Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder
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Postkarte aus … Pont-Audemer

Die einstige Gerberstadt Pont-Audemer hat die Risle in ein kleines normannisches Venedig verwandelt. Kanäle mit malerischen Brücken verbinden die beiden Arme der Risle. Dort ist Pont-Audemer am schönsten.

Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder
Schiefer, Backstein, Wasser: Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Schieferfassaden spiegeln sich in den Fluten. Kleine Gassen enden an ebenso kleinen Brücken und eröffnen immer neue Ausblicke auf die Rückseite der Häuser, die häufig malerischer und schöner sind als die Vorderhäuser.

Fachwerk und Backstein, unterbrochen von heimischem Kalkstein, sorgen für abwechslungsreiche Architektur in Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

In der Rue Sadi Carnot stehen elegante Bürgerhäuser aus dem 17. Jahrhundert mit schmiedeeisernen Balkonen und reizenden Innenhöfen.

Hier und da zeigen die Fassaden von Pont-Audemer noch nostalgische Reklame. Foto: Hilke Maunder

In der belebten Rue de la République ist der Architekturmix genauso bunt wie das Angebot der Geschäfte. Dort findet ihr das Musée Alfred Canel, seit 1876 ein Kuriositätenkabinett mit Käfern, Keramiken und Werken lokaler Künstler.

Das Musée Canel von Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder
Das Musée Canel von Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Meisterwerk der Flammengotik

Die unvollendete Église Saint-Ouen (11. Jh.) mit gotischem Schiff und romanischem Chor gehört zu den Hauptwerken der Flammengotik in der Normandie.

Über den alten Gassen ragt die bis heute unvollendete Stadtkirche von Pont-Audemer auf. Foto: Hilke Maunder
Über den alten Gassen ragt die bis heute unvollendete Stadtkirche von Pont-Audemer auf. Foto: Hilke Maunder

Ihr Inneres birgt wunderschöne farbige Kirchenfenster aus dem 16.–20. Jahrhundert sowie eine eindrucksvolle Orgel, die auf die Renaissance zurückgeht und mit Holzvertäfelungen geschmückt ist.

Der Eingang zur Stadtkirche Saint-Ouen in Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder
Der Eingang zur Stadtkirche Saint-Ouen in Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Ihre 17 Register sind auf zwei Manualklaviaturen und ein Pedalwerk verteilt. Und fordern die Schüler der Orgelklasse der örtlichen Musikschule ebenso wie die Gastorganisten, die hier regelmäßig musizieren.

Das Gewölbe der <em>église Saint-Ouen</em>. Foto: Hilke Maunder
Das Gewölbe der Église Saint-Ouen. Foto: Hilke Maunder

Berühmtes Supermodel

Im Mai 1978 wurde in Pont-Audemer, das mit kreativen Ideen den sichtbaren Verfall bekämpft,  als zweites von drei Kindern ein Mädchen geboren, das zum Supermodel aufstieg und als Partnerin von Obelix (Gérard Depardieu) im Film „Asterix in Rom” im Kino die Zuschauer begeisterte: Laetitia Casta.

Direkt an die Stadtkirche von Pont-Audemer grenzt das beliebte Restaurant La Gargouille. Foto: Hilke Maunder

Nach so prominenten Französinnen wie Brigitte Bardot, Catherine Deneuve und Inès de la Fressange wurde die junge Frau damals von einer Jury von 420 der insgesamt 36.000 Bürgermeistern des Landes zur Millenniums-Marianne gewählt.

In den alten Gassen von Pont-Audemer dominieren inhabergeführte Geschäfte. Foto: Hilke Maunder

Als Verkörperung der Französischen Revolution und ihrer Ziele Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit stand die nach ihr geformte Nationalbüste vor fast jedem französischen Rathaus, bis im Herbst 2003 die Fernsehmoderatorin Evelyne Thomas ihre Nachfolgerin als Symbolfigur wurde.

