Stätten sagte ich herzlichen Dank für ihre Unterstützung.

Unglaublich kenntnisreich, hilfsbereit und herzlich war auch die Fremdenführerin Veronika Kuster Kudrna, die uns die gesamte Reise über begleitetet hat.  Auch ihr sage ich „merci“ und herzlichen Dank. Einfluss auf meine Blogberichte hat die Unterstützung meiner Reise nicht. Ich berichte subjektiv, wie ich es erlebt habe, mache kein Merchandising und werde erst recht nicht für meine Posts bezahlt.

 

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