Bastide de Laval: von L.A. in den Luberon

Roland Coupat, Olivenmüller der Bastide de Laval
Roland Coupat, Olivenmüller der Bastide de Laval. Foto: Hilke Maunder

Von Los Angeles in den Luberon: Für Carine und Roland Coupat war es eine Rückkehr in der Heimat. Und die Wurzeln der Familien. Carine ist die Enkelin von Landwirten in der Drôme, Roland der Enkel eines Winzers aus dem Beaujolais. Gemeinsam hatten sie den amerikanischen Traum gelebt und von 1985 bis 1998 drei Unternehmen in den USA aufgebaut und geleitet.

Doch dann verliebten sich beide Hals über Kopf in ein ehemaliges Weingut in den Hügeln des Luberon. Mit gut 40 Jahren noch einmal neu anfangen? Beiden gefiel der Gedanke.

Wie alles begann…

Sie kauften das Anwesen, rissen die verbrauchten Weinstöcke aus dem Boden und pflanzten auf den 15 Hektar bei Cadenet stattdessen 4000 Olivenbäume als Grundstock für ihre Bastide de Laval. Fünf Sorten wählten sie.

Wichtigste Olive ist die Aglandau, die an 80 Prozent der Bäume wächst.  Zur Abrundung der Öle kommen zu je fünf Prozent Cayon, Bouteillan, Salonenque und Picholine hinzu. Besonders die Picholine lässt sich gut knabbern – und passt gut zum einem Aperitif.

2002 schüttelten sie mit Helfern aus dem Dorf die erste Ernte auf die am Boden ausgelegten Netze. Nicht mehr wie einst per Hand, sondern mit Unterstützung – einem elektrischen Olivenrüttler mit 7000 Umdrehungen in der Minute.

Carine und Roland verarbeiten fast ausschließlich grüne Oliven und gewinnen daraus kaltgepresste Bioöle, die nicht zum Kochen und Braten, sondern zu Abrundung von Speisen, für Dips oder Soßen gedacht sind.

Grüner Anbau & Produktkreislauf

Vom Olivenhain, den ihr auf einem markierten Lehrpfad entdecken könnt, führt ein kurzer Weg den Hang hinab zum Neubau der Mühle, der 2004 nach den neuesten Umweltstandards errichtet wurde: top gedämmt, mit lokalen Materialien und integrierten Recyclingketten. Die Olivenstein wandern in den Pellets-Offen und heizen so die Mühlen.

Das Fruchtfleisch und andere organische Reste, die bei der Verarbeitung anfallen, wandern als Dünger auf die Böden. „Wir verwerten alles aus der Oliven, nutzen sie zum 100 Prozent“, sagt Roland stolz.

Roland, der 2010 von der Uni  Montpellier ein Diplom als Oleologe erhalten hat, kümmert sich um die Ölherstellung, Carine ums Finanzielle – und den Shop, wo Alex Besuchern die Bioölmühle erklärt und die Produkte bei Verkostungen vorstellt. Neben dem Verkaufsraum wurde eine Küche eingerichtet, denFirmen und Gruppen für Incentives und Events buchen können.

Die Mühle für seinen Bioolivenhof hat Roland aus der Toskana importiert. Aus vier bis sechs Kilogramm Oliven extrahiert sie einen Liter Öl. In großen Edelstahltanks lagert es hinter verschlossener Tür und reift. Merci, Roland, dass ich einen Blick hineinwerfen durfte!

Die Herstellung der Olivenöle

Alex erklärt es: Hier werden die Oliven angeliefert, entstrippt und gereinigt.
Die Oliven werden als Ganzes zerkleinert.

Die Zentrifuge trennt Stein, Fruchtfleisch und Öl.
Kalt gepresst sind alle Öle.
Nach der Pressung werden die Öl in Stahltanks bis zur perfekten Reife gelagert. 

Wie schmecken die Öle? Eine Verkostung

Weine haben ich schon viele verkostet, aber Öl? Das war eine Premiere, und zuerst hatte ich etwas Bedenken, die verschiedene Sorten Fett zu kosten, die da von hellgelb bis dunkelgrün in den Porzellanschalen ruhten. Doch als Alex das Brot aufschnitt, atmete ich auf – Gott sei Dank also nicht pur mit dem Löffel!

Fruchtig grüne Öle

Création du Moulinier

„Schöpfung des Müllers“ hat Roland dieses Olivenöl „vierge extra“ aus der AOC Provence, das 2017 eine Goldmedaille im regionalen Wettbewerb der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur erhielt.

Intense AOC Provence

Intensiv und herb, mit markanten pflanzlichen Aromen erfüllt dieses Öl „vierge extra“ den Gaumen, das aus Aglandau, Salonenque, Cayon und Bouteillan komponiert wurde. 2017 erhielt die Bastide de Laval für dieses Öl zwei Goldmedaillen – die eine bei dem Wettbewerb in der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur, die andere bei einem interregionalen Wettbewerb von Olivenölen aus der Provence in Brignoles.

Fruchtig reife Öle

Subtil

Nur aus der Picholine wird dieses Öl hergestellt, das auch euch völlig überraschen wird: Die allerersten Aromen, die ihr schmecken werdet, erinnert – unglaublich! – an… Bananen! Erst danach setzt sich der vertraute Geschmack dieser Olivensorte durch. Wirklich subtil. Mein Lieblingsöl ….

Fruchtig schwarzes Öl

L’Ancienne AOC Provence

Für dieses Öl hat Roland Coupat die Oliven erst einige Tage gelagert und fermentieren lassen, ehe er  ihr Öl extrahierte. 2017 erhielt die Bastide de Laval für dieses Öl zwei Goldmedaillen – die eine bei dem Wettbewerb in der Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur, die andere bei einem interregionalen Wettbewerb von Olivenölen aus der Provence in Brignoles.

Aromatisierte Öle

Die Bastide de Laval verkauft auch aromatisierte Öle. Sie wurden mit Basilikum, Zitrone oder Trüffeln verfeinert.

Bastide de Laval: die Infos

• La Royère, 84160 Cadenet Tel. 04 90 08 95 80, www.bastidedulaval.com

Ölverkauf: Bio-Olivenöl AOC Provence rund 20 €, auch mit 250 ml, 500 ml und 3 L erhältlich.

Weiterlesen

Im Blog

Mehr über die Olivenöl der Provence erfahrt ihr hier. Die Tanche-Olive ist der Star der AOC-Olivenöl aus der Drôme. Hier erfahrt ihr mehr über die schwarze Perle von Nyons.

Nachhaltig stellt die Cave Aureto ihre Weine im Luberon her. Hier gibt es alle Infos.

Ebenfalls im Luberon versteckt sich das luxuriöse Relais-Châteaux-Feriendorf La Coquillade. Hier habe ich es vorgestellt.

Im Buch

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Einmal bitte träumen!

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