Fachwerk kennt viele Farben in Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Pont-Audemer: meine Reise-Tipps

Schlemmen und genießen

L’Endroit biscornu

Bistro und Weinbar vereint das beliebte Ecklokal.
• 18, rue de la République, 27500 Pont-Audemer, Tel. 02 27 36 98 83

Sara’Zin

Crêperie bistronomique nennt sich diese sympathische Crêperie. Alle Buchweizen- und Weizenmehle, die verwendet werden, stammen aus der familieneigenen Getreidemühle in Roncin. Die Karte überrascht mit ungewöhnlichen Kreationen. Kostet einmal eine Crêpe mit Yuzu-Zitrone oder als Kouign-amann.
• 1, rue Place de la ville, 27500 Pont-Audemer, Tel. 09 81 22 49 89, www.creperiesarazin.com

Nicht verpassen

Étape #2

Les Bottes: die 2021 aufgestellten Gummistiefel von Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Vor dem Rathaus stecken Gummistiefel in XXL im Grün. Sie gehören zu den vier Kunstwerken des Bildhauers Lilian Bourgeat, die in Pont-Audemer aufgestellt sind. Der Kunstparcours Étape #2 lädt ein, sie zu entdecken.

Die Kinder an der Risle

Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie stencils aus Papier. Doch es sind Metallplatten, die Yann Dehais von den Ateliers de Nantes am Ufer der Risle seit 2018 zeigt. Sie zeigen Porträts von Kindern aus Pont-Audemer und liegen zum Teil unter Wasser.

Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Insgesamt 22 Fotos sind dort zu bewundern. Und beweisen:  Pont-Audemer ist offen für zeitgenössische Kunst – und inszeniert sie als Hingucker im Stadtzentrum

Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

Le Ciné Pont-Audemer

In der Rue des Temps Modernes eröffnete 2021 ein Kino, das dem Namen der Straßen mehr als gerecht wird. Jakob + MacFarlane setzen das Multiplexkino als pinkfarbenen, kantigen Bau mitten in die Zone de la Fonderie von Pont-Audemer. Für den Betreiber Noé Cinémas ist es „das schönste Kino der Normandie“.

Schnauferlzug

Im Sommer lädt der Verein PontAuRail am Wochenende 55 Minuten lang zu einer Bummelzugfahrt durch die Vallée de la Morelle von Honfleur nach Pont-Audemer.

Hier könnt ihr schlafen

Le Drakkar

Ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Le Drakkar mit 29 Zimmern im Zentrum.
• rue Georges Clemenceau, Tel. 02 32 41 28 00, www.tourisme-pontaudemer-rislenormande.com

Belle-Isle sur Risle

Auf einer Flussinsel inmitten eines englischen Landschaftsparks residiert das Hotel-Restaurant Belle Isle sur Risle in einer efeuberankten viktorianischen Villa mit 20 Zimmern.
• 112, route de Rouen, Tel. 02 32 56 96 33, www.bellile.com

Noch mehr Betten*

 

Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder
Der Impasse Saint-Ouen von Pont-Audemer. Foto: Hilke Maunder

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Im Blog

Alle Beiträge aus dem normannischen Département Eure vereint diese Kategorie.

Im Buch

Glücksorte in der Normandie*

Steile Klippen und weite Sandstrände, bizarre Felslandschaften und verwunschene Wälder, romantische Fachwerkstädtchen und moderne Architektur – die Normandie hat unzählige Glücksorte zu bieten.

Gemeinsam mit meiner Freundin Barbara Kettl-Römer stelle ich sie euch in diesem Taschenbuch vor. Wir verraten, wo die schönste Strandbar an der Seine liegt, für welche Brioches es sich lohnt, ins Tal der Saire zu fahren, und wo noch echter Camembert aus Rohmilch hergestellt wird.

Unser Gemeinschaftswerk stellt euch insgesamt 80 einzigartige Orte vor, die oftmals abseits der eingetretenen Pfade liegen. Wer mag, kann es hier* bestellen.

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