Zu Besuch bei Molière: Pézenas

Pézenas: Molière allerorten - auch als Pop-Art im Café. Foto: Hilke Maunder
Molière allerorten - auch als Pop-Art im Café. Foto: Hilke Maunder

Mehr als 200 Jahre lang war Pézenas die Hauptstadt des Languedoc, das „Versailles des Midi“. Prachtvolle Adelspaläste mit malerischen Innenhöfen und Loggien entstanden damals.

Pezenas, in der Altstadt. Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Pézenas. Foto:Hilke Maunder

Die Altstadt-Paläste von Pézenas

Für jedes Jahrhundert habe ich da meine Lieblingsresidenz entdeckt – vom Hôtel Jacques Cœur(15. Jh.), dem Hôtel de la Lacoste (16. Jh.) und dem Hôtel d’Alfonce (17. Jh.) bis zum Hôtel de Malibran (18. Jh.). Ich wäre in alle diese Häuser gerne eingezogen…

Pézenas: Hôtel de la Coste. Foto: Hilke Maunder
Im Hôtel de la Coste werden ab und an Ausstellungen gezeigt. Foto: Hilke Maunder

Bei vielen der alten Stadtpaläste könnt ihr die schweren Holztüren aufstoßen. Und erblickt dahinter oft herrliche Innenhöfe und offene Treppenhäuser. Besonders schön ist solche eine offene Treppe im Hôtel de la Coste.

Pézenas: Das Treppenhaus des Hôtel de la Coste. Foto: Hilke Maunder
Das Treppenhaus des Hôtel de la Coste. Foto: Hilke Maunder

Heute bergen sie Boutiquen, Künstlerateliers, Werkstätten, Galerien und Hotels und verleihen der Altstadt ihren Charme und Zauber.

Pézenas: Himmelsblick in einem Stadtpalais an der Place Gambetta. Foto: Hilke Maunder
Himmelsblick in einem Stadtpalais an der Place Gambetta. Foto: Hilke Maunder

Lasst euch einfach treiben! Oder holt euch bei der Touristeninformation einen kostenlosen Führer, der einen Altstadt-Rundgang mit 33 Stationen vorstellt.

Pézenas: Studioladen eines Kreativen. Foto: Hilke Maunder
Pézenas ist stolz auf seine Kreativen – und weist mit Schildern den Weg zu ihren Ladenstudios. Foto: Hilke Maunder

An den Häuserwänden weisen Schilder mit den Worten „je concois, je fabrique dans mon atelier“ auf die Kreativen der Stadt hin.

Typisch für die Altstadt sind diese Katzenbalkone. Foto: Hilke Maunder

Molière in Pézenas

1647 reiste der kaum 25-jährige Jean Baptiste Poquelin (1622–1673), genannt Molière, mit seinem Illustre Théâtre kreuz und quer durch das Languedoc. In Pézenas gelang ihm der Durchbruch.

Pézenas: In diesem Stadtpalais an der Place Gambetta lebte ein Freund von Molière, erinnert eine kleine Marmortafel. Foto: Hilke Maunder
Pézenas: In diesem Stadtpalais an der Place Gambetta lebte ein Freund von Molière, erinnert eine kleine Marmortafel. Foto: Hilke Maunder
Pézenas: Place Gambetta mit Ancien Palais Consulaire. Foto: Hilke Maunder
Pézenas: Place Gambetta mit Ancien Palais Consulaire. Foto: Hilke Maunder

Alljährlich im Juli lässt Pézenas mit Molière, le théâtre dans tous ses éclats Leben und Werk des Theatermannes wieder aufleben. 1978 widmete ihm Ariane Mnouchkine 1978 einen wundervollen, episch langen Film – 260 Minuten lang Molière* intensiv.

Das Collégiale Saint-Jean de Pézenas. Foto: Hilke Maunder
Das Collégiale Saint-Jean de Pézenas. Foto: Hilke Maunder

Pézenas: meine Reisetipps

Schlemmen

Le Pré Saint-Jean

Mit Noilly-Prat gratinierte Austern, Seeteufel mit Cartagène-Likör und Rosmarin-Honig sind die Spezialitäten im Le Pré Saint-Jean.
 • 18, avenue Maréchal Leclerc, Tel. 04 67 98 15 31, https://fr.gaultmillau.com/restaurants/le-pre-saint-jean-restaurant.

