Im Urlaub arbeiten? Mais oui!

N. D. de Cousignac: Bei der Weinlese. Foto: Hilke Maunder
Die Weinlese hat begonnen auf dem Gut von Notre-Dame de Cousignac. Foto: Hilke Maunder

Manchmal ist Arbeit die beste Erholung. Vor allem dann, wenn es eine sinnvolle Arbeit ist. Und gerade in Frankreich gibt es zig Angebote, sich zu engagieren. Lasst euch inspirieren!

Im Urlaub arbeiten: 7 tolle Ideen

Freiwilligendienste & Workcamps

Vor allem von Mai bis September, mitunter aber auch das ganze Jahr hindurch, bieten Workcamps und Freiwilligeneinsätze für eine Woche, einen Monat oder gar in Jahr, die Möglichkeit, hautnah in den Alltag, die Arbeitswelt und die Kultur Frankreichs einzutauchen.

Für die freiwilligen Arbeitseinsätze gibt es meist keinen Lohn, gelegentlich aber ein kleines Taschengeld, und immer freie Kost und Logis sowie tolle Kontakte. Helfende Hände sind besonders im Natur- und Umweltschutz, bei archäologischen Ausgrabungen und Restaurierungen, bei Arbeiten mit Kindern oder Behinderten sowie bei den vielen Festivals und sommerlichen Ferienprogrammen gefragt.

Das Mindestalter für Arbeitseinsätze ist meist 18, gelegentlich 15 Jahre. Die Altersobergrenze liegt meist bei 30 bis 35 Jahren. Einige wenige Camps wiederum stehen auch älteren Erwachsenen offen, und auch die Erfahrung von Senioren ist gefragt.

Die Campsprache ist meist Französisch, gelegentlich auch Englisch. Arbeiten müsst ihr rund 30 Stunden pro Woche. Ihr wohnt in einfachen Apartments oder Wohnanlagen, im Zelt oder Camper Van.

Veranstalter von Workscamps sind u.a.:

• Service Civil International (SCI): Frankreichs ältester Freiwilligendienst ist im Einsatz für den Frieden aktiv; www.sci-france.org
• ID Formation: Work-Camps auf Korsika und dem Festland; www.id-formation.com

Help Exchange (HelpX)

Hand gegen Koje ist auch das Prinzip von HelpXchange. In diesem Online-Portal hinterlegen Arbeitssuchende und Anbieter ihr Profil. Danach könnt ihr in der Datenbank stöbern. Ihr findet dort Tausende Einträgen Einheimische, die sich über eine helfende Hand für ein paar Stunden am Tag freuen und dafür Fremde in ihrem Haus wie Freunde willkommen heißen. Frankreichweit gibt es rund 900 Angebote. Auf Korsika schwankt das Angebot je nach Reisemonat. Im Sommer gibt es mehr als hundert Offerten, aber selbst im Winter noch eine Handvoll Angeboten zum Arbeiten.
• www.helpx.net

Saisonarbeit

Housekeeping, Gästebetreuung, Küche, Service oder Rezeption: So wie das Feriendorf Störrischer Esel in Calvi suchen viele korsische Touristikbetriebe von April bis Oktober engagierte und eigenverantwortliche Mitarbeiter.

Während einheimische Betriebe Französischkenntnisse voraussetzen, sind sie für Anja Neumann und Michael Ofenhitzer keine Pflicht. In ihrem Feriendorf urlauben vorwiegend deutschsprachige Gäste.

Sämtliche Stellenangebote sind online auf der Mitarbeiterseite einzusehen: www.stoerrischeresel.com/stellenangebote. EU-Bürger können sich direkt auf die Jobs bewerben. Bei Schweizern muss der potenzielle Arbeitgeber den Be­hörden nachweisen, dass für den geplanten Arbeitseinsatz kein geeigneter Korse, Franzose oder anderer EU­-Bür­ger zur Verfügung steht.

