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Made in Paris: das Gütesiegel für echtes Paris

Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe, sondern auch die Hauptstadt des guten Geschmacks, der Handwerkskunst und der kreativen Ideen. Weltberühmt für Mode, Kunst und kulinarische Exzellenz, hat Paris mit Marken wie Chanel, Dior, Givenchy und Louis Vuitton den globalen Stil geprägt. Doch wer das echte Paris sucht, findet es in den Produkten mit dem Gütesiegel Fabriqué à Paris / Made in Paris – authentisch, handgemacht in Paris und voller Geschichten.

Seit 2017 steht das Label Fabriqué à Paris / Made in Paris für Produkte, die nicht nur in der Stadt hergestellt werden, sondern auch ihre Seele einfangen. Ob Mode, Lebensmittel, Design oder Kunsthandwerk – das Siegel garantiert Qualität und Pariser Tradition.

Die Stadtverwaltung zeichnete damit nicht nur den Kochschinken und Honig aus Paris aus, sondern auch Mode von Eva Koshka, Schuhe, Design, Bettwäsche, Brillengestelle, Fahrräder, Gitarren und selbst die berühmten Femob-Stühle aus. Alljährlich gesellen sich neue Preisträgerinnen und -träger hinzu. Diese Karte stellte alle Gewinner von Made in Paris vor. Seit der Einführung dieses Labels im November 2017 wurden 2.500 Produkte und 1.357 Unternehmen ausgezeichnet.

Wer die Vielfalt und alles, was in Paris handgemacht ist, entdecken möchte, sollte die Boutique Paris Rendez-vous im Hôtel de Ville besuchen. Hier gibt es nicht nur ausgewählte Produkte zu kaufen, sondern auch die Chance, kreative Köpfe und ihre Manufakturen kennenzulernen – ein wunderbares Schaufenster für das echte Paris.
• 29, rue de Rivoli, 75004 Paris, Mo. – Sa. 10 – 19 Uhr

Made in Paris: meine Tipps

Pariser Düfte

Wie riecht Paris? Für jeden Duftkünstler gibt es eine andere Antwort. Für Colette war es eine Mischung aus schwarzen Johannisbeeren, Jasmin, Moschus und Feigen. Für Ladurée duftet das echte Paris nach getoastetem Brot ( pain grillé ) und zart-luftigem Plundergebäck.

Und wer schon immer wissen wollte, wie Paris nach einem Regenschauer riecht, sollte Paris sous la pluie von Marianne Guédin probieren – eine Hommage an die nassen Pflastersteine und die frische Luft nach einem Schauer. Für alle, die Paris mit nach Hause nehmen möchten, gibt es auch Duftkerzen von Astier de Villatte oder Inès de la Fressange, die die Essenz der Stadt in Wachs gießen.

Made in Paris und edel inszeniert: die Produkte von Ladurée -der Macarons-Meister bietet weit mehr als die süßen Verführer. Foto: Hilke Maunder
Edel inszeniert: die Kerzen von Ladurée. Foto: Hilke Maunder

Olivier Polge ließ 2010 für sein Parfüm Balenciaga de Paris die Frische der Veilchenblätter auf Blumenakkorde und Holznoten treffen. Yves Saint Laurent wählte für YSL Paris klassisch blumig-pudrige Duftnoten. Sandelholz, Damaszenerrose, Veilchen und Vetiver prägen seine Kreation Parisienne.

Andere Parfümhersteller setzen auf die Zugkraft berühmter Orte beim Verkauf ihrer Düfte. Guerlain hat die Champs-Élysées und den Jardin de Bagatelle als Duft im Sortiment. Chanel setzt auf die 31, rue Cambon, Hermès auf 24, Faubourg. Nicht minder berühmt sind Paris-London von Caron, Paname von Patou und der Soir de Paris, den Bourjois 1928 auf den Markt brachte.

