Grünes Labyrinth: der Marais Audomarois

Im Marais Audoramarois. Foto: Hilke Maunder
Im Marais Audoramarois. Foto: Hilke Maunder

Kopfweiden säumen verschlungene Kanäle: Die 3.700 Hektar großen Audomarois-Sümpfe bei Saint-Omer sind der Spreewald von Nordfrankreich. 2013 hat die UNESCO auf 22.530 Hektar die eigentümliche Landschaft als Biosphärenreservat anerkannt.

Eine Seerose blüht bei Clairmarais im Sumpf. Foto: Hilke Maunder
Eine Seerose blüht bei Clairmarais im Sumpf. Foto: Hilke Maunder

Torfmoore und Wiesen wechseln sich ab mit Gräben, Flüssen und Seen, die breite Schilfgürtel einrahmen. Die blühende Binse (Butomus umbellatus), der Große Speerfuß (Ranunculus lingua) und der Sumpffarn (Thelypteris palustris) gedeihen hier.

Solche Zugbrücken begleiten euren Weg im Réserve Naturelle Nationale des Étangs du Romelaëre. Foto: Hilke Maunder
Solche Zugbrücken begleiten euren Weg im Réserve Naturelle Nationale des Étangs du Romelaëre. Foto: Hilke Maunder

Zwischen der Unterwasser- und Schwimmvegetation verstecken sich auch einige vom Aussterben gefährdete Arten. Wasserschierling (Cicuta virosa) und falsche Aloe (Stratiotes aloides): Hier könnt ihr sie noch sehen!

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Auf solchen Holzbohlenwegen wandert ihr durch den Marais Audoramois. Foto: Hilke Maunder

Die Vielfalt der Flora lockt die Vögel an. Besonders Zugvögel rasten hier gerne. Seggenrohr-, Schilfrohr- und Teichrohrsänger sowie Blaukehlchen finden hier Nahrung und Ruhe.

In solchen historischen Kähnen könnt ihr geführte Touren durch das Sumpfgebiet erleben. Foto: Hilke Maunder
In solchen historischen Kähnen könnt ihr geführte Touren durch das Sumpfgebiet erleben. Foto: Hilke Maunder

Stakend durchs Grün

Das grüne Labyrinth könnt ihr am besten per Boot entdecken. Geführte Touren und Leihboote gibt es Saint-Martin-au-Laërt, Nieurlet, Salperwick und Clairmarais, wo die Gemüsebauern ihre frische Ware vom Boot aus am Kai verkaufen.

Auf Selbstfahrer warten solche Boote. Foto: Hilke Maunder
Auf Selbstfahrer warten solche Boote. Foto: Hilke Maunder

Wie seit Jahrhunderten im Moorland Blumenkohl, Artischocken, Chicorée, Kresse, Sellerie und Kartoffelnangebaut werden, und welche 300 Pflanzen- und 210 Vogelarten hier ihre Heimat haben, verrät bei Saint-Omer die Maison du Marais mit Ausstellungen, Workshops und Führungen.

Am Rande der Sümfe erstrecken sich in Clairmarais riesige Gemüsefelder. Foto: Hilke Mauder
Am Rande der Sümpfe erstrecken sich in Clairmarais riesige Gemüsefelder. Foto: Hilke Maunder

Das Herz des Marais Audoramois schützt seit 2008 das Nationalreservat Frankreichs: die Étangs du Romelaëre, die das Infozentrum Grange Nature von Clairmarais kostenlos vorstellt.

Und danach einlädt, auf dem 5,5 Kilometer langen Rundweg La Cuvette tiefer in die amphibische Landschaft einzutauchen.

<em>La Grand Nature</em>. Foto: Hilke Maunder
La Grange Nature. Foto: Hilke Maunder

Mein Extratipp: La Coupole

Fünf Kilometer außerhalb von Saint-Omer erhebt sich eine riesige Betonkuppel aus dem Grün: La Coupole, 1943/44 von der Wehrmacht als Abschussrampe für V2-Raketen auf London erbaut.

Heute erinnert La Coupole als Zentrum für Geschichte und Erinnerung und Mahnmal der Deportierten mit zwei Dauerausstellungen an die deutsche Besetzung Nordfrankreichs und den Vorläufer heutiger Raketen, die längst das All erobert haben – live zu erleben im „Planetarium“, dem 3D-Kino des Museums.

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Kahn statt Auto: Alltag mit <em>Marais Audamarois</em>. Foto: Hilke Maunder
Kahn statt Auto: Alltag mit Marais Audomarois. Foto: Hilke Maunder

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