Nausicaa: Kind mit Zackenbarsch. Foto: Hilke Maunder
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Nausicaá – Schaufenster der Weltmeere

Die England-Fähren haben den Ort verlassen, die Fischer sind geblieben: Boulogne-sur-Mer an der nordfranzösischen Opalküste ist der größte Fischereihafen Frankreichs.

150 Kutter sind hier vertäut, 70 Fischarten werden tagtäglich in der Auktionshalle versteigert. 380.000 Tonnen Meeresgetier werden in Boulogne jährlich angelandet und von seinen 140 Fischbetrieben verarbeitet.

Den Reichtum der Weltmeere präsentiert vor den nördlichen Toren der Stadt Frankreichs größtes Meereszentrum: die Cité de la Mer NausicaáIhr Name verweist auf eine der Heldinnen in Homers Odyssee.

Nausicaa: das Tropenbecken. Foto: Hilke Maunder
Das Tropenbecken. Foto: Hilke Maunder

Le Grand Bassin

Am 19. Mai 2018 weihte das französische Meereszentrum sein Grand Bassin ein. Vorbild für das 10.000 Kubikmeter große Becken war die Insel Malpelo vor der Küste Kolumbiens. Während ihr einen transparenten „Tiefseegraben“ von 18 Meter Länge durchquert, schwimmen rund um euch Haie, Mantarochen und Fischschwärme.

Ihr blickt auf eine 7,5 Meter große Verwerfung und beobachtet in einer 20 Meter langen und fünf Meter breiten Bucht aus verschiedenen Perspektiven das Treiben innerhalb des Bassins.

Le Grand Large

Le Grand Large nennt sich eine immersive Virtual-Reality-Erfahrung im Nausicaá, die auserwählte Lebewesen und ihre Umgebung in der wenig bekannten Hochsee zeigt.

Mit einer HoloLens 2-Brille von Microsoft könnt ihr dort in eine andere Dimension eindringen und mit augmented reality  unter anderem Lederschildkröten, Wale und Riesenquallen entdecken.

Nausicaa: Die Fütterung der Seelöwen. Foto: Hilke Maunder
Die Fütterung der Seelöwen. Foto: Hilke Maunder

Europas größtes Aquarium

Seit ihrer Öffnung im Mai 1991 haben mehr als 25 Millionen Besucher die Unterwasserwelt der Weltmeere von Nausicáa bewundert. Winziges Plankton und riesige Haie, Südseefische, Seespinnen und ertrunkene Bäume präsentieren die fast 50 Aquarien und Becken.

Im Streichelbecken könnt ihr die raue Haut der Rochen streicheln. An Bord eines chalutiers auf hoher See taucht ihr ein in den harten Fischereialltag und seid mit einem Video hautnah mit dabei.

Die tropische Lagune präsentiert Korallenriffe und Südseefische. Im nachgebildeten kalifornischen Seelöwenreservat wird täglich eine siebenköpfige Seelöwenfamilie gefüttert. Herrlich gelacht haben meine Tochter und ich auch über die putzigen Pinguine. Und schließlich haben wir auch noch geräucherten Dornhai gekostet.

Ausgezeichnet als Exzellenzzentrum

In der 5000 Quadratmeter großen Ausstellung „Die Küsten und ihre Menschen“ erfahrt ihr mehr über das Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur an den weltweiten Küstenregionen. Dort könnt ihr frei nach eigenem Interesse eure Informationen auswählen und an entsprechenden Animationen teilnehmen, in denen ihr mehr über das Leben in und auf den Ozeanen erfahrt.

Die Sensibilisierung der Besucher für die Empfindlichkeit der Ökosysteme der Ozeane ist eines der Hauptanliegen der Meeresstation. Die UNESCO klassifiziert Nausicaá deswegen als „Exzellenzzentrum“ für sein Engagement in diesem Bereich.

Nausicaa: Bei den Fütterungen werden die Meeresbewohner vorgestellt. Foto: Hilke Maunder
Bei den Fütterungen werden die Meeresbewohner vorgestellt. Foto: Hilke Maunder

Nausicaá: Mehr als ein Museum

Doch Nausicaá ist mehr als ein Schauaquarium. Hier werden auch Tiere aufgezogen und kranke Tiere gesund gepflegt. Dazu kommen Aufgaben als Kulturforum, das für den sensiblen und nachhaltigen Umgang mit der Welt sensibilisieren soll. Dazu kooperiert das Meereszentrum mit der UNESCO und unterstützt internationale Einrichtungen und Projekte zum Erhalt der Meere.

Ebenfalls ein Kooperationspartner von Nausicaá ist die Blue Society. Diese setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Ozeane ein, fördert die Forschung an innovativen Technologien und setzt Akzente innerhalb der Bereiche Arbeitsmarkt und Entwicklung neuer Produkte. Zudem ist Nausicaá auch eine Forschungsstation mit eigenem Multimedia-Center und einem Team versierter Wissenschaftler.

Mein Schlemmertipp

Ihr liebt frische Meeresküche? Dann reserviert in Boulogne-sur-Mer einen Tisch beim SternekochTony Lestienne im La Matelote! Wer bleiben möchte, findet dort auch nostalgische Komfortzimmer, viele mit kleinem Balkon.
• 70, boulevard Saint-Beuve, 62200 Boulogne sur Mer, Tel. 03 21 30 33 33, www.la-matelote.com

Hier könnt ihr schlafen*

 

Nausicaa: Seelöwen. Foto: Hilke Maunder
Die Seelöwen des Meeresmuseums. Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Alle Beiträge aus dem Département Pas-de-Calais vereint diese Kategorie.

Im Buch

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