Valmagne. Foto: Hilke Maunder
Die Wein-Abtei Valmagne. Foto: Hilke Maunder

In der Umgebung

Seit 800 Jahren wird in der Abbaye de Valmagne (8 km östl.) Wein gemacht – seit 2001 zertifizierte Bio-Tropfen. Die Abteikirche (1257) mit ihrem 83 m langem und 24,5 m hohem Kirchenschiff und Kreuzgang gehört zu den schönsten Beispielen gotischer Architektur. Im  Juli ist die Abtei Bühne für ein Klassik-Festival (Villeveyrac, www.valmagne.com). Die Kathedrale des Weins habe ich hier vorgestellt.

Schlafen

Château les Sacristains

Peter Plück und seine Frau Margarete haben das Château les Sacristains (9 km östl.) mit Tennisplatz, Driving Range und Boulodrom in ein Urlaubsidyll für Aktive verwandelt. Und für Genießer, die hier auch an Kochkursen teilnehmen können.
• Montagnac, Tel. 04 67 43 49 89, www.chateau-les-sacristains.fr.

Noch mehr Betten*
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Pézenas: Tordurchgang an der Rue Émile Zola. Foto: Hilke Maunder
Pézenas: Tordurchgang an der Rue Émile Zola. Foto: Hilke Maunder

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Weiterlesen

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Von den Cevennen über das Languedoc bis hin zum Roussillon findet ihr dort Highlights und Kleinode, Tipps für Entdecken und Sparfüchse – und Adressen, die ich neu entdeckt und getestet habe. Ein Online-Update-Service informiert euch über Events, Neueröffnungen und Schließungen. Wer mag, kann ihn hier* direkt bestellen.

Der Reisebegleiter vor Ort: Ralf Nestmeyer, Languedoc-Roussillon*

Zwischen dem Delta der Camargue und den Gipfeln der Pyrenäen hat Ralf Nestmeyer nahezu jeden Strand gesehen, jede Stadt besucht, jedes Wehrdorf besichtigt – im Languedoc etwas intensiver, im Roussillon fokussiert er auf bekannten Highlights. Inzwischen ist der wohl beste Führer für diese wunderschöne Ecke Frankreich 2021 in 9. Auflage erschienen.

Das 588 Seiten dicke Werk ist der beste Begleiter für Individualreisende, die diese Region entdecken möchten und des Französischen nicht mächtig sind. Wer möchte, kann den Band hier* direkt bestellen.

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Pézenas: Das Collégiale Saint-Jean de Pézenas. Foto: Hilke MaunderDas Collégiale Saint-Jean de Pézenas. Foto: Hilke Maunder

Pezenas, in der Altstadt. Foto: Hilke Maunder
In der Altstadt von Pézenas. Foto:Hilke Maunder
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6 Kommentare

  1. Unbedingt den Markt am Samstag besuchen … es lohnt sich! Und es gibt auch einen Biomarkt am Kreisverkehr. Von Mai bis September hat auch das OpenAirRestaurant Palmier geöffnet, liegt in der Nähe vom Place Gambetta. Und im Sommer gibt es am Donnerstag Abend Musik beim Café Blablabla und dem Resto le 4.

  2. Wunderschöne Bilder! Ich habe (wahrscheinlich…) genau die gleiche Katze im Korb fotografiert, allerdings „nur“ mit meinem smartphone. Bei der Abbey de Valmagne fand ich besonders spannend, dass sie ungefähr acht oder zehn verschiedene Trauben in einem Gang angelegt haben. Schautafeln erklären die Anbaugebiete und die Besonderheiten der Trauben. Und dann kann jede/r genau diese Trauben probieren und selbst den Unterschied herausschmecken.

  3. Und als dazu passende Urlaubslektüre empfehle ich meinen Roman „Der Gast aus La Lumiere“ – Lieutenant Leroux‘ erster Fall, ein Languedoc-Krim
    Johanna Huda

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