Gallia – Bière de Paris

Jahrzehntelang wurde das Bier von Paris in der einzigen Brauerei der Stadt in der Rue du Père-Corentin im 14. Arrondissement gebraut. 1968 schloss sie. Dass die Legende lebt, ist seit 2009 Guillaume Roy und Jacques Ferté zu verdanken, die anfangs Bier in der Nähe des normannischen Gisors produzierten. Seit dem Einstieg von Charles Beigbeder  ist die Brauerei seit 2015 in Pantin (Seine-Saint-Denis) ansässig – mit 20-Hektoliter-Brauraum und mehreren Fermentern für eine Gesamtkapazität von 8000 Hektolitern.

Dort liebt Gallia das Experimentieren, produziert immer wieder neue Saison-Biere und auch sogenannte Vières. Sie sind halb Bier, halb Wein. Halb Malz, halb Chardonnay oder eine andere Traube – lauter süffige Überraschungen, handgemacht in Grand Paris.

Noch mehr Craft-Bier aus Paris

Die Mikrobrauereien in der Hauptstadt haben sich inzwischen vervielfacht. Mittlerweile gibt es auch süffigen Gerstensaft von La Parisienne vom Fuße der Butte-aux-Cailles, BAPBAP aus dem Oberkampf-Viertel und Biere aus dem Quartier von La Goutte d’Or – allesamt flüssige Botschafter für das echte Paris.

Der Wein von Paris

Paris war einst von Weinbergen umgeben, und der Clos Montmartre ist das letzte lebendige Zeugnis dieser Tradition. Mit nur 0,15 Hektar Fläche und etwa 1.700–2.000 Rebstöcken – vor allem Gamay und Pinot Noir – ist dieser Weinberg auf der Butte de Montmartre ein winziges, aber symbolträchtiges Juwel dieses Erbes. Jedes Jahr entstehen hier nur einige Hundert Liter, also etwa 1.000–1.700 Flaschen, die weniger als Qualitätswein, sondern vielmehr als kulturelles Erbe, Sammlerstück und Sozialprojekt gelten.

Die Lese im Oktober wird alljährlich mit der Fête des Vendanges de Montmartre gefeiert. Die Trauben werden später im Rathaus des 18. Arrondissements gekeltert, wo der Wein bei offiziellen Anlässen ausgeschenkt wird.

Wer eine Flasche ergattern möchte, hat es nicht leicht: Der Wein wird nicht frei verkauft, sondern in limitierter Auflage zugunsten lokaler Vereine versteigert. Der Erlös fließt in soziale Projekte im Viertel. Einzelne Flaschen sind gelegentlich in der Boutique des Musée de Montmartre erhältlich – ein kleines, aber feines Souvenir für Weinliebhaber und Paris-Fans.

La Winerie Parisienne hat diese Tradition neu belebt. In Montreuil, gleich vor den Toren von Paris, keltert das Team seit 2015 Weine aus eigenen Anbauflächen in den Yvelines.

Bleu de Paris

Sophie Sennelier führt das Traditionshaus Sennelier in dritter Generation – und verkauft dort die berühmte pudrige Porzellanfarbe Bleu de Paris. Seit 1887 versorgt das Geschäft ganz in der Nähe der Kunstschule die Kreativen mit solch hochwertigen Materialien. Ein Stück Pariser Kunstgeschichte!
• 3, Quai Voltaire, 7. Arr., www.magasinsennelier.art

Cafés Richard

In jeder Pariser Brasserie duftet es nach Cafés Richard. Das Familienunternehmen röstet seit 1892 in Gennevilliers und bei der 1957 gegründeten Pariser Rösterei Brûlerie des Gobelins – und ist bis heute der heimliche Star der Pariser Kaffeekultur.

Miel de Paris

Paris summt! Die Bienenstöcke, die auf den Dächern von Sehenswürdigkeiten der Stadt wie dem Musée d’Orsay oder der École Militaire aufgestellt sind, liefern den Pariser Honig. Er wird auch zur Herstellung von Pariser Gewürzbrot verwendet und ist u. a. in der Grande Épicerie du Bon Marché und in den Galeries Lafayette erhältlich.

Mehr zum Pariser Honig erfahrt ihr hier.