Sehr beliebt und begehrt sind die Saisonsarbeitsplätze von Disneyland Paris. Studierende mit Sprachkenntnissen haben dort beste Chancen, in den Sommermonaten zu arbeiten. Bewerbt euch rechtzeitig direkt beim Unternehmen!

Mitarbeiter mit Sprachkenntnissen sucht Disneyland Paris jeden Sommer. Foto: Hilke Maunder

Au-pair

Ob junger Erwachsener oder Senior: Als Au Pair in Frankreich zu arbeiten, liegt inzwischen auch bei älteren Menschen voll im Trend. Auf Granny Au-Pair hat sich eine Hamburger Agentur spezialisiert. Mehr dazu erfahrt ihr hier. Au-Pair-Stellen für jüngere Menschen vermitteln eine schier unendliche Anzahl mehr oder weniger seriösen Agenturen.

Ökologie konkret

Die vielen kleinen Höfe in Frankreich gehört zu den Pionieren im Biolandbau – und freuen sich über Unterstützung. Als seriöser Vermittler hat sich die Organisation World Wide Opportunities on Organic Farms (WWOOF) etabliert, die weltweit zum Wwoofing lädt.

In Frankreich könnt ihr bei Bergbauern, Ziegenzüchtern, Gemüsebetrieben und Winzern arbeiten. Sie honorieren den Arbeitseinsatz mit kostenloser Unterkunft, Verpflegung, Sprachpraxis und hautnahem Hofleben.
www.wwoof.fr

Erntehelfer

Spargel, Erdbeeren, Aprikosen: Frankreichs Bauern suchen jedes Jahr tatkräftige Unterstützung. Die Vermittlung der Jobs als Erntehelfer läuft meist über Mundpropaganda. Jobs könnt ihr auch über Empfehlungen, Aushänge und Zellen in Bar-Tabacs oder den Maison de la Presse erhalten.

Häufig werden Stellenangebote nach Erntehelfern auch auf Facebook gepostet. Oder erkundigt euch bei der Mairie eures Wunscheinsatzortes. Auch sie kann oft weiterhelfen.

Weinlese

Knochenarbeit: die Weinlese. Foto: Hilke Maunder

Les Vendanges, die Weinlese, ist körperlich sehr anstrengend. Wenn sie ab August beginnt, kann es noch recht heiß sein. Ich habe inzwischen mehrmals bei einem befreundeten Winzer mit angepackt. Eindrücke und Erlebnisse, Infos und Tipps zu diesem Thema findet ihr hier.

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Extratipps

Als Lehrer nach Frankreich

Paukern macht es die EU leicht, in Frankreich zu arbeiten: Hospitationen und Assistenzen, aber auch Fremdsprachenkurse, berufsbegleitende Fortbildungen sowie die Teilnahme an europäischen Seminaren und Konferenzen für Lehrer von der Vorschule bis zur Sekundarstufe II. werden im Rahmen des COMENIUS-Programms gefördert. Informationen und Anträge hält der Pädagogischen Austauschdienst als nationale EU-Agentur bereit. Ebenfalls unterstützt werden Schulpartnerschaften.
www.kmk-pad.org

In Frankreich studieren

Erasmus, Crepuq und Free Mover: Gleich drei Programme unterstützen junge Menschen, die ein Auslandssemester verbringen möchten. Als nationale Agentur fungiert der Deutsche Akademische Austauschdienst als zentraler Ansprechpartner für Studium, Forschung und Lehre in der Provence auf Korsika und zahlt während des Gastsemesters im Partnerland ein Auslands-Bafög.

Studieren könnt ihr auch auf KorsikaDie Università di Corsica Pasquale Paoli, die auf Korsika Campi in Cargese, Calvi, Bastia und Ajaccio hat, ist weltweit mit 150 Partneruniversitäten vernetzt – unter anderem mit Kassel, Lüneburg, Nordhausen und Stuttgart. Mit Hochschulen aus Österreich und der Schweiz hat die Universität noch keine Kooperationen geschlossen.
• Università di Corsica Pasquale Paoli, www.univ-corse.fr

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