Argentat an der Dordogne. Foto: Hilke Maunder

Postkarte aus … Argentat

Argentat markiert den Beginn des Dordogne-Tals. Nach den Schluchten der Haute-Dordogne, in denen die EDF mehrere Stauseen angelegt hat, öffnet sich ihr Tal. Mit alten Schieferdächern, die in der Sonne schwarz glänzen, schmiegt sich alte Dorf an beide Ufer der Dordogne.

Typisch für Argentat sind seine Schieferdächer. Schiefer kommt vor allem an den Rändern des <em>Massif Central</em> vor. Foto: Hilke Maunder
Typisch für Argentat sind seine Schieferdächer. Schiefer kommt vor allem an den Rändern des Massif Central vor. Foto: Hilke Maunder

Von seinem Hafen legten einst die gabares voll beladen mit Holz, Leder und Öl ab nach Bordeaux. Bis heute säumen die Häuser der Schiffer und Fischer die Kopfstein-Kais. Fast 300 Gabaren verkehrten zur Blüte der Flussschifffahrt im 17. Jahrhundert auf der Dordogne.

Hatten sie ihr Ziel erreicht, wurden die Lastkähne zerlegt und ihr Holz verkauft. Das Geld finanzierte die Rückkehr in die Heimat – und den Bau neuer Schiffe.

Der <em>courpet </em>von Argentat. Foto: Hilke Maunder
Der courpet von Argentat. Foto: Hilke Maunder

Courpets wurden die Gabares in der Haute-Dordogne genannt. Auf dem Kopfstein des Quai Lestourgie liegt ein originalgetreuer Nachbau. Die Replika wurde nach den Recherchen von Eusèbe Bombal, einem in Argentat geborenen Schriftsteller und Historiker, gefertigt.

Am linken Ufer der Dordogne von Argentat. Foto: Hilke Maunder
Am linken Ufer der Dordogne von Argentat. Foto: Hilke Maunder

Viele der Fischer und Bootsleute konnten einst nicht schwimmen. Sie fürchteten sich vor dem damals noch völlig ungebändigten Fluss. So entstand die Legende des coulobre. Der geflügelte Drache mit dem Körper einer Schlange und den Klauenfüßen ernährte sich von den unglücklichen gabariers, nachdem er ihr Boot versenkt hatte.

Der <em> Chemin des Garbariers</em> folgt als Holzplankensteg dem linken Ufern der Dordogne und eröffnet traumhafte Aussichten. Foto: Hilke Maunder
Ein Holzplankensteg folgt dem linken Ufern der Dordogne und eröffnet traumhafte Aussichten. Foto: Hilke Maunder

Früher war der Fluss die wichtigste Handelsstraße des Landstrichs. Heute steht er als Weltbiosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Wer an seinen Ufern in Argentat spaziert, kann herrlichen Vogelkonzerten lauschen.

Die obere Dordogne bei Doustret. Foto: Hilke Maunder
Die obere Dordogne bei Doustret. Foto: Hilke Maunder

Die Stauseen der Dordogne

Argentat gehört zur Xaintrie Blanche. In das Hochplateau aus Granit hat die Dordogne, die am Fuße des Puy de Sancy im Département Puy-de-Dôme entspringt, tiefe Schluchten gegraben. Zehn Staudämme verwandeln ihre Kraft in elektrischen Strom und schützen das Land vor Überschwemmungen. Fünf davon säumen oberhalb von Argentat bis nach Bort den Lauf der Dordogne.

Die Staumauer der Barrage de Chastang oberhalb von Argentat. Foto: Hilke Maunder
Die Staumauer der Barrage de Chastang oberhalb von Argentat. Foto: Hilke Maunder

An der Staumauer von Chastang erklärt eine Ausstellung im Besucherzentrum der EDF die Nutzung der Hydroenergie. Der von 1947 bis 1952 erbaute Staudamm liegt zwischen Saint-Martin-la-Méanne und Servières-le-Château in der Xaintrie.

