Rodez: Auf den Spuren von Pierre Soulages

Der Eingang zum Soulages-Museum von Rodez. Foto: Hilke Maunder
Der Eingang zum Soulages-Museum von Rodez. Foto: Hilke Maunder

Als Meister der Schwarztöne wurde er weltberühmt: Pierre Soulages. Im Herzen des Aveyron wurde er geboren. 2022 verstarb er dort, 102 Jahre alt. Bereits seit Ende 2014 präsentiert in seiner Heimatstadt Rodez ein erstaunliches Museum sein Leben und Werk.

Das Soulages-Museum stellt das gesamte Lebenswerk des Malers vor. Foto: Hilke Maunder
Das Soulages-Museum stellt das gesamte Lebenswerk des Malers vor. Foto: Hilke Maunder
Rodez: Musee Soulages. Copyright: RCR photothèque Rodez-agglomeration. Foto: Photo: Jean-Louis Bories
Das frühe Werk. Copyright: RCR photothèque Rodez-agglomeration. Foto: Photo: Jean-Louis Bories

Am Heiligen Abend 1919 in Rodez geboren, wurde er in den 1940er-Jahren zum Vorreiter der abstrakten Malerei.

Schönheit in Schwarztönen: das Musée Soulages. Copyright: Rodez agglomeration Musée Soulages, donation Pierre et Colette Soulages
Schönheit in Schwarztönen: das Musée Soulages. Copyright: Rodez agglomeration Musée Soulages, donation Pierre et Colette Soulages

2005 überließen der Maler und seine Frau Colette der Stadt Rodez eine der umfangreichsten Sammlungen, die je ein Künstler zu Lebzeiten vermachte.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Pierre Soulages: Abstraktes in Schwarz und Weiß

Ihr Wert wird auf rund 35 Millionen Euro geschätzt. Unter den 500 Ausstellungsstücken befinden sich neben 21 großflächigen Leinwandarbeiten alle Kupferstiche, Lithografien und Siebdrucke von Soulages.

Rodez: Musée Soulages. Das Soulages-Museum. Copyright: RCR photothèque-Rodez-agglomeration-photo Jean-Louis Bories
Im Soulages-Museum. Copyright: RCR photothèque-Rodez-agglomeration-photo Jean-Louis Bories

Hinzu kommen etwa hundert Malereien auf Papier, Bronzearbeiten und dem druckgrafischen Werk.

Ein eigener Raum ist sämtlichen Vorarbeiten für die Fenster der Abtei von Sainte Foy de Conques gewidmet, die Pierre Soulages bis 1994 geschaffen hat.

Die Entwürfe für Conques. Foto. Hilke Maunder
Die Entwürfe für Conques. Foto. Hilke Maunder

Um das Licht gebaut

Bereits 2011 sollte das Museum eröffnen. Doch erst 2014 öffnete es im Stadtgarten Foirail seine Tore für Besucher.

Stahl und Glas strukturieren die Fassade des Soulages-Museums. Foto: Hilke Maunder
Stahl und Glas strukturieren die Fassade des Soulages-Museums. Foto: Hilke Maunder

Seine markante Architektur mit rostbraunem Kortenstahl schuf das katalanische Architektenbüro RCR Aranda Pigem Vilalta. Im Einklang mit der Malerei von Soulages  bauten sie das Museum „um das Licht“.

Das Soulages-Museum zur Seite dDas Soulages-Museum zur Seite des Boulevard du 122 Régiment d'Infanterie.. Foto: Hilke Maunder
Das Soulages-Museum zur Seite des Boulevard du 122 Régiment d’Infanterie. Foto: Hilke Maunder

Als Reverenz an Soulages‘ Malerei mit schwarzen Balken auf hellem Grund, entwarfen die Katalanen das Museum als strengen Glas- und Stahlbau mit einer Grundfläche von rund 4.600 Quadratmetern.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Der Bau ist ein architektonischer Hingucker. Überraschend groß dominiert er die Parkseite zur Avenue Victor Hugo.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Das Café der Sterneköche

Aus dieser Basis erheben sich für einzelne Baukörper mit weitem Blick in die Landschaft des Aveyron, in der der Künstler aufgewachsen ist.

Integriert in das Museum ist das Café Bras der Chefköche Michel und Sébastien Bras. Für ihr Restaurant in Laguiole erhielten sie drei Michelinsterne.

Montags geschlossen: das <em>Café Bras</em> des <em>Musée Soulages</em> in Rodez. Foto: Hilke Maunder
Montags geschlossen: das Café Bras des Musée Soulages in Rodez. Foto: Hilke Maunder

Rodez: viel mehr als Soulages

Das Museum von Pierre Soulages ist ein Publikumsmagnet. Es liegt inmitten eines Stadtviertels, das in den letzten Jahren mit prägnanter Architektur ein neues Aussehen erhalten hat. Und kaum ahnen lässt, dass Rodez auch ein sehenswertes Zentrum mit einer kleinen Altstadt besitzt.

Der Musikpavillon im <em>Jardin du Foirail</em>. Foto :Hilke Maunder
Der Musikpavillon im Jardin du Foirail. Foto :Hilke Maunder

Hin führen vom Museum die sanierte Avenue Victor Hugo und die Spazierwege im Jardin du Foirail mit seinem Musikpavillon.

Die Liebfrauenkathedrale von Rodez. Foto: Hilke Maunder
Die Liebfrauenkathedrale von Rodez. Foto: Hilke Maunder

Das alte Herz von Rodez erstreckt sich jenseits der imposanten Kathedrale aus Buntsandstein. Der Bau der Cathédrale Notre-Dame de Rodez begann 1277 – und endete erst im 16. Jahrhundert.