Die Champignons de Paris

Im 19. Jahrhundert wurden die Pilze noch tatsächlich auf Pferdemist in den Kellern und verlassenen Kalksteinbrüchen unter dem Hôpital Cochin und dem Boulevard Saint-Jacques im 14. Arrondissement gezüchtet. Heute kommen die Champignons der Sorte Agaricus bisporus hauptsächlich aus den Tuffsteinhöhlen des Loire-Tals.

Doch wer echte Pariser Tradition sucht, findet sie bei Angel Moioli, Angel Moioli. Er gehört zu den letzten Champignonzüchtern im Großraum Paris und kultiviert die Pilze in Saint-Ouen-l’Aumône im Département Val-d’Oise.

Die Champignons de Paris - im Anjou werden sie gezüchtet. Foto: Hilke Maunder
Die berühmten Champignons de Paris… werden im Anjou angebaut. Foto: Hilke Maunder

Le Prince de Paris

Im Pariser Osten hängt der Himmel voller Schinken – zumindest für Yves Le Guel, der jede Woche 450 bis 500 von ihnen, jeder bis zu acht Kilogramm schwer, nach alten Rezepten herstellt. Zu kosten gibt es sie zum Beispiel im Hotel Le Royal Monceau.

Paris beurre

Einfach, aber genial: das Paris beurre. Auch Le Parisien genannt, ist es das am häufigsten in Frankreich verzehrte Sandwich. Auf das durchgeschnittene Baguette gehören ungesalzene Butter, 1,5 bis zwei Millimeter dicker Roh- oder Kochschinken und Cornichons. Als beste Adresse für den Kult-Snack gilt in Paris Le Petit Vendôme mit Zebra-Neonlichtern, Smarties-Stühlen, rot-weiß karierten Tischdecken, Formica-Uhr und viel 1950er-Jahre-Flair.
• 8, rue de Capucines, 2. Arr., Tel. 01 42 61 05 88, https://lepetitvendome.fr

Hôtel Bellevue, Dessert. Foto: Hilke Maunder
Eine Variation des Kuchenklassikers Paris-Brest. Foto: Hilke Maunder

Paris-Brest

1910 erfand der Pariser Patissier Louis Durand anlässlich des Radrennens Paris–Brest diese Kalorienbombe. Ein wenig in Vergessenheit geraten, sorgte Philippe Conticini mit seiner geschlossenen Pâtisserie des Rêves für die Renaissance dieses Tortentraums. Seit 2019 ist seine Konditorei geschlossen – doch der Kuchen Paris-Brest ist noch immer ein Klassiker auf dem Dessertwagen und bei vielen Konditoren.

La Parisette

Ein wenig in Vergessenheit geraten war auch ein typischer Pariser Cocktail, der auch Bébé Rosé genannt wurde. Eiskalte Milch wird dazu mit Granatapfelsirup verquirlt und auf Eiswürfeln in einem großen, bauchigen Glas serviert.

Le Potage parisien

Porree und Kartoffeln kommen in den klassischen Pariser Eintopf, dem Muskat, Pfeffer und Salz Würze verleihen. Antoine-Augustin Parmentier, der – ähnlich wie Friedrich der Große in Preußen – Kartoffeln auf der Speisekarte propagierte, um den Hunger der Bevölkerung zu stillen, ließ den Eintopf pürieren. Und kreierte damit den Potage Parmentier.

Le slip français

Le Slip Français. Foto: Hilke Maunder
Kult: le slip français. Foto: Hilke Maunder

Paris ist schließlich auch der Stammsitz eines Unternehmens, das 2011 aus einer Wette unter Freunden entstand – Le Slip français. Produziert werden die Textilien, die längst mehr als nur Unterwäsche umfassen, komplett in Frankreich. Verwendet werden nur Stoffe mit dem Qualitätssiegel Made in France. So hat sich die Marke auf dem Markt etabliert und ist kein Nischenprodukt mehr.

Das liegt nicht nur am europaweit wachsenden Patriotismus als Antwort auf die Globalisierung, sondern auch an geschickt eingesetzter PR. So wurde 2012 der Präsidentschaftswahlkampf für die eigene Werbung genutzt und die Slogans der Konkurrenten pfiffig umgemünzt. Das Motto von Ex-Präsident François Hollande Le Changement, c’est maintenant verwandelte sich zu Le changement de slip, c’est maintenant. Und Nicolas Sarkozys’ La France forte zu La France forte en slip.

