Der Beton-Honig von Paris

Miel béton, nennt Rémy Vanbremeersch seinen cremigen Brotaufstrich, den er aus seinen Pariser Bienenstöcken im 10., 12., 19. und 20. Arrondissement erntet, Beton-Honig.

Der Name täuscht darüber hinweg, wie lecker die Bienensüße aus der Großstadt, die Rémy mit seinem Partner Bruno Petit seit 2011  herstellt. Ein Miel de Paris, der die Vielfalt der Hauptstadt einfängt.

Honig im Geschmack der Jahreszeiten

Im Frühling schmeckt er nach den Blüten der Akazien und Kastanienbäume, im Sommer nach Linde und dem Bienenbaum Evodia, im Herbst nach Schnurbaum (Sophora japonica) und Sumach. Gemeinsam kümmern sich beide Männer seit 2013 auch um die ältesten Pariser Bienenstöcke, die seit mehr als 100 Jahren auf dem Dach der Pariser Oper im Palais Garnier stehen. Nicolas Gaillon hat über die beiden Imker eine hervorragende Foto-Reportage verfasst.

Von Bienen fasziniert

Jean-Jacques Schakmundès arbeitete er als Übersetzter, dann als Regisseur von Filmen wie „An 01“ und „Model Couple“, ehe er seine Passion zum Beruf machte. Von Kindheit an hatten ihn die Bienen fasziniert. Seit mehr als 15 Jahren ist er heute Stadtimker im Kellermann-Park des 13. Arrondissement. Seit 1993 verkauft er seine Ernte – zwei flüssige Honige zum Kilopreis von 14 Euro, in seinem Ladengeschäft Les Abeilles in der Rue de la Butte-aux-Cailles 21 Dienstag bis Sonnabend von 11.00 – 19.00 Uhr.

Bienenkörbe auf Pariser Dächern

Auf den Dächern von Paris ist auch Nicolas Géant unterwegs. Der blonde Monsieur hat seine Bienenkörbe auf dem Turm der EDF in La Défense ebenso aufgestellt wie auf dem Dach des Grand Palais, des Tour Argent, ja, selbst auf der Kathedrale Notre Dame de Paris.

Der Imker stellt nicht nur Honig her, sondern züchtet auch gezielt Honigbienen. Mehr als 2.000 Schwärme verkauft er jedes Jahr allein nur an Kunden in der Île de France über seine Website Beeopic, wo es auch das gesamte Zubehör für Imker gibt.

Im 96-Seiten dicken Bändchen Ma Ruche en Ville* gibt er seine Erfahrungen weiter. Um 20 Prozent sei allein die Nachfrage im letzten Jahr gestiegen, erzählt Nicolas. Inzwischen gehören auch Erlebnispakete rund um die Bienen zu seinem Angebot.

Immer mehr Bienen in und um Paris

Rund 300 Bienenkörbe gäbe es schätzungsweise in Paris. Die genaue Zahl lässt sich nicht mehr feststellen, da seit 2012 das Aufstellen von Bienenkörben nicht mehr genehmigt werden muss – und daher nicht mehr erfasst wird. Die Liebe zum Honig hat längst auch die Banlieue erobert.

Wie in Saint-Denis im Norden von Pariss. Dort hat Olivier Damé, Bildhauer und Imker, im Zuge seines Projektes Banque de Miel auch auf dem Dach der Mairie Bienenkörbe aufgestellt.

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Mein Reiseführer

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„Tango unter freiem Himmel: Die Stadt der Liebe: Der neue Reiseführer ‚Paris‘ zeigt – neben Sehenswürdigkeiten – besondere Orte für Höhenflüge, romantische Momente wie ‚Tango unter freiem Himmel‘ und unvergessliche Dinners. Dazu gibt’s viele Kulturtipps…“  schrieb die Hamburger Morgenpost über meinen Paris-Führer, der viele neue Elemente im enthält.

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