Nach drei Jahrhunderten Bauzeit entstand eine der imposantesten gotischen Kathedralen in Südfrankreich. Ihre festungsartige Westfassade war einst Teil der Stadtmauer.

Der Glockenturm der Kathedrale überragt die Place de la Cité. Foto: Hilke Maunder
Der Glockenturm der Kathedrale überragt die Place de la Cité. Foto: Hilke Maunder

Ihr Glockenturm ist das Werk des Architekten Antoine Salvanh, der ihn parallel zu den Arbeiten am Chor vollendete. Der 87 Meter hohe Turm wurde zwischen 1513 und 1526 auf Wunsch des Bischofs François d’Estaing errichtet.

Das Kirchenschiff mit dem Altar. Foto: Hilke Maunder
Das Kirchenschiff mit dem Altar. Foto: Hilke Maunder

2002 startete das regionale Denkmalschutzamt Conservation Régionale des Monuments Historiques eine Ausschreibung.

Die Kathedrale sollte wieder Glasfenster erhalten, die dem Gebäude würdig seien. Als Sieger ging Stéphane Belzère hervor. Für den 1963 geborenen Künstler handelte es sich dabei um seinen ersten öffentlichen Auftrag.

Der Mönchschor der Kathedrale. Foto: Hilke Maunder
Der Mönchschor der Kathedrale. Foto: Hilke Maunder

Von 2022 bis 2007 schuf er sieben Glasfenster in den Chorkapellen nach einem festgelegten ikonografischen Programm. Bei der Ausfertigung arbeitete Belzère mit dem Atelier Duchemin zusammen.

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

Die traditionelle christliche Darstellung verschmilzt in diesen Fenstern mit modernen Bildern, die den Fluss des Lichts illustrieren und das Immaterielle darstellen.

Die Kirchenfenster von Stéphane Belzère sind integriert in den Parcours Art dans l’espace public en Aveyron (Kunst im öffentlichen Raum im Aveyron).

Foto: Hilke Maunder
Foto: Hilke Maunder

An der Place de la Cité, dem großen Stadtplatz neben der Kathdrale, beginnt ein markierter Rundgang durch die Innenstadt von Rodez.

Der circuit du centre historique führt euch auch zu einem bemerkenswerten Stadtpalais der Renaissance. Das Hôtel de Jouéry aus dem 14. /15. Jahrhundert ist heute integriert in das Musée Fenaille.

Typisch für die Renaissance sind Innenhöfe mit Treppen - wie hier beim <em>Hôtel de Jouéry</em>.Foto: Hilke Maunder
Typisch für die Renaissance sind Innenhöfe mit Treppen – wie hier beim Hôtel de Jouéry. Foto: Hilke Maunder

Der Stolz des Museums für Archäologie und Stadtgeschichte ist eine Sammlung von Menhirstatuen. Sie wurden vor etwa 5000 Jahren gemeißelt und gehören zu den ältesten bekannten Monumentalstatuen in Westeuropa.

Das <em>Musée Fenaille</em> von Rodez. Foto. Hilke Maunder
Das Musée Fenaille von Rodez. Foto. Hilke Maunder

Der Rundgang durch das Museum zeigt die Geschichte des Rouergue in vier großen Themenbereichen. Er beginnt mit den Menhirstatuen, zeigt dann das antike Rodez, die Rouergue im Mittelalter und in der Renaissance – eine spannende Zeitreise!

Pierre Soulages' Werk im künstlerischen Dialog mit den Statuenmenhiren im Musée Fenaille von Rodez. Foto. Hilke Maunder
Pierre Soulages‘ Werk im künstlerischen Dialog mit den Statuenmenhiren im Musée Fenaille von Rodez. Foto. Hilke Maunder

Rodez: meine Reisetipps

Schlemmen und genießen

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7 Kommentare

  1. Soulages…hm…habe ja schon öfter seine schwarzen Werke angucken (müssen), tut mir leid, den Künstler kann mir keiner schönreden… Da bleibe ich bei Raymond Peynet!
    Sonnige Grüsse aus Antibes !

  2. Bonjour! Mehrmals im Jahr (schon seit nunmehr 30 Jahren) fahren wir auf dem Weg zu unserem Ferienhaus im Südwesten an Rodez vorbei. Dabei haben wir dort schon das eine oder andere Mal Halt gemacht und z.B. die Kathedrale besichtigt. In diesem Jahr besuchten wir endlich auch das musée Pierre Soulages. Mein Mann war zunächst skeptisch („fast alles nur schwarz?“), dann aber recht schnell überzeugt. Durch die tolle Lichtführung entsteht eine wirklich magische Stimmung und gerade die großformatigen Werke sind sehr beeindruckend. Wir sind restlos begeistert, auch von dem Gebäude an sich! Wie schön, dass der Maler die Eröffnung des Museums noch erleben konnte – inzwischen ist er 102 Jahre alt.

  3. Ein Mittags-Menü im Café Bras würde ich mir bei der Gelegenheit nicht entgehen lassen. Köstliche und raffinierte Speisen zu einem erreichbaren Preis. Preislich also nicht bei drei Sternen, weil es ja ein Museums-Café ist. Fabelhafte Weine. Unbedingt reservieren!
    Gestärkt kann man anschließend in die zweite Besuchsrunde dieses außerordentlich inspirierenden Museums starten und seine Eindrücke vertiefen.
    Regine

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