Hochwertige Produkte und frecher Humor: Mit diesem Mix wurden die Trikolore-Slips zum Kultobjekt. Zumal sie ganz direkt die Tribute der Männlichkeit im Namen führen. Modell redoutable (furchterregend) kommt daher in strahlendem Weiß.  Intrépide (furchtlos) nennt sich der Franzosenslip in Blau, Vaillant (tapfer) in Rot sowie Vigoureux (kräftig) in Grau.

Duft im Schritt

Getreu seinem Motto: Vous voulez changer le monde, commencez par changer de slip (Sie wollen die Welt verändern? Beginnen Sie mit Ihrem Slip!) sorgt Firmengründer Guillaume Gibault seit Sommer 2013 auch für guten Duft in der Unterhose. Durch Mikrokapseln, die beim Färben in den Stoff eindringen und sich bis zu 30 Wäschen halten sollen, duften die Herrenslips jetzt nach Moschus mit einem Hauch Birne.

Finanziert wurde die verrückte Idee über Crowdfunding im Internet. Produziert werden alle Modelle, die es längst auch als Boxershorts und Badehosen sowie für Damen und Kinder gibt, in Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Textilfirma H. Lemahieu aus Saint-André Lez-Lille bei Lille. Und für alle, die ihre Slips stilgerecht einpacken wollen, gibt es natürlich längst auch Taschen, T-Shirts und das passende Handtuch für den Strand.

Paris ist mehr als nur eine Stadt – es ist eine Haltung. Mit diesen Produkten könnt ihr ein Stück davon mit nach Hause nehmen. Fabriqué à Paris / Made in Paris : Ein Gütesiegel, das Geschichten erzählt. Und mit seiner großen Auswahl an tollen Souvenirs sich perfekt abhebt von anderen, massenhaft produzierten Mitbringseln aus der Stadt der Liebe!

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Im Blog

Alle meine Beiträge zu Paris vereint diese Kategorie.

Im Buch

Hilke Maunder, Baedeker „Paris“

1975 kam ich dank Interrail zum ersten Mal nach Paris und übernachtete in einem einfachen Sleep-in in der Rue de Turenne. Damals ahnte ich noch nicht, dass diese Stadt mich ein Leben lang begleiten würde. In den Jahren danach verbrachte ich fast jedes Jahr viel Zeit in der Kapitale: als junge Frau, die im 18e Arrondissement als Kellnerin jobbte, später mit Partner, schließlich mit meiner Tochter. Und bis heute fehlt mir etwas, wenn ich Paris nicht immer wieder neu erlaufen, erradeln oder durch das Labyrinth der Métro durchstreifen kann.

Aus dieser langjährigen, sehr persönlichen Beziehung zur Stadt ist mein Baedeker Paris* entstanden. Er versteht Paris nicht nur als Ansammlung berühmter Sehenswürdigkeiten, sondern als lebendige, vielschichtige Metropole, die sich mit jeder Reise neu erschließt. Natürlich findet ihr darin die großen Klassiker – vom Louvre über die Île de la Cité bis zum Eiffelturm –, doch ebenso wichtig sind mir die besonderen Orte, die leisen Viertel, die kleinen Entdeckungen abseits der Postkartenmotive.

Neben verlässlichen Fakten, übersichtlich aufbereiteten Karten und praxisnahen Tipps erzähle ich von ungewöhnlichen Details, kleinen Anekdoten und Momenten, die man nicht planen kann, die aber oft die schönsten Erinnerungen hinterlassen: ein Tanz unter freiem Himmel, ein unerwarteter Blick von oben, ein Abendessen, das länger dauert als gedacht. Genau diese Mischung aus Orientierung und Inspiration soll euch dabei helfen, Paris auf eure eigene Weise zu erleben. Wer mag, kann meinen Paris-Reiseführer hier* bestellen.

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