95 Meter hoch und 290 Meter breit ist die dortige Staumauer und fast 50 Meter dick an ihrem Fuß. Sie staut eine 710 Hektar große Wasserfläche auf, die bis zu 79 Meter tief ist. 2013 wurde das Reservoir zuletzt vollständig geleert.

Die Kapelle von Glény

Die romanische Kirche von Glény in den Schluchten der Dordogne. Foto: Hilke Maunder
Die romanische Kirche von Glény in den Schluchten der Dordogne. Foto: Hilke Maunder

Auf dem Weg von Argentat zur Chastang-Schleuse kommt ihr in Glény vorbei. Im kleinen Dorf in den Schluchten der Dordogne erhebt sich seit dem 12. Jahrhundert eine Kapelle, deren Hingucker ihr Arkadenglockenturm ist.

Die Dordogne bei Glény. Foto: Hilke Maunder
Die Dordogne bei Glény. Foto: Hilke Maunder

Rings herum erstreckt sich ursprüngliches Wanderland. Bei Saint-Martial-Entraygues sind Haken und Stahlseile im Fels befestigt. Dort könnt ihr auf der Via Ferrata Dordogne auf verschiedenen Seilstrecken die steilen Wände erobern.

Der Blick vom linken Ufer auf Argentat. Foto: Hilke Maunder
Der Blick vom linken Ufer auf Argentat. Foto: Hilke Maunder

Argentat-sur-Dordogne: meine Reisetipps

Schlemmen und genießen

Le Sablier du Temps

Schmackhafte gehobene Lokalküche in einem etwas nüchternen Speisesaal oder auf einer schönen, im Sommer beschatteten Terrasse. Sehr freundlicher Service.
• 13, avenue Joseph Vachal, 19400 Argentat-sur-Dordogne, Tel. 05 55 28 94 90, www.lesablierdutemps.fr

In der Altstadt von Argentat am linken Flussufer. Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Argentat am linken Flussufer. Foto: Hilke Maunder

Erleben

Tous sur le pont

Das große Fest von Argentat steigt stets Anfang Juli – an Land wie auf dem Wasser.

Fahrten mit der Gabare

Der Anleger für Fahrten mit einem alten hölzernen Lastkahn befindet sich beim Parkplatz Graffeuil, rund fünf Autominuten von Argentat entfernt in Richtung des Chastang-Staudamms am linken Ufer.

Schauspieler lassen bei der Fahrt mit der <em>garbare </em>die Vergangenheit aufleben. Foto: Hilke Maunder
Schauspieler lassen bei der Fahrt mit der gabare die Vergangenheit aufleben. Foto: Hilke Maunder

Aktiv

Wassersport

Leiht euch ein Kanu, Kajak oder Stand-up-Paddle, um Argentat und seinen Fluss vom Wasser zu entdecken!

Fliegenfischen

Auf Angler wartet eine beliebte No-kill-Strecke.

Hier könnt ihr schlafen*

 

Argentat an der Dordogne. Foto: Hilke Maunder
Argentat an der Dordogne. Foto: Hilke Maunder

Weiterlesen

Im Blog

Vom Zauber der Beschaulichkeit

Die Dordogne ist ein bezaubernder wie faszinierender Fluss – von der Quelle bis zur Mündung. Entdeckt seine schönsten Ecken mit diesem Beitrag!

Im Buch

Klaus Simon, Hilke Maunder, Secret Citys Frankreich*

Gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Klaus Simon stelle ich in diesem Band 60 Orte in Frankreich vor, die echte Perlen abseits des touristischen Mainstreams sind. Le Malzieu in der Lozère, Langogne im Massif Central, aber auch Dax, das den meisten wohl nur als Kurort bekannt ist.

Mit dabei sind auch Senlis, eine filmreife Stadt im Norden von Frankreich, und viele andere tolle Destinationen. Frankreich für Kenner  – und Neugierige!

Lasst euch zu neuen Entdeckungen inspirieren … oder träumt euch dorthin beim Blättern im Sessel oder am Kamin. Wer mag, kann das Lesebuch mit schönen Bildern hier* bestellen.

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